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Na ja, aber insgesamt braucht man sich da auch nicht über „Sinn“ zu unterhalten :D. Jedes Objektiv hat einen eigenen Charakter und wenn einem der Bildeindruck gefällt, dann spielt der Sinn da absolut gar keine Rolle.

 

Das Leben wäre ein Trauerspiel wenn es nur um Vernunft und Zahlen ginge. Dann hätte die Kunst keinen Platz darin.

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Wenn es um Altglas geht, dann sind diese Lichtriesen viel Glas, welches oft erst mit F2.0 akzeptable Schärfe erreicht. Ich konnte an einer A7 bisher nur ein Canon FD 55mm F1.2 ausprobieren. Ich glaube es ist ein typischer Vertreter der F1.2 Objektive. Ich habe es spaßeshalber auch an meiner Fuji mit dem FX56mm F1.2 verglichen. Dabei schlägt es sich gegen das APSC Objektiv sehr solide. Gleiche Lichtstärke, etwas weniger Kontrast aber im Zentrum vergleichbare Schärfe offen.

An der A7 in Lowlight Situationen brachten die F1.2 nicht so viel wie erhofft. Schwierig zu fokusieren durch das schmale DOF, weich und auch mit F1.2 die Notwendigkeit für ISO12800 reduzieren die 24MP Auflösung der A7 drastisch auf gefühlte 6MP. Das FD durfte wieder gehen, die A7 auch. 

 

Zurück zur Diskussion F2.0 vs. F1.2. Es gibt F1.8 oder F2.0 50er die bereits offen schärfer sind, wie ein F1.2 abgeblendet. Dazu sind sie kleiner und günstiger. Aber die Lichttransmission ist natürlich einen Stop geringer. Das macht den Unterschied zwischen ISO3200 und ISO6400. Der andere große Unterschied ist das DOF / Bokeh. Ich denke, man sollte beide Typen besitzen und je nach Situation entscheiden, was man einpackt. Bei F1.4 vs. F1.2 ist es schon schwieriger. Der Transmissionszugewinn besteht real maximal aus 1/3 Stop, was den Unterschied zwischen ISO3200 und ISO4000 entspricht. Dafür ist ein F1.2 Objektiv meist gleich um einiges größer und schwerer. Auch hier denke ich, gibt es F1.4 Objektive (Altglas) die offen schärfer sind als der F1.2 Kandidat. Wenn ich ein schärferes F1.4er hätte, würde ich das behalten.

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Na ja, aber insgesamt braucht man sich da auch nicht über „Sinn“ zu unterhalten :D. Jedes Objektiv hat einen eigenen Charakter und wenn einem der Bildeindruck gefällt, dann spielt der Sinn da absolut gar keine Rolle.

 

Das Leben wäre ein Trauerspiel wenn es nur um Vernunft und Zahlen ginge. Dann hätte die Kunst keinen Platz darin.

Danke!

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Selektive Schärfe war mit Sicherheit nicht die Motivation (weder für Hersteller als auch Käufer) und das gerne gehypte Wort "Bokeh" gab es als fotografischen Begriff noch gar nicht. Es ging allein um dieses Quentchen mehr Licht, das man sich teuer erkaufen musste.

Das kann man gar nicht laut genug sagen - und deshalb sind die alten deutschen "Lichtriesen" aus der Zeit vor 1960 heute praktisch unbrauchbar. Sie wurden als "Nachtobjektiv" oder "Theaterobjektiv" beworben und erlaubten sehr eingeschränktes Photographieren da, wo es kein Licht gab und man auch keine Beleuchtung/Blitz verwenden konnte.

 

Ich habe im vergangenen Sommer an der A7 Aufnahmen mit den Zeiss Biotaren 75/1.5 (Krieg und Nachkrieg) und dem Meyer Primoplan 80/1.9 gemacht.  Absolut grausam. Bei offener Blende oder um 1 Stufe abgeblendet nur einen Kreis in der BIldmitte, der halbwegs scharf war, aber ziemlich kontrastschwach. Und zu den Ecken hin absolute Katastrophe. Für die Bühnen- und Polizeiphotographie mochte das angehen, aber sonst... Abblenden brachte übrigens keinen großen Qualitätsgewinn - da wäre man mit jedem beliebigen 3.5 oder 4er besser bedient gewesen.

Erst mit den Summi- und Noctiluxen wurde das ab den 60er Jahren besser - und dann kamen die Japaner und machten 1.7 zur Kitlinse.

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Sehe ich ganz ähnlich. Aber dafür würde ich nicht unbedingt Altglas nehmen, sondern eines der Samyang-Objektive (50 mm f1.4 für FE, 85 mm f1.4, 135 mm f2). Die sind alle offenblendig gut bzw. das 135er exzellent.

 

...oder auch einige Optiken von Fujifilm, die ganz hervorragend sind, wenn man denn relativ hohe Lichtstärke haben will. Es sind nun mal neuere Rechnungen, die zeigen, was heutzutage möglich ist: hohe Lichtstärke bei sehr guter BQ und das nicht einmal so exorbitant teuer wie die Gläser der "Edelmarken"

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Zu Beitrag #80

Leider kann ich nachträglich keine Zitate mehr einfügen, deshalb zitiere ich den Eintrag von @Micharl auf diese Weise:

"Ich habe im vergangenen Sommer an der A7 Aufnahmen mit den Zeiss Biotaren 75/1.5 (Krieg und Nachkrieg) und dem Meyer Primoplan 80/1.9 gemacht.  Absolut grausam. Bei offener Blende oder um 1 Stufe abgeblendet nur einen Kreis in der BIldmitte, der halbwegs scharf war, aber ziemlich kontrastschwach. Und zu den Ecken hin absolute Katastrophe. Für die Bühnen- und Polizeiphotographie mochte das angehen, aber sonst... Abblenden brachte übrigens keinen großen Qualitätsgewinn - da wäre man mit jedem beliebigen 3.5 oder 4er besser bedient gewesen.

Erst mit den Summi- und Noctiluxen wurde das ab den 60er Jahren besser - und dann kamen die Japaner und machten 1.7 zur Kitlinse."

 

Diese Verleumdung kann ich auf meinen geliebten Primoplan-Objektiven nun aber keinesfalls sitzen lassen!

Nur so zum Beispiel ein Bild von meinem Primoplan 1.9/75 bei voller Öffnung (allerdings mit mFt):

 

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PS:

Da obiges Bild bearbeitet ist, hänge ich noch das JPG ooc an (auch nach dem Verkleinern nicht mehr nachgeschärft):

 

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bearbeitet von tw463
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...oder auch einige Optiken von Fujifilm, die ganz hervorragend sind, wenn man denn relativ hohe Lichtstärke haben will. Es sind nun mal neuere Rechnungen, die zeigen, was heutzutage möglich ist: hohe Lichtstärke bei sehr guter BQ und das nicht einmal so exorbitant teuer wie die Gläser der "Edelmarken"

 

Stimmt, das oben gezeigte Primoplan ist heute extrem teuer. Meines habe ich Anfang der 90er Jahre für ein Butterbrot in einem Tschechischen Flohmarkt erworben. Damals wollte kein Schwein so etwas und ich wurde belächelt.

Viele andere meiner Exoten habe ich auch nicht teuer bezahlt, weil ich schon vor diesem Hype Freude an feinen Linsen hatte.

 

Muss ich diese Linsen nun verstecken, weil ich einen guten Riecher hatte? Irgendwie fühle ich mich von gewissen Posts in diesem Thread etwas blöd angemacht. Weshalb soll ich ein Protz sein, nur weil ich die Anmutung dieser Objektive liebe? Wer sie nicht mag, soll sie nicht kaufen.

Allerdings gibt es schon eigenartige Auswüchse. Weshalb z.B. für die zum Produktionszeitpunkt schon einfachen und günstigen Trioplane heute irgendwelche Exotenpreise bezahlt werden, erschliesst sich auch mir nicht. Ich habe nie eins gekauft, weil ich viel bessere Linsen (z.B meine Primoplane) habe.

bearbeitet von tw463
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Diese Verleumdung kann ich auf meinen geliebten Primoplan-Objektiven nun aber keinesfalls sitzen lassen!

Nur so zum Beispiel ein Bild von meinem Primoplan 1.9/75 bei voller Öffnung (allerdings mit mFt):

Dein Bild ist Klasse - aber zur Beurteilung der Schärfe nur begrenzt geeignet. Erstens fällt an MFT der schlimmste Teil des unscharfen Randes schon mal weg, und zweitens ist bei diesem Bild das ganze "Drumherum" sowieso außerhalb der Schärfeebene. So ähnlich haben die "Theaterobjektive" der 30er Jahre auf der Bühne auch funktioniert.

 

Aus dieser Zeit stammt auch mein 80er (also nicht 75) Primoplan. Es sitzt normalerweise an einer Nacht-Exakta und musste dort sogar ein Format von 4 x 6,5 ausleuchten. Deshalb schlägt es sich an KB etwas besser als das von Anfang an "nur" für KB berechnete Zeiss 75er. Davon werden gerade einige bei Ebay vierstellig angeboten - völliger Wahnsinn.

 

Das Nachkriegsprimoplan 75 habe ich nicht.

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...oder auch einige Optiken von Fujifilm, die ganz hervorragend sind, wenn man denn relativ hohe Lichtstärke haben will. Es sind nun mal neuere Rechnungen, die zeigen, was heutzutage möglich ist: hohe Lichtstärke bei sehr guter BQ und das nicht einmal so exorbitant teuer wie die Gläser der "Edelmarken"

 

Kommt darauf an, ob es nur um die Lichtstärke geht oder um den Bildlook hinsichtlich Schärfebereich. Da es um ~50 mm geht, müsste man das Fujinon 35 mm f1.4 mit FE55 vergleichen. Das FE55 ist deutlich teurer, aber (wenn man photozone glaubt) bei gleichem Schärfebereich deutlich besser, zumindest jenseits der Bildmitte. Oder man vergleicht mit dem Samyang 50 mm f1.4, das vom Preis dem Fujinon sehr ähnlich ist, aber eine Stufe mehr Freistellung bietet, dabei sogar recht scharf ist, während sich die Kontraste deutlich steigen bei leichtem Abblenden.

 

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kauf dir z.b. mal die ct foto 1/17 und schau dir den test der 85 mm linsen an: alle konstruktionen die mehr als eine handvoll jahre alt sind stinken gegen die neuen konstruktionen für die heutigen hochauflösenden sensoren sowas von ab, nicht nur die beschichtungen haben sich dramatisch verbessert...

 

...der chefentwickler für linsen bei leica hat sich anläßlich der vorstellung der SL scherzhaft über die sensorentwicklung der letzten jahre beschwert, er wünsche sich ein moderateres tempo, damit die linsenentwicklung mal wieder aufschließen könne...

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Schön, dass es neben dem ganzen Schärfe- und Mikrokontrastwahn, der ja zum Guten Ton gehört und "bessere Bilder" erzeugt eben auch die Möglichkeit gibt, diesen mit alten, nicht perfekten Objektiven aufzubrechen und auch ein anderes Gefühl und etwas organisches dagegen zu halten.

 

Wie es ich immer gerne sagen, warum das eine tun und das andere lassen. Vielfalt bringt erst den richtigen Spaß...

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Die Ankündigung von neuen Höchstwerten bei Objektiven durch die Hersteller und (Werbe-)Zeitschriften ist ja nichts neues, schlägt sich aber weniger in der Qualität der gemachten Bilder nieder (im PC-Hardwarebereich kennt man dies z.B. von der jährlichen Ankündigung von neuen Grafikkarten-Versionen).

Was einige halt immer (noch) fälschlicherweise annehmen: es wird nicht versucht, durch Altglas an die Bildqualität eines modernen Objektivs heranzukommen. Es wird eher versucht, die Eigenarten für bestimmte Situationen heraus zu arbeiten.

Und dabei sind MTF Charts so was von egal.

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...zur Beurteilung der Schärfe nur begrenzt geeignet. Erstens fällt an MFT der schlimmste Teil des unscharfen Randes schon mal weg, und zweitens ist bei diesem Bild das ganze "Drumherum" sowieso außerhalb der Schärfeebene...

 

Das Nachkriegsprimoplan 75 habe ich nicht.

Zuerst einmal, das Nachkriegsprimoplan ist von der Rechnung her ein Vorkriegsprimoplan. Nur die Fassung ändert sich und die Vergütung.

 

Dass das Bild nur begrenzt geeignet ist, stimmt schon. Ich habe so auf die Schnelle kein besseres gefunden und da ich kaum protokolliere, welche Bilder ich mit welchen Objektiven und Blendenöffnungen gemacht habe, musste ich auf eins zurückgreifen von dem ich sicher war, wie ich es aufgenommen habe.

Ich werde bei Gelegenheit ein Bild mit meiner alten NEX nachschieben, eine Kamera mit grösserem Sensor besitze ich leider nicht.

 

Übrigens:

Das Primoplan ist bekanntermassen klar schärfer als das Zeiss Biotar.

bearbeitet von tw463
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...

Lohnt es sich, ab 300 Euro (typisch sogar um 600 Euro) in die Hand zu nehmen und in ein altes 1:1,2 50/55/57/58mm Normalobjektiv zu investieren (die Porst Ausführung mal außer acht gelassen)?

...

Der "Marktpreis" für das Canon FD 50mmm / 1.2 lag heute morgen 08:31:08 MEZ bei unter 230,- €

 

Ich habe mein Canon FD 50mm /1.4 für um die 60,- € gekauft, damals auch Marktpreis.

 

Das waren beides keine Schnäppchen. Schnäppchen ginge für mich etwa bei Marktpreis -20% los. Aber wer aktuell für ein altes manuelles 1.2er 50mm Objektiv 300,- € oder gar das Doppelte bezahlt, hat sicher zu teuer eingekauft.

 

Im Nahbereich (50cm) sieht der Unterschied zwischen f1,2-f1,4 bis f1,8 so aus:

...

Die Fotos von Padiej stützen meinen Eindruck, dass meine Fotos, die ich bisher mit dem 1.4er Objektiv mache nicht um knapp 300% besser werden. Damit lohnt sich für mich die Investition in ein 1.2er nicht.

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Was einige halt immer (noch) fälschlicherweise annehmen: es wird nicht versucht, durch Altglas an die Bildqualität eines modernen Objektivs heranzukommen. Es wird eher versucht, die Eigenarten für bestimmte Situationen heraus zu arbeiten.

Und dabei sind MTF Charts so was von egal.

Das möchte ich etwas modifizieren.

 

Volle Zustimmung hinsichtlich Objektiven wie den oben von mir erwähnten alten 75 mm von Zeiss. Ich kann mir vorstellen, daß die für eine bestimmte Art von verträumten Porträts recht gut geeignet sind. Wenn man darauf aus ist, kann man mit so einer Linse möglicherweise Effekte erzielen, die sonst nicht machbar sind. Auch kaum in der Nachbearbeitung.

 

Keine Zustimmung hinsichtlich der "guten" japanischen Festbrennweiten ab etwa 1970 - also Minolta MC, Canon FD, Pentax S. Takumar.... Darunter gibt es, wie sich in den hier ausgesprochenen Erfahrungen ja auch abzeichnet, viele ganz hervorragende Typen, die insbesondere in der Schärfeleistung mit vielen aktuellen Festbrennweiten mithalten können - die Zooms übertreffen sie meistens sogar. Und sie sind wegen massenhafter Verbreitung meistens preiswert. Schwächer sind sie in der Regel in Gegenlicht und Kontrast - da haben moderne Vergütungen die Nase vorn.

 

Die "guten" Deutschen der Zeit (Zeiss, Leitz, Schneider, Voigtländer, wohl auch noch Steinheil) sind von der Qualität her mindestens genauso gut. Aber die sind (und waren) stets so teuer, daß sie nicht so recht zum Altglas-Markt gehören wollen. Und die nicht so guten (Rodenstock, Schacht, Isco, Enna, Staeble) - die waren halt "nicht so gut" und wurden übrigens auch eher selten als Wechselobjektive mit verbreiteten Anschlüssen angeboten. In größerer Zahl wohl nur mit M42 für die Edixa - und da würde ich ein Super-Takumar entschieden vorziehen.

 

Preise über 300-500 Euro halte ich aber auch für die meisten "guten" Altgläser für übertrieben.Da zahlt man für den Snob-Faktor mit.

bearbeitet von micharl
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kauf dir z.b. mal die ct foto 1/17 und schau dir den test der 85 mm linsen an: alle konstruktionen die mehr als eine handvoll jahre alt sind stinken gegen die neuen konstruktionen für die heutigen hochauflösenden sensoren sowas von ab, nicht nur die beschichtungen haben sich dramatisch verbessert...

 

..

 

Ja, wenn es um hochauflösende Aufnahmen unter Laborbedingungen geht. Im "Alltag" bemerkt man die Unterschiede zwischen neuen Objektiven und älteren hochwertigen Modellen weit weniger bis gar nicht - sofern man nicht direkt in die Sonne fotografiert. ;)

Ganz ehrlich, denkst du, dass du es "sehen" kannt, mit welchem Objektiv ein dann auch noch nachbearbeitetes "Street"-Foto z.B. gemacht wurde, wenn es sich um hochwertige Marken (Leica, Nikon, Oympus, Minolta etc.) handelt?

 

 

...der chefentwickler für linsen bei leica hat sich anläßlich der vorstellung der SL scherzhaft über die sensorentwicklung der letzten jahre beschwert, er wünsche sich ein moderateres tempo, damit die linsenentwicklung mal wieder aufschließen könn

 
Wenn du damit Hr. Karbe meinst, dann muss auf jeden Fall davon ausgegangen werden, dass dies mit einem kräftigen Augenzwinkern gemeint war. (Du schreibst ja selbst "scherzhaft".)
Ich kenne ihn recht gut, habe mich schon öfters über Objektive mit ihm unterhalten und halte eine Menge von ihm. Peter Karbe weiß, welche exzellenten Objektive Leica seit Jahren / Jahrzehnten im Angebot hat und er weiß auch, dass für die allermeisten Fälle deren Leistung auch an modernsten Objektiven völlug ausreicht. Und das, obwohl gerade er und sein Team in der Lage ist, Unterschiede festzustellen.
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Preise über 300-500 Euro halte ich aber auch für die meisten "guten" Altgläser für übertrieben.Da zahlt man für den Snob-Faktor mit.

Da ist was dran. Wobei es nicht immer ein "Snob"-Faktor sein muss. Es gibt auch den "Sucht"-Faktor*, den "Mir-geht-gleich-einer-ab"-Faktor** oder ganz wirtschaflich-neutral, den Seltenheits-Faktor. ;)

 

___________________

* Geht mir bei manuellen Nikkoren so.

** Geht mir bei M-Objektiven so.  :wub:

bearbeitet von LucisPictor
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Ja, wenn es um hochauflösende Aufnahmen unter Laborbedingungen geht. Im "Alltag" bemerkt man die Unterschiede zwischen neuen Objektiven und älteren hochwertigen Modellen weit weniger bis gar nicht - sofern man nicht direkt in die Sonne fotografiert. ;)

Ganz ehrlich, denkst du, dass du es "sehen" kannt, mit welchem Objektiv ein dann auch noch nachbearbeitetes "Street"-Foto z.B. gemacht wurde, wenn es sich um hochwertige Marken (Leica, Nikon, Oympus, Minolta etc.) handelt?

Ja, man kann es sehen - nur manchmal nach unerwarteter Seite. ;)

 

Ich recherchiere derzeit für meine A7-II den 35mm-Bereich. Mein Canon FD 2.8 war mir nicht edel genug - ich habe es daher mit dem SZ 35/28 ergänzt. Das ist auch gut, hat den oft erwünschten AF - aber schärfer ist es nicht. In den Ecken eher weniger. Verzerrungsmäßig ist es ebenso wie das Canon - gut, aber nicht perfekt. Eine schwache Tonne läßt sich aber leicht korrigieren.

 

Jetzt schaue ich mich beim Loxia 35/2 um - kann also nur auf Tests und Belegphotos z.B. auf Flickr zurückgreifen. Danach ist das was die Verzerrungen betrifft, allererste Klasse, kommt in der Schärfe aber erst bei 5.6 an die beiden anderen ran und ist insbesondere bei voller Öffnung erkennbar unterlegen.

 

Dann habe ich im letzten Sommer Testaufnahmen mit dem Canon 200/4 gemacht. Die sind schon bei offener Blende (zugegeben, 4 ist nicht sehr weit offen) so rundum scharf und auch kontrastreich, daß man sie ernsthaft gegen die ein Vielfaches teureren modernen Linsen stellen kann. Jetzt im Frühjahr kommt ein Test mit dem 200/2.8er dran.

 

Das heißt nicht, daß man die modernen Objektive nicht braucht. Autofokus und weitgehende Zurückdrängung von Flares und CA sind ja auch Argumente. Aber eben nicht die einzigen. Und ja: Wer mehr Lichtstärke als 1.4 haben will, muß bei den meisten guten  Altgläsern fast so viel zahlen wie bei aktuellen.

bearbeitet von micharl
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Da ist was dran. Wobei es nicht immer ein "Snob"-Faktor sein muss. Es gibt auch den "Sucht"-Faktor*, den "Mir-geht-gleich-einer-ab"-Faktor** oder ganz wirtschaflich-neutral, den Seltenheits-Faktor. ;)

 

___________________

* Geht mir bei manuellen Nikkoren so.

** Geht mir bei M-Objektiven so.  :wub:

 

 

Der Faktor ist völlig anders.

 

Wer heute mit solchen "Vorschlaghämmern" unterwegs ist, wird doch nur noch mitleidig belächelt, weil die anderen Zeitgenossen den Eindruck haben, der Typ mit dem "Hammer" kann kein Smart Phone bedienen ?!

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Das heißt nicht, daß man die modernen Objektive nicht braucht. Autofokus und weitgehende Zurückdrängung von Flares und CA sind ja auch Argumente. Aber eben nicht die einzigen. Und ja: Wer mehr Lichtstärke als 1.4 haben will, muß bei den meisten guten  Altgläsern fast so viel zahlen wie bei aktuellen.

 

Viel wichtiger als das Alter eines Objektivs ist dessen ursprüngliche Qualität.

Wenn ich mir heute anschaue, welche Ergebnisse mir mein Leica Summicron-M 2/90 liefert ... Dann muss ich sehr lange suchen, bis ich ein modernes Objektiv finde, dass dieses in den Schatten stellt. Zumal wir dann von Größen und Preisen reden, die ich nicht bereit bin zu zahlen. 

(Im Anhang ein Foto, das ich mit dem Cron 90 an meiner M8 gemacht habe, bei eher schlechtem Licht und aus der Hand. Mit diesem Foto bin ich sehr zufrieden. Was soll ich mir mehr von einem 90er wünschen?)

 

Natürlich gibt es Objektivtypen, bei denen die Entwicklung extrem deutlich wird.

 

Heutige Zoom-Objektive sind zum Teil ganz ausgezeichnet, die alten meist grottig.

Moderne Superweitwinkel leisten Erstaunliches, die ersten Modelle waren eher grauslich.

Aber sehr gute 35er, 50er, 85er, 125er, 200er usw. gibt es schon lange.

 

Um das mal in Zahlen zu verdeutlichen:

 

Wenn ein altes Zoom 40% der maximal möglichen Leistung zeigt, ein neues aber 70%, dann sieht man das.

Wenn eine alte Festbrennweite aber 80% davon zeigt und eine neue 85%, dann sieht man das kaum.

 

Um wieder zum eigentlichen Threadthema zurückzukommen, ein moderne 1.2/50 wird mit hoher Wahrscheinlichkeit besser sein als ein älteres 1.2/50. Allerdings gibt es auch ältere Modelle, die richtig gut sind - wobei wir wieder bei den Prozenten sind.

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bearbeitet von LucisPictor
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...Ich kann mir vorstellen, daß die für eine bestimmte Art von verträumten Porträts recht gut geeignet sind. Wenn man darauf aus ist, kann man mit so einer Linse möglicherweise Effekte erzielen, die sonst nicht machbar sind. Auch kaum in der Nachbearbeitung...

Ist dann fast wie ein Vintage-Lensbaby...quasi ein betagtes Baby. Ansonsten, wenn es um verschmierte Weichzeichnereffekte geht: dazu braucht man wirklich kein olles 1.2. Da tut es auch (oh Wunder!) ein Weichzeichner, ein entsprechender Effekt in der Bildbearbeitung (igittigitt), ein Gazestückchen mit Loch in der Mitte oder womöglich ein mit Vaseline-Finger verschmiertes UV-Filter   :rolleyes:

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Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Gewisse Effekte sind elektronisch zum Glück (noch?) nicht befriedigend hinzukriegen. Ausserdem will ich fotografieren und bin froh, wenn ich in meiner Freizeit möglichst wenig am PC machen muss.

 

Ich komme mir hier vor, wie wenn sich der Fahrer eines Oldtimers rechtfertigen müsste, dass sein Auto weder Klimaanlage noch ABS oder Antischlupfregelung hat. Ausserdem haben moderne Motoren ja so viel mehr Power. Geht mal an ein Oldtimertreffen und macht denen das klar.  :P

 

Und komme mir jetzt keiner mit der modernen Kamera hinter dem alten Objektiv!

bearbeitet von tw463
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