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Tobias123

Hohe Frameraten auf die Hälfte herunterrechnen <> Qualität?

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Hallo zusammen,

 

kann mir ein "Video-Profi" etwas zu Qualitätsminderungen bzgl. einer 50%tigen Reduzierung der Framerate (bei gleicher Abspielgeschwindigkeit) durch die Nachbearbeitung sagen?

 

Hintergrund: Momentan filme ich insb. Unterwasservideos mit einer Sony RX100 und einer GoPro Hero 4 in 1080p mit 50fps. Geschnitten und bearbeitet wird das Material in Adobe Photoshop CS6. Je nach Bedarf wird das GoPro 4 Material mit Mercalli 3 stabilisiert. Für meine (nicht professionellen) Ansprüche gelingen mir so zufriedenstellende Videos.

Immer öfter lasse ich einige Sequenzen in dem fertigen 1080p 50fps Video als Zeitlupe durch eine temporäre Halbierung der Framerate auf 25fps abspielen. Gerade im Wasser wirkt das ganz besonders. Problem: Natürlich ist die Sequenz im Ergebnis nicht mehr so schön "smooth" und es kommt zu dem typischen 25/30fps Ruckeln.

 

Nun möchte ich in Zukunft meine RX100 IV und eine GoPro Hero 6 für meine UW-Videos (und Fotos) nutzen. Beide Kameras bieten in 1080p eine hohen Framerate von 100fps (bzw. 120fps) an. Nun ist die Versuchung groß gleich alles in 100/120fps zu filmen. Der Haken: Das Endprodukt soll für 1080p 50/60fps gerendert werden, da ich persönlich

1. Keinen Unterschied zwischen 50/60fps und 100/120fps mehr sehen kann

2. Viele Player und Geräte mit so hohen Frameraten Probleme haben

 

Also liegt es nahe in CS6 einfach die Framerate auf 50/60fps herunterrechnen zu lassen. Für Zeitlupen hätte ich dann weiterhin bei einer Halbierung der Framerate meine vollen 50/60fps zur Verfügung.

 

Gibt es jemanden, der so arbeitet und etwas dazu sagen kann? Meine Vermutung ist, dass die Qualität generell leiden könnte, da bei wenig Licht die Kameras die ISOs durch die kürzeren Belichtungszeiten von 1/100s / 1/120s pro Frame schneller nach oben drehen muss. Auch das Reduzieren der Framerate wird wohl nicht ohne Qualitätsminderungen funktionieren, oder?

Wie würdet ihr das machen?

 

Viele Grüße

Tobias

 

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Das Ruckel bei 25fps kommt vor allem dann, wenn man gegen die Regel vom 180° shutter angle verstößt. Man sollte die Belichtungszeit immer so wählen dass die halbe framerate belichtet wird. Bei 25fps also 1/50s. Bewegungen wirken dann weicher als bei kurzen Belichtungszeiten wo jedes einzelne Bild scharf ist, im Video hüpft ein bewegtes Objekt dann aber von Bild zu Bild. Bei Action-Cams geht das oft nicht. Bei normalen Kameras kann man das meist einstellen. Da man aber nicht beliebig niedrige ISO-Werte einstellen kann, und auch keine beliebig kleinen Blenden, geht das oft nur mit ND-Filtern. Bei 50/60fps fällt das Ruckeln weniger auf und man kann die 180°-Regel eher ignorieren.

 

Es kommt also immer drauf an was man genau vorhat. Wenn man mit 50fps aufnimmt, steht für jeden einzelnen Frame nur die halbe Belichtungszeit zur Verfügung, was bei viel Licht nicht weiter schlimm ist. Da wird ja häufig sogar mit ND-Filtern gearbeitet um Licht wegzunehmen. Unter Wasser oder am Abend, wo man vermutlich ohnehin mit dem Licht kämpft ist das aber anders. Da bedeutet doppelte Framerate eine Stufe ISO höher. Schlimmer ist aber, dass eine Kamera in der Regel die gleiche Menge an Bit pro Sekunde speichert. 100MBit pro Sekunde werden dann z.B. auf die doppelte Anzahl Bilder verteilt, der Speicher pro Bild halbiert sich. Wenn man dann sehr häufig die Framerate halbiert und dabei jeden zweiten Frame weg wirft, verschlechtert man damit natürlich die Qualität. Unter Wasser würde ich deshalb mit 25/30fps aufnehmen außer es geht um Zeitlupe. Das geht dann mit 30 statt 120 fps mit zwei ISO-Stufen niedriger und für jeden Frame steht die vierfache Speichermenge zur Verfügung. Daraus ergeben sich viel bessere Farben und weniger Artefakte bei schnellen Bewegungen.

 

Einige Profis nehmen immer mit der hohen Framerate auf und produzieren das dann auch so. Damit haben sie aber jederzeit die Möglichkeit eine 2x Zeitlupe zu machen die dann immer noch relativ flüssig aussieht obwohl jeder Frame dann zwei mal genutzt wird.

 

Einige Profis nehmen immer mit der hohen Framerate auf und produzieren in der niedrigen. Meistens ist das dann in 24fps weil das der "cinematic look" ist, bei dem etwas Ruckeln quasi dazugehört. Man macht das vor allem bei Videos, die sehr häufig Zeitlupen enthalten und mit Musik ablaufen. Man hat dann aber nach der Aufnahme noch die Wahl wo man Zeitlupe daraus macht und wo nicht.

 

Die meisten Profis nehmen nach wie vor in 24fps auf und haben den cinematic look automatisch. Nur so ist es auch möglich den "180° shutter angle" voll zu nutzen, bei dem Bewegungen durch lange Belichtungszeit von 1/48s (oder 1/50s) unscharf werden und dadurch natürlicher wirken. Bei viel Licht und offener Blende geht das natürlich nur mit ND-Filtern und jede Einstellung muss gut geplant werden weil man ja bei fester Belichtungszeit, fester Blende und möglichst niedrigen ISO-Werten kaum Spielraum für Belichtungsautomatiken hat. Im Studio legt man dann sowieso immer die Kameraeinstellungen vorher fest und der Beleuchter sorgt dann für die richtige Belichtung. Für Zeitlupen wird dann geplant mit höherer Framerate aufgenommen wenn man das benötigt.

 

Bei ganz teuren Sportveranstaltungen gibt es inzwischen Kameras die immer 300fps aufnehmen und trotzdem ein guten Live-Bild liefern, zusätzlich aber jede Aufnahmen auch in fantastischer Superzeitlupe verfügbar machen. Bei Sport wird die abgehackte Darstellung ohne Bewegungsunschärfe eher akzeptiert als bei Kinofilmen.

 

 

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So ganz hab ich noch nicht was du machst: Du filmst in 50p und ziehst den Clip dann auf eine 25p Timeline um die Zeitlupe zu bekommen? Oder verlangsamst du einfach den Clip in der 50p Timeline um die Hälfte, sprich die Ausgabe bleibt weiterhin bei 50p?

 

Im ersten Fall hilft ein wenig Motion Blur damit es etwas „smoother“ wirkt , im zweiten Fall ist Photoshop nicht gerade das beste Tool. Ich würde dir empfehlen dir für diese Sachen einen vernünftigen Videoeditor zu gönnen - Magix, Hitfilm, Resolve, etc. Hitfilm hat z.B. In der Express Version den entsprechenden Speed Effekt an Bord. Hier ein kleines Tutorial wie durch ein paar Keyframes der Übergang in die Zeitlupe sauber gemacht wird. Das Gehirn braucht ein bisschen um sich besser täuschen zu lassen - gerade das abrupte Wechseln in SloMo kann dazu führen dass der abgehackte Effekt zu deutlich wird.

 

 

Zu deiner anderen Frage. Sehr hohe Frameraten haben eine deutlichen negativen Einfluss auf die Bildqualität. Vom Rauschendurch hohe ISO abgesehen. Meist wird in Variablen Frameraten aufgezeichnet, und Line Skipping verwendet um höhereFPS zu erreichen. Vor allem bei schlechtem Licht wird das schnell deutlich, von Banding etc. wollen wir besser erst garnicht anfangen. Das ist als Effekt nett bei schönem Wetter und viel Licht aber sonst eher zu meiden.

Edited by Lufthummel

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