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Sascha S.

SKF Testbericht: Olympus M.Zuiko Digital ED 12-200 mm 1:3.5-6.3

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Hallo, ich werde euch in der nächsten Zeit in diesem Thema meinen Testbericht zum neuen Olympus M.Zuiko Digital ED 12-200 mm 1:3.5-6.3 präsentieren. Dabei werde ich objektive Messungen und Vergleichsbilder erstellen, aber auch meine persönlichen Eindrücke und Schlussfolgerungen aus der praktischen Nutzung schildern. Letztere sind natürlich subjektiv und nicht allgemeingültig, sie entsprechen meinen Wahrnehmungen und Ansichten. Das Objektiv wurde mir von Olympus zur Verfügung gestellt, und ich werde für den Test des Objektivs vom Systemkamera-Forum bezahlt - meine Meinung ist allerdings nicht käuflich. Vielen Dank an Mike, der mir sein 14-150 mm II für den Vergleich geliehen hat.

Gehäuse und Bedienung

Vorweg, geliefert wurde mir das Testexemplar in der Verkaufsverpackung inklusive dem Objektivdeckel mit Inneneingriff und der Streulichtblende, wir klären aber noch explizit ab, ob dies auch dem Lieferumfang der Serienexemplare entspricht.

12-200-Vergleich_A.jpg

In der dreigeteilten Objektivpalette von Olympus ordnet sich das 12-200 mm Superzoom in den Standardbereich ein, entsprechend ist auch sein Erscheinungsbild, was aber keinesfalls negativ gemeint ist. Die Oberflächen sind aus Kunststoff (das Bajonett allerdings aus Metall), auch die Einstellringe, die mit der bekannten und guten Strukturierung aufwarten und dementsprechend griffig zu bedienen sind. Die Fokussierung ist leichtgängig, der Tubus sitzt ohne Spiel und die Zoomverstellung bietet einen angemessenen, gleichmäßigen Widerstand, allerdings leider nicht über den gesamten Brennweitenbereich. Im Telebereich ab etwa 150 mm ist der Widerstand in jeder Objektivlage spürbar ungleichmäßig, und auch nahe der äußersten Weitwinkelstellung kann man in manchen Lagen leichte Ungleichmäßigkeiten erfühlen. Im normalen Photoalltag ist das kein großes Problem, bei Zoomfahrten während eines Videos hingegen kann dies stören. Positiv ist, dass der Tubus weder von allein aus- noch einfährt (wenn das Objektiv nach unten oder oben gehalten wird), auch wenn ich natürlich nicht weiß, ob dies auch nach etlichen Monaten und Jahren des Einsatzes noch genauso ist. Während des bisherigen Tests habe ich jedenfalls keine Änderung beobachtet. Insgesamt kommt das Anfassgefühl des Superzooms natürlich nicht an jenes eines PRO-Objektivs heran, die Robustheit soll es allerdings, behauptet der Hersteller. Neben dem Dichtring am Bajonett, der die Verbindung zur Kamera schützt, ist das 12-200 mm selbst mittels Dichtungen gegen Staub und Spritzwasser geschützt, im gleichen Maße wie die höherklassigen (und spürbar teureren) Geschwister. Ich selbst kann durchaus bestätigen, dass auch ein plötzlicher und anhaltender Starkregen keine Probleme verursacht hat und auch die Nutzung nicht eingeschränkt war (solange ich mit dem Wind photographiert habe). Der Autofokus funktioniert sehr schnell, und wie das Label MSC schon vermuten lässt fast lautlos. 

12-200-Vergleich_B.jpg

Natürlich muss sich ein Objektiv immer mit der Konkurrenz, besonders aus dem eigenen Hause, vergleichen lassen. Olympus hat schon seit Jahren ein 14-150 mm Superzoom im Programm, inzwischen in der zweiten Version, ebenfalls abgedichtet und im direkten Vergleich doch ein Stück weit (und durchaus auch spürbar) kompakter und leichter. Dafür aber auch mit einem kleineren Brennweitenbereich, was vor allem im Weitwinkel-, aber auch im Telebereich durchaus sichtbar wird. 

Datenvergleich.png

Von Außen betrachtet ist daher das Olympus 12-200 mm Superzoom durchaus eine interessante und passende Ergänzung des Objektivsortiments. Wie gut allerdings die Bildqualität ausfällt, auch im Vergleich zum Olympus 14-150, und wie es sich in der Praxis schlägt, werde ich in den nächsten Beiträgen zeigen.

Ergänzung

Hier ist auch noch der Vergleich der maximalen numerischen Lichtstärke über den gesamten Brennweitenbereich. Es ist leicht zu erkennen, dass es im Weitwinkelbereich keinen und bis in den leichten Telebereich keinen relevanten Unterschied in der Lichtstärke zwischen beiden Objektiven gibt. Erst bei den langen Brennweiten ist der Unterschied deutlicher - wenn man davon aus praktischer Sicht bei einer Drittelblende überhaupt sprechen kann (aber Zahlen haben ja ihre eigene Magie). 

Lichtstärkevergleich.png

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Fernbereich

Für den ersten Vergleich zwischen den drei Superzoom-Objektiven von Olympus habe ich an einem windstillen Tag ein geeignetes Motiv in mittlerer Distanz gesucht, dass plakativ für eine Beurteilung der Objektivleistungen im typischen Fernbereich dienen kann. Es ist kein allumfassender Test, erlaubt aber eine praxisnahe Beurteilung der Abbildungsleistungen. Die Aufnahmen entstanden mit der Olympus E-M1 Mark II von einem stabilen Stativ mit elektronischem Verschluss und Fernauslöser, Autofokussiert mit manueller Schärfekontrolle.

12/14 mm

Zunächst ein Vergleich der beiden Bildausschnitte bei 12 mm (links) und 14 mm Brennweite (rechts), die nicht der Beurteilung Qualität dient, sondern den Unterschied zwischen der Weitwinkelstellung der Objektive zeigt. Daraus ausgewählt wurde ein Bereich aus der Bildmitte (immer links) sowie einer vom Bildrand (immer rechts).

Vergleich_12_preview.jpg  Vergleich_14_preview.jpg

Vergleich_12-14_Zentrum.png  Vergleich_12-14_Bildrand.png

Es ist zu erkennen, dass im Zentrum die beiden älteren Superzooms 14-150 und 14-150 II bei offener Blende, aber auch abgeblendet eine leicht höhere Auflösung zeigen, ein Unterschied, der im direkten Vergleich unmittelbar sichtbar wird, in der praktischen Einzelbetrachtung aber nicht stark ins Gewicht fällt. Anders sieht dies am Bildrand aus, hier ist das neue 12-200 im Vorteil und zeigt bereits bei offener Blende eine bessere Abbildungsleistung, die sich durch Abblenden zudem deutlicher verbessert als bei den beiden älteren Modellen. Auch hier fällt der Unterschied im direkten Vergleich natürlich stärker auf als in der Praxis, allerdings ist er absolut betrachtet größer. Vereinfacht gesagt zeigt das 12-200 in der Weitwinkelstellung ein homogeneres Bild als die beiden Modelle mit 14-150 mm Brennweite.

30 mm

Vergleich_30_preview.jpg

Vergleich_30_Zentrum.png  Vergleich_30_Bildrand.png

Bei einer Brennweite von etwa 30 mm zeigt sich ein gänzlich anderes Ergebnis. Im Bildzentrum liegen alle drei Objektive auf einem sehr ähnlichen Niveau mit leichten, aber in der Praxis quasi irrelevanten Vorteilen für das 12-200. Am Bildrand hingegen ist der Unterschied zwischen den Objektivkonstruktionen hingegen sehr deutlich, zu ungunsten des neuen Modells. Tatsächlich ist der bildqualitative Nachteil so auffällig, dass ich erst an einen Fehler bei der Aufnahme dachte - allerdings zeigte sich die gleiche Unschärfe auch in anderen Bildern mit diesem Objektiv, so dass sie zumindest für mein getestetes Exemplar repräsentativ ist. 

60 mm

Vergleich_60_preview.jpg

Vergleich_60_Zentrum.png  Vergleich_60_Bildrand.png

Etwa 60 mm betrug die Brennweite bei der dritten Vergleichsreihe, und hier ist von der auffälligen Schwäche keine Spur mehr. Im Bildzentrum ist das 12-200 mindestens genauso hoch auflösend wie das 14-150 II, während das 14-150 der ersten Generation auffällig abbaut. Am Bildrand bildet das 14-150 II bei 60 mm besser ab als das neuere 12-200, der Unterschied ist allerdings nicht besonders groß. Interessant sind die Unterschiede im allgemeinen Kontrastverhalten, die hier einen größeren Unterschied suggerieren, und die bis zur maximalen Brennweite bestehen bleiben. Das 14-150 I ist an dieser Stelle abermals das Schwächste. 

100 mm

Vergleich_100_preview.jpg

Vergleich_100_Zentrum.png  Vergleich_100_Bildrand.png

Bei 100 mm Brennweite gibt es im Zentrum wiederum keine nennenswerten Unterschiede zwischen dem 12-200 und dem 14-150 II, nur das 14-150 I zeigt etwas schwächere Leistungen. Dafür ist dieses am Bildrand auffällig gut, während das 14-150 II und vor allem das 12-200 im direkten Vergleich sichtbar schlechter abschneiden, im Falle des 12-200 wieder mit dem auffälligen Kontrastverlust. 

150/200 mm

Die letzte Vergleichsreihe wurde bei 150 mm (links) bzw. 200 mm (rechts) durchgeführt, auch hier zunächst wieder zwei Aufnahmen, die den Unterschied verdeutlichen.

Vergleich_150_preview.jpg  Vergleich_200_preview.jpg

Vergleich_150-200_Zentrum.png  Vergleich_150-200_Bildrand.png

Bei den Bildausschnitten ergibt sich wieder das übliche Bild, 12-200 und 14-150 II sind im Zentrum auf einem sehr ähnlichen Niveau und zeigen nur beim Kontrast leichte unterschiede, während das 14-150 der ersten Generation sichtbar schwächer abbildet. Interessant finde ich den Vergleich am Bildrand, denn hier trügt der schwächere Kontrast den Eindruck, tatsächlich liefert das 12-200 aber eine recht gute Leistung ab und zeigt mehr Details als die beiden 14-150, sowohl bei gleicher wie auch bei der maximalen Brennweite von 200 mm. 

Fazit:

Das 12-200 zeigt einige für ein Superzoom untypische Eigenschaften, in dem es sowohl in der Ultraweitwinkelstellung gut und in der Telestellung befriedigend abbildet, sowohl im Bildzentrum wie auch am Bildrand. Das Zentrum selbst ist zudem nie schlecht, auch bei offener Blende nicht, sondern zeigt im Gegenteil in der Regel gute Auflösungs- und Kontrastwerte. Vom Bildrand kann ich das hingegen nicht behaupten, gerade im mittleren Brennweitenbereich gibt es hier einige auffällige Schwächen, die den Eindruck trüben und ihren Höhepunkt bei einer Brennweite rund um den Normalbereich finden. Scharf kann das Objektiv jeweils aber auch dann noch, abgeblendet auf Blende 8 bis 11 ist es quasi ohne Einschränkungen zu empfehlen, über den gesamten Brennweitenbereich und bis zum Bildrand. 

Hinweis: Alle Testbilder wurden von mir natürlich mit den sonstigen Ergebnissen und Beispielaufnahmen verglichen, um äußere Störfaktoren ausschließen zu können und eine repräsentative Übersicht für das jeweils von mir getestete Exemplar zu bieten.

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Nahbereich 

Bei den technischen Angaben zur maximalen Vergrößerung unterscheiden sich die beiden Objektive Olympus M.Zuiko 12-200 mm und M.Zuiko 14-150 mm II nominell kaum voneinander, bei ersterem wird ein Wert von 0,23x (1:4,3) Vergrößerung genannt, bei letzterem 0,22x (1:4,5). Interessant sind aber die Angaben zur minimalen Aufnahmeentfernung, beim 14-150 II werden 50 cm genannt, beim 12-200 hingegen zwei Werte, 22 cm in der Weitwinkel- und 70 cm in der Telestellung. Grund genug, einmal nachzumessen:

Nahvergleich.png

Angegeben ist jeweils die Naheinstellgrenze ab der Sensorebene in Zentimeter, der daraus resultierende freie Arbeitsabstand in Zentimeter, sowie die Vergrößerung gemessen am unkorrigiertem RAW in der Fokusebene. Alle Werte gelten für die manuelle Fokussierung, der Autofokusbereich ist traditionell etwas enger und zeigt daher geringfügig “schlechtere” Werte. 

Auffällig sind bei den Daten zwei Punkte: zum einen die spürbar größere Naheinstellgrenze des 12-200 bei einer Brennweite von nominell 150 mm trotz gleicher Vergrößerung (die tatsächliche Brennweite reduziert sich also weniger stark im Vergleich zum 14-150 II), so dass sich trotz längerem Objektiv ein angenehmerer Arbeitsabstand erzielen lässt. 

Hinweis: Die angegebene Brennweite bezieht sich immer auf die Fokussierung auf “unendlich”. Je nach Konstruktionsweise kann sich die tatsächliche Brennweite im Nahbereich zum Teil deutlich von der nominellen Brennweite abweichen. 

Zum anderen die besonders deutlichen Unterschiede im Weitwinkelbereich, in dem das ältere Superzoom kaum Gestaltungsmöglichkeiten für Nahaufnahmen bietet, während das neue 12-200 hier ziemlich gute Werte zeigt. So gute, dass in der maximalen Weitwinkelstellung das Objektiv sich an der Naheinstellgrenze fast selbst im Weg ist. 

Da ein Bild aber mehr als 1.000 Worte sagt, hier der Unterschied im Weitwinkel demonstriert:

12-200 bei 12 mm an der Naheinstellgrenze (links), 14-150 II bei 14 mm an der Naheinstellgrenze (rechts)Makro_12_preview.png  Makro_14_preview.png

Wie gut das 12-200 im Nahbereich abbildet habe ich wie beim vorherigen Vergleich an verschiedenen Motiven getestet und wieder eine Serie ausgewählt, die nach meiner Auswertung aller Bilder das Ergebnis am besten widerspiegelt (auch wenn im Bild schwache Kontraste überwiegen).

Makro_12.png

In der Weitwinkelstellung zeigt das 12-200 bereits ordentliche Abbildungsleistungen bei offener Blende, die sich mit zunehmendem Abblenden weiter verbessern. Spätestens bei Blende 8 wird eine gute Abbildungsleistung auch bei schwachen Kontrasten erzielt.

Makro_200.png

In der Telestellung ist diese Qualität leider nicht zu erzielen, bei offener Blende ist die Abbildung kontrast- und detailarm, erst bei Blende 11 wird eine brauchbare Qualität erzielt. 

Fazit:

Im Vergleich zum 14-150 II bietet das 12-200 deutlich mehr Gestaltungsspielraum für Aufnahmen im Nahbereich und erlaubt so beispielsweise mehr Perspektiven oder gar andere Motive. Noch etwas mehr als im Fernbereich steht dabei aber das gesamte Bild im Vordergrund, nicht so sehr die Qualität in der 100%-Ansicht. Abgeblendet erreicht es dann aber über den gesamten Brennweitenbereich ordentliche Leistungen. 

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Farbsäume, Gegenlichtverhalten und Beispielaufnahmen

Mit den heutigen Möglichkeiten der digitalen Bildverarbeitung sind Farbsäume für das Bild selbst inzwischen selten ein Problem, sie können allerdings einen großen Einfluss auf die Auflösung und das Detailverhalten bei hohen Kontrasten haben. Aus diesem Grund habe ich mir vom 12-200 im Vergleich zum 14-150 I und 14-150 II mal unbearbeitete, lineare Konvertierungen aus dem RAW angeschaut. Diese Art der Darstellung ist natürlich nicht repräsentativ für das spätere Bild, es geht hier nur um Rückschlüsse.

Stellvertretend zeige ich drei Ausschnitte, aus der Weitwinkelstellung (12/14 mm), dem zuvor bereits als kritischen empfundenen Bereich der “Portraitbrennweiten” (40 mm), und der maximalen Telestellung (150/200 mm). Für erstere und letztere jeweils nur ein repräsentativer Bildbereich, da hier keine großen Unterschiede auftraten, bei 40 mm getrennt nach Bildmitte und Bildrand, um die Differenz zu verdeutlichen.

CA_12-14.png

In der maximalen Weitwinkelstellung zeigen sich beim neuen 12-200 nur geringe chromatische Aberrationen, die sich relativ leicht und gut entfernen lassen (JPEG aus der Kamera bzw. später in der Nachbearbeitung). Bei 14 mm, also der Vergleichsbrennweite zu den beiden älteren Superzooms, sind sie zwar etwas stärker ausgeprägt, fallen aber immer noch geringer aus als bei beiden 14-150-mm-Objektiven. Insgesamt kein großer Unterschied, und keiner, der für das gesamte Bild irgendwie relevant wäre.

CA_150-200.png

Im Telebereich sieht die Situation bei der Vergleichsbrennweite von 150 mm noch ähnlich aus, auch hier ist der Fehler beim 12-200 erfreulich gering und etwas geringer als bei den beiden 14-150-Versionen, die ihrerseits auch keine besonders starken chromatischen Aberrationen zeigen. Ein anderes Bild zeigt sich allerdings bei 200 mm Brennweite, hier zeigen sich deutlichere Farbsäume, die dann auch Einfluss auf das gesamte Bild nehmen können, entweder direkt sichtbar, oder indirekt in Form einer verringerten Detailauflösung und -schärfe, sofern man sie per Software korrigiert.

CA_40_Zentrum.png  CA_40_Bildecke.png

Während bei kürzeren und längeren Brennweiten vor allem Farbquerfehler sichtbar werden, sieht die Situation bei 40 mm hingegen anders aus. Zwar ist die Bildmitte bei allen drei Modellen noch ordentlich (links), am Bildrand hingegen offenbart das 12-200 sehr starke chromatische Aberrationen in Form eines ausgeprägten Farblängsfehlers (rechts), der sich zwar durch abblenden deutlich reduzieren lässt, bei offeneren Blenden aber größeren Einfluss auf die Kontrastkanten nimmt. Dies dürfte mit ein Grund für die Probleme des Objektivs an den äußeren Bildrändern bei dieser Brennweite sein.

Das Gegenlichtverhalten kann ich bei kürzeren Brennweiten durchaus als gut bewerten, der Einfluss auf die Kontraste ist gering und es gibt keine großflächigen Reflexionen, lediglich die bei solchen Objektivkonstruktionen fast unvermeidlichen, klar definierten Blendenflecke können im schlimmsten Fall stören, in den meisten Fällen verhalten sie sich unauffällig. 
Bei längeren Brennweiten steigt leider der Einfluss des Gegenlichts auf die Kontraste, so dass ich das Verhalten hier “nur” noch als brauchbar einordne. 

Gesamtfazit

Olympus E-M1 Mark II - Olympus M.Zuiko 12-200 mm f/3,5-6,3
Links: 18 mm - f/4,3 - 1/640 Sekunde - ISO 200 // Rechts: 70 mm - f/6,1 - 1/200 Sekunde - ISO 200

Beispielbilder_12-200 (1).jpg  Beispielbilder_12-200 (2).jpg

Ein Superzoom-Objektiv konterkariert gedanklich im ersten Moment den Sinn einer Systemkamera (und wer tatsächlich nur ein solches Objektiv einsetzen möchte, der ist mit den heute wirklich guten Bridgekameras vielleicht besser bedient), tatsächlich aber kann ein Universalzoom für alle Gelegenheiten, das punktuell durch weitere Objektive und gegebenenfalls auch Spezialobjektive ergänzt wird, sehr viel Sinn ergeben. Das Olympus M.Zuiko 12-200 mm sticht in keiner Disziplin besonders heraus, es liefert aber über den gesamten Brennweitenbereich eine gut brauchbare Abbildungsleistung, vor allem wenn es abgeblendet verwendet wird. Die einzige hervorstechende Schwäche liegt um den Normalbereich herum, und selbst dort geht es vor allem um die Ränder. In der Praxis hat sich das als zwar sichtbar, aber weitgehend unkritisch präsentiert. 

Olympus E-M1 Mark II (links) / E-M1X (rechts) - Olympus M.Zuiko 12-200 mm f/3,5-6,3
Links: 200 mm - f/6,3 - 1/200 Sekunde - ISO 200 // Rechts: 200 mm - f/6,3 - 1/250 Sekunde - ISO 500

Beispielbilder_12-200 (3).jpg  Beispielbilder_12-200 (5).jpg

Überhaupt hinterlässt das Objektiv in der Praxis einen guten Eindruck, der Autofokus ist schnell und hat nie Probleme verursacht, die Wetterfestigkeit reduziert die Sorgen selbst bei einem Starkregen (getestet!), und der erweiterte Brennweitenbereich ist besonders durch die geringere Naheinstellgrenze über einen großen Teil eine willkommene Erweiterung der Möglichkeiten. 

Olympus E-M1 Mark II - Olympus M.Zuiko 12-200 mm f/3,5-6,3
Links: 20 mm - f/8 - 1/1.000 Sekunde - ISO 200 // Rechts: 200 mm - f/7,1 - 1/500 Sekunde - ISO 800

Beispielbilder_12-200 (6).jpg  Beispielbilder_12-200 (7).jpg

Lohnt es sich? Wenn man mehr Interesse an dem Festhalten der Erinnerungen als der Qualität auf Pixelebene hat, definitiv (auch wenn diese, wie die Beispiele zeigen, besser ist als man es noch vor Jahren von Superzoomobjektiven erwarten konnte). Für die schwierigen Situationen lohnt sich dann eine sinnvolle Ergänzung, beispielsweise eine lichtstarke Festbrennweite. Genau da liegt dann der Vorteil einer Systemkamera. Wer hingegen das 14-150 II hat, der muss sich natürlich fragen, ob die erweiterten Möglichkeiten Sinn ergeben. Denn Qualitativ ist der Unterschied zwischen den beiden sehr gering, und fällt nicht immer zu Gunsten des 12-200 aus. 12 mm statt 14 mm, 200 mm statt 150 mm, vor allem die Naheinstellgrenze, aber eben auch 455 g statt 285 g - die Entscheidung kann und möchte ich niemandem abnehmen.

Olympus E-M1 Mark II - Olympus M.Zuiko 12-200 mm f/3,5-6,3 - 12 mm - f/4 - 1/2.500 Sekunde - ISO 200

Beispielbilder_12-200 (4).jpg

Wer mit den grundsätzlichen Einschränkungen eines Superzoom-Objektiv leben kann und bisher kein solches Objektiv besitzt, dem würde ich allerdings jederzeit einen Blick auf das neue 12-200 empfehlen. Und vielleicht auch einen zweiten auf die Bilder.

Alle Beispielaufnahmen aus diesem Beitrag können unter diesem Link unbearbeitet und in voller Auflösung heruntergeladen werden.

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