nightstalker Geschrieben 3. März 2016 Share #76 Geschrieben 3. März 2016 Werbung (verschwindet nach Registrierung) Naja, was heisst Gedanken machen? Wurde im Deutschunterricht an der Schule durchgenommen – so viele Gedanken macht man sich als Schüler beim Schulstoff meist nicht, sondern lernt ihn und findet ihn Jahrzehnte später, teilweise, doch recht praktisch. Einiges dem man selbst nicht viel abgewinnen kann, hat bei näherer Betrachtung dann doch irgendwo Sinn und Berechtigung. Und wenn ich mir ansehe über welche "fotografische" Themen man sich hier im Forum oft so Gedanken macht (bin da auch gern dabei), dann lass ich mal dahingestellt was nun unwichtiger wäre ... Hast du dich übrigens schonmal an ostasiatischer Kalligraphie versucht? Dagegen sind die "wichtigen" Gesetzmässigkeiten der paar waagrechten Strichlein der westlichen Schrift gradezu Pillepalle. hmmm ... kann ich mich nicht mehr erinnern, ist wohl zu lange her. Ich meine auch nicht die Erwähnung hier, sondern den dazugehörigen Wikieintrag ... da habe ich nach Eueren Links noch so einiges dazu gefunden und gelesen. Kalligraphie ist was anderes, da wird ja auch hier mehr Wert auf die Form gelegt, als bei einer Maschinenschrift ... vermutlich bin ich aber für sowas einfach zu pragmatisch, ist vermutlich eine Berufskrankheit ...... Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Werbung Geschrieben 3. März 2016 Geschrieben 3. März 2016 Hi nightstalker, Das könnte für dich interessant sein: Dieses Wort ist ein Adjektiv: "jackentaschentauglich" . Da findet jeder was…
flyingrooster Geschrieben 3. März 2016 Share #77 Geschrieben 3. März 2016 (bearbeitet) Ich meine auch nicht die Erwähnung hier, sondern den dazugehörigen Wikieintrag ... da habe ich nach Eueren Links noch so einiges dazu gefunden und gelesen. Ja, und ist nicht genau dies das Schöne dabei? Sich ausgehend von einem zufällig aufgekommenen (Rand-)Thema mit einer kaum vertrauten Sache näher zu beschäftigen, dabei vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen und gänzlich neue, eigenständige "Welten" zu erkunden und unzählige neue Details und Zusammenhänge für einen selbst aufzudecken? Ob und wie nun andere irgendwelche Zeichen setzen oder nicht setzen ist doch eigentlich weniger relevant – die Vielfalt an Sachverhalten und Details finde ich dabei faszinierend. Das Thema der Fotografie bzw. deren technische Prinzipien und Zusammenhänge sind letztlich doch genau dasselbe wie irgendwelche minutiöseste Details der Typographie oder Linguistik. Bis auf davon abhängige Ingenieure/Konstrukteure benötigt "zum Fotografieren" doch kein Mensch (auch kein professioneller Fotograf) auch nur 1% der in Foren durchdiskutierten technischen und physikalischen Detailfragen. Genauso wie es für's Textverständnis (meist) eher nebensächlich ist ob jemand ein oder fünf "Stricharten" verwendet. Und dennoch kann beides reizvoll sein. bearbeitet 3. März 2016 von flyingrooster Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
max65 Geschrieben 3. März 2016 Share #78 Geschrieben 3. März 2016 Dem stimme ich zu 99,9% zu und bin sogar noch dabei, die 0,01% Widerspruch zu suchen. Was ist mit den restlichen 0,09 % ? Basteloz, Softride und leicanik haben darauf reagiert 3 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Suedlicht Geschrieben 3. März 2016 Share #79 Geschrieben 3. März 2016 "Jackentaschentauglich" ist mir tatsächlich noch nie aufgefallen. Mir springen eher die Millionen von Deppenleerzeichen in diesem Forum ins Auge. "JPEG Nachbearbeitung" - da könnte ich kotzen. Und dann das dämliche "RAW", das doch nichts weiter als "roh" heißt. Man kann gute Fachzeitschriften übrigens an ihrem guten Deutsch erkennen. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Softride Geschrieben 3. März 2016 Share #80 Geschrieben 3. März 2016 (...)RAW, JPG, HDR, AWB, AutoISO...(...) JPG, eigentlich JPEG = Joint Photographics Experts Group und HDR = High Dynamic Range und AWB = Automatic White Balance ... ... sind Abkürzungen und deshalb korrekt in Großbuchstaben geschrieben! Meiner Meinung nach wäre es korrekt von den Raw-Dateien oder kurz von den Raws zu sprechen, den Begriff also wie ein eingedeutschtes Hauptwort zu benutzen. AutoISO würde korrekt als zusammengesetztes Hauptwort Auto-ISO, also mit Bindestrich, geschrieben. Auf jeden Fall trägt aber die Aneinanderreihung mit führendem Großbuchstaben zur Verdeutlichung bei und wird deshalb immer mehr akzeptiert. Also statt Donaudampfschiffahrtskapitän dann lieber DonauDampfSchiffahrtsKapitän . Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
max65 Geschrieben 3. März 2016 Share #81 Geschrieben 3. März 2016 (bearbeitet) Ja, das ist doch wunderbar wenn eine kleine Sache zum Anlass genommen wird Zusammenhänge, Verbindungen herzustellen. Es ist eine Freude zu sehen wie ein Thema, auch ein kleines, genau betrachtet und behandelt wird und geistreiche, witzige, überraschende Blüten treibt. Da zeigt jeder so seine Möglichkeiten, so wie floauso der im #3 gleich mal drüberlatscht ..... Sollten Rechtschreibfehler einen eigenen Thread wert sein, wünsche ich viel Spaß bei der Diskussion ....... und dann doch 5,6 oder mehr Beiträge macht. Edit: da war ich etwas langsam, bezog mich auf flyingrooster, 4 Beiträge zuvor. bearbeitet 3. März 2016 von max65 flyingrooster hat darauf reagiert 1 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
floauso Geschrieben 3. März 2016 Share #82 Geschrieben 3. März 2016 Werbung (verschwindet nach Registrierung) Da zeigt jeder so seine Möglichkeiten, so wie floauso der im #3 gleich mal drüberlatscht ..... ....... und dann doch 5,6 oder mehr Beiträge macht. Stimmt. Bei anderen Thread steige ich oft doch ziemlich schnell aus und verfolge sie nicht mehr. Vielleicht liegt es gerade an eine Mangel an anderen (für mich) interessanten Threads, aber irgendwie konnte ich dann doch nicht die Finger davon lassen und habe noch vier weitere unqualifizierte Kommentare geschrieben. Das wäre dann wohl der Fünfte. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
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Softride Geschrieben 3. März 2016 Share #83 Geschrieben 3. März 2016 Es ist in Deutschland wohl leider so, dass jemand, der in Gesellschaft davon erzählt, dass er in Mathe oder Physik immer schlecht war, die Lacher auf seiner Seite hat und jemand, der z.B. nämlich mit h schreibt, als total ungebildet gilt. Weil das so ist, sollte man sich zumindest bemühen, einigermaßen korrekt zu schreiben um den Naturwissenschaftsverächtern keine Argumente zu liefern. Es hat sich gezeigt, dass Juxtexte mit total verdrehten Buchstabenkombinationen trotzdem noch einwandfrei verstanden werden. Insofern fragt man sich schon, ob der Stellenwert der Rechtschreibung nicht überrieben ist. floauso hat darauf reagiert 1 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Rossi2u Geschrieben 3. März 2016 Share #84 Geschrieben 3. März 2016 Es ist in Deutschland wohl leider so, dass jemand, der in Gesellschaft davon erzählt, dass er in Mathe oder Physik immer schlecht war, die Lacher auf seiner Seite hat und jemand, der z.B. nämlich mit h schreibt, als total ungebildet gilt. Weil das so ist, sollte man sich zumindest bemühen, einigermaßen korrekt zu schreiben um den Naturwissenschaftsverächtern keine Argumente zu liefern. Es hat sich gezeigt, dass Juxtexte mit total verdrehten Buchstabenkombinationen trotzdem noch einwandfrei verstanden werden. Insofern fragt man sich schon, ob der Stellenwert der Rechtschreibung nicht überrieben ist. Nein, ist er nicht. Niemals. Korrekt geschriebene Texte sind einfacher zu entziffern und aufzufassen, und daher ist es ein Gebot der Höflichkeit, sich um korrekte Rechtschreibung zu bemühen. Ich bin sicherlich nicht der einzige, der ab einem gewissen Grad von Rechtschreibchaos aussteigt und nicht weiter liest - womit der Schreiber sein Ziel, gelesen zu werden, um Meilen verfehlt hat. Das wäre dann nicht nur ne Note 3 oder 4 wegen Fehlern, sondern glatt 6 wegen Klassenziel verfehlt. Das Argument, dass das Gehirn dazu in der Lage ist, beweist nur, wie gut es ist. Welche Arbeit es dabei leisten muss, ist ein ganz anderer Schnack. Außerdem müssten für eine zuverlässige Erkennung bei jedem Wort die korrekte Satzstellung und Grammatik vorhanden sein, weil erst dann das Gehirn nicht nur die Buchstaben erkennt und neu sortiert, sondern auch aus dem Zusammenhang heraus das nächste Wort vorausahnen kann. Und selbst diese Bedingung scheint für viele unerfüllbar. Suedlicht hat darauf reagiert 1 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
floauso Geschrieben 3. März 2016 Share #85 Geschrieben 3. März 2016 (bearbeitet) Es kommt natürlich vor, dass man einen Beitrag öfter lesen muss weil man ihn aufgrund fehlerhafter Rechtschreibung nicht versteht. Das geht mir allerdings auch bei Büchern unserer bekannten deutschen Dichter und Denker so. Deshalb lese ich auch nur sehr sehr selten mal Literatur von bspw. Goethe. Ich habe ja die Wahl, entweder doppelt oder gar nicht zu lesen :-) Ach, dass ist übrigens mein ich glaube sechster Beitrag, obwohl ich zu Anfang ja "viel Spaß bei der Diskussion" gewünscht habe. Viele der Threads in der Laberecke werden richtig lang. Und es geht nur wenig um die Sache. Es geht oft weniger um die Sache, als darum mit seiner Meinung Recht zu haben. Dazu dann auch immer mal Kommentare, die persönlich werden. Ich möchte mich mit meinem Kommentaren da gar nicht rausnehmen, auch wenn mir der Diskussionsstil eigentlich missfällt. Wenn ich die Diskussionen so angucke, so erscheinen mir Mängel in der Rechtschreibung als unwesentlich. Ich kann gut damit umgehen, wenn einigen die Rechtschreibung nicht wichtig ist, diese nicht richtig beherrschen oder es aber zu aufwendig finden, sich daran zu halten (vielleicht auch, weil sie hier mit Smartphone schreiben). Dazu gehört aber auch, dass ich akzeptiere dass es andere stört und die Wesentlichkeit des Themas anders bewerten. bearbeitet 3. März 2016 von floauso Kleinkram hat darauf reagiert 1 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
systemfan Geschrieben 3. März 2016 Share #86 Geschrieben 3. März 2016 Die natürlichen Sprachen leben - im Gegensatz zu den formalen - von ihrer steten Veränderung. Diese Veränderungen bewirken häufig Vereinfachungen und unterliegen nicht zwingend der Logik, auch im Gegensatz zu den formalen Sprachen . Sie verfügen i.d.R. über mehr oder weniger Redundanzen, die sie gefälliger und "wertvoller" erscheinen lassen, wovon wiederum die Literatur profitiert. Die Beschreibung komplexer Zusammenhänge wird hierdurch mitunter erheblich erschwert, da Mehrdeutigkeiten nicht ausgeschlossen werden können. Vereinfachungen, die sich im Laufe der Zeit als normative Kraft des Faktischen durchsetzen, werden unisono von Linguistikern ( den Vernunftbegabten ) und Literaten ( den Kunstbegabten ) beklagt, teilweise sogar bekämpft. Der Duden entschied sich daher - das Schicksal Don Quichottes fürchtend - für die laufende Aufnahme neuer Wortgebräuche und ihrer Varianten. Die formalen Sprachen (die bekanntesten sind die sog. Computersprachen zur Programmierung derselben ) vermeiden Dank ihrer syntaktischen und semantischen Eindeutigkeiten dererlei Diskussionen, was man begrüßen oder bedauern mag, je nach Unterhaltungswert. floauso, Softride, wasabi65 und 1 weiterer haben darauf reagiert 4 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
macwintux Geschrieben 3. März 2016 Share #87 Geschrieben 3. März 2016 (bearbeitet) Da haben sich Sachen eingeschlichen ... Typische Dinge im Sinne von "es macht Sinn"* oder eben das Großschreiben von Adjektiven etcpp. Letzteres ist erst seit der Rechtschreibreform "legal" - weil es niemand beherrscht hat. Beides ist legal und erscheint auch im Duden. "Sinn machen" wurde im übrigen auch schon von Gotthold Ephraim Lessing 1760 verwendet. Von einschleichen kann also keine Rede sein. *Auch wenn diese Formulierung von Hinz und Kunz genutzt wird: Wer das sagt, spricht KEIN Deutsch, sondern deutscht eine englische Redewendung ein. Darüber hab ich mal mit meiner Schwester heftig diskutiert ... "Aber das sagt doch jeder." "Dadurch wird es aber nicht korrekter." Doch, genau das wird es. ALLE (wirklich absolut alle) Anwendungen von Wörtern haben ursprünglich genau dadurch Eingang in die Sprache gefunden, dass sie eben "von jedem" resp. von vielen benutzt worden sind. In der Vielzahl der Fälle ist dies vor langer Zeit der Fall gewesen. Nie ist aber ein fertiges Deutsch vom Himmel gefallen, welches seither unabänderlich wie ein Fels in der Brandung da stand. Jede Sprache hat sich entwickelt, hat ganze Lautverschiebungen mitgemacht etc. und wurde immer wieder umgebaut und ergänzt. Und genau so etwas geschieht auch jetzt. Sprache wird neu benutzt, bekommt Einflüsse von aussen, (heute aus dem Englischen, früher vom Französischen, noch früher vom Lateinischen etc.) Diese Veränderungen und Einflüsse werden mit der Zeit wie automatisch in die Sprache übernommen, verändern diese. Dadurch werden eben tatsächlich ehemals "falsche" Anwendungen mit der Zeit korrekt. Und zwar im Prinzip sogar bevor der Duden diese in sein Verzeichnis aufnimmt. Der Duden nimmt jeweils bloss den neuen Sprachgebrauch auf. bestimmte Regelungen wie die des "ss" bzw. "ß" sind aber zugleich auch keine Kapriolen oder Unsinn, da es hier um die Darstellung real existierender Phänomene geht (stimmloser bzw. stimmhafter S-Laut), die manchmal ganz entscheidende Bedeutung haben (z.B. ist "reisen" eine Sache, "reißen" eine andere, und den Unterschied kann man bei nichtdialektaler Aussprache auch ganz deutlich hören). Das ist überhaupt kein Grund für die unterschiedliche Schreibweise. Wir hier (ich bin Schweizer) benutzen diese Unterscheidung ja bekanntlich nicht (bei uns gib es grundsätzlich kein "ß", welches ja deshalb auch auf unseren Tastaturen nicht vorkommt). Und trotzdem haben wir keinerlei Schwierigkeiten, die unterschiedliche Bedeutung zu erkennen. bearbeitet 3. März 2016 von macwintux wasabi65 und floauso haben darauf reagiert 2 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
leicanik Geschrieben 3. März 2016 Share #88 Geschrieben 3. März 2016 Es hat sich gezeigt, dass Juxtexte mit total verdrehten Buchstabenkombinationen trotzdem noch einwandfrei verstanden werden. Insofern fragt man sich schon, ob der Stellenwert der Rechtschreibung nicht überrieben ist. Die Frage ist, ob ein Verstehen dieser Texte nicht doch ein grundsätzliches Wissen um die richtige Schreibweise voraussetzt. Würde er wirklich verstanden, wenn man die Wörter und deren Schreibweise nicht vorher kennen würde? Setzt nicht doch gewissermaßen ein innerer Korrekturprozess ein, der den Buchstabensalat in der Vorstellung wieder in die richtige Reihe bringt und dadurch verständlich macht? Ob der Text in seiner Buchstabensalat-Form direkt und ohne innere Transformation verstanden werden könnte, darf stark bezweifelt werden. Insofern ist das meiner Ansicht nach zwar ein interessantes, erstaunliches und auch wirklich witziges Experiment, taugt aber meiner Ansicht nach nicht als Argument dafür, dass eine verbindliche, allgemeine Übereinkunft über die Schreibweise von gesprochenem Wort überflüssig ist. Softride hat darauf reagiert 1 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
cosmovisione Geschrieben 3. März 2016 Autor Share #89 Geschrieben 3. März 2016 --- Zitatanfang --- cosmovisione schrieb am 02 März 2016 - 16:53: bestimmte Regelungen wie die des "ss" bzw. "ß" sind aber zugleich auch keine Kapriolen oder Unsinn, da es hier um die Darstellung real existierender Phänomene geht (stimmloser bzw. stimmhafter S-Laut), die manchmal ganz entscheidende Bedeutung haben (z.B. ist "reisen" eine Sache, "reißen" eine andere, und den Unterschied kann man bei nichtdialektaler Aussprache auch ganz deutlich hören). Das ist überhaupt kein Grund für die unterschiedliche Schreibweise. Wir hier (ich bin Schweizer) benutzen diese Unterscheidung ja bekanntlich nicht (bei uns gib es grundsätzlich kein "ß", welches ja deshalb auch auf unseren Tastaturen nicht vorkommt). Und trotzdem haben wir keinerlei Schwierigkeiten, die unterschiedliche Bedeutung zu erkennen. --- Zitatende --- Gerade habe ich mal wieder kurz in den Thread geschaut, der ja mittlerweile ziemlich lang geworden ist. Da ich gerade nur ein paar Minuten Zeit habe, gehe ich mal nur kurz auf diesen weiter oben zitierten Beitrag ein. Sehr wohl ist das von mir Vorgebrachte der Grund für die unterschiedliche Schreibweise. Und auch in der Schweizer Variante der deutschen Rechtschreibung wird der stimmlose S-Laut ("scharf") nach langen Silben orthografisch unterschieden vom stimmhaften S-Laut ("weich") nach langen Silben, nämlich so: In Deutschland: "reisen / reißen" In der Schweiz: "reisen / reissen" An die Stelle des deutschen "ß" tritt also in der Schweiz die Schreibung "ss". Sehr wohl wird aber mit "s / ss" Stimmhaftigkeit von Stimmlosigkeit unterschieden. Was stimmt, ist, dass es durch die Schweizer Schreibung Fälle gibt, in denen von der Schreibung nicht auf die Silbenlänge geschlossen werden kann: Schweiz: "Masse / Masse" Deutschland: "Maße / Masse" Bei Schweizer Schreibung kann man nicht sehen, um welches Wort es sich handelt. Da der muttersprachliche Leser seine Sprache ja spricht, ist das zunächst mal kein Problem, d.h. der Leser liest richtig, da er den Text versteht und seine Sprache ja spricht. Bei einer Rechtschreibung mit sehr vielen solchen Uneindeutigkeiten sieht das aber wieder anders aus. So..., ich muss mal gehen. Ich habe jetzt hier im Thread viel Interessantes aber auch nicht wenig Chaotisches gelesen, was erfahrungsgemäß unvermeidbar ist, wenn es um das Thema Sprache geht. Apropos: In vielen Posts geht es um Sprache und Sprachentwicklung. In meinem Ausgangspost aber nicht. Da geht es um Rechtschreibung. Rechtschreibung ist nicht Sprache, sondern ein von Menschen ausgedachtes, optisches Kodierungssystem, um Sprache auf irgendeiner Oberfläche festzuhalten und so jemandem zu übermitteln bzw. um sie für den späteren Abruf aufzubewahren. Es ist ein Werkzeug FÜR die Sprache. Jemand, der z.B. die Rechtschreibung ruiniert, ruiniert dabei nicht die Sprache, sondern halt nur die Rechtschreibung. Die Sprache selbst kann man nicht so leicht "kaputtkriegen", und wie von mehreren schon angemerkt verändert sie sich laufend, was u.a. ja auch zum Entstehen neuer Sprachen führt. Nur bezog ich mich in meinem Ausgangspost halt nur ganz speziell zum Thema "kurios krasse Rechtschreibfehler". Dass man von da aus auf weitere - natürlich durchaus damit verwandte - Themen kommt, ist natürlich verständlich. Ich wollte nur mal drauf hinweisen, dass ich nicht etwa eine "allgemeine Diskussion" starten wollte. Noch eine Anmerkung zur Wissenschaft "Linguistik". Jemand, der borniert jemandem vorzuschreiben versucht, was er sagen "muss" bzw. was z.B. aus "logischen Gründen" korrekt ist oder nicht, ist kein Linguist, sondern ein Depp. Wenn sich jemand in so einer Art äußert, ist es extrem unwahrscheinlich, dass er Linguistik studiert hat. Das gegenteilige Klischee könnte eher darauf hindeuten - d.h. eher wenn jemand mitteilt: "lass die Sprache mal einfach in Ruhe und mach dir keine Sorgen, die regelt sich von selbst". Bis vor ca. 150 Jahren war es viele Jahrhunderte lang auch in der Wissenschaft "normal", sprachliche Dinge "vorzuschreiben", d.h. vorzuschreiben, was richtig und falsch ist, was gut und schlecht usw. usw. Dann endlich hat es geklingelt und man bemerkte, dass das System Sprache, der Sprachgebrauch und die Sprachentwicklung auch von ganz allein funktioniert, Gesetzmäßigkeiten aufweist, sich verändert und sich entwickelt. Und so fing man an, die Sprache wie einen echten Forschungsgegenstand zu betrachten, zu untersuchen und zu beschreiben. Diese wichtige Änderung in der Herangehensweise wird mit den Begriffen "präskriptive Linguistik" und "deskriptive Linguistik" unterschieden (präskriptiv / vorschreibend --- deskriptiv / beschreibend). Wenn jemand sagt, man soll oder man "muss" X sagen, obwohl 99,9999% der Sprachgemeinschaft Y sagt, dann ist das so ähnlich, als würde man darauf bestehen, dass ein Apfel beim Loslassen nicht nach unten auf den Boden fällt, sondern nach oben ins Weltall braust. Weiterhin sind die Begründungen, warum etwas auf eine ganz bestimmte Art und Weise gesagt werden soll, warum irgendetwas besser sein soll als etwas anderes etc. etc. extrem oft vollkommen chaotisch oder unfundiert bzw. gehen auf Annahmen zurück, die nicht zutreffen (z.B. "in einer Sprache ist immer alles logisch"). Und jetzt wirklich mein letzter Abschnitt... Wenn wir jetzt von Rechtschreibung reden, dann reden wir dagegen nicht über dieses besondere Phänomen "menschliche Sprache", sondern über ein ausgedachtes Zeichensystem. Die Rechtschreibregeln sind tatsächlich "Regeln", denn sie wurden von Menschen ersonnen. Man kann jetzt Lust haben, sich an die kreierten Regeln zu halten oder auch nicht. Auf jeden Fall setzt man seinem Leser ja seinen Text vor die Nase, und wenn er deutlich anders aussieht, als es der Leser gewohnt ist, dann wird man ihm Mühe bereiten. Wenn man sich wiederum gern an die Regeln hält, damit es für alle bequemer ist, dabei aber viele Fehler begangen werden, dann hat man entweder selbst ein spezielles Problem (z.B. Lese-Rechtschreib-Schwäche), oder die Rechtschreibung (also das Regelwerk) ist nicht gut genug. (Auch) meiner Meinung nach ist auch die deutsche Rechtschreibung nicht gut genug (wie auch die Rechtschreibung anderer Sprachen), denn sonst würden z.B. im Bereich Großschreibung von Substantiven nicht so viele Fehler begangen (Beispiele: "etwas Besonderes / etwas besonderes - morgen Mittag / morgen mittag - abends / Abends - ist der kleine schon da? / ist der Kleine schon da? - ich will alles / ich will Alles - etwas anderes / etwas Anderes - etwas wichtiges / etwas Wichtiges, ... ...). Bei meinem Ausgangspost erwähnte ich mit "Jackentaschentauglich" einen Fall, der meiner Meinung nach im Gegensatz zu den gerade in Klammern aufgeführten Fällen besonders leicht beherrschbar ist. Schöne Grüße an alle... ... und an die Schweizer Grüsse mit langem "ü"... Softride, hella und leicanik haben darauf reagiert 3 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Softride Geschrieben 3. März 2016 Share #90 Geschrieben 3. März 2016 (bearbeitet) Die Frage ist, ob ein Verstehen dieser Texte nicht doch ein grundsätzliches Wissen um die richtige Schreibweise voraussetzt. (...) Da bin ich vollkommen bei Dir! Es ist vollkommen klar, dass man sich nach bestem Wissen und Gewissen an die Regeln halten sollte. Mein letzter Satz bezog sich auf den eingangs erwähnten Zustand, dass die sprachliche Bildung bei uns extrem hoch bewertet wird. Wie in den Groß- und Kleinschreibungsbeispielen von cosmovisione gezeigt, gelingt es kaum jemanden, darin sattelfest zu sein. Die Rechtschreibregeln sollten m.M.n. so einfach sein, dass sie von einem möglichst großen Teil der Gesamtbevölkerung beherrscht werden können, auch ohne sog. weiterführende Schulbildung. Sonst dient Sprache eher zum Ausgrenzen als zum Verbinden der Menschen. Beispiel gefällig? Mir springen eher die Millionen von Deppenleerzeichen in diesem Forum ins Auge. "JPEG Nachbearbeitung" - da könnte ich kotzen. Und dann das dämliche "RAW" Ich würde es begrüßen, wenn hier wertfrei erklärt wird, wie man es richtig macht aber dass bei falschen Gebrauch auch nicht gleich der Untergang des Abendlandes beschworen wird. bearbeitet 3. März 2016 von Softride leicanik hat darauf reagiert 1 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Rossi2u Geschrieben 3. März 2016 Share #91 Geschrieben 3. März 2016 Schweiz: "Masse / Masse" Deutschland: "Maße / Masse" Bei Schweizer Schreibung kann man nicht sehen, um welches Wort es sich handelt. Da der muttersprachliche Leser seine Sprache ja spricht, ist das zunächst mal kein Problem, d.h. der Leser liest richtig, da er den Text versteht und seine Sprache ja spricht. Bei einer Rechtschreibung mit sehr vielen solchen Uneindeutigkeiten sieht das aber wieder anders aus. ... Frau XYZ hat erstaunliche Masse ... Und jetzt kommst Du als Autor und erklärst Frau XYZ, was Du damit wohl gemeint hast - wenn Du dann noch lebst ... Softride, leicanik und wasabi65 haben darauf reagiert 3 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
nightstalker Geschrieben 3. März 2016 Share #92 Geschrieben 3. März 2016 (bearbeitet) Ich bin schon gespannt auf die nächste Rechschreibreform, in der die Grossschreibung von Adjektiven für richtig erklärt wird ... denkt noch einer daran, dass drei Konsonanten hintereinander mal nur zulässig waren, wenn ein Konsonant folgte.... plötzlich war alles anders und was falsch war, wurde richtig. Wenn unsere Rechtschreibung aber inzwischen so wankelmütig (1) ist (was wir meiner Ansicht nach halbherzigen und gleichzeitig übermütigen Sprachwissenschaftlern verdanken), dass so mancher Verlag und so manche Zeitung sich eine Hausrechtschreibung (2) zurechtgelegt haben, ist das dann wirklich noch so, dass man sich darüber aufregen kann, wenn einer sich nicht daran hält? Womöglich hat er einfach für sich entschieden, dass grossgeschriebene Adjektive für ihn sinnvoll sind ... sozusagen als kleinste, mögliche Keimzelle einer "Hausrechtschreibung"... nämlich als Einzelner. Vielleicht erleben wir die Revolution von unten .. indem sich immer mehr Leute dieser Variante anschliessen, wird sie vielleicht bald die demokratisch gewählte richtige Schreibwariante sein. ... OK, ist übertrieben, aber mit welchem Recht sprechen wir diesen Leuten ab, sich eine eigene Variante auszudenken? (1) https://de.wikipedia.org/wiki/Reform_der_deutschen_Rechtschreibung_von_1996 (2) https://de.wikipedia.org/wiki/Hausorthographie bearbeitet 3. März 2016 von nightstalker Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
flyingrooster Geschrieben 3. März 2016 Share #93 Geschrieben 3. März 2016 Wenn unsere Rechtschreibung aber inzwischen so wankelmütig (1) ist (was wir meiner Ansicht nach halbherzigen und gleichzeitig übermütigen Sprachwissenschaftlern verdanken), dass so mancher Verlag und so manche Zeitung sich eine Hausrechtschreibung (2) zurechtgelegt haben, ist das dann wirklich noch so, dass man sich darüber aufregen kann, wenn einer sich nicht daran hält? Nein. Aber diese Hausrechtschreibungen haben sich ja in erster Linie aufgrund einer in vielen Fällen nicht eindeutigen, offiziellen Schreibweise – welche aus einer halbherzigen Rechtschreibreform resultierte – entwickelt. Eben diese Einheitlichkeit wollte man in den betreffenden Medien mittels "eigener Regeln" wahren. ... OK, ist übertrieben, aber mit welchem Recht sprechen wir diesen Leuten ab, sich eine eigene Variante auszudenken? Mit dem Recht der Vernunft. Übertrieben ausgedrückt. Wenn nun jede Privatperson beginnt sich eigene Rechtschreibregeln zuzulegen (erwähnte Hausrechtschreibungen haben nur aus bestehenden Varianten gewählt und nicht Neues generiert), dann geht die Einheitlichkeit wiederum flöten und damit irgendwann auch die Verständlichkeit. Dies spricht ja nicht gegen Wandlungen und Anpassungen in der Sprache/Schrift, aber dennoch für eine verbindliche Grundform (durchaus zeitlich begrenzt) für alle. Wenn du in bayrischer Mundart oder jemand anders im Binärcode ein offizielles, für die Allgemeinheit verständliches, Dokument generierst, wird's vermutlich bei allerlei Rezipienten erhebliche Verständnisprobleme geben. Eben dafür ergibt eine geltende Grundform und die Beherrschung selbiger, hier damit Hochdeutsch, dann durchaus Sinn. Was wiederum jeder im Privatbereich anwendet, ist eine andere Sache. 0d3r m31n57 du n1ch7? leicanik und Softride haben darauf reagiert 2 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
max65 Geschrieben 3. März 2016 Share #94 Geschrieben 3. März 2016 @ cosmovisione Dem stimme ich zu 99,9% zu und bin sogar noch dabei, die 0,01% Widerspruch zu suchen. Ich frage mich allerdings, ob die auffällig hohe Menge an Rechtschreibfehlern des ziemlich krassen Typs "Verbesserungswürdig" wirklich auf Menschen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche zurückgehen kann. Ich lese sehr viele Rezensionen, Forenbeiträge u.ä. und denke eher, dass es doch nicht SO viele Leute mit echter LRS geben kann. Ich vermute bei sowas wie "Verbesserungswürdig" oft eher eine Art Konzentrationsmangel gepaart mit Interessenlosigkeit. weil mein Nachfragen untergegangen ist und die Sache mit den Kommastellen ein besonders leicht beherrschbarer Fall ist, möchte ich doch nochmal nachfragen: Was ist mit den fehlenden 0,09 %? Kann es sein, daß du es außerhalb deines Fachgebietes nicht so genau nimmst? Ich möchte dir ja nicht eine Art Konzentrationsmangel gepaart mit Interessenlosigkeit unterstellen. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
wasabi65 Geschrieben 3. März 2016 Share #95 Geschrieben 3. März 2016 Ich wünsche allen Deutschsprachigen eine eigene Academie Francaise! Sorry, am iPad fehlt mir die cedille... Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
wasabi65 Geschrieben 3. März 2016 Share #96 Geschrieben 3. März 2016 ...übrigens, wenn wir hier das Forumieren als Hobby betreiben, wieso ist die Farbe orange und nicht apfelsinig? Hat wieder nichts mit Orthographie zu tun (bei uns ist jetzt vielleicht auch Ortografie erlaubt, aber ich bin von Vorgestern...). Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Kleinkram Geschrieben 3. März 2016 Share #97 Geschrieben 3. März 2016 Wenn unsere Rechtschreibung aber inzwischen so wankelmütig (1) ist (was wir meiner Ansicht nach halbherzigen und gleichzeitig übermütigen Sprachwissenschaftlern verdanken), dass so mancher Verlag und so manche Zeitung sich eine Hausrechtschreibung (2) zurechtgelegt haben, ist das dann wirklich noch so, dass man sich darüber aufregen kann, wenn einer sich nicht daran hält? Ich glaube, Du verwechselst Henne und Ei. Die Sprachwissenschaftler waren sich weitgehend einig. Die Presse, die dem Arbeitnehmer immer predigt, er muss flexibel sein, war überhaupt nicht flexibel, wollte sich nicht umstellen, zeigte ihre Macht und stellte sich quer. Die Abwehrschlacht der Medien gegen eine ungeliebte, aber im Grunde sinnvolle Reform hat Verbesserungen verwässert und zu dem heutigen Durcheinander geführt. Böse von mir: Hausrechtschreibung ist die Frucht einer undemokratischen Attacke der Zeitungen, die nicht zugeben können, dass sie am Schlamassel die Hauptschuld tragen. Die Rechtschreibreform hat meinem naiven Verständnis einer demokratischen Presse einen schweren Schaden zugefügt. (Jetzt komme ich mir vor wie Thomas ) Softride und cosmovisione haben darauf reagiert 2 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
cosmovisione Geschrieben 3. März 2016 Autor Share #98 Geschrieben 3. März 2016 (bearbeitet) @ cosmovisione weil mein Nachfragen untergegangen ist und die Sache mit den Kommastellen ein besonders leicht beherrschbarer Fall ist, möchte ich doch nochmal nachfragen: Was ist mit den fehlenden 0,09 %? Kann es sein, daß du es außerhalb deines Fachgebietes nicht so genau nimmst? Ich möchte dir ja nicht eine Art Konzentrationsmangel gepaart mit Interessenlosigkeit unterstellen. Also, hier bin ich... Hier noch mal das komplette Zitat: floauso schrieb am 02 März 2016 - 14:44: Solange der Sinn aus einer Aussage hervorgeht ist es mir ziemlich egal, ob das Deutsch korrekt ist. Man sollte einfach darüber nachdenken, dass jeder 25ste Schüler Legastheniker ist. Sprich, in jeder Schulklasse gibt es zumindest einen Schüler der mit Rechtschreibung Probleme hat, ohne etwas dafür zu können. Es wird über mehrere Ursachen diskutiert. Dennoch geht man davon aus, dass ein Großteil der Lese-/Rechtschreibschwächen einen genetischen oder neurologischen Ursprung haben. Das würde wiederum bedeuten, dass sich diese Leute hier nicht am Forum beteiligen können ohne dauernd kritisiert zu werden. Davon abgesehen glaube ich nicht, dass die Leute hier bewusst etwas falsch schreiben. Mal schreibt man zu schnell, mal mit dem Smartphone und einige haben die Grammatik aus verschiedensten Gründen auch nicht perfekt drauf. Da ist mir der Inhalt eines Postings doch bedeutend wichtiger als die Rechtschreibung. Darauf meine Antwort: "Dem stimme ich zu 99,9% zu und bin sogar noch dabei, die 0,01% Widerspruch zu suchen. Ich frage mich allerdings, ob die auffällig hohe Menge an Rechtschreibfehlern des ziemlich krassen Typs "Verbesserungswürdig" wirklich auf Menschen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche zurückgehen kann. Ich lese sehr viele Rezensionen, Forenbeiträge u.ä. und denke eher, dass es doch nicht SO viele Leute mit echter LRS geben kann. Ich vermute bei sowas wie "Verbesserungswürdig" oft eher eine Art Konzentrationsmangel gepaart mit Interessenlosigkeit." Die 0,01% Widerspruch habe ich mittlerweile gefunden... "Solange der Sinn aus einer Aussage hervorgeht ist es mir ziemlich egal, ob das Deutsch korrekt ist." Ich sprach nicht von Deutsch, sondern von Rechtschreibung, so dass ich die gerade zitierte Aussage erst mal differenziere: A "Solange der Sinn aus einer Aussage hervorgeht ist es mir ziemlich egal, ob das Deutsch korrekt ist." B Solange der Sinn aus einer Aussage hervorgeht, ist es mir ziemlich egal, ob die Rechtschreibung korrekt ist. Zum Fall "A" würde z.B. falsche Syntax oder allgemeiner falsche Grammatik gehören, zum Fall "B" Rechtschreibfehler. Also, mir ist es (sowohl im Sinne "A" als auch im Sinne "B") nicht egal, wenn ich zum Verstehen der Aussage einen Satz fünf Mal* lesen muss, weil er syntaktisch verworren ist oder wegen vieler heftiger Rechtschreibfehler orthografisch so ungewöhnlich ist, dass ich beim Lesen ständig durcheinanderkomme. Ich sehe am laufenden Band Rechtschreibfehler, aber auch ich bekomme ja nicht gleich bei allen Fehlern "Krämpfe". Vor allem nicht, wenn es Fehler sind, die eher auf eine übertrieben komplexe Rechtschreibregelung zurückzuführen sind (1) oder bestimmten, als "natürlich" empfundenen orthografischen Gewohnheiten entgegenstehen (2) (zu 1: "das oben Gesagte", "so viel --- soviel", zu 2) "ich bin gerade am Arbeiten"). Ich finde es also zumindest "nett" seitens des Schreibers und auch angenehm, wenn ein Text mühelos zu lesen ist. Wenn ich dann nach meinem Empfinden sehr grobe Fehler der Art "Jackentaschentauglich" oder "Verkehrs Kontrolle" sehe, dann bin ich allerdings schon platt und denke "das gibt's ja wohl nicht". Ein Freund von mir ist Gymnasiallehrer im Fach Deutsch, und ab und zu mail ich ihm besonders extreme oder lustige Fehler, denen ich so begegne (z.B. die Beschriftung einer Packung Rohrohrzucker in genau folgender Art: "Rohrohr Zucker". Er findet das dann gar nicht so lustig wie ich, da er, wie er sagt, täglich damit konfrontiert ist. Wenn ich also den Eindruck habe, störende Fehler, die ich lesen (")muss("), sind so krass, dass sie doch mit nur ganz geringer Mühe vermeidbar wären, dann stört es mich schon etwas - zumindest aber staune ich dann nicht schlecht. Ich räume jetzt allerdings ein, dass man bei ca. 2 bis 4 Prozent Legastheniehäufigkeit mal prüfen müsste, wie viele Texte orthografisch unauffällig und wie viele auffällig falsch sind. Fehler fallen ja nun mal stärker auf als richtig geschriebene Wörter und Sätze, so dass der spontane Eindruck falsch sein könnte. Wenn man dabei feststellen sollte, dass die Häufigkeit auffällig falscher Texte der Legastheniehäufigkeit entspricht, dann sähe die Sache wieder anders aus. Denn wenn jemand einfach nicht besser schreiben KANN, obwohl er es gerne wollte, dann begeht er mit seinen Fehlern ja nichts Verwerfliches. Das wäre dann eher ein weiterer Grund, die Rechtschreibung weiter zu verbessern. Eine gute Rechtschreibung ist nicht eine, zu deren Beherrschung man mindestens einen Universitätsabschluss braucht. - - - - - - - * (damit ich mir einen Post spare: "fünf Mal" ist richtig) bearbeitet 3. März 2016 von cosmovisione floauso und Softride haben darauf reagiert 2 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
chickadee Geschrieben 3. März 2016 Share #99 Geschrieben 3. März 2016 Das ist mir Jacke ob meine Taschentaugliche Kamera in einer großgeschriebenen oder kleingeschriebenen Jacke passt. Wieso stehen solche Themen eigentlich nicht im offtopic? Schon mal drann gedacht das net jeder Deutsch ist, als Italiener ist es für mich schon eine Herausforderung ein Wort ohne Vokal am Ende zu schreiben Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Jackentaschentauglich, Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
cosmovisione Geschrieben 3. März 2016 Autor Share #100 Geschrieben 3. März 2016 (bearbeitet) Das ist mir Jacke ob meine Taschentaugliche Kamera in einer großgeschriebenen oder kleingeschriebenen Jacke passt. Wieso stehen solche Themen eigentlich nicht im offtopic? Schon mal drann gedacht das net jeder Deutsch ist, als Italiener ist es für mich schon eine Herausforderung ein Wort ohne Vokal am Ende zu schreiben "Schon mal drann gedacht das net jeder Deutsch ist," Neanch'io. bearbeitet 3. März 2016 von cosmovisione Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
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