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Hallo,

mir fällt auf, dass hier im Forum, wie anderswo, Aufnahmen mit kräftigen Farben offenbar den Geschmack des Publikums treffen.

 

Diese werden durch entsprechende "Zugabe" bei Luminanz und Sättigung, z.T. ergänzt um Verschiebung der Farbtemperatur Richtung gelb/rot, erreicht. Ein Verfremdungseffekt, welcher die Aufnahme vom Eindruck des Motivs in natura ein Stück entfernt. Dies erfolgt im Preset der Kamera oder im Postprozess.

 

Der Trend kommt aus der Werbung und Serien wie CSI. Durch diese "Prägung" der Wahrnehmung habe ich sowohl bei mir als auch bei nicht fotgrafierenden Freunde eine gewisse Enttäuschung in Angesicht realer Motive festgestellt, bei denen logischerweise keine entsprechende Verfremdung gegeben ist.

 

Was denkt Ihr, haben wir es mit einer Mode zu tun oder mit einer dauerhaften Veränderung der Sehgewohnheiten?

 

LG

Fotogen

bearbeitet von matadoerle
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Das ist mir (auch an mir selbst) auch schon aufgefallen. Ich glaube es handelt sich sowohl um eine vorübergehende Mode als auch um eine längerfristige Erweiterung des künstlerischen Spielraums, der allerdings sehr stark ins kitschige abzudriften droht.

 

Grundsätzlich finde ich aber die Spielerei an Farb- und Kontrastreglern nicht verboten, sondern sie bringt mir selbst auch unheimlich viel Spaß. Dass ich meine eigenen Bilder dann irgendwann selbst nicht mehr sehen mag gehört für mich aber auch dazu.

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ich glaube, daß der Gebrauch davon abhängt, was man betonen und darstellen will; durch die erhöhte Sättigung werden Farben strahlender und reiner, was natürlich schon in den Bereich Postkartenkitsch abdriften kann. Farbliche Kontraste werden betont, schöneres/angenehmeres Wetter suggeriert ..

 

.. bei manchen Bildern gehe ich allerdings auch mit der Sättigung zurück; damit versuche ich feine Strukturen zu betonen und gebe dem Bild mehr dreidimensionale Tiefe (bilde ich mir ein). Das wirkt in der Regel gleichzeitig beruhigend.

 

Für vollkommen normal und an unsere Wahrnehmung angepaßt halte ich den leicht erhöhten Kontrast, den man sehr häufig findet. Das macht unsere Wahrnehmung in der Realität praktisch immer, sie betont Kanten um Zusammenhänge besser und schneller nachzuvollziehen.

Das hat in meinen Augen nichts mit Mode zu tun, sondern eher mit dem eingeschränkten Tonwertumfang unserer Medien (ob Bildschirm oder Papier).

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...Aufnahmen mit kräftigen Farben offenbar den Geschmack des Publikums treffen

....

mit einer dauerhaften Veränderung der Sehgewohnheiten?

 

Das ist etwa der gleiche Vorgang wie bei den allgegenwärtigen Geschmacksverstärkern in der Ernährung. Man gewöhnt sich an die Übertreibung und nach einer Weile hat man vergessen, wie das Nahrungsmittel in Natura schmeckt :(.

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Gezielte Veränderung von Kontrast und Sättigung (und auch Gamma) gehören zur Ausdrucks-Palette. Ein Beispiel eines Bildes von mir mit wenig; und eines mit viel Kontrast und Sättigung.

 

Viel bedenklicher finde ich die oft anzutreffende Erhöhung des Mitten-Kontrastes, die dann wirklich zu Bonbon-Farben führt. Um das zu vermeiden, würde ich mir wünschen Chroma- und Luminanz-Kontrast getrennt einstellen zu können.

 

Kolja

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Naja, soooo ganz neu ist das nun auch wieder nicht:

 

Zu Analogzeiten gab es ja noch keine Foren. Wenn es die aber gegeben hätte, dann wäre ein Krieg zwischen Fuji-Color-Nutzer und Kodak Chrome-Nutzer entbrannt.

 

Der Kodak Chrome stellte die Aufnahmen immer farbgetreu dar. Allerdings war das nicht immer aufregend. Die Fuji-Diafilme neigten immer zu einer Betonung der Rottöne. Dadurch wirkten die Aufnahmen freundlicher und wärmer. M.E. waren die Aufnahmen nicht ganz so farbgetreu, wie beim Kodak, aber eben gefälliger.

 

Zu Umkehrfilmzeiten konnten wir nichts an der Aufnahme ändern. Das hat sich jetzt mit der elektronischen Bildbearbeitung grundlegend geändert. Und da gilt: Jeder so, wie er oder sie es mag.

 

Gruß

Thomas

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ich glaube, daß der Gebrauch davon abhängt, was man betonen und darstellen will; durch die erhöhte Sättigung werden Farben strahlender und reiner, was natürlich schon in den Bereich Postkartenkitsch abdriften kann. Farbliche Kontraste werden betont, schöneres/angenehmeres Wetter suggeriert ..

 

Als bewusster Prozess bin ich da Deiner Meinung, ich empfinde den Trend jedoch eher als schleichende Verschiebung dessen, was als "richtig" belichtet empfunden wird...

 

.. bei manchen Bildern gehe ich allerdings auch mit der Sättigung zurück; damit versuche ich feine Strukturen zu betonen und gebe dem Bild mehr dreidimensionale Tiefe (bilde ich mir ein). Das wirkt in der Regel gleichzeitig beruhigend.

 

Diesen Weg wähle ich häufig, da nach meinem Empfinden die Farbe in den Hintergrund gehört, wenn sie nicht gezielt als Gestaltungsmittel gewählt wurde...

 

Für vollkommen normal und an unsere Wahrnehmung angepaßt halte ich den leicht erhöhten Kontrast, den man sehr häufig findet. Das macht unsere Wahrnehmung in der Realität praktisch immer, sie betont Kanten um Zusammenhänge besser und schneller nachzuvollziehen.

Das hat in meinen Augen nichts mit Mode zu tun, sondern eher mit dem eingeschränkten Tonwertumfang unserer Medien (ob Bildschirm oder Papier).

 

Zu diesem Thema habe ich Mal einen Beitrag in Wikepedia über das Zonensystem verfasst:

 

Zonensystem

Der Beitrag ist von der Wiki-Gemeinde mittlerweile mit eher technischem Touch ausgebaut worden.

 

LG

fotogen

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Neben den von Haus aus etwas bunteren Standardeinstellungen mancher Systemkameras und persönlichen Vorlieben, die sich im Lauf der Zeit gelegentlich sowie abhängig von der aktuellen Stimmung auch mal verändern, spielt da sicher auch der aktuelle Bunt-Trend mit, der langsam aber sicher die entsättigten und vanillegetonten Bilder in den Medien ersetzt. Den meisten von uns ist gar nicht bewusst, dass wir uns durch die Art der Bildgestaltung, die uns tagaus tagein auf Werbeplakaten, in Zeitschriften, Werbespots, TV- und Kinofilmen vorgesetzt wird, durchaus auch beeinflussen lassen.

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Hallo,

mir fällt auf, dass hier im Forum, wie anderswo, Aufnahmen mit kräftigen Farben offenbar den Geschmack des Publikums treffen.

Das ist nicht neu, sondern war schon immer so und ist biologisch begründet.

Trotzdem scheint es immer noch genug Leute zu geben die sogar reines S/W machen :D

 

Der Trend kommt aus der Werbung und Serien wie CSI.

Gibt es tatsächlich jemand der sich freiwillig so einen Müll wie Werbung oder CSI anschauen würde?

Durch diese "Prägung" der Wahrnehmung habe ich sowohl bei mir als auch bei nicht fotgrafierenden Freunde eine gewisse Enttäuschung in Angesicht realer Motive festgestellt, bei denen logischerweise keine entsprechende Verfremdung gegeben ist.

Kann passieren wenn man es ständig übertreibt. Dagegen hilft sicher ein etwas sparsamerer Einsatz von Farben.

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Hallo

 

Ich sehe sehr wenig fern, schon allein wegen der dauernden nervigen Werbung - so wenig, dass unser alter Röhrenfernseher noch lange nicht ausgedient hat. CSI sagt mir überhaupt nichts, keine Ahnung, was ich mir darunter vorstellen soll. Vom Fernsehen bin ich also wenig beeinflusst.

 

Früher wurden die Farben von den Labors mehr oder weniger genau eingestellt, der Endverbraucher konnte nichts mehr ändern, musste nehmen, was er bekam. Heute kann jeder nach Lust und Laune seine Bilder selbst nachträglich bearbeiten - und stellt dann halt das ein, was ihm gerade gefällt.

 

Was mir aber an mir durchaus schon aufgefallen ist: Wenn ich meine RAW-Bilder in SilkyPix bearbeite und entwickle, gefällt mir das Ergebnis dann auch. Wenn ich mir aber ein paar Tage später das gleiche Bild noch einmal vornehme, kommt unter Umständen ein ganz anderes Ergebnis heraus, weil ich dann andere Einstellungen bevorzuge. Und auch dieses Bild gefällt mit dann - u.U. besser, als das erste.

 

Erst recht unterscheidet sich das Ergebnis, wenn ich zu verschiedenen Tageszeiten (im abgedunkelten Raum) ein- und dasselbe Bild bearbeite. Warum? Vermutlich, weil sich die Empfindung, was richtig ist, mit der Tageszeit (Müdigkeit), Stimmung, Erinnerung an die Situation u.s.w. ändert. Mal bevorzuge ich eher kräftigere Farben und Kontraste, ein anderes Mal eher nicht. Die Augen sind halt keine neutralen Messgeräte.

 

Vielleicht hängt der beobachtete Effekt also auch damit zusammen, dass die meisten Fotografen, die ihre Bilder nachbearbeiten, dieses müde am Abend tun und deshalb ein anderes Farbempfinden haben, als während der Aufnahme ausgeschlafen am Vormittag?

 

Eistiger

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interessant, dieses thema. ich zoome mal raus aus nur dem fotobereich, da ich denke, das da etwas viel grösseres dahinter steckt ....

 

dieser "CSI" style ist auch bei den filmern recht in und wird auch in tutorials bereits besprochen : Tutorial

 

Allerdings kommt für mich halt dieser style nicht aus dieser krimiserie, wo man langweilige büroarbeit mittels farbiger aktenschränke und jalousien im hintergrund aufpeppt, sondern ist schon seit zwanzig jahren in diversen SF serien, angefangen bei star trek - next generation zu sehen.

 

es ist halt so, das "normal" den meisten leuten zu langweilig erscheint. ich glaube auch, das das mit einem wandel der freizeitaktivitäten zu tun hat. jetzt kommen die leute, die mit knalligen farben aus vernetzten 3D spiele-welten gross geworden sind, ins erwachsenenalter. und überschneidungen zur realität sind ja mittlerweile dank augmented reality auch schon der fall :

Augmented Reality: 8 Beispiele mit Wow-Moment | Off the record

 

was sich da auftut, ist imho viel mehr, als nur ein "modetrend"... eher ein "ich mache mir die welt..... " aus dem bedürfnis heraus, seine umwelt spannender und schöner zu sehen.... im grunde genommen hat der mensch das ja schon immer getan. schaut euch mal penibel gepflegte schlossgärten mit gezüchteten pflanzen, die so in der natur nicht vorkommen, an ..

 

wohin das noch führen wird, da kann man nur spekulieren. laufen wir bald mit augmented reality brillen rum, in denen wir unser sichtfeld so gestalten können, wie wir wollen ?

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...besitzt jemand mal die Gnade, die wenig-Glotzer (wie z.B. mich oder Eistiger)aufzuklären, was CSI heißt? Sonst lieg' ich heute Abend wieder grübelnd im Bett.

Danke

Stützlast

 

Google, nach 3 sek. :P ... :

 

 

CSI: Den Tätern auf der Spur

 

http://de.wikipedia.org/wiki/CSI:_NY

 

http://de.wikipedia.org/wiki/CSI:_Miami

 

 

Ohne Krimi geht die Mimi .... :D ..

 

p.s. : ich bin auch wenig glotzer, bzw. bei mir läuft das notebook mit USB TV stick nachts mit arte und phoenix als einschlafhilfe mittels doku-serien... andere sender kommen bei mir kaum zum zug, läuft ja eh nur sch**** drin ..

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