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Einer der viele begeistert mit seinen Airplane - Bilder bei Nacht.

https://500px.com/azul_momento/galleries/airplane

 

Das sehe ich dann schon wieder im Bereich der maximal möglichen Bildqualität stehen.

 

 

Ich vermute mal, wenn jemand hier oder als Profi eine längere Fototour oder -reise plant und sich überlegt, welche Fotoausrüstung er mitnehmen soll, eine maximale Bildqualität gepaart mit möglicher Schlepplast die Auswahl bestimmt. Er wird sich nicht überlegen, dass absichtliche Bildfehler die ganze Bildserie später bestimmen soll. Vielleicht wird noch ein Spezialobjektiv eingepackt, welches zu einem besonderen Augenblick eingesetzt werden kann.

Zum Zeitpunkt der Durchsicht und der Bearbeitung hinterher wird dann die Entscheidung fallen, ob alle Fotos einen bestimmten analogen oder kontrastreichen Touch erhalten sollen. Wie von 'leicanik' bemerkt, könnte sogar ein mittelmäßiges Bild aus der Serie durch diese Bearbeitung einfach aufgewertet werden.

 

Ich verstehe es durchaus, wenn man sich von Beginn an dafür entscheidet, sich für Street oder ähnliches durch eine ältere Kamera, wie die hier schon erwähnte Ricoh GRD (I-IV) einzuschränken, da gleich der passende 'Look' entsteht.

 

Beide Vorgehensweisen sind nachzuvollziehen, wenn die Bilder einem hinterher zusagen und man das ausdrücken will, was man im Augenblick des Fotos empfunden hat.

 

Ich empfinde die Bilder von noreflex in https://www.systemkamera-forum.de/topic/122923-die-bedeutung-der-optimalen-bildqualit%C3%A4t-f%C3%BCr-unsere-fotografie/page-2?do=findComment&comment=1511780 auch nicht als in ihrer Qualität abgewertet, sondern man erkennt, dass diese mit einer hochwertigen Kamera gemacht worden sind. Die Teile wie Flares oder analoger Look in den unscharfen Bereichen unterstützen die Bildwirkung.

 

Genauso gefällt mir z.B auch https://www.systemkamera-forum.de/topic/122923-die-bedeutung-der-optimalen-bildqualit%C3%A4t-f%C3%BCr-unsere-fotografie/page-3?do=findComment&comment=1511892 , während ich https://www.systemkamera-forum.de/topic/122923-die-bedeutung-der-optimalen-bildqualit%C3%A4t-f%C3%BCr-unsere-fotografie/page-3?do=findComment&comment=1511885 wegen Verwacklung wahrscheinlich entsorgt hätte (es hätte mir persönlich Gewissensbisse verursacht, ob ich dies zeigen sollte).

 

Die doppelte Belichtung von Lichtmann und die Unschärfe des Schmetterlings von sadinien/Gerd unterstützen das Motiv und scheinen mir passend.

 

Es kommt meist immer auf den optimalen Punkt bei der Bearbeitung an, der für jeden individuell empfunden wird.

bearbeitet von grillec
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Ich finde beide Bilder gelungen und auch das "verwackelte" Bild übt auf mich einen Reiz aus. Ich mag ihren direkten Blick in die Kamera. Allerdings verwirrt es auch meine Augen, wenn ich eine Weile hinschaue. Das macht mich schwindelig.

 

Interessant ist der Austausch, was wem gefällt und warum ggf. etwas nicht zusagt...

bearbeitet von noreflex
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Ich finde beide Bilder gelungen und auch das "verwackelte" Bild übt auf mich einen Reiz aus. Ich mag ihren direkten Blick in die Kamera. Allerdings verwirrt es auch meine Augen, wenn ich eine Weile hinschaue. Das macht mich schwindelig.

 

Interessant ist der Austausch.

 

Wahrscheinlich verzeihe ich mehr, wenn ein Bild über eine oder mehrere Personen in SW (was ja auch nicht unserer Sehgewohnheit entspricht) dargestellt wird.

Hier könnte die Erwartungshaltung eine andere sein oder es ist von vorne rein so abstrakt, dass die eigene Wahrnehmung gleich auf eine andere Ebene springt und das Bild anders deutet.

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Wenn ich einen Museumszug für die Zeitschrift der Eisenbahnfreunde aufnehme, ist Schärfe und Detailtreue angesagt. Sonst krieg ich nen Rüffel, daß der Türgriff so nicht stimmt.  Mache ich das für eine Werbeanzeige für eine Nostalgiereise im Orientexpress, lasse ich die Farben (außer Sepia) weg und kann gar nicht genug Korn und Vignette bekommen. Details? Brauch da kein Mensch!

 

Das ist dann wieder die Frage nach dem Publikum, verständlich. Unter diesem Gesichtspunkt und Einschränkungen muss ich meine Bilder zum Glück nicht machen. Ich habe also die Freiheit zu fotografieren und zu bearbeiten wie ich es für richtig halte, wie es meiner Laune entspricht und am wichtigsten: wie es mir Spaß bereitet.

 

Das musste ich aber erst einmal für mich lernen...

 

Ich habe mich als ich mir meine erste Systemkamera zugelegt habe (GX7) und mir die ersten Objektive dazu gekauft habe wahnsinnig unter Druck gesetzt die Bilder perfekt machen zu wollen. Schärfe nicht perfekt? Weg damit! ISO-Rauschen zu hoch? Weg damit! Ich habe eigentlich nur Bilder gezeigt die für meine damaligen Skills toll waren und wo ich es nicht hätte besser machen können. Irgendwie hatte ich das Gefühl es müsste alles wie geleckt aussehen damit es wirklich gut ist. Ich musste dacher auch lachen als ich vom "kreativen Arschtritt" bei Noreflex gelesen habe. :D

 

Mit dem folgenden Bild (aus gutem Grund mein Avatar), hat sich meine Denkweise etwas geändert:

 

post-86991-0-22906400-1513606698.jpg

 

Ich war am Wasser und auf Seeschwalben aus, als dieser Fuchs mit einem toten Bläßhuhn in der Schnauze aus dem Schilf trat. Es war ein faszinierender Moment, weil er die Beute fallen ließ und den Rückzug antrat einen Sekundenbruchteil später umzukehren und seine Mahlzeit mitzunehmen. Als er sich nach der Beute bückte taxierte er meine Reaktionen und meine Bewegungen ganz genau. In diesem Moment ist das Bild entstanden. Man sieht dem Tier seine Unsicherheit an, gleichzeitig wirkt es erstaunt darüber, dass die Mahlzeit noch nicht verloren ist und sein gegenüber keine Anstalten macht ihm seine verdiente Beute streitig zu machen. Als er rückwärts gehend wieder verschwand war ihm die Erleichterung und eine gewisse Dankbarkeit anzusehen.

 

Als ich am selben Tag die Bilder am Computer durchging war ich erst einmal enttäuscht weil ich mich nicht getraut habe noch an den Einstellungen zu drehen... das Bild wäre auch mit 2 Blenden weniger ausgekommen, ein kurzes drehen am Modusschalter hätte dafür ausgereicht. Vielleicht hätte es die kleine Bewegung, das geringste Zeichen einer Aktion aber auch vertrieben - ich weiß es nicht. Mittlerweile ist es mir auch egal. Das Bild ist mir trotz - oder vielleicht gerade durch den verrauschten und dem unperfekten Charakter ans Herz gewachsen und hat meine Einstellung zu meinen Bildern und deren Betrachtung deutlich geändert. Mittlerweile ist es mir egal ob es wie geleckt oder irgendwie unsauber aussieht. Eine ungewöhnliche Situation, ein flüchtiger Blick der Interesse weckt, ein bisschen Magie (klingt kitschig, aber für meine Begriffe ist es irgendwie das treffendste Wort), das ist mir mittlerweile wichtiger als die perfekte Ausführung. Das war mein persönlicher Arschtritt ;)

So viel mal zu der Sache mit der perfekten Qualität, das ist das eine...

 

... eine andere ist es beim gezielten "verschlechtern/entfremden" des Looks wegen. Da bin ich mir was meine eigenen Bilder angeht eher im Zwiespalt. Ich habe zwar nicht wirklich etwas gegen entfremdete Bilder und mir gefallen die Bildergebnisse teilweise bei anderen durchaus (gerade die gezeigten Beispiele hier im Thread), aber es ist nicht wirklich meins und ich möchte da auch nicht mit der "Mode" oder dem "Zeitgeist" gehen, bloß weil gerade wieder etwas "in" ist. Ich hätte dabei das Gefühl etwas kopieren zu wollen oder zu müssen (von selber würde ich es jedenfalls nicht absichtlich so schießen). Ich will mein eigenes Ding machen und sehen wo es mich mit meiner Art zu fotografieren hinführt und wie sich mein Stil noch entwickelt, falls man da schon von Stil sprechen kann.

 

Die einzige Ausnahme wäre bei mir aktuell tatsächlich eine Serie zu schießen die sich einen Bearbeitungsstil teilt. Würde ich aus dem obigen Bild eine Serie machen, dann würde ich die übrigen Bilder vermutlich an das hier gezeigte angleichen, damit keines durch technische Abweichungen besser oder schlechter wirkt und sie alle von technischer Seite die gleiche Gewichtung erhalten. Ich denke das wäre für mich aktuell eine vertretbare Herangehensweise für meine Bilder.

 

Schlussendlich muss es jeder für sich selber entscheiden wie er seine Bilder bearbeitet. Wichtig ist dabei eigentlich nur, dass sie am Ende auch dem Fotografen gefallen und nicht dem Mainstream zu Liebe selbigem folgen.

 

LG

Somo

bearbeitet von somo3103
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Werbung (verschwindet nach Registrierung)

Ich verstehe es durchaus, wenn man sich von Beginn an dafür entscheidet, sich für Street oder ähnliches durch eine ältere Kamera, wie die hier schon erwähnte Ricoh GRD (I-IV) einzuschränken, da gleich der passende 'Look' entsteht.

 

Beide Vorgehensweisen sind nachzuvollziehen, wenn die Bilder einem hinterher zusagen und man das ausdrücken will, was man im Augenblick des Fotos empfunden hat.

 

Da ist halt die Frage wieviel "Look" die Kamera bringt und wieviel der Fotograf. Und wie will die Kamera den gleichen Look bestimmen, wie ich ihn im Augenblick der Aufnahme empfunden habe. Empfinde ich bei jeder Aufnahme gleich? Ich verstehe zwar worauf du damit hinaus willst, halte das aber auf Dauer durchaus für schwierig... außer die Kamera ist meine Seelenverwandte ;)

 

LG

Somo

bearbeitet von somo3103
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Gast User73706

Benutzt ihr hier denn in der Nachbearbeitung etwas, um einen „eigenen“ Look zu gestalten? Körnung, Presets (ob gekauft oder selbst erstellt), Teiltonung, Gradiationskurvr, Entsättigung oder Sättigung?

 

Ich benutze das durchaus, in unterschiedlichen Ausprägungen für meine jeweiligen fotografischen Kategorien, inzwischen sind es selbst „entwickelte“ Prestes/Recipes. Ich finde das Nachbearbeitung hilft gewisse Bereiche in Fotos herauszuarbeiten und zu betonen, dabei auch das Gefühl für dieses Foto verstärken kann.

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Da ist halt die Frage wieviel "Look" die Kamera bringt und wieviel der Fotograf. Und wie will die Kamera den gleichen Look bestimmen, wie ich ihn im Augenblick der Aufnahme empfunden habe. Empfinde ich bei jeder Aufnahme gleich? Ich verstehe zwar worauf du damit hinaus willst, halte das aber auf Dauer durchaus für schwierig... außer die Kamera ist meine Seelenverwandte ;)

 

LG

Somo

 

Such mal als Beispiel bei Flickr nach 'Ricoh GRD III' und schaue dir die SW Fotos an. Es sind natürlich nicht alle nach einer Art und Weise bearbeitet, aber es gibt einige Fotografen dort, die einen bestimmten kontrastreichen 'Look' bevorzugen. Die Kamera hat durch die internen Filter und die Einschränkungen des Sensors einen gewissen Anteil daran und wird nur wegen dieser Eigenschaft genutzt, so dass hinterher weniger Bearbeitung notwendig ist. Dazu kommt, dass die Kamera sehr klein und unauffällig ist.

Ebenso würde ich z.B. auch von den Sigma Merrill Kameras behaupten, dass diese bei gewissen Motiven einen speziellen Bildeindruck schon aus der Kamera liefern.

 

Edit: der japanische Fotograf Daido Moriyama hat hauptsächlich mit den analogen und später mit den digitalen Ricoh GR gearbeitet.

bearbeitet von grillec
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Benutzt ihr hier denn in der Nachbearbeitung etwas, um einen „eigenen“ Look zu gestalten?

 

 

 

Körnung, Presets (ob gekauft oder selbst erstellt), Teiltonung, Gradiationskurvr, Entsättigung oder Sättigung?

 

Ich benutze das durchaus, in unterschiedlichen Ausprägungen für meine jeweiligen fotografischen Kategorien, inzwischen sind es selbst „entwickelte“ Prestes/Recipes. Ich finde das Nachbearbeitung hilft gewisse Bereiche in Fotos herauszuarbeiten und zu betonen, dabei auch das Gefühl für dieses Foto verstärken kann.

 

Ja.

 

Ich habe ursprünglich ein LR-Preset für alle meine Fotos gehabt. Nunmehr bin ich da zu übergegangen, kameraspezifische Presets zu verwenden. Und innerhalb dieser Presets gibt es auch noch zwei drei Varianten.

 

Warum?

 

Zum einen kann ich so bei LR die Kamera-Kalibrierung gezielter verwenden (je nach Kamera). Zudem lassen sich Rauschen, Lichter senken, Schatten anheben an den Sensor der jeweiligen Kamera besser anspassen.

 

Ein weiterer Punkt: ich habe irgendwann anhand der Bilder von Dirk Weber (Brautrausch.de) gemerkt, dass mich bestimmte Bilder in ihren Bann ziehen. Das konnte ich zunächst nicht beschreiben. Später fiel mir auf, dass mich die Bildsprache und der Auftritt bestimmter Outdoor-Kataloge inspiriert hat. Die Jack-Wolfskin-Kataloge (aber auch Globetrotter u.a.) sind seit Jahren auf umweltfreundlichem Papier gedruckt. Das sind dann matte Papiere ohne Glanz. Auch die Beispielbilder von wandernden Familien, die Landschaftsbilder etc. waren etwas matter als übliche Modebilder. Ich vermute, dass das in mir einen Reiz ausgelöst hat, bestimmte Bild-Serien in einer ähnlichen Erscheinung zu entwickeln und auch auszugeben (Fotobuch mit matten Seiten).

 

Ich bin über diesen Entwicklungsschritt sehr glücklich, da ich gelernt habe, bestimmte Dinge bewusst so zu gestalten, dass sie meinem Geschmack gerecht werden. Überhaupt erst mal zu erkennen, WARUM mich bestimmte Bild-Serien ansprechen, war schon eine schwierige Sache. Ich wusste, das gefällt mir, konnte mir aber zunächst lange nicht erklären, was die Auslöser waren.

 

Die Serien von Joseph, Dirk und Martin bedienen also dieses Muster in mir. Ich bin halt auch Bergwanderer, Radler, Segler, Skifahrer usw., stöbere gern in Outdoor-Magazinen und werde so geschmacklich sicherlich auch beeindruckt und beinflusst. Das ist mir aber nicht unangenehm. Eher das Gegenteil.

 

Meine Santorin-Serie (https://www.systemkamera-forum.de/topic/119838-santorini/) entspricht eher dieser matten Entwicklung: Schwärzen und Weißwerte habe ich in der Gradationskurve gekappt, die Schatten mehr ins blaue, die Lichter mehr Richtung Orange und dann ggf. im Einzelfall korrigieren... Würde ich da mal ohne gekappte Gradation Bilder entwickeln, wirkt die Serie gleich völlig konfus. Es geht also nur so: alle gleich bearbeiten.

 

Die Serie Finnland habe ich ohne gekappte Gradation entwickelt https://www.systemkamera-forum.de/topic/117050-mit-der-gx80-in-finnland/

 

Meine Reise in die Karibik https://www.systemkamera-forum.de/topic/122537-die-gx80-und-der-fluch-der-karibik-ii/ habe ich ohne Split Toning und ohne gekappte Gradation entwickelt, weil ich die Kontraste und die Farben nicht blasser haben wollte. Ich habe ein wenig an den Stilen probiert und dann mit einem Stil (Preset) je Kamera (RX100, RX10, GX80) entwickelt.

 

Ich habe die jeweiligen Berichte verlinkt, so dass man gern mal vergleichen kann. Ich mag jede dieser Stile und erkenne, dass ich hier mehr Vielfalt und mehr Fähigkeiten entwickelt habe und dass ich natürlich durch andere Fotografen angeregt wurde. Da ist ja nichts auf meinem Mist gewachsen. Das ist alles nur geklaut, das ist alles gar nicht meine...! ;-)

 

Das Kappen der Gradation, das Akzeptieren hoher ISO (Joseph), das Hinzufügen von Korn (Krolop) und das Fotografieren mit offener Blende (Krolop) sorgen für technisch nicht perfekte Bilder. Das ist in sofern ein Widerspruch, dass man sich häufig nach bester Technik (Sensor, Optiken) umschaut und sich ein System zusammenstellt, was hohe Dynamik und geringes Rauschen produziert.

 

Die technischen Fehler, die man bewusst akzeptiert oder provoziert, sind natürlich kein Widerspruch, wenn man das bewusst und v.a. nur fallweise tut. Wenn Krolop am nächsten Tag vielleicht ein Werbe-Shooting hat, wird er möglicherweise die Reserven einer Nikon 810 etc. ausreizen. Beim nächsten Projekt würde ihm auch eine MFT reichen, weil er eh Richtung "analog" entwickelt (Neuseeland).

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In meinem Kontext verwende ich eigentlich nie gezielte „Verfremdungen“, weil die meisten Betrachter, die „Reiseobjekte“ so sehen wollen, wie sie eben sind. Selbst Freistellung nutze ich kaum bzw. sind nur untergeordnet Stilmittel und es gibt für die Reisebilder oft auch nur Bilder, die einfach da sein müssen, damit der Vortrag vollständig ist.

 

Mit zu viel extrem gestalteten Bildern habe ich mehr negatives Feedback erhalten (wenn es überhaupt mal da war) als in Bezug auf die technische Bildqualität. Wenn ich einen Vortrag überwiegend aus Bildern zusammenstellen würde, die von einem bestimmten Bearbeitungseffekt geprägt wären, würden hinterher wahrscheinlich einige Betrachter auf mich zukommen und sich zumindest wundern.

 

Es liegt sicher auch am Publikum. Ein Bildervortrag lebt halt oft mehr von der Geschichte als vom besonders gestalteten Einzelbild.

bearbeitet von tgutgu
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Such mal als Beispiel bei Flickr nach 'Ricoh GRD III' und schaue dir die SW Fotos an. Es sind natürlich nicht alle nach einer Art und Weise bearbeitet, aber es gibt einige Fotografen dort, die einen bestimmten kontrastreichen 'Look' bevorzugen. Die Kamera hat durch die internen Filter und die Einschränkungen des Sensors einen gewissen Anteil daran und wird nur wegen dieser Eigenschaft genutzt, so dass hinterher weniger Bearbeitung notwendig ist. Dazu kommt, dass die Kamera sehr klein und unauffällig ist.

Ebenso würde ich z.B. auch von den Sigma Merrill Kameras behaupten, dass diese bei gewissen Motiven einen speziellen Bildeindruck schon aus der Kamera liefern.

 

Edit: der japanische Fotograf Daido Moriyama hat hauptsächlich mit den analogen und später mit den digitalen Ricoh GR gearbeitet.

 

Okay, müsste da mal eine Gegenüberstellung mit einer anderen Kamera sehen. Für mich lässt sich dieser Look eigentlich mit so ziemlich jeder Kamera erzielen. Der kontrastreiche Look wird ja z.B. gleichermaßen von Olivier Duong und Don Springer mit ihren Fujis und Leicas erzielt. Ich glaube da spielt bei der GR eben auch etwas Hype und Mythos eine Rolle. Ich kann mich aber natürlich auch irren! ;)

 

 

Benutzt ihr hier denn in der Nachbearbeitung etwas, um einen „eigenen“ Look zu gestalten? Körnung, Presets (ob gekauft oder selbst erstellt), Teiltonung, Gradiationskurvr, Entsättigung oder Sättigung?

 

Ich benutze das durchaus, in unterschiedlichen Ausprägungen für meine jeweiligen fotografischen Kategorien, inzwischen sind es selbst „entwickelte“ Prestes/Recipes. Ich finde das Nachbearbeitung hilft gewisse Bereiche in Fotos herauszuarbeiten und zu betonen, dabei auch das Gefühl für dieses Foto verstärken kann.

Mehrfach ausprobiert, nie zufrieden gewesen. Ich behandle jedes Foto anders, je nach Stimmung, Motiv, Licht usw. Was mir an dem einen Preset bei dem einen Bild gefällt,

mag ich beim nächsten wieder überhaupt nicht. Was schlägst du also für mich vor? 1000 Presets möchte ich nicht anlegen?

 

Punktuelle sowie flächige Bearbeitung um den Bildeindruck zu verstärken finde ich ebenfalls wichtig. Hier zum Beispiel etwas Nachbelichten und Abwedeln.

Meistens braucht es gar nicht viel. (Der Kontrast beim Haubentaucher erreicht schon fast GR Niveau ;) )

post-86991-0-30860000-1525635670.jpg

 

Mal eine Frage an dich und natürlich auch in die Runde.

Worüber definiert sich der Stil oder besser die Handschrifft eines Fotografen? Über die Bearbeitung? Über die Motive?

Erkennen eure Freunde eure Bilder am Motiv oder an der Komposition? Wasserzeichen zählen nicht! ;)

 

Mein Gedanke bei Presets ist häufig, dass es eine Gradwanderung ist zwischen eigene Handschrift und Verwässerung.

Also abgesehen davon, dass ich da für mich keine Lösung gefunden habe damit warm zu werden.

 

LG

Somo

bearbeitet von somo3103
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Die Bedeutung der "optimalen Bildqualität" fängt bei mir beim sehen der zu fotografierenden Situation an. Das ist der erste Teil.

Mein fotografisches "Auge" erfasst schnell die Umgebung, Linien, Strukturen, hell, dunkel und wie ich die Situation für mich bestmögliche aufs Bild kriege.

 

Der zweite Teil ist dann die Bildbearbeitung mit der Software.

Für gewisse Serien gibt es bei mir spezielle Looks,ich mach das leidenschaftlich gerne. Es ist meine Handschrift.

 

In Orten mit prekärer Sicherheitslage bin ich immer nur mit einer Kamera unterwegs, früher mit einer Ricoh GR, seit zwei Jahren mit einer Sony RX1.

 

Das Bild entstand in Manaus am Amazonas mit der Ricoh GR, ohne die "zuschaltbaren" Filter, die waren bei mir nie ein Thema.

 

Hallo, lieber Besucher! Als Forumsmitglied (kostet nix) würdest du hier ein Bild sehen…

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bearbeitet von max gandhi
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Ich fürchte, damit ich „meinen“ persönlichen Stil finden kann, muss ich mich viel intensiver mit Fotografie auseinandersetzen (insbesondere auf die Zeit bezogen) als ich das neben der Arbeit und den anderen Dingen, die ich gerne tue, tun kann. Insofern gibt es bei mir wohl (noch) keinen, jedenfalls keinen, der mir bewusst wäre.

bearbeitet von tgutgu
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Es gibt auch Fotos, die sind einem technisch nicht gelungen... man würde sie sogar wegwerfen... später kommt man dann zu dem Schluss, dass die misslungene Technik genau zur Situation passt...

 

Hier ist so ein Bild, das ich erst entsorgen wollte: Gesicht unscharf... komischer Hintergrund... das einzige, was ich gut fand, war die verwischte Armbewegung (wg. Rollstuhl)... Inzwischen 'akzeptiere' ich dieses Bild, weil es wie das Motiv unperfekt mitten aus dem Leben war:

 

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bearbeitet von kirschm
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Worüber definiert sich der Stil oder besser die Handschrifft eines Fotografen? Über die Bearbeitung? Über die Motive?

Erkennen eure Freunde eure Bilder am Motiv oder an der Komposition? Wasserzeichen zählen nicht! ;)

 

 

Da ich beim Fotografieren nicht auf der Suche nach bestimmten Motiven bin, sondern diese eher mich finden, denke ich nicht, dass man bei mir einen durchgängigen Stil finden wird.

Bei anderen Fotografen ist es natürlich einfacher, wenn die Bearbeitung und die Motive ihrer Bilder sich in einem engen Rahmen bewegen, diese zuzuordnen.

 

Die Helsinki-Busbahnhof-Theory dürfte eigentlich bekannt sein, in der der Weg zur eigenen Stilrichtung mit dem Linienverkehr in die Randgebiete eines Ballungszentrum verglichen wird.

https://petapixel.com/2013/03/13/the-helsinki-bus-station-theory-finding-your-own-vision-in-photography/

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In meinem Kontext verwende ich eigentlich nie gezielte „Verfremdungen“, weil die meisten Betrachter, die „Reiseobjekte“ so sehen wollen, wie sie eben sind. Selbst Freistellung nutze ich kaum bzw. sind nur untergeordnet Stilmittel und es gibt für die Reisebilder oft auch nur Bilder, die einfach da sein müssen, damit der Vortrag vollständig ist.

 

Mit zu viel extrem gestalteten Bildern habe ich mehr negatives Feedback erhalten (wenn es überhaupt mal da war) als in Bezug auf die technische Bildqualität. Wenn ich einen Vortrag überwiegend aus Bildern zusammenstellen würde, die von einem bestimmten Bearbeitungseffekt geprägt wären, würden hinterher wahrscheinlich einige Betrachter auf mich zukommen und sich zumindest wundern.

 

Es liegt sicher auch am Publikum. Ein Bildervortrag lebt halt oft mehr von der Geschichte als vom besonders gestalteten Einzelbild.

Bei Vorträgen gibt es nur die Variante die auch du präsentierst. Da muss alles harmonisch ablaufen.

Das andere sind die Bilder/Serien/Kampanien mit dem eigenen speziellen Look.

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Die Bedeutung der "optimalen Bildqualität" fängt bei mir beim sehen der zu fotografierenden Situation an. Das ist der erste Teil.

Mein fotografisches "Auge" erfasst schnell die Umgebung, Linien, Strukturen, hell, dunkel und wie ich die Situation für mich bestmögliche aufs Bild kriege.

 

Der zweite Teil ist dann die Bildbearbeitung mit der Software.

Für gewisse Serien gibt es bei mir spezielle Looks,ich mach das leidenschaftlich gerne. Es ist meine Handschrift.

 

In Orten mit prekärer Sicherheitslage bin ich immer nur mit einer Kamera unterwegs, früher mit einer Ricoh GR, seit zwei Jahren mit einer Sony RX1.

 

Das Bild entstand in Manaus am Amazonas mit der Ricoh GR, ohne die "zuschaltbaren" Filter, die waren bei mir nie ein Thema.

 

 

Ich denke ähnliche Bilder mache ich auch, allerdings würde ich noch keinen „persönlichen Stil“ für mich daraus ableiten. Es sind halt Bilder, die meinen Vortrag bereichern sollen:

 

Tashkent, Chorsu Basar, Usbekistan:

 

TGU-20140314-054297-X2.jpg

 

TGU-20140314-054309-X2.jpg

 

TGU-20140314-054341-X2.jpg

 

Da bei Bildervorträgen alle Bilder die gleichen Seitenverhältnisse haben sollten, setze ich hier auch das Seitenverhältnis nicht als Stilmittel ein.

bearbeitet von tgutgu
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....denke ich nicht, dass man bei mir einen durchgängigen Stil finden wird.

Das braucht es nach meiner Meinung auch nicht, den durchgängigen Stil. Bei den Spezial Looks schon.

 

Was ich bei vielen Fotografen vermisse ist die Leidenschaft für die kreative Bildbearbeitung. Alles im gleichen Farbtrott ist nicht erstrebenswert.

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Ich denke ähnliche Bilder mache ich auch, allerdings würde ich noch keinen „persönlichen Stil“ für mich daraus ableiten.

Da bei Bildervorträgen alle Bilder die gleichen Seitenverhältnisse haben sollten, setze ich hier auch das Seitenverhältnis nicht als Stilmittel ein.

Ich hab schon mehrere Bilder von Usbekistan von dir gesehen und man erkennt da schon deinen persönlichen Stil.

Bei Bildvorträgen zahlt es sich aus wenn man nur ein Seitenverhältnis zeigt.

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... kreative Bildbearbeitung. Alles im gleichen Farbtrott ist nicht erstrebenswert.

 

'Kreative Bildbearbeitung' erhält meist als Rückmeldung 'overcooked' oder 'over processed'.

Andereseits sind das Rückmeldungen aus Foren. Und denen soll man ja keinen besonderen Wert zuweisen :)

 

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Was ich bei vielen Fotografen vermisse ist die Leidenschaft für die kreative Bildbearbeitung. Alles im gleichen Farbtrott ist nicht erstrebenswert.

 

Ich weiß was du meinst... bei manchen weiß ich schon anhand der Motive und Farbgebung von wem sie kommen und obwohl die Bilder gelungen und schön sind denke ich mir "nicht schon wieder ein Bild von ...".

Das klingt vielleicht erst einmal gemein, aber die Bilder überraschen mich eben nicht mehr und es ist irgendwo immer das gleiche. Ähnlich geht es mir auch mit den gezeigten Flugzeugbildern. Technisch einwandfrei, aber ich würde mir das nicht abonnieren weil es mir nicht vielseitig genug ist. Edit: Aber gut möglich, dass es anderen mit meinen Bildern genauso geht :D

 

Die beschriebene Variante von Noreflex finde ich dagegen sehr spannend also für einen Reisebericht ein Preset anlegen welches zu den Bildern und der gesamten Story passt. Ich glaube mein Problem mit den Presets ist, dass ich bislang auch immer nur einige wenige Bilder und auch nie als Serie bearbeitet habe. Vielleicht ändert sich das ja demnächst. Im September ergibt sich für mich vielleicht die Gelegenheit ins Donaudelta zu fahren. Vielleicht werde ich dazu meine Preset-Abneigung nocheinmal überdenken und mich bis dahin vielleicht noch mal damit auseinandersetzen. Hat mir da vielleicht jemand ein paar gute Links zu dem Thema? Gut möglich, dass ich das Pferd auch immer von hinten aufgezäumt habe und damit zu vieles auf einmal abdecken wollte. 

bearbeitet von somo3103
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Eigentlich ist dieser Thread hier diskriminierend... die allermeisten Fotos werden nicht nachbearbeitet, sondern werden als JPG ooc geboren und nie wieder verändert... selbst über alle Forenmitglieder schätze ich diese Zahl auf mindestens 50%... Diese Leute können ja im Sinne des vorliegenden Threads nur dadurch kreativ sein, wenn sie eine grottenschlechte Kamera oder Fotografiertechnik haben...

 

Euer Gleichstellungsbeauftragter

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