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Mich persönlich stören Fehler nicht, die aus Unkenntnis (Deutsch als Zweitsprache, Bildungsunterschiede) oder aufgrund einer Legasthenie entstehen. D.h. genau genommen stören sie natürlich manchmal auch den Lesefluss, aber ich übergehe sie, weil ich sie den Schreibern ja nicht innerlich ankreide.

Was mich aber schon stört, sind Fehler, die aus Bequemlichkeit oder aus Moden (Denglisch, betont plakativ flapsige Schreibweise) entstehen. Den Unterschied merke ich in den meisten Fällen sehr wohl. Und im Zweifel gilt natürlich Toleranz.

Die fällt mir allerdings zugegebenermaßen schwer, wenn jemand ausgesprochen großspurig formuliert und dabei gravierende Fehler macht (z.B. jemand, der meint, die fotografische Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, und dann am laufenden Band "Rezessionen" verfasst).

bearbeitet von leicanik
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Nein. Aber diese Hausrechtschreibungen haben sich ja in erster Linie aufgrund einer in vielen Fällen nicht eindeutigen, offiziellen Schreibweise – welche aus einer halbherzigen Rechtschreibreform resultierte – entwickelt. Eben diese Einheitlichkeit wollte man in den betreffenden Medien mittels "eigener Regeln" wahren.

 

Mit der Rechtschreibreform wollte man die Regeln vereinfachen nach dem Motto wenn sich eh immer weniger an korrekte Rechtschreibung halten dann werden häufig gemachte Fehler einfach als richtig definiert.

Im privaten Bereich hat sie aber keine Verbindlichkeit und deshalb braucht sich keiner und auch die Verlage nicht dran halten. Deren Motivation ist freilich besonders korrekte Rechtschreibung und somit gegen die Reform gerichtet.

Sprache verändert sich deshalb weil Leuten Sprache nicht so wichtig ist. So landen denn auch mal Wörter wie "downgeloadet" im Duden.

Der Profi-Linguist findet die Sprache eines Textes natürlich wichtig. Dem Mathematiker dagegen ist wichtiger das Aufgaben wie 100-99,9 im Text ein korrektes Ergebnis haben. Anderen wiederum kommt es gar auf die Semantik des Textes an :D

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1 Mit der Rechtschreibreform wollte man die Regeln vereinfachen nach dem Motto wenn sich eh immer weniger an korrekte Rechtschreibung halten dann werden häufig gemachte Fehler einfach als richtig definiert.

2 Im privaten Bereich hat sie aber keine Verbindlichkeit und deshalb braucht sich keiner und auch die Verlage nicht dran halten. 3 Deren Motivation ist freilich besonders korrekte Rechtschreibung und somit gegen die Reform gerichtet.

 

Rot von mir.

 

1 Zustimmung. Man wollte aber auch mehr Logik in das System bringen.

 

2 Sie hat insofern Verbindlichkeit, als sie in den Schulen gelehrt und benotet wird.

 

3 Deren Motivation ist nicht korrekte, sondern einfache und einheitliche Schreibweise (offiziell), die von den Redakteuren und Setzern keine große Umstellung verlangt und deshalb gegen die Reform gerichtet ist (boshaft, aber realistisch).

 

Mit der ursprünglichen Reform wären die Vorgaben korrekte Rechtschreibung gewesen. Die Verlage haben sie (mMn. aus egoistischen Gründen) torpediert und damit den Wirrwarr provoziert.

 

bearbeitet von Kleinkram
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[...] nach dem Motto wenn sich eh immer weniger an korrekte Rechtschreibung halten dann werden häufig gemachte Fehler einfach als richtig definiert.

Im privaten Bereich hat sie aber keine Verbindlichkeit und deshalb braucht sich keiner und auch die Verlage nicht dran halten.

[...]

Sprache verändert sich deshalb weil Leuten Sprache nicht so wichtig ist.

selten so einen schwachsinn gelesen ...

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Mit der Rechtschreibreform wollte man die Regeln vereinfachen [...]

Bis zu diesem Punkt stimme ich dem Satz zu.

 

 

Im privaten Bereich hat sie aber keine Verbindlichkeit und deshalb braucht sich keiner und auch die Verlage nicht dran halten. Deren Motivation ist freilich besonders korrekte Rechtschreibung und somit gegen die Reform gerichtet.

"Besonders korrekt", klingt wie "ein bisschen schwanger". ;)

 

Bei Akzeptanz und Anwendung der neuen Rechtschreibung hätten sie automatisch "korrekt" geschrieben.

 

Nach offiziellen Begründungen stand Einheitlichkeit und Eindeutigkeit (innerhalb ihres jeweilig eigenen Mediums) im Vordergrund. Etwas konservative Anhaftung an alte Gewohnheiten mag aber dabei natürlich auch immer mitschwingen.

 

 

Sprache verändert sich deshalb weil Leuten Sprache nicht so wichtig ist. So landen denn auch mal Wörter wie "downgeloadet" im Duden.

Oder Abonnement, Computer, Schlamassel, vehement, etc., Karaoke, usw.

 

Sprache (& Schrift) stellt nunmal in erster Linie Mittel zum Zweck der Verständigung dar und ist damit stetigen Änderungen unterworfen. Und das ist auch gut so, da starre, dogmatische Gebilde zusehends ihre Funktion verlieren und nur noch zum Selbstzweck erhalten werden.

 

Im Japanischen finde ich u.a. die Einflechtung derlei sprachlicher Neuzugänge wunderbar elegant gelöst, ohne den grundsätzlichen Stamm der Schrift damit "zu verunstalten". Aber sie haben es schon immer, auf verschiedenen Gebieten, verstanden Klassik mit Moderne gekonnt ineinander fließend zu verbinden.

 

.

bearbeitet von flyingrooster
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Grundsätzlich stimme ich Dir zu, flyingrooster.

 

Nur mit dem Japanischen... Dort hat man wegen der Schrift keine andere Wahl, als kreativ bei Fremdwörtern zu sein. Mit dem Nachteil, das selbst international bekannte Wörter, japanisch ausgesprochen, von Ausländern nicht verstanden werden.

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Nur mit dem Japanischen... Dort hat man wegen der Schrift keine andere Wahl, als kreativ bei Fremdwörtern zu sein. Mit dem Nachteil, das selbst international bekannte Wörter, japanisch ausgesprochen, von Ausländern nicht verstanden werden.

Man hätte schon eine andere Wahl. Beispielsweise jene, welche in China angewendet wird. Nämlich Fremdworte rein lautmalerisch mittels Kombinationen von Schriftzeichen wiederzugeben, welche im Chinesischen ähnlich klingen, jedoch gänzlich andere Bedeutung aufweisen. Oder jene westlicher Sprachen nur ein Alphabet für alles zu verwenden.

Im Japanischen dagegen gibt es drei unterschiedliche Schriftbestandteile, bzw. "Alphabete". Eines davon dient hpts. (aber nicht nur) dazu Fremdworte zu schreiben (Katakana). Rein japanische Texte benötigen dieses "Alphabet" grundsätzlich nicht und unterscheiden sich daher rein optisch bereits von Fremdworten.

 

Die westliche Verständlichkeit der Aussprache ist wieder ein anderes Thema. Dieses Problem liegt hpts. in der komplett anderen und daher ungewohnten Grundstruktur begründet. Schwierig kann es manchmal sein, das streite ich nicht ab. ;)

Aber, sobald man mit dem japanischen Schriftsystem, zumindest in seinen Grundzügen, vertraut ist, versteht man auch gesprochene Fremdworte erheblich besser.

bearbeitet von flyingrooster
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Rein japanische Texte benötigen dieses "Alphabet" grundsätzlich nicht und unterscheiden sich daher rein optisch bereits von Fremdworten.

Dafür benötigen sie das andere (Hiragana) zur Schreibung der reichlich angebotenen Flektionen oder Postpositionen - soweit man nicht auch die Wortstämme mit der Silbenschrift schreibt, weil man das passende chinesische Wortzeichen (Kanji) gerade nicht zur Hand hat oder dieses zu umständlich ist.

[/Klugscheissermodus]

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Dafür benötigen sie das andere (Hiragana) zur Schreibung der reichlich angebotenen Flektionen oder Postpositionen - soweit man nicht auch die Wortstämme mit der Silbenschrift schreibt, weil man das passende chinesische Wortzeichen (Kanji) gerade nicht zur Hand hat oder dieses zu umständlich ist.

[/Klugscheissermodus]

 

Ja. Aber dafür kommt das moderne Japanisch, im Gegensatz zu Chinesisch, mit "nur" ca. 2000 Kanji, anstatt von zig tausenden, aus. Mit diesen 2000 Wortzeichen lässt sich bereits unheimlich viel ausdrücken, so dass die Hiragana üblicherweise annähernd gänzlich für Flexionen, Partikel, &c. Verwendung finden.

 

Und genau hierin liegt einer der Reize der japanischen Schrift. Die Wortbedeutung (Kanji) sticht sofort ins Auge, die grammatikalische Zuordnung (Hiragana) hält sich im Hintergrund. Dagegen ist die Hervorhebung von Nomen durch Großschreibung im Deutschen nur ein müder Abklatsch. Mal ganz abgesehen von der Ästhetik japanischer Texte.

 

Falls man das passende Kanji grade nicht parat hat, und dieses in die Gruppe der 2000 Standardzeichen fällt, gilt man übrigens praktisch als Analphabet. Macht aber auch nichts, zur Not verwendet man einfach die "Kinderschrift" der Katakana für alles und outet sich als Gaijin .. ;)

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Ich sehe schon: Wir wissen zwar den Unterschied zwischen Handy und Kamera nicht so genau - aber linguistisch sind voll auf der Höhe.

 

Im Unterschied zu den Werbeleuten von Kanon, die es bisher versäumt haben, ihre Eos als "rosenfingrig" zu bewerben. Würde in Griechenland sicher enormen Eindruck machen ;)

 

Wir brauchen dringend ein paar neue Kameras, sonst nimmt das OT nie ein Ende...

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Ich bin über Ostern in Japan. Um dort an einem Forum teilnehmen zu können (Ist ein Hybrid ein echtes Auto?), befasse ich mich mit der Sprache.

 

Es geht vorwärts, konnichi wa und sayonara beherrsche ich schon. :)

 

Die Japaner waren geschickter als wir. Bei ihrer Sprachreform gab es bei ihnen keinen Günter Grass, keinen Spiegel und keine FAZ, die die Kultur bedroht sahen. Da die Reform kurz nach dem 2. Weltkrieg war, hatte auch der von den Printmedien bei uns prophezeite Weltuntergang für die Japaner nicht so den Horror.

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