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Moin!

In einem Drittanbieter-Handbuch zur A7 schreibt der Autor, dass er - sofern er JPGs schiesst - die Schärfe-Einstellung des Kreativmodus auf -1 setzt, um ein "Überschärfen" durch die interne Bildverarbeitung der Kamera zu verhindern und stattdessen ein möglichst neutrales Ergebnis, analog zum RAW-Format, zu erhalten.

Ich war bisher davon ausgegangen, dass die Einstellung "0" die Neutralposition ist, das heiss, dass in dieser Einstellung keinerlei Schärfekorrektur erfolgt, und dass positive Werte eine Software-mässige Schärfung und negative Werte eine Weichzeichnung hervorrufen. Zumindest im Modus "Standard". Weiter hatte ich die Vermutung, dass beim Wert "0" im Modus "Portrait" eine (dezente) Weichzeichnung und bei "Landschaft" eine Schärfung erfolgt.

Nun ist es wohl so, dass die JPEG-Engine selber schon ein wenig nachschärft, zumindest bei Verwendung der Rauschminderung.

Auch schon diskutiert wurde, dass (bei Kameras welche dies anbieten) nicht der Modus "Standard" sondern "Neutral" am ehesten ein unbearbeitetes Bild liefert.

Daher meine Frage: Welcher Kreativmodus und welche Einstellungen für Kontrast, Sättigung und insbesondere Schärfe entsprechen denn nun am ehesten einem nicht bearbeiteten, schlicht nach JPEG gewandelten Bild? Würde zum Beispiel eine Schärfe -1 nicht eine Schärfung durch die JPEG-Engine und nachträglich wieder Weichzeichnung durch das Post-Processing bewirken (also noch mehr Bilddatenverlust als Einstellung "0"), oder wird die Funktionsweise der JPEG-Engine selber durch die Kreativmodus-Einstellungen beeinflusst? Oder ist dies alles möglicherweise sogar modell-abhängig?


Für Insider-Einblicke wäre ich dankbar smile.gif

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Moin!

 

In einem Drittanbieter-Handbuch zur A7 schreibt der Autor, dass er - sofern er JPGs schiesst - die Schärfe-Einstellung des Kreativmodus auf -1 setzt, um ein "Überschärfen" durch die interne Bildverarbeitung der Kamera zu verhindern und stattdessen ein möglichst neutrales Ergebnis, analog zum RAW-Format, zu erhalten.

 

 

 

 

nicht spezifisch zur Alpha 7:

 

Ein konvertiertes Bild muss immer geschärft werden ... im Allgemeinen gibt es im Konverter (und in der Kamera) eine Grundeinstellung, die dann als Null angezeigt wird, diese sollte eine vernünftige Stärke haben ... das runterzudrehen macht eigentlich keinen Sinn .. denn wenn man das Bild bearbeiten will, kann man auch gleich das RAW nutzen (macht deutlich mehr Sinn, als am JPG rumzupfuschen)

 

Will man ein JPG aus der Kamera verwenden, ist es besse die Schärfe höher zu haben ... denn das macht zwar Artefakte in der 100% Ansicht, doch sieht es auf ausgegebenen Bildern knackiger aus (Poster, die der 100% Ansidht entsprechen sollte man eher nicht vom Kamerainternen JPG drucken)

 

Stell die Schärfe so ein, dass sie Dir gefällt ... wenn Du RAW nutzt, bedenke, dass die JPG Einstellungen auch auf das Bild angewendet werden, das der Autofokus nutzt ... sprich, je schärfer und kontrastreicher, desto leichter hat es der AF.

Viele RAW Fotografen nutzen das, um ihrem AF ein wenig zu helfen, dass das Bild dann etwas seltsam wird, nehmen sie in Kauf, da sie das JPG aus der Kamera eh nicht benötigen.

 

 

 

Welcher Kreativmodus und welche Einstellungen für Kontrast, Sättigung und insbesondere Schärfe entsprechen denn nun am ehesten einem nicht bearbeiteten, schlicht nach JPEG gewandelten Bild?

 

Die Frage kann man eigentlich nicht beantworten, es kommt auf den Konverter an und auf die Grundeinstellungen ... und auf die Einstellungen, die Du gewählt hast (normalerweise hat man ja seine Importeinstellungen, die gleich beim Überspielen nach Lightroom oder dem entsprechenden Programm angewendet werden)

 

Ein tatsächlich unbearbeitetes JPG bekommst Du nahezu, wenn Du in Lightroom auf "Linear" als Vorgabe gehst .... aber glaub mir, so willst Du Deine JPGs definitiv nicht haben.

 

 

 

Wichtig für ein gutes Sony JPG aus der Kamera ist, die DRO Einstellung, diese passt die Tonwertkurve an, so dass die Tiefen nicht absaufen ... mit einer leichten Minuskorrektur ist eine Alpha in der Lage einen beeindruckenden Tonwertumfang in ein JPG zu quetschen.

DRO Auto ist sicher ein guter Anfang.

bearbeitet von nightstalker
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Wow, vielen Dank erst mal für die ausführliche Antwort!

 

Habe dazu noch einige Fragen:

 

Ein konvertiertes Bild muss immer geschärft werden ... im Allgemeinen gibt es im Konverter (und in der Kamera) eine Grundeinstellung, die dann als Null angezeigt wird, diese sollte eine vernünftige Stärke haben ...

 

Ok, aber kann eine Aussage darüber getroffen werden, wie sich die Konverter der Sony-Kameras allgemein oder bestimmter Modelle diesbezüglich verhalten? Vermutlich gibt es ja modellspezifische Unterschiede, zum Beispiel habe ich den Eindruck (der sich beim Vergleich zwischen JPEG und RAW auch bestätigt) dass meine A33 relativ stark nachschärft, während die A6000 deutlich weniger stark eingreift.

 

 

das runterzudrehen macht eigentlich keinen Sinn .. denn wenn man das Bild bearbeiten will, kann man auch gleich das RAW nutzen (macht deutlich mehr Sinn, als am JPG rumzupfuschen)

 

Nun ja, RAWs kann man eben leider nicht in allen Situationen verwenden, deswegen die Frage nach den JPEGs: Zum Beispiel werden HDR, Bildeffekte, Digitalzoom und diverse Apps nur für JPEGs unterstützt.

 

Zudem bieten diverse Kompaktknipsen von Sony (z.B. alle WX und HX Modelle) gar kein RAW-Format, haben aber zum Teil ebenfalls den Kreativmodus an Bord, die Frage nach der optimalen Einstellung stellt sich auch dort.

 

Will man ein JPG aus der Kamera verwenden, ist es besse die Schärfe höher zu haben ... denn das macht zwar Artefakte in der 100% Ansicht, doch sieht es auf ausgegebenen Bildern knackiger aus (Poster, die der 100% Ansidht entsprechen sollte man eher nicht vom Kamerainternen JPG drucken)

 

 

 

Genau diese Artefakte (Überschwinger usw.) sind das Problem, diese möchte ich in besagten Situationen, in welchen ich nur JPEGs verwenden *kann*, vermeiden. Nachschärfen kann und werde ich immer noch später am PC, die Kamera soll da lieber die Finger von lassen.

 

wenn Du RAW nutzt, bedenke, dass die JPG Einstellungen auch auf das Bild angewendet werden, das der Autofokus nutzt ... sprich, je schärfer und kontrastreicher, desto leichter hat es der AF.

Viele RAW Fotografen nutzen das, um ihrem AF ein wenig zu helfen, dass das Bild dann etwas seltsam wird, nehmen sie in Kauf, da sie das JPG aus der Kamera eh nicht benötigen.

 

 

 

Was, ist das wirklich so !???? Ich war biser der absoluten Überzeugung, dass die Kreativmodi ein reines Post-Processing darstellen, d.h. eine kamera-interne, software-mässige Bearbeitung des Fotos *nach* der Aufnahme, somit absolut AF-irrelevant. Das würde dann ja wohl auch nicht nur für die Schärfe, sondern auch für die Kontrast-Einstellung gelten, welcher in erhöhter Form ebenfalls dem AF dienlich wäre.

 

Kann deine Aussage belegt werden bzw. gibt es irgendwo Insider- oder offizielle Informationen dazu? Und ich nehme an, dass dies in erster Linie für den Kontrast-AF gilt und weniger für den PDAF (bei den Kameras die solchen haben)?

 

 

Die Frage kann man eigentlich nicht beantworten, es kommt auf den Konverter an und auf die Grundeinstellungen ... und auf die Einstellungen, die Du gewählt hast (normalerweise hat man ja seine Importeinstellungen, die gleich beim Überspielen nach Lightroom oder dem entsprechenden Programm angewendet werden)

 

 

Ich meinte den kamera-internen JPEG-Konverter, nicht irgendwelche Computer-Programme. Wenn sich die Kreativmodus-Einstellungen für Schärfe etc. (gemäss deiner Ausage) auf den Autofokus auswirken, wäre ja zu vermuten, dass sie auch auf die Funktionsweise der JPEG-Engine der Kamera beeinflussen.

 

 

Wichtig für ein gutes Sony JPG aus der Kamera ist, die DRO Einstellung, diese passt die Tonwertkurve an, so dass die Tiefen nicht absaufen ... mit einer leichten Minuskorrektur ist eine Alpha in der Lage einen beeindruckenden Tonwertumfang in ein JPG zu quetschen.

DRO Auto ist sicher ein guter Anfang.

 

 

 

Wo stellt man denn eine Minuskorrektur ein? Ich dachte es gäbe bei DRO nur Auto und Level 1-5. Und generell wird ja auch eher empfohlen, DRO ganz auszuschalten, weil es in kritischen Situation das Rauschen erhöht.

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Er meinte eine Minuskorrektur der Belichtung. Also je nach Licht -0.3 bis -1.0 EV. DRO passt die Tiefen an, die Lichter nicht. Ist ein Himmel oder sonstwas ausgefressen regelt man am besten EV runter, dann geht es aber die Tiefen sind natürlich recht dunkel und saufen ab. Mit DRO kompensiert man dieses wiederum. Klappt recht gut - nutze auch seit kurzem JPG anstatt RAW weil ich zur Zeit keinen PC aufgebaut habe. Da kann man schon schöne Bilder mit machen wenn man den Dreh raus hat.

 

Das DRO das Rauschen verstärkt ist eigentlich Quatsch und dennoch wahr. Mehr rauschen wird es nicht, aber wenn er die Tiefen hochzieht rauscht es eben dort mehr. Man hat die Wahl: Abgesoffene Schatten oder etwas mehr Rauschen in den Tiefen - ich wähle das superminimale Rauschen :)

 

Das mit der Schärfe habe ich so nicht probiert. kann dazu nichts sagen. Habs auf Neutral (0). Und dafür die Sättigung auf +1.

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Ok, aber kann eine Aussage darüber getroffen werden, wie sich die Konverter der Sony-Kameras allgemein oder bestimmter Modelle diesbezüglich verhalten? Vermutlich gibt es ja modellspezifische Unterschiede, zum Beispiel habe ich den Eindruck (der sich beim Vergleich zwischen JPEG und RAW auch bestätigt) dass meine A33 relativ stark nachschärft, während die A6000 deutlich weniger stark eingreift.

 

Hab mir dies bei den Sonys bislang nicht angesehen, bei vielen Kameras können diese Einstellungen jedoch modellspezifisch und auch noch in Abhängigkeit des JPG-Modus abgestimmt sein. Vermeintlich gleiche Einstellungen könnne daher zu deutlich abweichenden Ergebnissen führen. Daher würde ich es beim eigenen Modell im gewünschten JPG-Modus auf jeden Fall selbst austesten.

 

Am einfachsten und zuverlässigsten für's Rausfinden der möglichst neutralen Schärfeeinstellung finde ich folgende Vorgangsweise:

Schnapp dir ein mit schwarzen Buchstaben bedrucktes weisses Medium (=> möglichst hoher Kontrast mit scharfen Kanten) - also einfach ein bedrucktes Blatt Papier, einen Buchklappentext, DVD Box-Rückseite etc. - (achte auf scharfe Schrift, keine verwaschenen Kanten und/oder niedrige Auflösung - tiefschwarz & scharf), Kamera mit möglichst hochauflösendem Objektiv bei Optimalblende auf Stativ, Abstand der Kamera zum Text derart wählen, dass einzelne Buchstaben im Bild ~10-20 Pixel an Höhe aufweisen (finde die Ränder bei dieser Auflösung am einfachsten beurteilbar), Fokussierung auf einen bestimmten Buchstaben im mittleren Bildbereich (manuell, mit Lupe), Serie mit Bildern mit allen verfügbaren Schärfeeinstellungen des gewünschten JPG-Modus (Standard, Neutral, etc.) schießen, Fotos am PC betrachten und dort nach Schärfungsartefakten an den Rändern des anfokussierten Buchstabens suchen (ruhig mit der digitalen Lupe gehörig Pixelpeepen). Diese Schärfungsartefakte werden zumindest bei den höheren Einstellungen sehr deutlich sichtbar sein, je geringer die Einstellung desto weniger. Im Idealfall wird bei einer Einstellung der Punkt erreicht an welchem du diese Artefakte gerade nicht mehr siehst (bei manchen Kameras sind sie auch bei der niedrigsten Einstellung noch sichtbar, weil auch dabei immer noch geschärft wird). Diese Schärfeeinstellung übernimmst du künftig für möglichst ungeschärfte JPGs ooc bei sonst denselben JPG-Einstellungen. Damit stellst du sicher Schärfungsartefakte praktisch auszuschließen (eine "schlimmere" Situation als solch scharfkantigen Scharz-Weiss-Kontrast wirst du bei deinen Motiven nicht finden) und andererseits vermeidest du zu weiche Einstellungen, falls das Kameramodell bei sehr niedrigen Einstellungen doch weichzeichnen sollte (meist ist dies nicht der Fall).

 

bearbeitet von flyingrooster
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Danke für eure weiteren Antworten, insbesondere die Erklärung zu DRO und die Strategie zum Finden der optimalen Schärfeeinstellung.

 

Bleibt die Frage, ob bzw. inwiefern sich die Einstellung für Schärfe (und evt. auch Kontrast) wie angenommen auf das AF-Verhalten und/oder auf die kamera-interne JPEG-Engine auswirken.

bearbeitet von Meltac
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Genau diese Artefakte (Überschwinger usw.) sind das Problem, diese möchte ich in besagten Situationen, in welchen ich nur JPEGs verwenden *kann*, vermeiden. Nachschärfen kann und werde ich immer noch später am PC, die Kamera soll da lieber die Finger von lassen.

 

Bild machen, ankucken ... so einstellen, wie man es haben will.

 

Wenn Du eh am PC nacharbeitest, dann dreh die Schärfung einfach auf den minimalen Wert.

 

 

 

Was, ist das wirklich so !???? Ich war biser der absoluten Überzeugung, dass die Kreativmodi ein reines Post-Processing darstellen, d.h. eine kamera-interne, software-mässige Bearbeitung des Fotos *nach* der Aufnahme, somit absolut AF-irrelevant. Das würde dann ja wohl auch nicht nur für die Schärfe, sondern auch für die Kontrast-Einstellung gelten, welcher in erhöhter Form ebenfalls dem AF dienlich wäre.

 

 

gesichert ist, dass es nach der JPG Konvertierung passiert ... ob danach noch was angewendet wird, weiss ich nicht, dass Schärfe und Kontrast einen Einfluss haben, ist eigentlich unstrittig (was nicht bedeutet, dass nicht ein Hersteller hergehen kann und alles anders macht ... würde aber eine Menge Mehrrechenarbeit bedeuten, da das Bild ja für den Sucher eh aufbereitet wird)

 

Für den Phasen AF wird das vermutlich nicht gelten, aber dazu kann ich nichts gesichertes sagen.

 

 

 

Ich meinte den kamera-internen JPEG-Konverter, nicht irgendwelche Computer-Programme.

 

Du sprachst von einem "ein möglichst neutrales Ergebnis, analog zum RAW-Format" und "einem nicht bearbeiteten, schlicht nach JPEG gewandelten Bild" ... und dafür sind "irgendwelche Computerprogramme" nunmal zuständig. Ein RAW Bild kann man nicht ansehen, das muss interpretiert werden.

 

 

 

Nun ja, RAWs kann man eben leider nicht in allen Situationen verwenden, deswegen die Frage nach den JPEGs: Zum Beispiel werden HDR, Bildeffekte, Digitalzoom und diverse Apps nur für JPEGs unterstützt.

 

diese Effekte sind (OK., bis auf HDR) oft sinnlos (wobei es mich auch schon geärgert hat, dass ich "Rich BW nicht anwenden kann, wenn RAW eingestellt ist .. zumindeest die RAWs könnte die Kamera doch auf die Karte schreiben, auch wenn die Bearbeitung nicht im RAW abgelegt wird, aber das ist so ein Sonytypischer Nervtick)

 

 

Digitalzoom zB ist nichts anderes als ein Ausschnitt, der auf volle Bildgrösse aufgeblasen wird ... das bringt keine zusätzliche Auflösung, eigentlich kann man die Bildgrösse auch so lassen wie sie ist.

 

 

 

 

 

 

 

Das DRO das Rauschen verstärkt ist eigentlich Quatsch und dennoch wahr.

 

 ... ja, die das behaupten, sagen meist im gleichen Atemzug, dass sie lieber nachträglich am PC aufhellen ... was dann halt auch wieder das Rauschen erhöht (eigentlich nicht, aber man sieht das vorhandene halt besser nach der Aufhellung)

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gesichert ist, dass es nach der JPG Konvertierung passiert ... ob danach noch was angewendet wird, weiss ich nicht, dass Schärfe und Kontrast einen Einfluss haben, ist eigentlich unstrittig (was nicht bedeutet, dass nicht ein Hersteller hergehen kann und alles anders macht ... würde aber eine Menge Mehrrechenarbeit bedeuten, da das Bild ja für den Sucher eh aufbereitet wird)

 

Für den Phasen AF wird das vermutlich nicht gelten, aber dazu kann ich nichts gesichertes sagen.

 

Ok, danke. Werde es einfach mal mit diversen Sony-Kameras ausprobieren, vermutlich gibt's da ja noch Unterschiede. Erstaunlich finde ich aber, dass ich den Zusammenhang zwischen AF und Kreativmodus bisher in noch keiner Foren-Diskussion ums AF-Verhalten irgendeiner Kamera gelesen habe (gerade im spiegelfreien Bereich gibt es ja zahlreiche davon).

 

 

Du sprachst von einem "ein möglichst neutrales Ergebnis, analog zum RAW-Format" und "einem nicht bearbeiteten, schlicht nach JPEG gewandelten Bild" ... und dafür sind "irgendwelche Computerprogramme" nunmal zuständig.

 

 

Gut, mein Fehler, ich hätte wohl schreiben sollen "ein möglichst neutrales ooc-Ergebnis, analog zum RAW-Format" und "einem nicht bearbeiteten, schlicht nach JPEG gewandelten Bild ooc"...

 

diese Effekte sind (OK., bis auf HDR) oft sinnlos (wobei es mich auch schon geärgert hat, dass ich "Rich BW nicht anwenden kann, wenn RAW eingestellt ist .. zumindeest die RAWs könnte die Kamera doch auf die Karte schreiben, auch wenn die Bearbeitung nicht im RAW abgelegt wird, aber das ist so ein Sonytypischer Nervtick)

 

Digitalzoom zB ist nichts anderes als ein Ausschnitt, der auf volle Bildgrösse aufgeblasen wird ... das bringt keine zusätzliche Auflösung, eigentlich kann man die Bildgrösse auch so lassen wie sie ist.

 

Dies ist Ansichtssache, ich gebe dir grundsätzlich auch Recht, die meisten der genannten Dinge kann man einfach und besser am PC machen. Nicht aber HDR, welches ich gerne und oft nutze.

 

Bei Digitalzoom ist es gemäss meiner Erfahrung so, dass Sony's "Clear Zoom" besser interpoliert alle bisher von mir getesteten PC-Programme. Noch viel mehr Berechtigung hat er aber bei Powerzooms, wo ich bereits bei der Bildkomposition den perfekten Ausschnitt wählen kann, auch wenn der optische Zoom nicht ausreicht, und nicht erst später am PC.

 

Nebenbei hat diese Dinge Olympus wesentlisch besser gelöst, da kannst du im Format "RAW+JPEG" alle diese Gimmiks verwenden, aber sie werden nur aufs JPEG angewendet und nicht auf das gleichzeitig gespeicherte RAW.

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Habe dies gestern mit einer einfachen, an flyingrooster's Vorgehensweise angelehnten Testreihe mal ausprobieren, allerdings mit der HX60V, welche ich gerade zur Hand hatte. Kreativmodus Standard, Schärfe -3 bis +3 jeweils eine Aufnahme, alle anderen Parameter identisch. Die HX- und WX-Reihe ist geradezu prädestiniert, um die Auswirkungen der verschiedenen Einstellung zu testen, weil die JPEG-Engine (ooc) sehr stark ins Bildergebnis eingreift, insbesondere nachschärft, was Artifakte hinterlässt.

 

Das Ergebnis meines Tests ist relativ deutlich: Bei negativen Schärfewerten fallen nicht weniger Artifakte an, sondern diese bestehen weiterhin in gleicher Ausprägung und werden nur weichgezeichnet. Das scheint meine Vermutung zu bestätigen, dass die Kreativmodi immer als reiner Post-Processing Effekt nach der Aufnahme und der JPEG-Wandlung auf das Bild angewendet werden und die Wandlung (inkl. Schärfung) nicht direkt beeinflussen. Schade.

 

Somit liegt meiner Meinung nach der Schluss nahe, dass doch wie ursprünglich angenommen die Einstellung 0 den Neutralwert darstellt, bei dem nebst der unvermeidbaren Nachbearbeitung durch die kamera-interne JPEG-Engine nichts am Bild weiter verändert wird.

bearbeitet von Meltac
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Ich weiß nicht, ob meine Beobachtung weiterhilft, aber ich nutze an meiner rein manuell genutzten A7 die Schärfeeinstellung, um das Peaking deutlicher hervortreten zu lassen: Für Situationen, bei denen mir die Lupe zu lange dauern würde und ich möglichst schnell und gut mittels Peaking fokussieren will, stelle ich den Kreativmodus auf Schwarzweiß mit höchster Schärfe ein (das RAW ist dadurch ja nicht betroffen). Dadurch ist das farbige Peaking sehr schnell und deutlich zu sehen. Verändere ich nun die Schärfeeinstellung des Kreativmodus, sieht man im Livebild deutlich, dass die farbigen Kanten je nach Einstellung mehr oder weniger zutage treten. Spricht das nicht gegen die These einer erst nachträglichen Schärfung oder Weichzeichnung?

bearbeitet von leicanik
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Verändere ich nun die Schärfeeinstellung des Kreativmodus, sieht man im Livebild deutlich, dass die farbigen Kanten je nach Einstellung mehr oder weniger zutage treten. Spricht das nicht gegen die These einer erst nachträglichen Schärfung oder Weichzeichnung?

 

Danke für deinen Input. Bin gar nicht auf diese Idee gekommen, hört sich für manuelles Fokussieren aber ziemlich nützlich an :)

 

Ich bin allerdings nicht der Ansicht, dass das gegen die These der nachträglichen Schärfekorrektur spricht, weil das Focus Peaking selber ja auch ein Post-Processing ist, welches einfach nur auf das LiveView- bzw. Sucherbild und nicht auf die gespeicherte Aufnahme angewendet wird. Nach deiner Beobachtung würde zuerst der Kreativmodus und danach die Kantenhervorhebung auf das Monitorbild angewendet, bei der Speicherung jedoch nur der Kreativmodus, und dieser eben nach der Wandlung nach JPEG mit entsprechender Schärfung.

bearbeitet von Meltac
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Leuchtet mir (leider) ein. Ein Grund mehr, wo es geht RAW zu verwenden.

 

(Nebenbei: Ja, die Methode ist für das manuelle Arbeiten ziemlich praktisch. Ich habe vergessen dazu zu sagen, dass ich die Peaking-Stufe dabei auf "low" stehen lasse. Bei höheren Stufen zeigt es mir zu viele Kanten an und wird damit zu ungenau. Bei Schärfe auf Standard 0 sehe ich aber je nach Motiv manchmal auch fast gar keine Kanten. Mit Schärfe auf 3 ist es dagegen gut nutzbar).

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  • 3 weeks later...

 

 

Was, ist das wirklich so !???? Ich war biser der absoluten Überzeugung, dass die Kreativmodi ein reines Post-Processing darstellen, d.h. eine kamera-interne, software-mässige Bearbeitung des Fotos *nach* der Aufnahme, somit absolut AF-irrelevant. Das würde dann ja wohl auch nicht nur für die Schärfe, sondern auch für die Kontrast-Einstellung gelten, welcher in erhöhter Form ebenfalls dem AF dienlich wäre.

 

 

... und die Antwort drauf ....

 

gesichert ist, dass es nach der JPG Konvertierung passiert ... ob danach noch was angewendet wird, weiss ich nicht, dass Schärfe und Kontrast einen Einfluss haben, ist eigentlich unstrittig (was nicht bedeutet, dass nicht ein Hersteller hergehen kann und alles anders macht ... würde aber eine Menge Mehrrechenarbeit bedeuten, da das Bild ja für den Sucher eh aufbereitet wird)

 

Fällt mir auch schwer zu glauben. Andererseits muss die Kamera ja die Bayer-Pixel ohnehin umrechnen. Aber warum sollte die Kamera schon vor dem Auslösen ein komplettes jpeg rechnen? Geht das so schnell?

Vielleicht ein Zwischenschritt auf dem Weg zum jpeg?

Hast Du mehr Infos?

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