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Von vielen beliebten manuellen Objektiven der 70er und 80er aller großen hersteller wie Canon, Minolta MC, Konica Hexanon, gibt es Objektive mit halben Blendenstufen und welche, die nur ganze Blendenstufen bieten.

 

Dieses How2 soll zeigen, wie man bei den neueren Objektiven die halben Blendenstufen nachrüstet.

 

Erstere Objektive sind dabei meist die etwas früheren (70er jahre) Modelle und bieten zwar den Vorteil genauer über die Tiefenschärfe entscheiden zu können, sind jedoch nicht selten bei Beschichtung, Zustand und Gewicht+Größe schlechter als die 80er Jahre Objektive.

 

Die Einführung von Programmodi, die Blende bzw. Verschlusszeit elektronisch berechnen führte zu einer Vereinfachung der Objektive, da immer mit ganzen Blendenschritten gerechnet wird. Das geht dann auch meistens einher mit kürzeren Einstellwegen für die Blende+Fokus, sowie einigen Kunstoffteilen, Gummiringe für den Fokus und generell kompaktere und leichtere Objektive. Mit den Verbesserungen bei der Filmempfindlichkeit kann man bei 80er Objektiven auch meist Blende F22 anwählen, vorher meist auf F16 beschränkt.

 

Je nach Typ sind daher die frühen Modelle meistens teurer als die späten, selten umgekehrt. Dabei bieten die späteren Objektive meist bessere Beschichtungen und ein nicht selten optimiertes Baumaß und Gewicht (häufig sogar mit derselben optischen Formel), sind also für Systemkameras eigentlich attraktiver. Einigen Objektivneuvorstellungen gehen gar keine Versionen mit halber Blendenstufe voraus, aber auch diese kann man zu halben Blendenstufen nachrüsten.

 

 

Interessant sind halbe Blendenstufen nicht nur um die volle Kontrolle über Belichtung & Bokeh zu haben, sondern auch vor allem um den besten Kompromiss aus einer lichtstarken Optik zu holen.

 

Etwa im Fall eines Hexanon 40mm F1.8 Pancake, ist die Abbildungsleistung voll offen nur bedingt zufriedenstellen, bei F2.8 jedoch schon knackscharf. Um eine möglichst große Hintergrundunschärfe hin zu bekommen, wäre es aber toll, wenn man den sweetspot zwischen F2.8 und F1.8 anwählen könnte (F2.0-2.4).

 

 

benötigtes Werkzeug:

- Uhrmacherschraubenzieher (Kreuzschlitz Phillips PH1 oder kleiner)

- Nadelfeilen/kleine Schlüsselfeilen

- Aufbewahrungsboxen für Kleinteile (z.b. filmdosen)

 

Nachmachen auf Eigene Gefahr und eigenes Risiko!

 

1. Öffnen des Objektivs vom Flansch aus (4Schrauben lösen)

 

2. Aushaken des Mitnehmers der Blendensteuerung

 

3. Abnehmen des Blendenrings (vorsicht Kugel + Feder springt ggf. raus)

 

4. Einfeilen der zusätzlichen Blendenstufen

 

5. Kugel und Feder einlegen, Blendenring spannen

 

6. Mitnehmer einhängen, Flansch anschrauben (locker)

 

7. Unendlichkeitseinstellung an Kamera testen (ggf. ein paar mal abnehmen und die Flanschrauben stärker anziehen)#

 

 

 

Hinweise und weitere Möglichkeiten:

- Die halben Blendeneinstellungen sind keinswegs genau. Da die ganzen Blenden in der Regel nur ca. 2mm auseinanderliegen, kann eine Abweichung von 0.1-0.2mm schnell zu einer 10-20% falschen Blende führen. Für die berechnung der Belichtung von Analogfilm kann das fatal sein, bei einer Digitalkamera jedoch wird die belichtungskorrektur ja automatisch durchgeführt bzw. direkt angezeigt. Eine ungenaue halbe Blende ist also völlig egal - genauso kann man sich auch drittel Blenden oder ein ganz eigenes System reinfeilen.

- Weglassen der Kugel und Feder ermöglicht die Stufenlose Blendeneinstellung. Das ist besonders für Filmer interessant. Ggf. sorgt ein Stück Gummi in dem Loch wo vorher die Kugel war für die notwendige Spannung dass der Blendenring sich nicht zu leicht von selbst dreht.

- Das weglassen des AE-Lock Arretierungsknopfes, das falsch einsetzen der arretierungsfeder oder das festkleben von innen mit einem tropfen sekundenkleber (reversibel) macht Sinn. Bei Systemkameras will man die Blend eja immer von hand einstellen, der Arretierungsknopf für die Steuerung durch den Body hat also keinen Sinn und Zweck mehr und stört eher bei der Bedienung wenn man ausversehen zu weit abblendet.

 

 

Ergebnisse:

- Ich besitze jetzt ein überaus seltenes Hexanon 40mm F1.8 Pancake mit Blendenclicks für F2.0 und F2.4, 2.8, 3.2(...) ohne nervigen AE-Lock! - dieses Objektiv hat einen recht weichen Plastikring für die Blende obwohl der Rest aus Metall ist, also aufpassen beim feilen!

- Hexanon 50mm F1.4 (stabiler Aluring, die halben clicks habe ich auch nur halb so tief gemacht, damit man haptisch spürt was halb und voll ist).

 

 

Nachahmung auf eigene gefahr und verantwortung.

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Herzlichen Dank für diese Anregung - muss ich demnächst auch mal probieren. Der große Sprung von Blende 1.8 (meist nicht brauchbar) und 2.8 (oft schon zu klein) ist mein Hauptkritikpunkt an diesem feinen Objektiv. Allerdings hat das Olympus 45mm/F1.8 bei mir den Gebrauch des Hexanon AR doch fast gänzlich ersetzt - würde für mich also eher stufenlos ein Gewinn sein .. :cool:

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stufenlos geht auch gut, einfach die feder + kugel beim zusammenbau weglassen. wenn der blendenring dann nicht fest genug sitzt hilft etwas teflonband (aus dem rohrdichtungs- / sanitärbereich) das man vorher auf den innenring wickelt bevor man den blendenring aufsetzt.

 

ja, würde ich ein oly 45mm besitzen, hätte ich das vermutlich auch gar nicht ausprobiert ;)

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  • 8 years later...
vor 7 Stunden schrieb rankared:

Ist es möglich, auch bei den aktuellen Canon EF-Optiken der L-Serie die Blende stufenlos beweglich zu machen?

Diese Objektive haben keinen Blendenring. Die werden von der Kamera angesteuert. Da kannst du mit der Schlüsselfeile aus dem Baumarkt gar nichts machen.

Wer Lust darauf hat ein aktuelles Objektiv zu zerlegen, der studiere zuerst die Zerlegungsorgien der Freaks auf lensrentals.com. Ein Objektiv aus den 70er Jahren kann man mit entsprechendem Feinmechanikerwerkzeug relativ simpel zerlegen und wieder zusammen bauen. Solange keine Linsen verschoben werden, geht das. Ich habe damals selbst das komplizierte Canon FD Bajonett unfallfrei auseinander und wieder zusammen gebaut.

Moderne Objektive sehen ohne Außenhülle aus wie Jettriebwerke für Modellflugzeuge. Da sagen selbst die Lensrental Freaks manchmal "Ok, in diesem Bereich rühren wir nichts an". Selbst wenn man die wieder funktionsfähig zusammen bekommt, kann anschließend irgend etwas nicht mehr korrekt justiert sein.

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Am 19.9.2012 um 18:05 schrieb davidzo:

Die halben Blendeneinstellungen sind keinswegs genau. Da die ganzen Blenden in der Regel nur ca. 2mm auseinanderliegen, kann eine Abweichung von 0.1-0.2mm schnell zu einer 10-20% falschen Blende führen. Für die berechnung der Belichtung von Analogfilm kann das fatal sein, bei einer Digitalkamera jedoch wird die belichtungskorrektur ja automatisch durchgeführt bzw. direkt angezeigt. Eine ungenaue halbe Blende ist also völlig egal - genauso kann man sich auch drittel Blenden oder ein ganz eigenes System reinfeilen.

Nicht dass es jetzt für allfällige Umbauarbeiten essentiell wichtig wäre, aber:

Es ist richtig, dass eine geringe Abweichung beim Feilen zusätzlicher Rastungen zu einer analogen Fehlstellung der Blende führen wird.

Es ist falsch, dass dies fatale Folgen ben muss. Das gesamte System der rein mechanischen Systems der 70er Jahre - Messgenauigkeit des Belichtungmessers - Genauigkeit des manuellen Verschlusses - Genauigkeit und Wiederholbarkeit der Blendeneinstellung des Objektives - Sorgfalt des Labors bei der Filmentwicklung - hatte so viele sich addierende Toleranzen, dass man froh war, wenn die in einem Bereich lagen, welchen der Film noch tolerierte. Und da fielen Abweichungen von einer halben Blende gerade einmal im direkten Vergleich auf. Es musste schon eine ganze Blende daneben liegen, damit die Betrachter es ohne Vergleichsmöglichkeit als zu hell oder zu dunkel einstuften. Mal abgesehen, dass es damals "in" war, Diafilm etwas knapper zu belichten, um in der Projektion sattere Farben zu erzielen. Bei Negativfilm hat man ohnehin die Möglichkeit, bei der Belichtung des Fotopapiers noch zu korrigieren. Da reichte es, wenn die Belichtung nicht mehr als 2 Blenden vom Sollwert abwich. Für die Alchemisten, welche gezielt auf Lichter oder auf Schatten belichteten, um bei der Laborarbeit das letzte Quentchen raus zu holen, war der Belichtungsmesser der Kamera ohnehin nur eine Empfehlung.

Eben weil einige Kamerakonstrukteure sich nicht so recht auf die Präzision älterer Objektive verlassen mochten, habe sie schon in den 80er Jahren bei manchen Modellen Kontrollmessungen bei Arbeitsblende vorgesehen, um etwaige Abweichungen zu korrigieren. Bei Minolta weiß ich es, aber das hatten auch andere.

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Noch ein kleiner Hinweis für den Einsatz historischer Nikon Objektive:

Es gibt Nikon Objektive mit (bis vor etwa 2 Jahrzenten) und ohne Blendenring. Die Blendenmechanik ist im wesentlichen die Gleiche. Nikon (D)SLR seit der FA nutzen den Blendenhebel in der Kamera, um die Blende zu steuern. Der Blendenring muss dabei auf die kleinste Blende gestellt werden. Bei Nikon G Objektiven fehlt der Blendenring und die Steuerung muss generell über die Kamera erfolgen. Daher gibt es für die Verwendung solcher Objektive an Fremdkameras Adapter mit eigenem Blendenring. Einige dieser Adapter haben keine Blendenrastung. Das kann auch Objektiven mit Blendenring zu Gute kommen. Man schließt am Objektiv die Blende bis zum Anschlag und verwendet den - stufenlosen - Blendenring des Adapter zur Einstellung. Wer eine größere Kiste voller alter Nikon Objektive hat, kann diese alle ohne Umbau ohne Blendenrastung verwenden. Außer an einer Nikon SLR selbst. Da gibt es ja keinen Adapter.

Der Trick funktioniert natürlich nicht mit den ganz neuen Typ E Objektiven. Die haben eine rein elektrische Blende ohne Hebelchen und Nöppchen.

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vor 8 Stunden schrieb rankared:

Ist es möglich, auch bei den aktuellen Canon EF-Optiken der L-Serie die Blende stufenlos beweglich zu machen? Ich frage, weil ich oft mit den Fotoobjektiven filme... Danke für Hinweise!

Fast stufenlos...

Alle Canon Linsen die ich habe lassen sich mit einer geeigneten Kamera in 1/8EV Schritten verstellen.

https://youtu.be/sETz7PhPMaI

https://youtu.be/nG2YqO0AFlE

 

bearbeitet von c_joerg
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