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Die Feldwespen sind derzeit ganz närrisch nach den Blüten der Königskerze. Andere Blütenbesucher haben sie weitgehend vergrämt. Die Bienen sind beim Dost und sehen nur gelegentlich vorbei. Lediglich die Wanzen lassen sich nicht vertreiben. Die sind aber auch keine direkte Nahrungskonkurrenz.

Agile Insekten zu fotografieren ist immer eine Herausforderung. Mit dem Telemakro bleibt man zwar auf einem gewissen Abstand, trotzdem wird die Kamera als Indiskretion empfunden. Was sie ja auch ist. Da trifft es sich gut, wenn einmal ein Exemplar eine Ruhepause einlegt.

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Aber mit dieser Wespe stimmt etwas nicht. Der Hinterleib wirkt merkwürdig verbreitert. Das will nichts Gutes heissen.

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Und in der Tat, die arme Wespe ist mit mindestens drei Parasitoiden der Spezies Xenos vesparum stylopisiert (Wer denkt sich bloß diese Begriffe aus). Der wissenschaftliche Name Xenos vesparum kann mit "Feind der Wespe" übersetzt werden und in der Tat, ein Freund ist das nicht. Wikipedia hat allerhand Wissenswertes über den Wespenfeind. Wer noch tiefer in die Materie eindringen will, findet etwa in dieser Arbeit weitere Details.

Wir dürfen davon ausgehen, dass viele Naturfreunde schon einmal Xenos vesparum begegnet sind. Aber der Parasitoid ist sehr klein und sehr unauffällig. Ich habe Bilder von stylopisierten Wespen im Netz gefunden, bei welchen der Autor mit keinem Wort auf den Befall eingeht. Offensichtlich hält er sein Werk für ein Bild einer Wespe und hat gar nicht gemerkt, dass da noch jemand im Bilde ist.

Ich habe diese Beobachtung zum Anlass genommen, den derzeit zahlreich herumschwirrenden Feldwespen genauer aufs Hinterteil zu sehen und habe in kurzer Zeit drei weitere befallene Exemplare gefunden. Ziemliche Seuchengegend hier, wie es scheint. Auch wenn in Fachkreisen einem einzelnen Befall noch keine wesentliche Minderung der Restlebenszeit zugeschrieben wird, drei Parasitioden sind jedenfalls ein Todesurteil. Schwer zu sagen. ob die vermeintliche Geduld der Wespe in Wahrheit Schwäche war. Irgendwann ist sie dann doch davon geflogen. Die Schicksalsgefährten, die nur einen Parasitoiden hatten, zeigten aber keinerlei Wesensunterschied zu gesunden Exemplaren.

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Nachtrag aus gegebenen Anlass:

Die folgende Aufnahme ist eigentlich für den Mülleimer, aber als "Nachweis der Sichtung" doch von einem gewissen Interesse.

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Die bedauernswerte Wespe ist gleich mit fünf Parasitoiden "aufmagaziniert". Das ist nicht mehr weit vom "Inoffiziellen Weltrekord" von sieben. Ein weiterer Tag Freilandforschung schraubt die Schätzung der befallenen Wespen auf zwischen zehn und zwanzig Prozent. Das dürfte eine außergewöhnlich hohe Rate sein. Allerdings scheinen die Wespen doch einiges auszuhalten. Das heute entdeckte Exemplar wirkte auf den ersten Blick nicht sichtbar beeinträchtigt. Wiewohl sich der Begriff des "Parasitoiden" vom "Parasiten" dadurch abgrenzt, dass der Parasit an den Ressourcen des Wirtes schmarotzt, ihn aber am Leben lässt, während der Parasitoid seinem Wirt irgendwann das Leben kosten wird.

 

bearbeitet von tengris
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