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Hallo zusammen!

 

Mich würde interessieren, wie sich mein 85mm 1.8 gegenüber einem 50mm 1.2 in sachen Tiefenschärfe verhält. Ein 85 1.2 gegenüber dem Noktor Hyperprime T 0.95 wäre auch interessant!

Kenn jemand die Formel für Excel, oder gibt es dazu einen Rechner?

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Mich würde interessieren, wie sich mein 85mm 1.8 gegenüber einem 50mm 1.2 in sachen Tiefenschärfe verhält. Ein 85 1.2 gegenüber dem Noktor Hyperprime T 0.95 wäre auch interessant!

Bei gleichem Abbildungsmaßstab besitzt das Objektiv mit der größeren Blendenöffnung immer die geringere Schärfentiefe. Unabhängig von der Brennweite.

 

Wenn der Abbildungsmaßstab nicht konstant gehalten werden kann/soll, ist's eigentlich egal, weil dann ohnehin mindestens eines der Objektive von der Brennweite unpassend für die Aufnahme ausfällt bzw. zu gänzlich anderer Bildkomposition führt. ;)

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Bei gleichem Abbildungsmaßstab besitzt das Objektiv mit der größeren Blendenöffnung immer die geringere Schärfentiefe. Unabhängig von der Brennweite.

 

Wenn der Abbildungsmaßstab nicht konstant gehalten werden kann/soll, ist's eigentlich egal, weil dann ohnehin mindestens eines der Objektive von der Brennweite unpassend für die Aufnahme ausfällt bzw. zu gänzlich anderer Bildkomposition führt. ;)

 

Nicht ganz - die Entfernung geht auch noch mit in die Kalkulation ein.

 

Angenommen, man verdoppelt die Entfernung und verdoppelt die Brennweite und lässt die Blendenzahl unverändert, dann verdoppelt sich die Blendenöffnung und Schärfentiefe und Abbildungsmassstab bleiben unverändert, aber die Perspektive ändert sich ;-)

 

Ausserdem wird dann der Zerstreuungskreis im Unendlichen -also der "Freistellungseffekt" (den man nicht mit der Schärfentiefe verwechseln sollte)- doppelt so gross.

 

Peter

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Nicht ganz - die Entfernung geht auch noch mit in die Kalkulation ein.

 

Angenommen, man verdoppelt die Entfernung und verdoppelt die Brennweite und lässt die Blendenzahl unverändert, dann verdoppelt sich die Blendenöffnung und Schärfentiefe und Abbildungsmassstab bleiben unverändert, aber die Perspektive ändert sich ;-)

Stimmt. Ich schrieb ja "bei gleichem Abbildungsmaßstab" - den kann ich nicht gleichhalten ohne bei anderer Brennweite die Aufnahmeentfernung und dementsprechend auch die Perspektive zu verändern. ;)

 

Bei deinem dann verdoppelt sich die Blendenöffnung stehe ich etwas auf dem Schlauch was du damit meinst. Kannst einem alten Mann kurz auf die Sprünge helfen?

 

Ausserdem wird dann der Zerstreuungskreis im Unendlichen -also der "Freistellungseffekt" (den man nicht mit der Schärfentiefe verwechseln sollte)- doppelt so gross.

Da der TO allerdings lediglich nach Unterschieden hinsichtlich der Schärfentiefe gefragt hat und dementsprechende Berechnungen, hab ichs nicht weiter erwähnt.

Aber ich stimme dir auch hier zu. Ein entscheidender Parameter für Freistellspielchen, sofern diese geplant sind.

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Stimmt. Ich schrieb ja "bei gleichem Abbildungsmaßstab" - den kann ich nicht gleichhalten ohne bei anderer Brennweite die Aufnahmeentfernung und dementsprechend auch die Perspektive zu verändern. ;)

 

Bei deinem dann verdoppelt sich die Blendenöffnung stehe ich etwas auf dem Schlauch was du damit meinst. Kannst einem alten Mann kurz auf die Sprünge helfen?

 

 

Da der TO allerdings lediglich nach Unterschieden hinsichtlich der Schärfentiefe gefragt hat und dementsprechende Berechnungen, hab ichs nicht weiter erwähnt.

Aber ich stimme dir auch hier zu. Ein entscheidender Parameter für Freistellspielchen, sofern diese geplant sind.

 

Konkretes Beispiel:

 

Brennweite 80mm, Blende 8. => Blendenöffnung = 10mm.

Brennweite 120mm Blende 8, doppelte Entfernung. => Blendenöffnung = 160/8= 20mm, also doppelt so groß, Abbildungsmassstab unverändert, Schärfentiefe unverändert.

 

Man stellt es sich am Besten so vor: Von jedem Punkt des Motivs geht ein Lichtbündel -bzw. Lichtkegel- hin zum Objektiv. Die Schärfentiefe hängt ab vom Öffnungswinkel dieses Lichtbündels. Wenn man die Entfernung verdoppelt und die Öffnung des Objektivs verdoppelt, bleibt die Schärfentiefe gleich, vorausgesetzt, dass auch der Abbildungsmassstab gleich bleibt.

(Es ist dabei unerheblich, ob man den Abbildungsmasstab durch Verlängerung der Brennweite oder per Telekonverter oder per nachträglicher Ausschnittsvergrösserung angepasst hat)

 

Schärfentiefe und die Weichzeichnung im Hintergrund sind zwei verschiedene Effekte mit verschiedenen Ursachen und Wirkungen aber werden oft verwechselt, was zur Verwirrung führt, darauf wollte ich hinweisen.

 

Die Weichzeichnung des Hintergrundes -relativ zu den Abmessungen des Motivs- hängt nur von der Öffnung ab, während die Schärfentiefe sowohl von der Öffnung als auch von der Entfernung abhängt, wenn man gleichen Abbildungsmassstab voraussetzt.

 

Grüsse,

 

Peter

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Konkretes Beispiel: [...]

Ok, danke für die Aufklärung. Verstehe was du gemeint hast.

 

Schärfentiefe und die Weichzeichnung im Hintergrund sind zwei verschiedene Effekte mit verschiedenen Ursachen und Wirkungen aber werden oft verwechselt, was zur Verwirrung führt, darauf wollte ich hinweisen.

Gut so. Aber noch viel einprägsamer ist es dies durch Eigenversuche rauszufinden bzw. zu bestätigen. ;)

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Versuche hab ich schon (vor Jahren) gemacht.

 

Es gibt da 3 Probleme:

1. Die Schärfentiefe ist nur schwer zu messen, und bei einer subjektiven Beurteilung kann man sich leicht täuschen.

 

2. "Unendliche" Entfernung des Hintergrundes bedeutet, der Hintergrund muss in der Praxis 5-10 mal weiter weg sein, als das Motiv.

Wenn man die Kamera auf z.B. 5m Entfernung eingestellt hat, braucht man einen Hintergrund, der mindestens 25m Entfernt ist, wenn man aussagekräftige Versuche machen will.

D.h. wenn man es systematisch ausprobieren will, braucht man viel Zeit und viel Platz.

 

3. Wenn man ein Objektiv nicht hat, sondern es erst kaufen will, dann kann man keine Experimente damit machen :P

 

 

Man kann sich da ein gewisses Erfahrungswissen erwerben, aber sobald man ein anderes Kamerasystem mit anderer Sensorgrösse hat, stimmt das auch nicht mehr so richtig.

 

Es ist dann doch einfacher zu wissen, wenn ich z.B. ein Portrait mache mit einem 30mm Objektiv und Blende 8, dass die Zerstreungskreise im Hintergrund dann

nicht grösser werden, als 3,75mm, also nicht viel grösser als die Pupillen der Augen. Ganz egal wie gross der Sensor ist, ob man Ausschnitte macht oder sonstwas. Dann kann man die Bildwirkung im Vorhinein abschätzen.

Mein aktuelles Profilbild (siehe oben) habe ich mit Blende 7,5 aufgenommen, weil ich noch die Lochblende von meinem Spektivadapter auf dem Objektiv hatte. Da sieht man das ganz gut. Hätte ich Blende 2,8 genommen, dann wäre der Hintergrund so stark weichgezeichnet, dass Blätter und Halme nicht mehr zu erkennen wären.

 

Peter

bearbeitet von Peter Heckert
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Um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen:

 

Hallo zusammen!

 

Mich würde interessieren, wie sich mein 85mm 1.8 gegenüber einem 50mm 1.2 in sachen Tiefenschärfe verhält. Ein 85 1.2 gegenüber dem Noktor Hyperprime T 0.95 wäre auch interessant!

Kenn jemand die Formel für Excel, oder gibt es dazu einen Rechner?

 

85mm/1,8=47.2mm

50mm/1,2=41,6mm

 

Das sind die maximalen Zerstreuungskreise im Hintergrund.

Allzugross ist der Unterschied nicht. (14%)

 

Mit beiden kann man den Hintergrund so stark weichzeichnen, dass z.B. die Augen von Personen im Hintergrund nicht mehr erkennbar sind und daher auch die Personen kaum erkennbar sind.

 

Der Unterschied in der Schärfentiefe ist ähnlich (ca. 14%), bei vergleichbaren Aufnahmebedingungen.

 

Der Unterschied im Abbildungsmassstab ist allerdings erheblich. Für Innenraumaufnahmen ist das 80mm vielleicht zu lang.

Ein 25mm Objektiv an einer MFT Kamera würde ja bereits dem normalen Gesichtsfeld eines Menschen entsprechen, d.h. mit dem 80mm dürfte schon eine eindeutige Telecharakeristik vorliegen.

Das 50mm dürfte vielseitiger in der Anwendung sein, denn wenn man Bildausschnitte anfertigt, dürfte man eine sehr ähnliche Bildwirkung wie mit dem 80mm Objektiv erziehlen. Der Unterschied in Schärfentiefe und Freistellung ist dann lediglich 14% weniger bei dem 50mm Objektiv.

 

Über andere Parameter (Nahgrenze, Schärfe,Bokeh) kann ich nichts sagen, da ich die Objektive nicht habe.

 

Grüsse,

 

Peter

 

 

 

Peter

bearbeitet von Peter Heckert
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Wer's gerne "trendy" mag: Für Android-Geräte (z.B. Smartphones) gibt's den "DOF Calculator".

Dort kann man Kameratyp (oder auch manuell die Sensorgrösse) einstellen, Brennweite, Blende und Objektdistanz (Fokuspunkt) wählen. Dann wird einerseits den "scharfen" Bereich angezeigt ("near..." bzw. "far focus limit"), andererseits die hyperfokale Distanz (beim gewählten Blendenwert).

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Tja, Michael Reichmann ist ein Fachmann und ein sehr guter Fotograf, seine Resultate sind unzweifelhaft richtig, aber sein Sprachgebrauch verwirrt.

 

Er schreibt, er habe bei allen Objektiven die gleiche Apertur benutzt.

Das hat er nicht. Er hat bei allen Objektiven dieselbe Blendenzahl (f-number) benutzt.

Das heisst, alle Objektive, die er benutzt hat, hatten verschiedene Öffnung (aperture).

 

Er hätte das Experiment nicht machen müssen, das Resultat ist für mich überhaupt nicht verwunderlich, ich hätte es ihm vorhersagen können :D.

 

Seine Aussage, dass alle Objektive bei gleicher Öffnung und gleichem Abbildungsmassstab die gleiche Schärfentiefe liefern, ist sachlich falsch.

 

Bei gleicher Blendenzahl und gleichem Abbildungsmasstab und ungleicher Entfernung liefern sie die gleiche Schärfentiefe aber völlig verschiedene Perspektive.

 

Die Schärfentiefe bei konstanter Öffnung und konstantem Bildausschnitt, ist nämlich proportional zur Entfernung.

Man darf die Begriffe nicht durcheinanderwerfen, so wie Reichmann das in seinem Artikel tut.

Vielleicht sollte er zuerst mal Englisch lernen *g*

 

Peter

bearbeitet von Peter Heckert
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Mal abgesehen von der vielleicht etwas flapsigen Gleichsetzung von aperture und f-number - zu Recht von dir angemerkt - passt die Feststellung von Hrn. Reichmann doch.

 

Dass die Entfernung, und demnach auch die Perspektive, bei der Verwendung unterschiedlicher Brennweiten variiert, erwähnt er im Text. Zwar nicht in seinem orangen Merksatz, aber es ist doch an sich auch nicht nötig. Die entscheidenden Parameter, nämlich die Konstanten, sind erwähnt (und ja, aperture eigentlich falsch angesprochen), weitere zwingende Variablen zu erwähnen ist doch an sich nicht erforderlich, oder?

Wenn man bei variierenden Brennweiten die Abbildungsmaßstäbe konstant halten möchte, muss man ebenfalls den Abstand (und damit auch die Perspektive) verändern. Das wird nicht anders machbar sein und geht logisch daraus hervor, also warum unbedingt erwähnen?

 

Vielleicht sollte er zuerst mal Englisch lernen *g*

Das ihm bestimmte exakte britische Englisch wurde wohl durch die kanadische Umgebung verwässert... ;)

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Mal abgesehen von der vielleicht etwas flapsigen Gleichsetzung von aperture und f-number - zu Recht von dir angemerkt - passt die Feststellung von Hrn. Reichmann doch.

 

Ich hab diese Webseite schon vor Jahren gesehen, und damals hat sie mich eher verwirrt.

 

Zum einen erklärt er das nicht richtig, und zum anderen beweist er seine Behauptung mit Bildbeispielen.

 

Seine Darstellung ist unvollständig. Ein wichtiger Teilbereich wird vernachlässigt oder (absichtlich?) ausgespart.

In der 400mm Aufnahme sieht man nur den blauen glatten Himmel und einen Turm im Hintergrund.

Hätte er den Hintergrund so gewählt, dass auch ein paar Bäume zu sehen wären, dann würde man bemerken können, dass -trotz gleicher Schärfentiefe des Motivs- die Bäume im Hintergrund bei der 400mm Aufnahme viel stärker weichgezeichnet werden, als bei der 200mm Aufnahme oder den anderen Aufnahmen.

Und dies ist nur dadurch zu erklären, dass die Apertur der 400mm Linse doppelt so groß ist wie die Apertur der 200mm Linse.

 

 

Grüsse,

 

Peter

bearbeitet von Peter Heckert
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In der 400mm Aufnahme sieht man nur den blauen glatten Himmel und einen Turm im Hintergrund.

Hätte er den Hintergrund so gewählt, dass auch ein paar Bäume zu sehen wären, dann würde man bemerken können, dass -trotz gleicher Schärfentiefe des Motivs- die Bäume im Hintergrund bei der 400mm Aufnahme viel stärker weichgezeichnet werden, als bei der 200mm Aufnahme oder den anderen Aufnahmen.

Stimmt. Allerdings lief dieses gesamte Experiment ja ausschließlich hinsichtlich der Betrachtung der Schärfentiefe und nicht der Freistellung, welche ausser der Schärfentiefe noch weitere Parameter beinhaltet.

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Ich gebe mal meinen Schärfetiefenrechner zum Besten:

 

t = F*z/(a+z)

 

z = Gesichtsfeld/1500

F = Fokusentfernung

a = Apertur, also Brennweite/Blendenzahl

 

Die Formel gilt auch dann, wenn man nachträglich Bildausschnitte macht, oder einen Telekonverter einsetzt und man kann sie in einen Taschenrechner einprogrammieren.

Auch bei Spektiven gilt sie, solange die Apertur des Objektis grösser als die Austrittspupille des Okulars ist, und wenn alles genau zentriert ist und wenn es nicht vignettiert.

 

z muss einmal positiv und einmal negativ eingesetzt werden, dann erhält man die Schärfentiefe vor und hinter der Fokusebene. (Der kleinere Wert ist immer der vor der Fokusebene)

 

Grüsse,

 

Peter

bearbeitet von Peter Heckert
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Hier ein kleines Experiment:

 

Hallo, lieber Besucher! Als Forumsmitglied (kostet nix) würdest du hier ein Bild sehen…

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Das Objektiv war ein Sigma 30mm bei Offenblende 2,8

30mm/2,8 = 10,71mm.

 

Die Fokusentfernung war etwa 300mm.

Der Lichtreflex im Hintergrund war etwa 2-3m entfernt, also nicht unendlich. Deshalb erreicht der Zerstreuungskreis nicht 10,7mm sondern ist etwa 10-20% kleiner, aber es kommt gut hin.

Die Brennweiten und Blenden, die der Hersteller angibt, sind aber auch oft nicht exakte Werte, sondern Näherungswerte.

 

Das Experiment kann man mit beliebigen Objektiven und Abständen wiederholen; der Zerstreuungskreis wird nicht grösser als Brennweite/Blende.

Macht man Bildausschnitte, dann wird das Resultat natürlich auch nicht anders ausfallen.

 

Das gilt allerdings nur für den Hintergrund. Out of Fokus Lichtpunkte im Vordergrund werden bei der halben Entfernung genauso gross wie die Apertur. Sind sie weiter entfernt, werden sie kleiner, ist die Lichtquelle näher, dann wird der Zerstreuungskreis beliebig (unendlich) gross.

 

Grüsse,

 

Peter

bearbeitet von Peter Heckert
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Schön anschauliches Experiment.

Oftmals bleiben solche Tests "am Objekt" viel länger in Erinnerung und sind (zumindest bei mir) demnach auch praxisdienlicher als nur theoretisches Formelgekloppe. Lohnt sich nachzumachen (wie auch Reichmanns Test)! ;)

 

Das ist doch wirklich kein Formelgekloppe.

Der Bremsweg beim Auto ist schwieriger.

Ausserdem ist es besser selber zu denken, als einen geheimnisvollen Schärfentierechner zu benutzen, von dem man nicht weiss was er tut und ob er das richtig tut.

 

Man muss bedenken, dass die herkömmlichen Methoden um die Schärfentiefe zu berechnen ja auf der Gaussschen Linsengleichung beruhen. Viele der heutigen Objektive sind aber keine einfachen Linsen. Wenn auf einem Objektiv steht "14mm", dann heisst das, dass dieses Objektiv ungefähr so abbildet wie eine einzelne 14mm Linse. Der Haken dabei: Weil MFT ein Auflagemaß von 20mm hat, könnte man mit einem "echten" 14mm Objektiv überhaupt nicht auf unendlich fokussieren.

Es ist also garkeine einfache 14mm Linse :D

Das trifft auch auf alle Zoom Objektive zu und deshalb liefert der herkömmliche Schärfentieferechner keine wirklich genauen Resultate.

 

Ich möchte fast wetten, dass meine Methode genauer ist....

 

Peter

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Das ist doch wirklich kein Formelgekloppe.

Der Bremsweg beim Auto ist schwieriger.

Ich bezog mich dabei eigentlich nicht auf die höhere oder geringere Komplexität verschiedenster Formeln, sondern auf deren Bedeutung in der Praxis. Man kann alles mögliche aufs Exakteste berechnen, aber wie sieht das Ganze dann tatsächlich am fertigen Bild aus?

Nimm dein Experiment bezüglich der Größe der Zerstreuungskreise als Beispiel her. Um deren Größe zu erfahren bedarf es nicht des Experiments, die erhält man viel genauer per Berechnung. Aber was bedeutet es, wenn die Zerstreuungskreise in Aufnahmesituation X nun 10,71 mm Durchmesser haben? Wärs der Bildaussage zuträglicher, wenn sie doppelt so groß wären? Oder nur halb so groß? Das erfahre ich nur durch Betrachtung des Bildes. Um ein gewisses Gefühl dafür zu entwickeln und ganz nebenbei auch die dahinter stehende Theorie grob zu bestätigen (hat ja ebenfalls seinen Wert), halte ich solche Experimente, wie dein geschildertes, für sehr wichtig und erwähntes alleiniges "Formelgekloppe" ganz ohne Praxis für lückenhaft.

Denn letztendlich ist Fotografie bzw. Optik ausserhalb der Praxis nichts weiter als eine rein mentale Übung und dafür gibts meiner Meinung nach interessantere Gebiete. ;)

bearbeitet von flyingrooster
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Nein, es geht mir natürlich nicht um Genauigkeit, sondern um die Größenordnungen und funktionale Zusammenhänge.

Ich lese nur immer wieder Beschwerden, dass die Resultate von Schärfetiefenrechnern bei Makroaufnahmen nicht stimmen. Das wundert mich nicht, denn wenn die Konstruktion der Hinterlinse unbekannt ist, dann ist der Abstand Motiv-Sensor ebenfalls unbekannt und nicht berechenbar.

Meine Formel vermeidet diese Nachteile, allerdings muss der Abstand Nodalpunkt-Motiv eingegeben werden. Der ist ungefähr bekannt: Bei Objektiven mit einer Linsengruppe und bei voll ausgefahrenen Teleobjektiven ist der Nodalpunkt kurz hinter der Vorderlinse und bei anderen ungefähr in der Mitte des Objektivs.

 

Mir geht es jedoch nicht um Präzision. Ich will z.B. wissen, wenn ich einen Spatz in 10m Entfernung fotografiere, wie tief die Schärfentiefe ist, damit ich weiss wann er aus der Schärfenebene herausgelaufen oder -geflogen ist. Es geht mir darum, Grössenordnungen und Zusammenhänge zu kennen.

 

Weil meine Formeln beliebige Bildausschnitte berechnet, -dazu muss lediglich die Grösse des Gesichtsfeldes bekannt sein, das vom Bildausschnitt abgedeckt wird- ist sie auch unabhängig von der Sensorgrösse, denn die Sensorgrösse definiert ja nur den maximalen Bildausschnitt, den man machen kann und beeinflusst die Abbildung ansonsten nicht. (Was auch von Fachleuten immer wieder völlig falsch und irreführend gegenteilig behauptet wird, das ärgert mich)

 

Es geht mir um den grundsätzlichen Zusammenhang und dieser wird in Literatur und Zeitschriften und Online Publikationen völlig falsch und irreführend dargestellt. Die herkömmlichen Formeln sind aus der Historie der Fotografie hervorgegangen, als man noch mit einer Plattenkamera auf einem Schlitten fokussiert hat und ausrechnen musste, ob der Schlitten lang genug ist. Heute aber ist die Sensorgrösse und der Abstand Sensor-Motiv weitgehend bedeutungslos, weil die genaue Konstruktion des Objektivs ja unbekannt ist und die alten Verfahren sind überflüssigerweise überkompliziert, verwirrend, ungenau und nicht mehr zeitgemäss.

Und sie täuschen eine Präzision vor, die überhaupt (wegen unbekannter Konstruktion des Objektivs) nicht gegeben und auch nicht notwendig ist.

 

Es wird wohl kaum jemand an der genauen Schärfentiefe oder der Grösse des Zerstreuungskreises interessiert sein, wenn er die ungefähre Grösse und den Abstand seines Motivs nicht kennt. Wenn ich aber weiss, dass ein Spatz 10cm gross ist, und wenn meine Apertur 8cm ist, dann weiss ich auch, dass der ferne Hintergrund vollständig verschwimmt, wenn ich den Spatz formatfüllend abbilde und zwar ganz egal, ob ich einen Bildausschnitt mache, einen Telekonverter benutze oder ein hochvergrösserndes Okular und ganz egal wie gross die Brennweite meines Objektivs oder Spektivs ist, und ganz egal, wie gross der Sensor meiner Kamera ist und ganz egal, wie gross der Abstand ist. Um solche Erkenntnisse geht es mir, und darum dürfte es den meisten Fotografen gehen, die an Schärfentiefe und Freistellung interessiert sind und wissen wollen, wie man berechnetet oder ermittelt, welches Objektiv und Kamera man für eine bestimmte Aufnahme oder fotografische Problemstellung benötigt.

 

Grüsse,

 

Peter

bearbeitet von Peter Heckert
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Verstanden und zugestimmt.

 

Sollte auch keinerlei Kritik an deiner Formel sein falls dies so verstanden wurde. Ganz im Gegenteil, sie gefällt mir gut und sie ist sicherlich für derlei Berechnungen im Vorfeld hinsichtlich geplanter Aufnahmesituation X nützlich.

 

Nichtsdestotrotz halte ich eben den experimentellen Teil für unmittelbar wertvoller, zumindest für mich, da einerseits die Theorie nachvollzogen/bestätigt wird (und damit das Verständnis fördert) und andererseits erst die Bedeutung und Auswirkung auf die Praxis direkt am Ergebnis sichtbar wird (und zusätzlich eventuelle Probleme der Theorie umgangen werden, wie zB von dir erwähnte unbekannte Details der jeweiligen Objektivkonstruktion).

 

Also keine Kritik an der Formel, sondern Lob für die Verknüpfung zur Praxis anhand des geschilderten und für jeden leicht nachvollziehbaren Experiments. ;)

 

 

Grüße

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Hier ein praktisches Beispiel für die einfache Anwendung meiner Formel:

 

Gegeben ist dieses Bild:

 

70027d1341640224-meine-vogelwelt-p1060700-smart-object-1.jpg

 

Es stellt sich nun die Frage, wieso ist der Hintergrund leicht unscharf?

Liegt das am Okular oder am Spektiv?

 

Rechnen wir mal (im Kopf) nach:

 

Entfernung o = 30m.

Apertur meines Spektivs a = 82mm. Das ist etwas schlecht zu rechnen, deshalb setze ich 100mm an und mache dabei noch nichteinmal 20% Fehler.

Als Gesichtsfeld des Bildkreises setze ich willkürlich 150mm fest, weil das einfach zu rechnen ist.

Die zulässige Unschärfe ist also z = 150mm/1500 = 0,1mm.

 

t = o*z/(a+z) = 30000mm*0,1mm/(100mm) = 30mm.

 

Das ist die Schärfentiefe nach vorne und die Tiefe nach hinten ist praktisch gleich, da die Aufnahmeentfernung viel grösser ist, als die Schärfentiefe. Sie muss also überhaupt nicht berechnet werden. (Glücklicherweise trifft das auf fast alle Bilder zu, bei denen die Schärfentiefe problematisch ist)

 

Wenn man den Spatz formatfüllend in einem Bildkreis von 150mm abbilden würde, dann wäre also der direkte Hintergrund zwangsläufig leicht unscharf, schärfer wirds nicht!

 

Das tatsächliche Gesichtsfeld dieses Bildes dürfte etwa 300mm sein, also 2 mal mehr, d.h. die Schärfentiefe dieses Bildes beträgt etwa 6cm nach vorne und nach hinten, und es verwundert daher nicht, dass Teile der Antenne unscharf abgebildet werden, wenn man die Abmessungen einer solchen Antenne kennt.

Mit einem Zeiss oder Leica Spektiv gleicher Lichtstärke (Kostenpunkt 2000-3000 Euro) wäre zumindest der Hintergrund auch nicht schärfer geworden!

 

 

Ich bin wirklich nicht gut im Kopfrechnen, aber war schon immer gut im Schätzen, und mit dieser Formel kann man die Schärfentiefe mit etwa 20-30%iger Genauigkeit im Kopf abschätzen.

 

Damit dürfte nun auch klar sein, welche extreme Präzision ich mit solchen Rechnereien erreichen möchte! :D

 

Grüsse,

 

Peter

bearbeitet von Peter Heckert
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