m.c. Geschrieben 27. Juni 2015 Share #1 Geschrieben 27. Juni 2015 Werbung (verschwindet nach Registrierung) Glas ist flüssig. An alten Fenstern kann man sogar messen, dass sie unten dicker werden, das bedeutet, das Glas muss (über lange Zeiträume) durch die Schwerkraft nach unten geflossen sein. Ist bekannt, ob es ähnliche Verflüssigungseffekte bei alten Objektiven gibt? Es werden ja durchaus 50-60 Jahre alte Schätzchen an Systemkameras adaptiert. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Werbung Geschrieben 27. Juni 2015 Geschrieben 27. Juni 2015 Hi m.c., Das könnte für dich interessant sein: Glas ist flüssig! . Da findet jeder was…
m(A)ui Geschrieben 27. Juni 2015 Share #2 Geschrieben 27. Juni 2015 alte fenster sind unten dicker, weil frueher die glasplatten oft uneben waren und mit der dicken seite nach unten montiert werden. maui m.c. und Berlin haben darauf reagiert 2 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
m.c. Geschrieben 27. Juni 2015 Autor Share #3 Geschrieben 27. Juni 2015 Oh, damit ist das Thema schon geklärt?! Danke für Deine Info. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
flyingrooster Geschrieben 27. Juni 2015 Share #4 Geschrieben 27. Juni 2015 (bearbeitet) Oh, damit ist das Thema schon geklärt?! Eigentlich schon. Der Mythos fließender Fensterscheiben wurde bereits vor einiger Zeit widerlegt: Edgar Zanotto, American Journal of Physics 66 p392, May 1998. Laut diesem Autor hätte Fensterglas durchgehend auf über 400°C erhitzt werden müssen, um über einen Zeitraum von 800 Jahren die heute feststellbaren Verformungen aufzuweisen. Bei den tatsächlich vorherrschenden Temperaturen wären einige Millionen Jahre dafür nötig. Wenn du mehr Details möchtest, erkundige dich auch mal nach dem Zylinderblasverfahren, jener Herstelltechnik für plane Fensterscheiben, welche bis ins letzte Jahrhundert zum Einsatz kam. Bedingt durch diesen Herstellungsprozess sind Fensterscheiben dabei immer an einem Ende dicker (noch nicht erhärtetes Glas fliesst dabei nach unten). Wie schon von m(A)ui erwähnt wurden diese Fensterscheiben aus Stabilitätsgründen üblicherweise mit dem dickeren Ende nach unten eingesetzt. Solange du deine Objektive also nicht wirklich seeehhhr lange nutzen möchtest oder in einem Hochofen lagerst, sollte der "Glasfluss" nicht die geringste erwähnenswerte Auswirkung zeigen. bearbeitet 27. Juni 2015 von flyingrooster acahaya, spotlight, m.c. und 1 weiterer haben darauf reagiert 4 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Gast Geschrieben 27. Juni 2015 Share #5 Geschrieben 27. Juni 2015 toller thread, oh man worüber manche sich Gedanken machen! Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
WinSoft Geschrieben 27. Juni 2015 Share #6 Geschrieben 27. Juni 2015 (bearbeitet) Fließendes Material, welches bei Zimmertemperatur eigentlich fest sein sollte, kenne ich nur von Eis. Siehe auch Gletscherfluss. Bei sehr langsamer Verformung verhält sich Eis wie zähflüssige Masse und bricht nicht. Bei plötzlicher Verformung bricht es dagegen: Gletscherspalten, wenn das Eis eine Felsbarriere überwindet. Einige Kunststoffe verhalten sich ähnlich (Knetmasse, die bei ruckartiger Verformung bricht). Auch Gesteine verhalten sich in geologischen Zeiträumen ähnlich (Faltengebirge). Bei Zimmertemperatur fließendes Glas ist mir allerdings unbekannt. bearbeitet 27. Juni 2015 von WinSoft m.c. hat darauf reagiert 1 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
nightstalker Geschrieben 27. Juni 2015 Share #7 Geschrieben 27. Juni 2015 Werbung (verschwindet nach Registrierung) Solange du deine Objektive also nicht wirklich seeehhhr lange nutzen möchtest oder in einem Hochofen lagerst, sollte der "Glasfluss" nicht die geringste erwähnenswerte Auswirkung zeigen. Also eher ein Problem für Vampire m.c., flyingrooster und acahaya haben darauf reagiert 3 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
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Berlin Geschrieben 27. Juni 2015 Share #8 Geschrieben 27. Juni 2015 Bei sehr langsamer Verformung verhält sich Eis wie zähflüssige Masse und bricht nicht. Bei plötzlicher Verformung bricht es dagegen: Gletscherspalten, wenn das Eis eine Felsbarriere überwindet. Nix flüssig: Eis schmilzt unter Druck, da flüssiges Wasser ein kleineres Volumen einnimmt. http://www.chemieunterricht.de/dc2/grundsch/versuche/w-v-02.htm m.c. hat darauf reagiert 1 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Moreorless Geschrieben 27. Juni 2015 Share #9 Geschrieben 27. Juni 2015 Das Glas mag nicht flüssig sein, aber früher oder später werden Flüssiglinsen in unseren Objektiven stecken. Vorteil? Theoretisch irre schneller AF und die Möglichkeit noch deutlich effizientere Stabis zu verwirklichen. Das Gannze steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. acahaya und m.c. haben darauf reagiert 2 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
m(A)ui Geschrieben 27. Juni 2015 Share #10 Geschrieben 27. Juni 2015 Fließendes Material, welches bei Zimmertemperatur eigentlich fest sein sollte, kenne ich nur von Eis. Siehe auch Gletscherfluss. oder Pech: http://smp.uq.edu.au/content/pitch-drop-experiment maui m.c. hat darauf reagiert 1 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Lumixburschi Geschrieben 29. Juni 2015 Share #11 Geschrieben 29. Juni 2015 Wenn man diese Frage auf den Sammelbegriff "Glas" bezieht, halt dem einfachen Glas/Fensterglas, dann wäre es bei den Objektiven eh nicht vergleichbar: Da gibt es nämlich "Legierungen" als optische Gläser, z.B. mit Quarz, Germanium, Bleioxid, Aluminiumoxid und viele andere Bestandteile, die wiederum zu Paketen verklebt werden und/oder als Einzellinsen montiert werden, vergütet mit Bestandteilen im und auf dem Glas. Das passiert um die unterschiedlichen Brechungseigenschaften der Optik zu erreichen (Fint-Glas oder Kron-Glas oder sonst welche Typen) und so manche Asphärische Linse in einem Objektiv wird bewusst aus Kunststoff hergestellt... Außer Bruch oder Glaspilz kenne ich keine weiteren Zustände, die als Gefahr das Glas betreffend ins Gewicht fallen. jm2c m.c. hat darauf reagiert 1 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
systemfan Geschrieben 30. Juni 2015 Share #12 Geschrieben 30. Juni 2015 Wenn man diese Frage auf den Sammelbegriff "Glas" bezieht, halt dem einfachen Glas/Fensterglas, dann wäre es bei den Objektiven eh nicht vergleichbar: Da gibt es nämlich "Legierungen" als optische Gläser, z.B. mit Quarz, Germanium, Bleioxid, Aluminiumoxid und viele andere Bestandteile, die wiederum zu Paketen verklebt werden und/oder als Einzellinsen montiert werden, vergütet mit Bestandteilen im und auf dem Glas. Das passiert um die unterschiedlichen Brechungseigenschaften der Optik zu erreichen (Fint-Glas oder Kron-Glas oder sonst welche Typen) und so manche Asphärische Linse in einem Objektiv wird bewusst aus Kunststoff hergestellt... Außer Bruch oder Glaspilz kenne ich keine weiteren Zustände, die als Gefahr das Glas betreffend ins Gewicht fallen. jm2c Die Verwendung von Kunststoff-Materialien für optische Linsen hat vor allem fertigungstechnische Gründe. Ansonsten überwiegen deren Nachteile gegenüber Glasmischungen (-"Legierungen") erheblich. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Bluescreen222 Geschrieben 30. Juni 2015 Share #13 Geschrieben 30. Juni 2015 oder Pech: http://smp.uq.edu.au/content/pitch-drop-experiment maui Hirn schmilzt auch bei Zimmertemperatur, zwar langsam, aber sicher. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
the beardman Geschrieben 30. Juni 2015 Share #14 Geschrieben 30. Juni 2015 glas ist amorph, nicht flüssig! m.c. und wasabi65 haben darauf reagiert 2 Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
wasabi65 Geschrieben 30. Juni 2015 Share #15 Geschrieben 30. Juni 2015 glas ist amorph, nicht flüssig! Du hast recht, wundert mich ob hier jemand den Unterschied bemerkt... Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
freaksound Geschrieben 1. Juli 2015 Share #16 Geschrieben 1. Juli 2015 volle Zustimmung: typisches Glas gehört zur Grupe der Amorphen Substanzen. bin mir aber nicht ganz sicher, ob die bezeichnung Amorph automatisch eine Aussage über die Viskosität trifft. Nach meinem verständniss beschreibt das vorrangig den fehlenden räumlichen organisationsgrad von Atomen oder Molekülen. Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Der_Pit Geschrieben 19. Juli 2015 Share #17 Geschrieben 19. Juli 2015 volle Zustimmung: typisches Glas gehört zur Grupe der Amorphen Substanzen. bin mir aber nicht ganz sicher, ob die bezeichnung Amorph automatisch eine Aussage über die Viskosität trifft. Nach meinem verständniss beschreibt das vorrangig den fehlenden räumlichen organisationsgrad von Atomen oder Molekülen. Stimmt - das amorph ist eher als Gegensatz zu z.B. kristallin zu sehen (Gitterstruktur, z.B. Diamant). Und es verformt sich durchaus, was aber erst bei grossen Linsen wichtig wird. Ist aber mit ein Grund dass es keine Refraktoren grösser als 1m gibt - ab dann wird die Verformung durch unterschiedliche Schwerkraftvektoren (wenn man das Teleskop in unterschiedliche Richtungen schwenkt) so gross dass die Abbildungsleistung des Teleskops deutlich abnimmt. Grosse Spiegelteleskope haben dasselbe Problem und sind nur dank aktiver (und adaptiver) Optik, die diese Fehler korrigiert, nutzbar... Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
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