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Guten Abend,

ich fotografiere seit Jahren nur noch im Panoramaformat 1:3, und nutze daher nur die mittlere Hälfte der Bildbreite eines 3:2-Sensors. Daher kam mir die Idee, einen billigen Lens Turbo anzuschaffen, um mal zu sehen, ob der mit SLR-Objektiven an der A7-Serie einen breiteren Bildwinkel ergibt. Der Sinn dahinter ist, die Schärfentiefe z.B. eines 85/1.2 zu wahren - aber durch die Reduktion der Brennweite den erweiterten Bildwinkel z.B. eines 60 mm zu erhalten (85 x 0.72 = 61). Das ist kein gigantischer Unterschied im Bildwinkel, aber spürbar. Vor allem aber bleibt die Schärfentiefe die der Ausgangsbrennweite (ob das so ist, wurde einst heiß diskutiert. Ich habe Vergleichsbilder gemacht und weiß: es ist so). Es entsteht also kein 61/1.2, sondern - bezogen allein auf die Freistellung - ein 61/0.7: wollte man mit einem 60er die gleiche Freistellung erhalten, bräuchte man dafür Blende f/0.7 (für die Verschlusszeit ist der reale Lichtgewinn nur gut eine halbe Blende). 

Das Ergebnis hat mich überzeugt und der Look ebenfalls. Natürlich sind die Ränder recht mau, aber für Portraits ist gerade das ideal. Und auch andere, für mich weniger relevante Spielereien eröffnen sich: meine 28/2.8 und 24/2.8 leuchten das so erweiterte Format praktisch ohne harte Vignette aus und ergeben ein 20/1.4 und ein 17/1.4 (erneut allein auf die Freistellung bezogen; durch die größere Ausleuchtung beträgt der Lichtgewinn hier aber eine volle Blende). Wer Ultraweitwinkel besitzt, mag Brennweiten auftun können, die es noch gar nicht gibt: was wird wohl aus einem 10 mm?

Das gleiche lässt sich natürlich mit anderen Formaten ebenso realisieren, das klassische Mittelformat-Quadrat 1:1 etwa. Das Komponieren auf den späteren Beschnitt hin ist mit den einblendbaren Gittern recht einfach, auch wenn ich mir eine App wünschen würde, mit der man das im Sucher maskierte Format einfach selbst einstellen kann für weniger Ablenkung.

Mit diesem Thread wollte ich Euch den Impuls weitergeben!

Und zugleich fragen, wer zufällig beides rumliegen hat: Vollformatkamera und einen der diversen Speedbooster. Und Lust hätte, mal je ein Testbild mit seinen Objektiven zu machen. Was nämlich rauskommt, ist je nach Objektiv extrem unterschiedlich. Während zumindest meine Weitwinkel praktisch nicht vignettieren, tut es das 85/1.2 ein bisschen, sämtliche 50er gravierend, und ausgerechnet das billigste Zoom fast gar nicht.

Mich persönlich interessiert brennend, wie sich die von Anfang an lichtstarken Objektive verhalten, die Sigma-Art-Serie etwa. Was man von denen auf GFX mit 0.79x Crop sieht, ist sehr vielversprechend. 

 

Daher hier meine Erkenntnisse für Euch, und mit der großen Bitte an Euch, sie zu erweitern:

Canon FD 24/2.8 - 1:3 und 1:1 praktisch voll nutzbar -> 17/1.4

Canon FD 28/2.8 - 1:3 und 1:1 praktisch voll nutzbar -> 20/1.4

Canon FD 50/1.2L, 1.4, 1.8 - 1:1 geringste Hartvignette -> das L ergibt 38/0.7; in 1:3 ergeben alle nur einen gering weiteren Bildwinkel von ca. 45 mm

Canon FD 85/1.2 - 1:1 voll nutzbar. 1:3 geringe Hartvignette; statt 61 ergeben sich effektiv ca. 65 mm

Canon FD 28-85/4 - voll nutzbar bei 35 mm, sonst Hartvignette -> 27/2.4

Canon FD 35-70/3.5-4.5 - 1:1 ab 36 mm, 1:3 ab ca. 38 mm voll nutzbar -> 28-50/1.9-2.3

Canon FD 70-210/4 - überall Hartvignette

Zur Klarheit sei angefügt, dass sich die Angaben auf das Zielformat 1:1 und 1:3 beziehen. Wer 3:2 nutzen will, wird in den Ecken fast immer Hartvignette sehen. 

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vor 4 Stunden schrieb kathala:

ich fotografiere seit Jahren nur noch im Panoramaformat 1:3, und nutze daher nur die mittlere Hälfte der Bildbreite eines 3:2-Sensors.

Kann es vielleicht sein, dass du nur die mittlere Hälfte der Bildhöhe des 3:2 Sensors nutzt?

Grundsätzlich ist es so, dass du in vielen Objektiven - vor allen in langen Teles - Masken vorfindest, welche den Lichtweg auf etwas mehr als die Größe des Films / Sensors beschränken. Entfernt man diese, wird das Bildformat größer werden. Wenn du für DX gedachte Weitwinkelobjektive an einer FX Kamera verwendest, wirst du feststellen, dass hier die Sonnenblende diese Abschattung übernimmt. Nimmst du diese ab, ist das Bildfeld größer, das kann bis zur Vollformattauglichkeit gehen. Beispielsweise hat das DX 12-24mm ab 18mm das FX Format ausgefüllt.

Solche Basteleien sind also grundsätzlich nicht neu. Allerdings habe ich vor über 10 Jahren einmal das DX 12-24mm mit einem FX 14mm verglichen. Da wurde schnell klar, dass "ich seh' noch was" nicht zwangsläufig bedeutet, dass der "gewonnene" Bildanteil auch die gleichen Anforderungen erfüllt, die man an ein dafür vorgesehenes Objektiv stellen würde. Im konkreten Fall des DX Zooms war die Verzeichnung deutlich und die Eckenschärfe enden wollend.

Wenn du da noch einen Reducer dazwischen setzt, dann hast du ein zusätzliches optisches Element mit - im "undefinierten" Bereich - fraglichem Verhalten. Denn letztlich kann nur verkleinert werden, was da ist, also jene Bildanteile, welche noch da sind, aber außerhalb das Sensors liegen. Und was die Optik außerhalb des vorgesehenen Formates abbildet, ist dem Hersteller und dem Kunden her egal. Der "Überhang" des Objektives wird mit abnehmender Brennweite immer weniger. Ein 600er leuchtet locker das  6x7 Format aus und muss mit den oben erwähnten Masken abgeschattet werden, um die kamera- und objektivinternen Reflexionen zu minimieren. Bei einem 10mm Objektiv wird nicht viel da sein, was du noch verkleinern könntest.

Wenn du deine Experimente auf den nächsten Level heben möchtest, würde ich dir eine spiegellose Mittelformatkamera empfehlen. Am günstigsten wird vermutlich eine gut gepflegte Hasselblad X1D aus zweiter Hand sein. Alternativ eine GFX 50R. Adapter für SLR Objektive gibt es zuhauf. Damit bekommst du das, was der Speedbooster verkleinern würde, ungefiltert und unbeschnitten in voller Qualität. Die Verringerung der Tiefenschärfe würde über den Formatfaktor erfolgen. Der wäre in diesem Fall 0,82 (44x15mm zu 36x12mm).

Eine Alternative wäre horizontales Shiften der Kamera. Die Optionen wären hier eine Mini-Fachkamera wie die Cambo Actus oder ein Shift Adapter für DSLR auf Sony von Kipon, Fotodiox oder anderen. Bei letzteren wäre noch ein horizontaler Verstellschlitten ratsam, um den Shitfvorgang so zu kompensieren, dass de facto das Objektiv still steht und die Kamera geshiftet wird. Die Nachteile gegenüber der Mittelformatlösung wären die deutlich umständlichere Handhabung. Kamera auf das Motiv einrichten. Objektiv horizontal shiften. Aufnahme 1. Shiftvorrichtung um 180° drehen. Kamera horizontal um die doppelte Vershiftung verstellen. Aufnahme 2. Die Drehung sollte exakt erfolgen, da wären Rastungen oder gut sichtbare Markierungen von Vorteil. Geht man von einer maximalen Verstellung von 10mm aus, erhält man ein maximales Format von 56x24mm, das wäre unbeschnitten schon ein Panaromaformat. Wenn man Objektive findet, die da noch mitspielen. Da die 2 Aufnahmen nachträglich zusammen gesetzt werden, sollte das Motiv eher statisch sein. Bei Blättern, welche sich im Wind bewegen, muss man sich die breite Überdeckung zunutze machen und die Teilbilder so zusammen setzen, dass der Übergang möglichst nicht sichtbar ist.

bearbeitet von tengris
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vor 11 Stunden schrieb kathala:

Es entsteht also kein 61/1.2, sondern - bezogen allein auf die Freistellung - ein 61/0.7 (...) meine 28/2.8 und 24/2.8 leuchten das so erweiterte Format praktisch ohne harte Vignette aus und ergeben ein 20/1.4 und ein 17/1.4

Ein Telekompressor mit dem Faktor 0,72 bringt dir einen Gewinn von recht genau einer Blendenstufe, aus einem 85/1,2 wird also ein 61/0,85 und aus einem 28/2,8 ein 20/2 (entsprechend aus dem 24/2,8 ein 17/2), und das vollumfänglich. Die von dir bemerkten unterschiedlichen Belichtungen sind davon unabhängig.

Wirklich interessant sind diese Versuche aus meiner Sicht vor allem dann, wenn es in die Grenzbereiche hinein geht, also um extrem kurze Brennweiten (da liegt die Problematik aber wie von @tengris bereits beschrieben bei der Größe des Bildkreises) oder extreme Lichtstärke (da kommt dann je nach Brennweite vor allem die Qualität ins Spiel). Aus einem 28/2,8 beispielsweise ein 20/2 mit bescheidener Randqualität zu machen, wenn es äquivalente Objektive mit guten Leistungen zu kaufen gibt, reizt zumindest mich reichlich wenig. 

Deine Bildbeispiele gefallen mir im übrigen sehr gut, ich photographiere auch gern in extremen Panoramaformaten, allerdings selten für die Präsentation im Netz. 

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vor 13 Stunden schrieb tengris:

Beispielsweise hat das DX 12-24mm ab 18mm das FX Format ausgefüllt.

Ich sehe gerade, dass ich hier nicht im Nikon Forum war. Also zur Erklärung: DX bedeutet bei Nikon APS-C. FX bedeutet bei Nikon Kleinbild. Die Bezeichnung DX 12-24mm bezeichnet das AF-S DX Nikkor 12-24 mm 1:4G ED. Die Erfahrungen treffen aber auch auf das Tokina 12-24mm f/4 AT-X 124 PRO DX zu.

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  • 3 weeks later...

Danke für Euer Feedback!

Helios, Du hast völlig Recht, mir geht es um die Grenzbereiche. Daher wäre die Sigma Art-Serie für mich noch sehr interessant. Die anderen Optionen, 28 nach 20 zu konvertieren etwa, sind tatsächlich nur Spielerei, weil die Objektive rumlagen. 

Tengris, die Option GFX hatte ich mir auch angesehen, aber der sehr bescheidene Erweiterungsfaktor von 0.82, weil der Sensor noch "unpanoramischer" als in der a7-Serie ist, haben mich in Verbindung mit dem Preis abgeschreckt (eine GFX 50R geht ab 2k los; mein Lens Turbo hat 20 € gekostet). Und shiften kommt leider nur für statische Motive infrage, daher weniger für mich.

 

drei Objektiv-Nachträge:

das 35 2 Canon nFD leuchtet 1:1 aus und 1:3 mit geringer Vignette. Es erzeugt eine Freistellung, die auf dem Niveau des 28 1.4 7artisans liegt, ist aber deutlich schärfer als dieses.

das 140 1.9 Zeiss Kipronar zeigt auf 1:1 geringe und auf 1:3 unbrauchbare Hartvignette.

für das 80-200 4 Canon nFD L gilt dasselbe  

 

Wer noch Objektive zum Testen hat, schließt Euch gerne weiterhin an!! :)

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