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Auf SAR gibt es gerade zwei neue Artikel zu Hacks von Sony Kameras. Die A55 soll bereits gehackt worden sein, Zur Nex wurde gerade ein Projekt mit eigener website gestartet und die SAR Leser werden aufgefordert, das Projekt durch Definition von Anforderungen zu unterstützen.

 

Nun macht sich der Hersteller die Mühe der Verschlüsselung und es gehört zum Geschäftsmodell, die Produkte durch Beschneiden von features gegeneinander abzugrenzen und darüber den Verkauf über die Jahre zu maximieren.

 

Jetzt kommt so ein Hacker daher, macht alles kaputt und nichts passiert.

Gibt es für Sony keine rechtliche Handhabe dagegen?

 

Das hat mich schon beim GH2 Hack gewundert.

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Verboten ist es schon, aber die künstliche Preisdiversifikation durch eine Firmware halte ich für nicht gerechtfertigt, befürworte also das cracken der der Firmware.

Verboten ist das Ändern der Firmware als solches nicht, das Umgehen von Schutzmaßnahmen schon, was aber meistens notwendig ist um Zugang zu verschaffen. Gegen an gehen kann Sony nur wenn derartige Änderungen öffentlich gemacht werden und die wahre Identität des Pseudonyms herausgefunden wird.

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wieso sollten sie was tun? Die Kamera ist verkauft, fertig. Ich kaufe ja das ganze Gerät und kann damit tun und lassen was ich mag - Garantie ist eben weg damit kann man leben - mit der Bevorumundung eher weniger.

 

Am konkreten Beispiel. Die grosse Kamera hat 50p Video 1080p full HD, die kleine nur 720p. Die kleine wird gehackt und hat dann ebenfalls 1080p. Keiner kauft mehr die teure grosse Kamera. Ein Beispiel, wie so ein hack die wirtschaftlichen Interesse des Herstellers gefährdet.

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Am konkreten Beispiel. Die grosse Kamera hat 50p Video 1080p full HD, die kleine nur 720p. Die kleine wird gehackt und hat dann ebenfalls 1080p. Keiner kauft mehr die teure grosse Kamera. Ein Beispiel, wie so ein hack die wirtschaftlichen Interesse des Herstellers gefährdet.

Das könnte man auch mit dem Chip-Tuning bei Pkw gleichsetzen. Auch diese Änderung verändert die Software des Fahrzeugs. Plötzlich hat Pkw XYZ 30 PS mehr. Was unternehmen die Hersteller dagegen? Nichts. Deswegen noch einmal: welche Vorschriften könnten diese Vorgehensweise bei Kameras oder auch Pkw verbieten?

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Das ist interessant. Welche Rechtsvorschriften, Urteile etc. verbieten das in Deutschland?

 

ich habe meinen Beitrag noch mal editiert. Also wenn jeder für sich zu Hause selbst die Firmware crackt bzw. auf die Idee kommt, dann ist es legal. Die Firmware liegt aber nicht offen, sondern muss entschlüssel werden. Und das kann mit dem Kauf verboten werden über AGBs etc. Damit erlischt die Garantie, bleibt aber weiterhin legal.

 

Verboten ist das bereitstellen dieser Cracks auf einer Webseite. Naja sagen wir mal selbst dann ist es in einer Grauzone, verboten wird es wirklich nur dann wenn Geld dafür genommen wird.

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Verboten ist das bereitstellen dieser Cracks auf einer Webseite. Naja sagen wir mal selbst dann ist es in einer Grauzone, verboten wird es wirklich nur dann wenn Geld dafür genommen wird.
Was dann aber auf den Crack eines Pkw nicht zutrifft? Zu den AGB kann man nur eines schreiben: hat dir beim Kauf einer Kamera schon mal AGB vorgelegt oder haben die auch nur im Geschäft ausgehangen? Nein. Die Frage ist also, was ist das Auslesen des Quellcodes der Software einer Kamera rechtlich betrachtet. Hm, das dürfte der Kern der Legalität oder Illegalität sein. Ich kenne also auf Anhieb nichts, dass das verbieten würde. Weiter müsste man betrachten, ob die entgeltliche Weitergabe einer Softwareerweiterung im Rahmen der Legalität möglich ist. Ein Komplettaustausch der Firmware ist ebenfalls ein weiterer rechtlicher Aspekt der davon abgegrenzt werden sollte. Alles extrem schwierige Fragen des Urheberrechts. Ich als Nutzer mache mich jedoch nicht strafbar. Ich habe keinen AGB zugestimmt und ob ich meine Kamera mit einem Hammer zerstöre oder sonst etwas damit anstelle, entzieht sich ab dem Kauf dem Einfluss des Herstellers.
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Ich möchte nicht wissen, wie viele GH1 und GH2 von Panasonic mehr verkauft wurden, nur weil die Käufer den Hack nutzen wollten. Ob die da echt traurig sind, wage ich mal zu bezweifeln. Ich denke, dass die Firmen die Firmware auch viel weiter öffnen würden, wenn da nicht das Problem des Support wäre. Denn nicht jeder weiß, was er tut. Und die Servicestellen würden mit Reklamationen und Fragen überschüttet, wenn jeder an den Funktionen herumspielen könnte.

Andererseits ist die Zeit wohl reif für freiere Änderungen der Firmware. Es muss ja nicht der Nutzer selbst sein, der an den Daten schraubt. Denkt zum Beispiel mal an die iPods, iPads und iPhones, was da alles durch Apps an Funktionen herbeigezaubert werden kann. So etwas könnte sich auch bezogen auf die Kamerafunktionen in Kameras gut machen.
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@Bellotto

du hast im Prinzip schon Recht. Die Gesetzgebung sagt im Prinzip, ich habe es gekauft, ich darf machen damit was ich will.

Allerdings darf man keinen Schaden dem Hersteller zufügen, in welcher Form auch immer.

 

Eine Kopie von einer Musik CD zu erstellen ist legal, die Kopierschutzmechanismen zu umgehen illegal, wobei es in der Grauzone ist wenn der Hersteller mir keine Möglichkeit gibt eine legal Kopie anzufertigen.

Eine NoDVD.exe zu besitzen um die DVD beim spielen nicht einlegen zu müssen ist legal, die Verbreitung in Deutschland ebenfalls in der Grauzone, in den USA legal.

 

Wenn ich einen versteckten Knopf bei einem Auto finde der die Leistung des Motors von 70 auf 100kW erhöht dann darf ich diesen auch verwenden (wenn der Hersteller aus Kostengründen nur 1 Motor herstellt und ihn künstlich zur Preisdiversifikation beschränken will). Geschieht das Ganze per Firmware ist das so eine Sache. Bekommt der Hersteller im Garantiefall das mit, darf er die Garantie verweigern.

 

Die Modifikation solche Firmware ist illegal, es sei denn sie wird geprüft hinsichtlich der Funktionsänderung. Chips für Autos werden vom Tüv usw. abgenommen, die Spezifikation der Motorsteuerung ist standardisiert und daher bekannt.

 

Gefühlt hat uns die Industrie sensibilisiert, alles herumfummeln ist verboten. Es ist erlaubt eine Musik CD in der Familie zu kopieren und zu brennen, völlig erlaubt per Gesetz aber die Industrie möchte natürlich das jeder die CD kauft.

 

Bei Kameras ist das aber so eine Sache. Die Firmwareänderung wird von keiner Qualitätssicherung abgenommen. Nicht nur das die Garantie erlischt, wird nämlich die 30 Minuten Grenze gesprengt bei Filmaufnahmen zählt die Kamera als Filmkamera und dafür sind höhere Zollgebühren bei der Einfuhr fällig. Biete ich diese Funktion das auf meiner Webseite an nachträglich per Firmware zu implementieren, ist das quasi Steuerhinterziehung. Dafür kann man durchaus belangt werden, nicht für das hacken als solches.

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Schaden für den Hersteller: Welcher? Verkauft er dadurch eine Kamera weniger? Nein. Er hat aber das Urheberrecht an der Firmware.

 

 

Musik-CD:

Hierbei handelt es sich aber um ein Kopie, also ein komplett zweite Version des ursprünglichen Werkes. Das trifft zunächst einmal hier nicht zu.

 

 

TÜV:

Der prüft nur die Betriebssicherheit nach einer solchen Modifikation, nicht deren Legalität. Ich denke, dass hat gar nichts damit zu tun.

 

 

Garantie:

Bezieht sich nur auf den Ursprungszustand. Wird der verändert, physisch oder virtuell, dann erlischt sie eben. Das aber ist durch Garantiebedingungen abgedeckt. Anderer Rechtsbereich.

 

 

Steuerrecht:

Interessante Frage, ob die Einfuhr einer Software die zu Veränderungen führt, die aus dem Ursprungszustand einen steuerrechtlich anderen macht zu einem steuerrechtlichen Schaden führt, der jemals verfolgt wird.

 

 

Kommen wir aber zum Kern. Ein Crack kann (mindestens) vier Formen haben, die rechtlich betrachtenswert sind:

 

 

Ist eine Firmware überhaupt durch einen Kopierschutz gesichert und wie ist ein Crack zu betrachten, der diese gar nicht kopiert, sondern nur erweitert? Die Software wird nicht kopiert, nur ausgelesen. Das Ergebnis ist also quasi nur eine App, die weitere Funktionen bereitstellt.

 

 

Wie ist eine komplett neue Firmware zu betrachten?

 

 

Wie ist die reine Veränderung der ursprünglichen Software einzuordnen, die dann aber nicht als eigenes Produkt angeboten wird, sondern nur als Update?

 

 

Was ist eine Kopie der Software mit hinzugefügten Veränderungen, die dann als neues Produkt angeboten wird?

 

 

Zumindest letzte Variante verstößt gegen das Urheberrecht, aber alle anderen wohl eher nicht. Zumindest passen hier die bereits oben vorgebrachten Einwände nicht.

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Schaden für den Hersteller: Welcher? Verkauft er dadurch eine Kamera weniger? Nein. Er hat aber das Urheberrecht an der Firmware.

 

Ein guter Punkt, im Prinzip ist der Schaden nie nachzuweisen. Wenn der Hersteller der teurere Produkt nicht mehr verkaufen kann weil auf einmal das billigere das per Firmwarehack auch kann, dann ist das für ihn ein Schaden aber rechtlich gesehen nicht.

 

Ohne eine Antwort liefern zu können darf ich mal eine Analogie anbringen. Ich habe die Sennheiser Kopfhörer HD598, gute Hifi Kopfhörer um 160€. Jemand hat herausgefunden, dass die billigere Variante HD558 um 130€ die selben Lautsprecher verbaut haben. Innen wurde nur eine rechteckiges Schaumstoffstück zwischen Lautsprecher und Muschel gelegt um den Klang etwas zu dämpfen, also die Klangqualität zu vermindern. Wenn man diesen entfernt hat man fast die Qualität des HD598 (nicht exakt, aufgrund unterschiedlicher Materialien der Bügel die bei Kopfhörern auch die Klangqualität beeinflussen).

Das aufschrauben und entfernen ist legal. Das Bereitstellen einer Anleitung mit Bildern ist ebenso legal.

 

Ob man das so übertragen kann auf die Firmware, ist schwierig, unter anderem wegen der Problematik da sich das Produkt ändern kann - Fotokamera - Videokamera.

 

Also wenns einen Hack gibt, ich würde es herunterladen und aufspielen, selbst ne Webseite zum Download anzubieten wäre mir trotzdem zu heiß ;)

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Um das mal zu einer vorsichtig abschließenden Betrachtung zu bringen:Solange Cracks nicht gewerblich angeboten werden, dürfte eine Illegalität nur vorliegen, wenn tatsächlich ein urheberrechtlich relevanter Eingriff vorliegt. Reine Erweiterungen dürften wohl eher schwierig rechtlich verfolgbar sein. Solange keine Kopien angeboten werden, ist dies äußerst schwierig einzuordnen. Ohne Gewinnerzielungsabsicht wird es noch schwieriger.

 

 

Der Nutzer eines Kamera-Cracks ist per Realität nicht verfolgbar, noch nicht. Zumindest fällt mir da ad hoc einfach nichts zu ein. Ich mache das aber beruflich nur nebenbei und müsste mich da erst mal tief in die Thematik einlesen, deswegen ist das alles nur meine Meinung.

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Soweit Firmware zum Funktionieren der Hardware selbst gehört, ist es Microcode, und ebenso wie Hardware zu behandeln.

Wenn ich Firmware verändere oder ergänze, so kopiere ich nichts, und ein Kopierschutz nicht zutreffend.

Soweit auf der Hardware ein Linux läuft, ist dieses nicht nur offen in jeder Hinsicht, sondern muß auch als Sourcecode verfügbar gemacht werden. Beispiel: NEX.

Ein Hinzufügen oder Entfernen von Code kann in diesem Falle niemals illegal sein.

Anders wird das, wenn es sich um proprietären Code handelt, der weder unabdingbar zum Funktionieren der Hardware nötig ist, noch Teil des offenen Betriebssystem ist. Hier wäre es aber auch legal, Teile zu entfernen und durch eigenen Code zu ersetzen, soweit dieser Code nicht abgekupfert ist.

Ähnlich ist dies bei den NAS-Boxen (Netzwerkfestplatten) auf denen Linux läuft. Da ist es üblich, Teile der Firmware auszutauschen bzw. zu ergänzen. Völlig legal.

Ein spezieller Weg wird bei den Canon Knipsen angewandt, der SD Speicher-Chip wird bootfähig gemacht und mit lauffähigen Code versehen, damit braucht in die Kamera selbst überhaupt nicht eingegriffen zu werden. Und die Resultate sollte Jeder einmal gesehen haben!

Referenz:

CHDK Wiki

StereoData Maker

Eine Weitergabe der in den NAS-Boxen bzw. der Canon Kameras befindlichen Firmware ist in meinen hier angeführten Beispielen überhaupt nicht nötig!

Vergleiche mit dem Automobil hinken des öfteren, beim Auto kann es richtig blöd werden, wenn die Versicherung im Falle des Falles nicht zahlen will, abgesehen von steuerlichen Aspekten zu Kauf und Betrieb. Das ist eine ganz andere Baustelle.

Und das mit den 30 Minuten filmen Zolleinfuhrsteuer - 30 Min. halten die NEX' sowieso nicht durch, damit ist dieser Punkt irrelevant.

Ob der Hersteller dann mehr oder weniger verkauft, ist dessen unternehmerisches Risiko. Wie schon hier oben erwähnt, manche Produkte (egal welcher Art) verkaufen sich dann erst richtig gut.

Und die Garantie: läßt sich der Ursprungszustand wiederherstellen, müssen vorgehende Veränderungen nicht unbedingt erkennbar sein, siehe Canon Beispiel.

Also Leute, seht doch was woanders gemacht wird (die Links oberhalb) und äußert Eure Wünsche, die Sony ohnehin niemals realisieren wird.

Fehlt nur noch - blöde Frage - wer ist "SAR"? Sobald ich diesen Quiz schaffe (oder eingesagt wird - bitte! Link?) werde ich für meinen Teil dort meine Wünsche äußern.

Noch zu Apps - innerhalb der Kameras und im Zusammenspiel mit anderen Gerätschaften - ist doch nur eine Frage der Zeit. Wenn Mikrosoft mit einem Pad kommt, warum nicht Apple mit einer Kamera ? "Wer in der Pendeluhr schläft, den bestraft das Leben" - oder wie ging das?

Happy Hacking! Hanns

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Nochmal zur Legalität: ich bin mir nicht sicher, ob und inwieweit das Entschlüsseln einer verschlüsselten Firmware legal ist.

 

Aber nach dem Motto, wo kein Kläger da kein Richter, würde ich es mglw tun.

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Ich würde es wahrscheinlich nicht wagen, mir eine firmware eines hackers aufzuspielen. Wegen Verlust des Herstellersupports. Und auch weil die hardware nicht unbedingt auf die modifizierte Software abgestimmt ist. Zum Beispiel stark überhöhte Datenraten im Videobetrieb.

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Vorab: Ich bin kein Experte für Urheberrecht (ich werde mich damit auch nicht tiefergehend beschäftigen. Das erlaubt mir meine Zeit nicht. Es sei denn, es gibt Jemand ein Rechtsgutachten in Auftrag und bezahlt es auch.

 

Nur ein paar Überlegungen am Rande: Ich habe eine G1. Und ich schreibe mir eine neue Firmware und lade die auf die Kamera. An dieser Stelle sehe ich keine Probleme, was Urheber- oder Strafrecht angehen. Die Kamera ist insoweit mein Eigentum und ich kann damit machen, was ich will. Allerdings ist klar, dass mit dem Aufspielen meiner Firmware sämtliche Garantie- und Gewährleistungsansprüche erlöschen. Soweit der einfache Fall.

 

Jetzt kommen wir zum Firmware-Hack. Um solche Hacks zu erstellen, ist häufig ein Reengeneering der Software notwendig (ist bei Java ganz leicht). Allerdings wird damit massiv das Urheberrecht des Herstellers verletzt. Wird für den Nutzer vermutlich nie relevant werden, denn wo kein Klärer, da kein Richter. Für den Ersteller, der den Hack dann auch verbreitet, könnte das ggf. ganz anders aussehen.

 

Und wenn ich die vorhandene Firmware erst recompilieren muss, um eine neue zu erstellen, bewege ich mich auch schon ganz deutlich in einer dunkelgrauen Zone.

 

Gruß

Thobie

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Reverse Engineering ist in engen Grenzen erlaubt, "um die erforderlichen Informationen zur Herstellung der Interoperabilität eines unabhängig geschaffenen Computerprogramms mit anderen Programmen zu erhalten" (vgl. § 69e UrhG; vergleichbare Regelungen gibt es in vielen Ländern). Dies betrifft aber nur die Gewinnung von Schnittstelleninformationen und nicht die Veränderung eines Programms.

 

Mein Eindruck ist, dass die Hersteller nicht mit aller Härte gegen Kamera-Hacks vorgehen, vermutlich weil der dadurch entstehende Schaden marginal ist. Die paar Freaks, die gehackte Firmware benutzen, sind ja nicht unbedingt die schlechtesten Kunden.

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Mich beschäftigt beim nachdenken über solche Dinge eine ganz andere Frage. Drehen wir das Ganze doch mal um. Ist es legal, das der Hersteller ein und das selbe Produkt, durch simple Anpassung von ein paar Parametern in der Firmware (o.ä.) teurer verkauft?

 

Also in der grossen Kamera, wie in der kleinen Kamera steckt im Prinzip das gleiche Innenleben. Hauptsächlich Gehäuse ist anders und der Name ist anders. Durch eine veränderte Firmware erhält nun die grosse Kamera mehr/bessere Features als die kleine. Der Hersteller verlangt aber dafür viel mehr Geld. Er verlangt also viel Geld für verhältnismässig wenig Aufwand.

 

Ist das nicht Wucher? Wollen uns die Hersteller, die solche Praktiken betreiben, für dumm verkaufen?

 

Ich denke auch hier ist es nicht einfach das als legal oder illegal zu bezeichnen und man befindet sich in einer Grauzone. Einige Kriterien für Wucher sind aber imho schon erfüllt.

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Ist das nicht Wucher? Wollen uns die Hersteller, die solche Praktiken betreiben, für dumm verkaufen?

 

Warum sollte das illegal sein? Und warum sollte das Wucher sein. In der IT ist so etwas im Mainframe-Bereich völlig üblich. Da wird ein IBM Z mit der maximalen Anzahl an Prozessoren ausgeliefert. Du hast aber nur eine Version mit 8 Prozessoren bestellt. Also kannst Du auch nur 8 der sagen wir 32 eingebauten Prozessoren nutzen. Nun kommst Du irgendwann an die Leistungsgrenze der Kiste und brauchst zusätzlich 8 Prozessoren. Was tun? Verbindung mit IBM aufnehmen. Mehr oder minder kleine Münzen einwerfen. Du bekommst einen Code. Den gibst Du an entsprechender Stelle ein und schon kannst Du 16 Prozessoren nutzen. Sun hat das bei den größeren Kisten auch gemacht. Ist doch eine geniale Idee.

 

Der Hersteller ist zunächst einmal frei darin, was er Dir zu welchem Preis verkauft. Wucher setzt erst dann ein, wenn ein deutlich erkennbares Mißverhältnis zwischen Preis und Leistung vorliegt und zudem eine Schwächesituatin des Vertragspartners ausgenutzt wird. Nehmen wir mal an, Wohnraum ist knapp und Du brauchst für Deine Familie und Dich eine Wohnung. Und ich habe noch eine Wohnung frei, in einem schlechten Zustand (fließend Wasser, aber kalt und die Wände runter), 60 m² und ich biete sie Dir für 2.000 Euro im Monat zur Miete an. Ich bin mir zudem bewußt, dass Dir gar nichts Anderes übrig bleibt, als die Wohnung zu nehmen. Dann liegt eindeutig Wucher vor.

 

Der Hersteller ist übrigens völlig machtlos, wenn ich mir eine eigene Firmware schreibe. Nur wird das Niemand tun.

 

Gruß

Thobie

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[...] Ist das nicht Wucher? Wollen uns die Hersteller, die solche Praktiken betreiben, für dumm verkaufen?

 

Ich denke auch hier ist es nicht einfach das als legal oder illegal zu bezeichnen und man befindet sich in einer Grauzone. Einige Kriterien für Wucher sind aber imho schon erfüllt.

Nein, es ist kein Wucher und die Hersteller befinden sich dabei auch nicht ansatzweise in einer Grauzone.

 

Wer diese Art der Preisdifferenzierung kritisiert, muss sich bewusst sein, dass Kameras sonst insgesamt teurer würden.

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Mein bescheidener Beitrag zum Urheberrecht:

 

Der Hersteller bietet eine Leistung, bestehend aus Hardware und damit verbundener Software (Firmware) an, die er entwickelt hat. Diese Kombination kaufe ich und kann damit machen was ich will. Denn mit dem Kaufpreis geht beides in meinen Besitz über; da die Hardware ohne die Firmware überhaupt nicht zu benutzen ist, wird diese rechtlich wie ein Stück Hardware behandelt ..

 

wenn ich für meine Zwecke die Hardware auseinandernehme und analysiere oder modifiziere, so mache ich nichts anderes als wenn ich die Firmware modifiziere. Der Hersteller hat überhaupt keine Handhabe und auch keinen Anspruch darauf zu erfahren, was ich mit der gekauften Sache anstelle. Dabei lassen wir Gewährleistung und Garantie mal außer Acht.

 

Der Hersteller hat aber beispielsweise Patente auf die Hardware und das Urheberrecht auf die Firmware-Routinen. Ich darf nicht die Patentlösungen nachproduzieren und ich darf nicht die Firmware-Routinen jemandem verfügbar machen, der diese nicht zur Benutzung vom Hersteller gekauft hat.

Da bei einem Hack aber jeder Nutzer sowieso schon alles vom Hersteller erworben hat, darf eine geänderte Firmware (ein Hack!) durchaus auch als eigene Leistung an diese Nutzer verkauft werden.

Illegal wäre nur, die vom Hersteller entwickelten Routinen (Urheberrecht) einem Nutzer zur Verfügung zu stellen, die jener NICHT bei dem Hersteller erworben hat.

 

Wenn ein Hersteller zwei identische Kameras ausliefert, bei dem höherpreisigen Modell durch eine Konfigurationseinstellung erweiterte Funktionialitäten zur Verfügung stellt, so darf ich diese Konfigurationseinstellungen cracken und die Funktionalitäten auch bei der kleinpreisigen Kamera nutzen.

Ich darf aber nicht einen Hack nutzen, bei dem ich die Routinen vom höherpreisigen Modell "kopiere", die der Hersteller mir nie ausgeliefert hat.

 

Werden erweiterte Funktionalitäten durch eigene Software-Entwicklung (urheberrechtlich Schöpfung) des Hackers bereitgestellt, so darf der mir die sogar ganz legal verkaufen. Dagegen kann ein Hersteller nichts unternehmen, solange er nicht ausdrücklich einen Vertrag mit dem Nutzer abgeschlossen hat - bei einer Sache die für einen Preis X über den Ladentisch wandert, ist das aber ausgeschlossen .. oder schlichtweg nicht passiert.

 

Gruß Thorsten

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