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Hallo,

 

schon seit längerem "wälze" ich folgendes Problemchen, und habe noch keine richtige Antwort gefunden:

 

Allgemein sagt man ja, dass viele Objektive durch das Abblenden "schärfer" werden; das kann ich für das 18-200 mm Objektiv an der NEX 5 besonders an den Bildecken bestätigen; früher beim analogen Mittelformat fand ich das sogar noch stärker ausgeprägt. (Ich meine nicht die Schärfentiefe, sondern den Schärfeeindruck in der Fokusebene.)

Beim Adaptieren von alten KB- und MiFo-Linsen an die NEX finde ich eigentlich keine spürbaren Unterschiede zwischen Offenblende und abgeblendet; jedenfalls nicht bei "gedämpftem" Licht (früh, abends, leicht bewölkter Himmel). Aufnahmen in grellerem Licht mit Offenblende (2,0 oder darunter) sind manchmal etwas "verwaschen" - das schiebe ich aber auf die Reflektionen des Sensors auf die rückseitige Linse des Objektivs.

 

Kann es sein, dass die oben genannte "Binsenweisheit" nur dann gültig ist, wenn man Objektive verwendet, die nur die "Sensor"größe (egal ob Silberbromid oder Chip) ausleuchten, bzw. eben nicht mehr gültig ist, wenn man nur die Mitte der vom Objektiv ausgeleuchteten Fläche betrachtet?

Oder hat der Schärfegewinn etwas mit der im Objektiv "umherschwirrenden Lichtmenge" zu tun: weniger Licht insgesamt = weniger Reflektionen zwischen den Linsen = mehr Schärfe?

Oder ganz anders?

 

Viele Grüße

phalaris

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Streulicht, dass zwischen den Glas-/Luftübergängen entsteht vermindert den Kontrast, was als weniger scharf empfunden wird.

 

Der Schärfezuwachs durch das Abblenden geht nur soweit, bis die Beugungsunschärfe größer wird als der Schärfezuwachs.

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Hallo!

Kann es sein, dass die oben genannte "Binsenweisheit" nur dann gültig ist, wenn man Objektive verwendet, die nur die "Sensor"größe (egal ob Silberbromid oder Chip) ausleuchten, bzw. eben nicht mehr gültig ist, wenn man nur die Mitte der vom Objektiv ausgeleuchteten Fläche betrachtet?

Die "Binsenweisheit" des Abblendens hat wohl mehrere Ursachen:

Es hilft bei mechanisch eher minderwertig zusammengebauten Objektiven, diese Justierungsfehler zu kompensieren.

Durch Abblenden werden die weniger gut korrigierten Randstrahlen abgedunkelt und können nicht mehr schaden.

Es hat auch - zT. aus Kostengründen - einen gewollten Effekt, nämlich daß zwar marketingmäßig eine hohe Lichtstärke erforderlich schien, die Korrekturen aber nur für eine wesentlich geringere Lichtstärke durchgeführt wurden. Viele 1.2er, 1.4er, 1.8er und auch 2.0er Objektive folgen diesem Ansatz. Es steht zwar zB. 1.2/50 vorne drauf, bekommen hat man aber ein Objektiv, das nur für maximal 2.8 auskorrigiert ist.

Es gibt auch eine Reihe von Objektivtypen (zB. ganz alte Flektogone), wo einfach die Bildfeldwölbung nur bis zu einem bestimmten Grad korrigiert werden konnte, da hilft dann auch Abblenden nichts.

Eine weitere Klasse sind die von mir sogenannten "Sweet-Spot-Objektive", die in der Bildmitte (was übrigends für mFT ausreichend sein kann) überdurchschnittlich hoch auflösen, gegen den Bildrand zu aber ganz drastisch in der Auflösung abfallen. Dazu gehören in der Regel beinahe alle die hier im Forum als "Schätzchen" bezeichneten 50er höherer und höchster Lichtstärke.

Seit einiger Zeit kann man aber Objektive so berechnen, daß sie beinahe über das gesamte Bildfeld gleichmäßig auflösen, man vermeidet damit auch das "Quality-Giveaway" im Bildzentrum.

Oder hat der Schärfegewinn etwas mit der im Objektiv "umherschwirrenden Lichtmenge" zu tun: weniger Licht insgesamt = weniger Reflektionen zwischen den Linsen = mehr Schärfe?

Du verwechselst hier - wie viele andere auch - Kontrast mit Schärfe/Auflösung.

Auch Objektive mit mäßiger Kontrastleistung können äusserst hochauflösend sein.

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Hallo,

 

vielen Dank für die erhellenden Antworten - ja, ich verwechsele oft Auflösung mit Kontrast, da sich mein subjektiver Schärfeeindruck wohl eher von der "Klarheit" in der Abgrenzung zwischen Hell und Dunkel leiten läßt - ich mag für "analytische Aufnahmen" Tessare mehr als Sonnare.

 

Das Beispiel mit den Flektogonen finde ich gut - mein CZJ 4,0/50 (Baujahr geschätzt ca. 1960) war an Mittelformat nur stark abgeblendet zu gebrauchen, an der NEX macht es auch mit 4,0 Spaß. Das hier die Auflösung eher bescheiden sein dürfte ist mir klar (ist ja für 6 x 6 und nicht für APS-C gerechnet) - scharf (also eigentlich kontrastreich) wirken die Aufnahmen damit auf mich trotzdem. Bei Aufnahmen mit dem (angeblich?) hochauflösenden Helios 44-7 muss ich oft stark am Kontrast "schrauben" - dann sehen die Aufnahmen damit für mich schärfer aus. Das alte, unvergütete Helios 44-2 erscheint mir schärfer - wahrscheinlich weil es kontrastreicher abbilden kann (nebenbei: außerdem hat es das berühmte "swirling Bokeh" - manchmal extrem störend, manchmal sehr nett.).

 

Okay - also wieder etwas gelernt:

wahrscheinlich ein Zusammenwirken von Sweet Spot-Nutzung, nicht zuuu lichtstarken Objektiven (Pancolar 2.0/50 und Helios 2.0/58 sind am weitesten offen, mein Takumar 1,4/50 gefällt mir offen von den Farben her nicht; über das Pentacon 1,8/50 rede ich nicht :)) und nicht zuuu hohen Ansprüchen.

 

Meine momentanen Schätzchen: CZJ Tessar 2,8/50 und Pentax Takumar 3,5/28. Das Flektogon 4,0/50 sieht an der NEx genauso albern aus wie das Biometar 2,8/120...:)

 

Viele Grüße

phalaris

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