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So schön diese Bilder auch sind, Symmetrien ohne leichte, auffällige Störung wirken schnell langweilig...

 

Das obere Bild ist so dunkel, daß in erster Linie die Lichtreflexe wirken und die sind hier schon unterschiedlich strukturiert, wie auch die Schatten auf den Wänden.

Das Problem ist das winzige Format, wo man das leicht übersieht. Wenn ich mir das Bild in der größten Version von Flickr herunterlade und auf schwarzem Hintergrund betrachte, kommen die subtilen Störungen gut zur Wirkung.

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Jede subjektive Sicht ist - vom jeweiligen Standpunkt aus betrachtet - richtig.

Letztendlich bleibt es dem jeweiligen Betrachter überlassen wie er das Bild empfindet.

Das aufgrund unterschiedlicher Sehgewohnheiten unterschiedliche Ergebnisse herauskommen ist normal.

 

Sich selbst als Künstler zu definieren halte ich für vermessen.

 

So schön diese Bilder auch sind, Symmetrien ohne leichte, auffällige Störung wirken schnell langweilig.

(Das ist Allgemeingut der darstellenden Kunst, nicht nur meine Meinung.)

Den ersten Satz habe ich oben beantwortet, den letzten würde ich nicht so unterschreiben.

Symmetrie ist ein gültiges Konzept in Kunst und Architektur. Dies zu verneinen würde bedeuten daß zum Beispiel viele Werke von M.C.Escher und Viktor Vasarely nicht mehr unter diesen Begriff fallen würden.

Ist das so? Ich denke nicht.

Regeln für die Kunst sind selbst auferlegt und oft nur temporär gültig.

 

Ein Bild kann jeder für sich gut oder schlecht empfinden.

Ist es deswegen objektiv gut oder schlecht?

Schwer zu sagen - wenn es einer Mehrheit gefällt, wird dies oft als objektive Meinung gehalten.

Für mich gibt es diese Objektivität nicht in der Kunst. Objektivität finde ich zum Beispiel in der Mathematik...

 

"There are no rules for good photographs, there are only good photographs" Ansel Adams

 

Was man als gut empfindet soll jeder für sich entscheiden, aber man sollte sich nicht zu sehr durch selbst auferlegte Regeln einengen ;)

 

Gruß,

Michael

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Muss irgendwie an Klingonen denken ... :D Sehr schön abstraktes Bild.

 

Exakt derselbe Gedanke ging mir auch durch den Kopf! Der Architekt muss ein Trekkie sein. :)

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Jede subjektive Sicht ist - vom jeweiligen Standpunkt aus betrachtet - richtig.

Letztendlich bleibt es dem jeweiligen Betrachter überlassen wie er das Bild empfindet.

Das aufgrund unterschiedlicher Sehgewohnheiten unterschiedliche Ergebnisse herauskommen ist normal.

Volle Zustimmung.

 

Sich selbst als Künstler zu definieren halte ich für vermessen.

Warum? Hast Du möglicherweise ein bestimmtes Bild vom Künstler? Könnte das eine selbst geschaffene Regel sein?

 

Für mich gibt es diese Objektivität nicht in der Kunst. Objektivität finde ich zum Beispiel in der Mathematik...

Ist nicht eine Mohnblüte objektiv rot?

Die Objektivität steckt immer im Bild selbst. Die Wirklichkeit ist immer, wie Du ja auch oben schreibst, eine Interaktion zwischen mir und der Welt - in dem Fall dem Bild.

 

Die große, die riesengroße Schwierigkeit und Anstrengung in der Kunst ist, durch den Filter der eigenen Wirklichkeit hindurch zum Objektiven im Kunstwerk durchzudringen.

Wenn es mal gelungen ist, hat man eine Sternstunde gehabt.

 

 

Was man als gut empfindet soll jeder für sich entscheiden, aber man sollte sich nicht zu sehr durch selbst auferlegte Regeln einengen ;)

Ich denke, es kommt darauf an, welcher Art die Regeln sind. Wenn sie aus der mehr abstrakten Vorstellung kommen, z.B. dass Du kein Künstler seist ;), dann schänken sie in der Tat ein.

Denn, auf der anderen Seite gilt auch dies:

 

"Wer großes will muß sich zusammen raffen.

In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister

Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben" - J.W.v.Goethe, aus "Natur und Kunst", 1880

 

Ich denke, es läuft auf eine persönliche Entscheidung zwischen Chaos und Kosmos hinaus, d.h., dem Regellosen, Ungeordneten und dem Wohlgeordneten.

Entscheidet man sich für das "Wohlgeordnete", entscheidet man sich auch für Regeln. Ob man sie nun aus der Natur nimmt oder aus seiner individuellen Weltsicht, sie sind in der Kunst immer da.

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Warum? Hast Du möglicherweise ein bestimmtes Bild vom Künstler? Könnte das eine selbst geschaffene Regel sein?

Jemanden Künstler zu nennen ist für mich eine Form der Anerkennung. Es gibt viele selbsternannte Künstler - wie sehr das jeweils zutrifft, da kann man zum Teil unterschiedlicher Meinung sein.

 

Die Ansicht den Begriff Künstler als durch dritte 'verliehene' Anerkennung zu verstehen teilen auch in diesem Bereich lehrende...

 

Ist nicht eine Mohnblüte objektiv rot?

Einigen wir uns darauf daß eine Mohnblüte (aber nur ein Teil der existierenden Arten) Licht im Wellenlängenbereich von ca. 800nm zurückstreut. Der Begriff 'rot' ist die Bezeichnung die diesem Farbwert im deutschen Sprachraum gegeben wurde. Damit hätte die Farbwahrnehmung einen Hauch von Objektivität. Eine Brücke zur Kunst läßt sich aber von dort aus mMn nicht schlagen.

 

Die Objektivität steckt immer im Bild selbst. Die Wirklichkeit ist immer, wie Du ja auch oben schreibst, eine Interaktion zwischen mir und der Welt - in dem Fall dem Bild.

Das Abgebildete erfährt eine Interpretation durch Dich - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

Die große, die riesengroße Schwierigkeit und Anstrengung in der Kunst ist, durch den Filter der eigenen Wirklichkeit hindurch zum Objektiven im Kunstwerk durchzudringen.

Wenn es mal gelungen ist, hat man eine Sternstunde gehabt.

Wie willst Du diese Objektivität greifen? Ein Kunstwerk ist von einer oder mehreren Personen geschaffen und spiegelt deren Sicht einer bestimmte Sache wieder. Ist es deswegen jetzt objektiv? Es fällt mir schwer dies zu glauben.

Es ist ein Versuch der Kommunikation, aber auch dies läßt sich für mich schwer in Objektivität kleiden. Denke einfach an die 'Färbung' einzelner Begriffe durch kulturellen, politischen und familiären Kontext. Gleiches gilt für die Deutung von Symbolen.

Man kann in allen Fällen für sich feststellen, ob die Darstellung für einen selbst harmonisch ist oder nicht. Ist das die Objektivität die Du meinst?

 

Ich denke, es kommt darauf an, welcher Art die Regeln sind. Wenn sie aus der mehr abstrakten Vorstellung kommen, z.B. dass Du kein Künstler seist ;), dann schänken sie in der Tat ein.

Ich denke, die Frage hat sich bereits weiter oben beantwortet ;)

 

Denn, auf der anderen Seite gilt auch dies:

 

"Wer großes will muß sich zusammen raffen.

In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister

Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben" - J.W.v.Goethe, aus "Natur und Kunst", 1880

Meinte Goethe die Beschränkung beim Werk auf wenige Elemente oder die Einschränkung der eigenen Sicht? Die Antwort darauf wäre hier im Kontext interessant. ;)

Meinte er das Begreifen von Gesetzmäßigkeiten oder die Definition von Regeln des Handelns?

 

Ich denke, es läuft auf eine persönliche Entscheidung zwischen Chaos und Kosmos hinaus, d.h., dem Regellosen, Ungeordneten und dem Wohlgeordneten.

Entscheidet man sich für das "Wohlgeordnete", entscheidet man sich auch für Regeln. Ob man sie nun aus der Natur nimmt oder aus seiner individuellen Weltsicht, sie sind in der Kunst immer da.

Sind für Dich hier Kosmos und Chaos metaphysische Begriffe? Der Kosmos im naturwissenschaftlichen Sinne weist auch chaotische Elemente auf, daher wäre es schwer in diesem Bereich klar zu trennen.

 

Ich hoffe Du nimmst mir nicht übel, daß ich bewußt nicht versucht habe, Deine Worte in einem Sinne aufzugreifen wie Du es vermutlich gemeint hat, sondern eine andere Sicht gewählt habe. Auf die Weise wollte ich nur deutlich machen, daß es der Interpretationen viele gibt...

 

Ich vermute daß Du Joseph Beuys' Ansicht 'Jeder ist ein Künstler' nahe stehst.

In der DADA-Bewegung ging es um eine Ablehnung der Kunst.

 

Ich lehne Kunst nicht ab - ich erfreue mich an ihr.

 

Regeln machen das Leben oft einfacher. Ein Ausbrechen kann aber helfen, den Horizont zu erweitern.

 

Egal wie man vorgeht und was der Ausgangspunkt ist, das Ergebnis zählt.

Jeder hat seine Vorgehensweise die für ihn Richtigkeit hat. Ich finde wir sollten uns an den Ergebnissen erfreuen und andere Herangehensweisen als Bereicherung betrachten ohne die eigene Sicht zu verallgemeinern.

 

Das waren jetzt viele Worte - Zeit für Bilder.

 

Gruß,

Michael

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Mir ist schon klar: Wir werden diesen Gegenstand nicht erschöpfend behandeln können.

Daher hier nur die entsprechenden Erläuterungen.

Einigen wir uns darauf daß eine Mohnblüte (aber nur ein Teil der existierenden Arten) Licht im Wellenlängenbereich von ca. 800nm zurückstreut. Der Begriff 'rot' ist die Bezeichnung die diesem Farbwert im deutschen Sprachraum gegeben wurde. Damit hätte die Farbwahrnehmung einen Hauch von Objektivität. Eine Brücke zur Kunst läßt sich aber von dort aus mMn nicht schlagen.
Das ist richtig, solange Du die Farbe auf eine rein quantitative Beschreibung reduzierst. Als Photograph lebst Du aber nicht von den Quantitäten der Farben, sondern von ihren Qualitäten. (Sonst würdest Du nicht photographieren, sondern mit einem Wellenmessgerät durch die Landschaft laufen und gemessene Frequenzen sammeln.) Ich unterstelle hier mal, dass Du beim Anblick der Mohnblüte nicht sagst: "Oh, sieh mal diese herrlichen 800 nm." Oder dass Deine Freundin/Frau sagt: "Er hat mir zum Geburtstag 800 nm zurückstreuende Rosen geschenkt." ;-)

 

---Zitat von olaf---

Die Objektivität steckt immer im Bild selbst. Die Wirklichkeit ist immer, wie Du ja auch oben schreibst, eine Interaktion zwischen mir und der Welt - in dem Fall dem Bild.

---Zitatende---

 

Das Abgebildete erfährt eine Interpretation durch Dich - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Das ist nicht gemeint. Egal, wie es von 10 verschiedenen Betrachtern interpretiert wird - das Bild mit all seinen Elementen existiert objektiv so, wie es aus dem Drucker kommt. Davon zu unterscheiden ist, welche "Wirklichkeit/Interpretation" zwischen den einzelnen Betrachtern und dem Bild zustande kommt.

 

---Zitat von olaf---

*Die große, die riesengroße Schwierigkeit und Anstrengung in der Kunst ist, durch den Filter der eigenen Wirklichkeit hindurch zum Objektiven im Kunstwerk durchzudringen.*

Wenn es mal gelungen ist, hat man eine Sternstunde gehabt.

---Zitatende---

Wie willst Du diese Objektivität greifen? Ein Kunstwerk ist von einer oder mehreren Personen geschaffen und spiegelt deren Sicht einer bestimmte Sache wieder. Ist es deswegen jetzt objektiv? Es fällt mir schwer dies zu glauben.

Es ist ein Versuch der Kommunikation, aber auch dies läßt sich für mich schwer in Objektivität kleiden. Denke einfach an die 'Färbung' einzelner Begriffe durch kulturellen, politischen und familiären Kontext. Gleiches gilt für die Deutung von Symbolen.

Man kann in allen Fällen für sich feststellen, ob die Darstellung für einen selbst harmonisch ist oder nicht. Ist das die Objektivität die Du meinst?

Natürlich ist es schwer, diese Objektivität zu greifen. Aber schon das Wissen um die Färbung der Begriffe beinhaltet bereits die prinzipielle Möglichkeit ihrer Überwindung. Es ist ein Schulungs-/Übungsweg und letztlich eine Willensfrage. ("Mit Geist und Fleiß" heißt es in diesem Zusammenhang bei Goethe.)

Das gilt in Strenge natürlich nur für die Künste, die den Raum gestalten, also alle bildnerisch-plastischen Künste. Bei den Künsten, welche die Zeit gestalten (z.B. Musik) ist es anders. Im Gegensatz zum Bild entstehen diese Werke ja jedesmal neu durch den Ausübenden.

Deshalb ist es aber immer noch völlig berechtigt aus dem Bauch heraus zu sagen: "Gefällt mir / Gefällt mir nicht." Das ist ja schließlich "meine" Wirklichkeit. Man muss sich nur klar darüber sein, dass dies lediglich etwas über mein Verhältnis zum Bild sagt. Nicht notwendig etwas über das Bild selbst. Und dass der Tag nicht aus 24 Sternstunden besteht ist mir auch klar. Aber das heißt ja nicht, dass es sie nicht geben kann, dass man sie nicht anstreben kann.

 

---Zitat von olaf---

Denn, auf der anderen Seite gilt auch dies:

 

"Wer großes will muß sich zusammen raffen.

In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister

Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben" - J.W.v.Goethe, aus "Natur und Kunst", 1880

---Zitatende---

Meinte Goethe die Beschränkung beim Werke auf wenige Elemente oder die Einschränkung der eigenen Sicht? Die Antwort darauf wäre hier im Kontext interessant.

Meinte er das Begreifen von Gesetzmäßigkeiten oder die Definition von Regeln des Handelns?

Ich verstehe es so, dass ich bei der Verwirklichung einer Idee durch die irdisch-praktischen Gegebenheiten beschränkt bin. Es stehen nicht eine beliebige und unbeschränkte Menge von Zeit, Material und Methoden zur Verfügung. Bei den Methoden z.B. muss ich mich u.a. an die Naurgesetze halten, beim Material kommt mein Geldbeutel ins Spiel, usw. (Hier zeigt sich, nebenbei bemerkt, die antipodische Haltung zu Schiller)

Die zwei Zeilen davor lauten:

"Vergebens werden ungebundene Geister

nach der Vollendung reiner Höhe streben.

In der Beschränkung ..."

 

---Zitat von olaf---

Ich denke, es läuft auf eine persönliche Entscheidung zwischen Chaos und Kosmos hinaus, d.h., dem Regellosen, Ungeordneten und dem Wohlgeordneten.

Entscheidet man sich für das "Wohlgeordnete", entscheidet man sich auch für Regeln. Ob man sie nun aus der Natur nimmt oder aus seiner individuellen Weltsicht, sie sind in der Kunst immer da.

---Zitatende---

Sind für Dich hier Kosmos und Chaos metaphysische Begriffe? Der Kosmos im naturwissenschaftlichen Sinne weist auch chaotische Elemente auf, daher wäre es schwer in diesem Bereich klar zu trennen.

Weder im metaphysischen noch naturwissenschaftlichen Kontext, sondern einfach nur im ursprünglichen Wortsinn: Kosmos: Das Wohlgeordnete (Kosmetik kommt auch daher) und Chaos: das Ungeordnete, Regellose, Unstrukturierte. Beides als die zwei Pole, zwischen denen jeder Mensch pendelt (wenn er z.B. seinen Schreibtisch oder seine Werkstatt aufräumt. ;-))

 

Ich hoffe Du nimmst mir nicht übel, daß ich bewußt nicht versucht habe, Deine Worte in einem Sinne aufzugreifen wie Du es vermutlich gemeint hast, ...
Ganz im Gegenteil! Es hilft die Begriffe klarer zu bekommen.

 

Ich vermute daß Du Joseph Beuys' Ansicht 'Jeder ist ein Künstler' nahe stehst.
Was auch immer er gemeint hat - fest steht, dass jeder, der der gewordenen Welt in konstruktiver Weise etwas hinzufügt, was vorher nicht in ihr enthalten war, damit schöpferisch-künstlerisch tätig geworden ist. Für mich ist das rein sachlich gesehen ganz einfach. Ob mir dann hinterher jemand den Titel "Künstler" zuspricht oder nicht, spielt für den Vorgang selbst keine Rolle. Und was der sog. "Kunstmarkt" dazu sagt ist ohnehin nebensächlich. Der hat ganz andere Interessen. Die haben nicht immer was mit Kunst zu tun. (Da soll einem Geldbeutel etwas hinzu gefügt werden, was vorher nicht in ihm enthalten war. ;-)) Edited by olaf
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