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Völklinger Hütte - teilweise in Infrarot


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Moinsen alle z'samm.

Ich werde Euch die nächsten Wochen mit Aufnahmen aus der Völklinger Hütte beglücken bzw. bewerfen, die gestern entstanden sind und langsam bearbeitet und in die richtige Reihenfolge gebracht werden wollen.

Die Bilder, die ich zeigen will, sind teils auch Falschfarben-Infrarot-Aufnahmen, da Vegetation, die imBegriff ist, die Industrieanlagen zurückzuerobern, einen in meinen Augen besseren Kontrast im IR-Bereich zu den menschengemachten Strukturen bietet. Die Bilder mische ich nach meinen Vorstellungen einer sinnvollen Reihenfolge.

Manche Bilder sind rein dokumentarisch, bei anderen verfolge ich einen "künstlerischen" Anspruch, was auch immer das heißt. Vmtl., dass sie mir besser gefallen als die reinen aus der Kamera kommenden Jpegs. Mit anderen Worten steckt in einigen Bildern viel Bearbeitung drin, das darf und soll man sehen. Mir geht es um den Eindruck, den solche Bilder erwecken (können und sollen).

Beginnen möchte ich mit einer Übersicht auf das südliche Anlagengelände mit dem noch in Betrieb befindlichen Stahlwerk. Die erste Aufnahme normal, die zweite IR. In der VH werden Ausstellungen und Kunstprojekte abgehalten. Die Spuren eines letzteren zieren das Dach am unteren Bildrand beider Aufnahmen.

#1

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#2

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Edited by Goldtop 57
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1881 begann die Eisenerzverhüttung am jetztigen Standort der Hütte. Das Erz kam per Schiff über die Saar aus Lothringen und war recht arm an Eisen, nur 30%, was zu den großen Schlackebergen beitrug, die später noch zu sehen sein werden.

Ein Problem war, dass die Anlandestellen wesentlich tiefer lagen als die weiterverarbeitenden Bereiche der Hütte. Also erging der Aufruf an 15-21 jährige Mädchen der Stadt, als Trägerinnen zu fungieren. Diese armen Geschöpfe trugen 35kg Erz auf den Köpfen in Körben vom Schiff zur Möllerei, wo das Gestein gebrochen wurde. Selbstredend bekamen die Frauen weniger Geld als Männer, die auch in der Hütte arbeiteten....da hat sich bis heute nicht viel geändert.... Die Frauen trugen den Spitznamen "Erzengel". Später kam ein Dampfkran, noch später dann eine hütteneigene Schmalspurbahn, die diese Aufgabe übernahm

Nochmal zwei Aufnahmen mit mehr Detail. Die runde Anlage in der Mitte ist ein Teil der Möllerei. Das Gestein wurde in verschieden große Fraktionen gebrochen und mit etwa gleich fein oder grob gebrochenem Koks im Wechsel in die Hochöfen geschichtet.

#3

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#4

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So, weiter geht es.

Später wurde das Erz per Bahn angeliefert und mit werkeigenen Loks zu den Bunkern gefahren. Da das lothringische Erz so arm war, wurde besseres dazugekauft, teilweise aus den Erzminen von Kiruna in Schweden. Das schien sich zu rechnen und produzierte weniger Schlacke als Abfall.


Eine dieser Loks von 1969 steht an dem Eingang zum Sinterwerk.

#5

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Ein Blick über die zugewachsene Bunkeranlage, wo das Erz auf Vorrat gelagert wurde. In Blickrichtung steht der kleine Zug.

#6

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Über ein weiteres Gleis wurde dann später auch die Kohle angeliefert, dieses Gleis ging durch den Betrieb durch auf die nördliche Seite der Hütte, dort befand sich die Kokerei, wo die Kohle zu Koks umgewandelt wurde.

#7 Das Kohlegleis

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Edited by Goldtop 57
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Damit es nicht zu IR-lastig wird, hier noch ein normales Bild. Das helle Gebäude im Hintergrund ist der Wasserspeicher, der bis zuletzt auch noch von der Werksfeuerwehr genutzt wurde bei Bedarf. Er wurde 1917 gebaut.

#8

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Danke, daß Du Dir auch Zeit für geschichtlichen Hintergrund etc. nimmst ;)

(ich war selbst einmal vor ein paar Jahren dort - und fand die ganze Anlage sehr imposant, natürlich auch fotogen ....)

 

Die Infrarot-Bearbeitungen bringen meiner Meinung nach nicht immer einen Zugewinn.... die Anlage für sich ist ja schon farblich beeindruckend genug. Manche finde ich aber auch gelungen, so z.B. das Letzte in #3 - das "hat was".... aber natürlich ist das Ansichtssache . Ich habe erst mal gezögert, das überhaupt hier zu schreiben, da es "Dein Thread" ist  - aber immer nur klicken ist ja auch doof..... Ich hoffe, Du nimmst mir mein Urteil nicht übel ;) 

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Gar kein Problem! Ich weiß, dass IR nicht jedermanns Sache ist, ich steh halt drauf, und gerade wenn das Blattwerk nicht grün, sondern auch gelb/orange/rot ist, bildet es eine passende Umgebung für die rostroten Industrieanlagen. Macht so ein bißchen eine Enzeit- bzw. postapokalyptische Stimmung.

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Aus den Bunkern wurde das Erz wieder mit Zügen zur Möllerei gebracht, wo es in verschiedene Korngrößen gebrochen wurde. Um das Erz - im Wechsel mit Koks - in die Hochöfen zu füllen, mußte es auf die Höhe derer oberen Enden verfrachtet werden. 1911 (!) wurde dazu ein Schrägaufzug installiert, der die Loren hängend auf die Höhe von 27m brachte, wo sie über ein insgesamt 6km langes Schienensystem mit einigen Hundert Weichen alle 6 Hochöfen versorgten. Es gab 256 Loren, und an einem durchschnittlichen Tag zur Hochzeit der Hütte fuhren 240 davon hoch und wieder runter, also 40 pro Ofen. Das Gequietsche der Loren auf den engen Radien war in ganz Völklingen zu hören.

Hier ein Überblick auf das Lorensystem und den dahinter liegenden Schrägaufzug, die linken beiden Hochöfen sind auch mit drauf. Außerdem der als Zigarette verkleidete Schlot des Heizsystems der Winderhitzer.

#9

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#10

 

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#11 Das Gleis von den Bunkern zur Möllerei

 

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#12 Ein Blick auf einen Teil des sog. Ferrodroms, wo die Loren befüllt wurden, bevor sie sich auf den Weg nach oben machten. Hierfür waren 8 Männer zuständig, die dafür Sorge zu tragen hatten, dass die Loren korrekt befüllt waren und am Übergang zum eigentlichen Aufzug auch problemlos in das Drahtseil eingehängt waren. Die waagerechten Streckenteile befuhren sie aus eigener Kraft mittels 2 Elektromotoren.

 

 

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#13 Detail des Antriebs des Drahtseilsystems
 

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Im Ferrodrom wurden die Loren nach Bedarf gewartet oder einfach vollgeladen. Hier ein paar Eindrücke

#14

 

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#15

 

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#16

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Oben, auf der Ebene der Hochöfenkuppeln, gab es eine regelrecht Autobahn von 3 Spuren, wo die Loren je nach transportierter Korngröße zum Ofen geleitet wurden, der an dem Tag für diese Korngröße vorgesehen war. Der Koks, der schichtweise abwechselnd in die Öfen geschüttet wurde, mußte dieselbe Korngröße haben, damit die Hitzeentwicklung gleichmäßig war und zur Größe der Erzklumpen paßte.

#17 Rost reflektiert teilweise Infrarotlicht

 

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#18

 

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#19

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Wenn es Zeit war, einen Hochofen mit Erz oder Koks nachzufüllen, wurden 6 Loren kreisförmig um den Deckel aufgehängt, welcher dann angehoben wurde. Um ein Entweichen der giftigen und heißen Gase (Gichtgase) zu verhindern, war unterhalb des Deckels noch ein glockartiger Zwischenboden eingebaut, auf den die Tonnen von Erz geschüttet wurden - per Hand übrigens. Die Loren waren so gebaut, dass ein Arbeiter sie um eine horizontale Achse kippen und nach der Entleerung dann mit seinem Körpergewicht wieder zurück in die Ausgangsposition bringen konnte. Dann wurde der Deckel wieder abgesenkt, und erst danach die Glocke geöffnet, so dass das Erz in den Hochofen fiel.

#20 Die kreisförmige Lorenbahn und der Deckel des Hochofens. Die Gitter waren damals natürlich nicht da.

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#21 Ein Blick in den Antriebsraum des Schrägaufzugs

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#22 Das Bürogebäude wurde einfach aus Platzgründen unter den Schrägaufzug und neben die Winderhitzer gebaut. Es war also immer laut und immer heiß. Unten war auch eine Kantine, in der die Arbeiter kostenlos Wasser, Tee und Kaffee bekommen konnten.

 

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Zwischendurch ein paar Impressionen. Ich habe die Bearbeitung bewußt in Richtung "industrial-dreckig-verranzt" gemacht, also die vorherrschende Stimmung versucht zu verstärken.

#23

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#24

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#25

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#26

 

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#27

 

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#28

 

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Von der Ebene der Hochöfen schauen wir nochmal auf den Erzschrägaufzug
#29

 

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...und in die andere Richtung auf die Kokerei, die natürlich einen eigenen Schrägaufzug hat, um den Koks auf 27m zu befödern. Rechts im Hintergrund das stahlverarbeitende Werk, was noch in Betrieb ist, links einer der beiden Schlackeberge.

Das markante Gebäude links der Mitte diente zur Befüllung der mittig unten zu sehenden fahrbaren Maschine, die die Kohle fest in die auf später kommenden Bildern zu sehenden Koksschächte presste.
#30

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