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Pergear 35 mm, F 1.4 FF (Vollformat)


Zeil-Foto

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Hallo,

für diverse Kamerasysteme gibt es von Pergear für rund 130,- ein neues Objektiv, das den Vollformatsensor (24x36) ausleuchtet. Das leichte Weitwinkelobjektiv mit 35 mm Brennweite und Lichtstärke F1.4 ist unerreicht leicht und klein. Außerdem unerreicht billig für diese technischen Daten. Hier zunächst ein Bild vom Lieferumfang. Neben einer Pappschachtel gibt es das Objektiv, Vorder- und Rückdeckel und eine Streulichtblende. Ich zeige gleich Testbilder.

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Hallo,

es gibt schon einige Testberichte zu dem Objektiv und es wird etwa bemängelt, dass die Entfernungs- und Blendeneinstellung nicht linear laufen. So gibt es einen großen Abstand zwischen Blende 1.4 und 2.8 und einen so kleinen zwischen 8 und 16, dass keine Raste mehr für Blende 11 möglich war. Bei der Entfernung ist es ähnlich. Bei 30 Zentimetern geht es los und für eine paar Zentimeter mehr muss man länger drehen. Zwischen 3 Meter und unendlich sind es aber nur ein paar Millimeter. Diese Einstellungen rein mechanisch gleichmäßiger zu verteilen, würde ein größeres Objektiv erfordern. Ein kleines Objektiv hat aber auch seine Vorteile. Will ich maximal klein und günstig bauen, dann muss ich diese Einstellunegn in Kauf nehmen. Dieser Punkt ist kein Nachteil, sondern eine Eigenschaft.

Richtig ist, blind kann man die Bende nur mit viel Übung einstellen. Richtig ist aber auch, "Action" ist keine Stärke eines solchen Objektivs. Die Entfernungseinstellung sei fummelig, wird kritisiert. Wahr ist, es sind sehr kurze Wege, aber es ist kein Problem bei F1.4 und Fokuslupe die Entfernung präzise einzustellen.

Die Frage ist also, kann man Fotos zwischen F1.4 und F2.8 gebrauchen? Danach kommen nämlich gute Standard-Zoomobjektive mit Autofokus und tadelloser Bildqualität. Wenn ich, wie generell, Fotos aus RAW-Format bearbeite gibt es am Ergebnis nur wenig zu kritisieren. Bei günstigen Lichtverhältnissen würde ich die Qualität eines bearbeiteten Bilds 6000x4000 und ab F4.0 als tadellos bezeichnen. Auf 4K oder ähnlich verkleinert kann man nicht mehr wirklich sehen, welches Objektiv im Einsatz war. Was ich danach zeige und beschreibe, ist aus RAW bearbeitet. Ich verwende ON1 Photo RAW was für meine Bedürfnisse völlig ausreicht.

Zu den einzelnen Punkten:

1. Schärfe: bei F1.4 - F2.8 sind jeweils um 15 % des Bilds rechts und links am Rand, ungenügend scharf. Oben und unten gibt es da kein Problem. Bei den häufigen 24 MP Sensoren mit 6000x4000 Pixeln kann man also im Bereich 4200x4000 Pixel auch bei F1.4 von einem scharfen Bild ausgehen. Je näher am Rand, umso unschärfer wird es natürlich. Ich nutze häufig statt 3:2 lieber 4:3 und da sind die gröbsten Stellen ohnehin weg. Liegt das Motiv nicht gerade ganz am Rand, ist bei weit offener Blende ein schönes Bokeh in den Randbereichen. Da gibt es keine störende Unschärfe mehr.

2. Vignettierung: je weiter die Blende offen ist, umso dunkler sind die Ecken. Wie bei den meisten Objektiven gibt es Vignettierung. Allerdings lässt sich jede Form, bei jeder Blendenöffnung, problemlos in der RAW-Entwicklung entfernen.

3. Verzeichnung: je nach Entfernung gibt es eine leicht unterschiedliche Verzeichnung. Die gibt es aber bei fast jedem Objektiv. Auch Objektive, die fast das fünffache kosten, zeigen eine ähnliche Verzeichnung. In der Bildbearbeitung lässt sich das ebenfalls problemlos ausgleichen.

4. Kontrast: je nach Licht und Motiv sehen bei F1.4 bis F2.8 Details matschig aus. Das lässt sich durch Anhebung von Kontrast und Schärfe in hohem Maß ausgleichen. Hier haben wir wirklich einen Punkt, den wir für den fünf- bis zehnfachen Preis besser bekommen können.

5. Sonnenstern: es gibt 10 leicht gerundete Lamellen, also 10 Strahlen. Die Form hängt von der eingestellten Blende ab.

6. Flairs: einfallendes Licht erzeugt Teils heftige Effekte. Da muss man eben den Standort zum Motiv variieren, bis es gefällt.

Echte Nachteile, durch den Preis erkauft:

Die beiliegende Streulichtblende taugt nichts und ist teils im Bild zu erkennen. Sicher ein Teil für ein paar Cents Herstellkosten. Da muss man nach etwas Geeignetem schauen.

Die Skalen sind nur aufgedruckt. Lediglich die Indexstriche sind vertieft angebracht. Durch normales Abwischen werden die Skalen irgendwann unlesbar. Aber auch kein Problem, einfach ein paar Bilder mit Beschriftung machen und in ein paar Jahren kann man das mit wasserfestem Filzstift nachmalen.

Noch ein Hinweis, in einem aktuellen YouTube-Video wird in einem Kurs "Landschaftsaufnahmen für Anfänger" oder so ähnlich behauptet, je weiter die Blende geschlossen wäre, umso mehr Tiefenschärfe habe man. Es wird ernsthaft von Blende 16 oder schlimmer gesprochen. Geschlossener als Blende 8 nimmt die Schärfe bei den allermeisten Objektiven wieder ab. Was nützt mir mehr Tiefenschärfe, wenn das ganze Bild weniger scharf wird?

Leider hatten wir jetzt lange einen Dauersandsturm und erst seit heute ist die Luft wieder klar, dafür Windstärke 8 bis 10. Deshalb nur suboptimale Testbilder.

Ich fange einmal mit Fotos an. Hier ein Sonnenstern aus F16. Ein kleiner blauer Fleck ist noch oben im Bild zu sehen.

 

 

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Hier ein komplettes 3:2 Bild auf 3000x2000 Pixel verkleinert, damit es hier passt. Außen liegende Datteln sind meist zu stark im Wind verwackelt. Die Sonne im Rücken und ein unproblematisches Motiv. Blende war F4 oder F5.6. Die größte Schärfe bei meinem Objektiv liegt zwischen F5.6 und F8. Ab F4 ist es aber nur noch marginal besser.

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Bei F5.6 ist alles scharf.

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ISO100, 1/1600 Sek., F4 vollständiges Bild, verkleinert auf 3000x2000 Pixel, alles scharf. Auf dem 6000x4000 sind die Kennzeichen an den Autos ganz links am Rand nicht lesbar.

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Heute konnte ich am Meer ein paar Bilder machen. Im systemübergreifenden Thema werde ich noch Bilder vom selben Ort, mit anderen Objektiven und Kameras aufgenommen, zeigen. Hier ein Bild mit dem Pergear 35 mm aufgenommen. Kleine Randbereiche habe ich weggeschnitten, unten in den Ecken war wieder die Streulichtblende zu sehen, bzw. Reflexionen davon. Ich konnte noch keine andere besorgen und bei schrägem Gegenlicht musste ich etwas dagegen tun. Der dunstige Hintergrund liegt an der starken Gicht, die noch mein 200 Meter entferntes Auto gut eingepökelt hat. An der Stelle, Charco la Vaca genannt, bei La Arena und im Südwesten Teneriffas zu finden ist, gibt es zahlreiche Naturbrücken, natürliche Becken, aus denen Wasser hochspritzt und morgens und abends, in schönem Licht und etwas auf Wasserspiegelhöhe, tolle Aufnahmen ermöglicht. Eigentlich sind viele Bereiche abgesperrt, es ist sehr gefährlich und ich kann im Moment auch nicht klettern. Der Ort ist nichts zum Schwimmen, aber toll zum Fotografieren.

Man kann also sehr viel bessere Fotos an der Stelle machen. Mir hat es trotzdem gefallen. Panasonic S5, ISO100, 1/8000 Sekunde und F1.4. In ON1 Photo RAW 2024 entwickelt nach der alten Methode Auto AI aus 2023. Der Vordergrund ist unscharf, was bei 1.4 und weitgehend scharfen Hintergrund, zu erwarten war :)

 

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Edited by Zeil-Foto
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Vielen Dank für den Einblick. Wenn man mich nach meiner Meinung fragen würde (macht aber keiner, daher antworte ich mal ohne Aufforderung;), ist das die Qualität, die man für den Preis erwarten würde. Ohnehin halte ich generell nicht viel von der Flut billiger chinesischer Objektive mit bekannten oder eher unbekannten Namen. Gerade für das etwas höherpreisige Segment wird da abgekupfert ohne Ende. Das geht sogar soweit, dass Objektive genau aussehen, wie das Original. Sehen kann man das für den Leica-M Bereich- aber inzwischen auch im L-Mount Bereich. Das ganze wird dann billigst auf den Weltmarkt gebracht. Nicht nur, dass die Produktionsbedingungen und Gehälter vor Ort zumindest fragwürdig sind, so steht auch für die optische Industrie seit längerem der Vorwurf im internationalen Raum, dass staatliche Subventionen die billigen Preise ermöglichen.  Wer sich an solchen Artikeln bewusst bedient, muss mittel- bis langfristig den Niedergang der heute gängigen Hersteller in Kauf nehmen, die nach den Regeln der WTO produzieren und ihre Angestellten entsprechend entlohnen.  Das jüngste Beispiel, wie so etwas läuft und das auch mit viel Aufmerksamkeit im deutschen und internationalen Markt, war die Photovoltaikproduktion. Leider gab es die Aufmerksamkeit erst, als die heimischen Hersteller samt und sonders in die Insolvenz schlitterten. Das hat zwar nichts mit den Objektiven zu tun, aber das Vorgehen ist immer das Gleiche.

Nun ist ja nicht so, dass man im Alltag vollständig auf Waren verzichten kann, die aus Ländern kommen, die die universell gültigen Menschenrechte missachten. Manchmal bleibt auch unklar, woher die Waren kommen. Bei Spass-, Freizeit und Luxusartikel, schaue ich genau hin, woher sie kommen und ob ich mit meinem Kauf Umstände befeueren möchte, die ich nicht in meinem Umfeld haben möchte.

Aber jetzt auch mal etwas konstruktives: die Panasonic S5x und S1(R) eignen sich besonders für Objektive mit anderen Bajonettanschluss. Wer billig will, kann im Gebrauchtmarkt für wenig Geld lichtstarke Objektive + Adapter erwerben , die eine deutlich bessere Abbildungsleistung haben, als das hier Vorgestellte.

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Hallo clooney, du hast mit allem vollkommen recht. Die Farben muss man lange liebevoll bearbeiten, bis sie einigermaßen ansehnlich sind, schwierige Lichtverhältnisse machen ein ordentliches Bild fast unmöglich und ich muss immer die Ecken abschneiden, damit nicht die "Sonnenblende" im Bild ist. Letztere ist Schrott und auch das hatte ich geschrieben. Die Beschriftung wird abgehen und die Frage bleibt, wofür man das Objektiv gebrauchen kann. Als Alltagsobjektiv, als so ein "immerdrauf", ist es jedenfalls unbrauchbar. Wer eine Kamera mit Standard-Zoom hat, der hat den Bereich von 35 mm (entsprechend 24x36) immer abgedeckt, egal welche Kamera oder welcher Hersteller. Die Frage ist, wofür kann man dieses Objektiv mit Mängeln gebrauchen. Die Antwort ist einfach. Porträt, Pflanzen und Ähnliches, Motive, die in der Bildmitte liegen und ein schönes Bokeh haben sollen. Das ist in Ordnung. Wer mit einer gebrauchten L-Mount Kamera anfängt, meist wird nur das Gehäuse angeboten, findet mit diesem Stück ein billiges Normalobjektiv, um damit anzufangen. Objektive unter 100,- gebraucht angeboten und in gutem Zustand, gehen immer schnell weg. Deshalb mache ich mir den Spaß damit. Ich gebe ja zu, nach dem Testen benutze ich solche Objektive praktisch nicht mehr.

Trotzdem hier ein noch Belegen für ein ordentliches Bild. Rechts und links und auch unten ist es etwas beschnitten. Panasonic S5, ISO50, 1/320 Sek., Blende F7. Mehr lässt sich aus dem Objektiv kaum herausholen.

Ich werde noch Versuche mit der S1R machen und sehen, was bei mehr Pixeln herauskommt, aber erst in zwei Wochen.  Ich muss erst meinen Rechner umbauen, aktuell dauert es zu lange HighRes-Bilder zu bearbeiten.

Es ist auch besser, mit Objektiven loszuziehen, die immer anständige Bilder liefern :)

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