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Ist das Fotografie?


Tobias123

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Bei der Entrauschung oder dem Nachschärfen wird das Bild inhaltlich nicht verändert, es geht, wie bei der Bildbearbeitung generell, um die Optimierung des Fotos, den Ausgleich technischer Schwächen. Das ist etwas, was es auch zu analogen Zeiten schon gab.

Mit dem Austausch von Bildteilen wie dem Himmel, gerne auch durch computergenerierte Elemente, wird das Bild aber inhaltlich verändert, es entsteht etwas anderes, das dann nur zum Teil Fotografie ist. Kann man machen, ist aber dann nicht mehr Fotografie im eigentlichen Sinne und sollte auch so gekennzeichnet werden.

Ich selbst nutze übrigens auch Topaz und Co. nicht und versuche meine Bilder so aufzunehmen und zu gestalten, dass lediglich noch ein wenig Feinarbeit nötig ist. Entrauschen tue ich so gut wie nie!

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Es soll auch Leute geben, die halten nur JPG ooc für "echte Bilder", alles, was durch eine Software nachträglich bearbeitet wird, ist für die schon "Verfremdung". 

Bei mir hört es sich auf, wenn komplette Bildteile von einer KI ausgetauscht werden. Mit Topaz zu Entrauschen und Nachzuschärfen ist für mich einfach eine wahnsinnige Zeitersparnis. Früher habe ich für das fast identische Ergebnis mit Polygonlasso selektiv den HG entrauscht, das war oft sehr nervig und  langwierig.

Das, was Samsung da mit dem Mond macht, ist schon ganz schön dreist, wer weiß, bei welchen Motiven die KI da noch ganz schön trickst ?!

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vor 9 Stunden schrieb Petterson:

wird das Bild aber inhaltlich verändert, es entsteht etwas anderes, das dann nur zum Teil Fotografie ist.

Was siehst du als „inhaltlich“? Bei all diesen Verfahren werden pixel verändert, also der Inhalt des Bildes. Beim Mondbild sieht man immer noch dass es der Mond ist, also wurde am Motiv nichts wesentliches geändert, sondern nur dessen Bildqulaität (ich argumentiere ja nur wg des Diskurses…).

Etwas anderes wäre es wenn man beim Handy diese Verfahren nicht an/abwählen könnte.

vor 9 Stunden schrieb Petterson:

Kann man machen, ist aber dann nicht mehr Fotografie im eigentlichen Sinne und sollte auch so gekennzeichnet werden.

Seltsam - ist deine Erwartung, dass ein Foto eine „realistische“ Dokumentation der Umwelt ist. Meine Umwelt ist nicht flach, enthält sich ändernde Farben und keine Blendensterne…

 

 

Edited by wasabi65
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vor 10 Stunden schrieb manifredo:

 

Das, was Samsung da mit dem Mond macht, ist schon ganz schön dreist, wer weiß, bei welchen Motiven die KI da noch ganz schön trickst ?!

In der Tat, aber marketingtechnisch ein netter Schachzug, einen höheren Entwicklungsstand als vorhanden vorzutäuschen. Ein schöner heller Mond löst bei mir auch immer Fotografierreflexe aus. So offenbar auch Mobiltelefon-Nutzer, Da liegt es doch nahe, den Kamera-Matsch durch ein antrainiertes Bild zu ersetzen. Getreu dem Motto: "es wurde schon alles fotografiert, aber noch nicht von mir".

Könnte mir vorstellen, dass dies bei bekannten Fotomotiven (wie zB Gebäuden) ähnlich gehandhabt wird.

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wo es genehm ist wird in Photoshop ja auch mal eben userseitig der Himmel gegen einen anderen ausgetauscht. Aber man hat selbst die Wahl.

Die sollte man haben, aber der typische SP User wird im Zweifel immer das schönere Bild wählen was er auf seinem Insta postet, nicht das realere.
Oben fiel das Stichwort BlendenSterne. Die meisten hier lieben das und das ist auch eine Hinzufügung von Details, die es nicht gibt.

Da gibts keine Entrüstung weil akzeptiert - das wird bei der KI vielleicht noch etwas dauern und dann haben wir uns dran gewöhnt.

Die Leute lieben Filter-Apps und (vermeintliche) Verschönerung und das ist die Folge, hier dann KI automatisiert.

Selbst Apple-nahe Quellen halten sich bei dieser Geschichte zurück, wohl wissend, dass es im Prinzip alle betrifft.

https://9to5mac.com/2023/03/13/moon-photos-galaxy-s23-ultra-fake/

 

Edited by Christian_HH
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vor 1 Stunde schrieb leicanik:

Wenn du hier einfach ein Video-Link reinpostest, solltest du wenigstens erläutern, was man dort sieht und uns nicht anhalten, dass wir darauf erst klicken müssen um es zu erfahren.In Zeiten von Fakeseiten, Pishing etc. einfach netiquetter auch wenn Du ein sehr vertrauensvoller User bist. ;)

Edited by Christian_HH
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vor 10 Stunden schrieb wasabi65:

Was ändert das an der Wahrnehmung des Bildes? Dessen Interpretation durch die Brille deines Wertesystems?

Wieso sollte die Wahrnehmung des Bildes oder dessen Interpretation irgendeine Relevanz für die Frage haben, ob es sich um eine Photographie handelt? Das eine hat mit dem anderen rein nichts zu tun, und für den inhaltlichen Diskurs über das Wesen der Photographie bringt die Einbeziehung von Wertungen erfahrungsgemäß sowieso nichts. 

vor 10 Stunden schrieb wasabi65:

Seltsam - ist deine Erwartung, dass ein Foto eine „realistische“ Dokumentation der Umwelt ist. Meine Umwelt ist nicht flach, enthält sich ändernde Farben und keine Blendensterne…

Auch hier gilt wieder, was hat der Bezug zur Realität mit der Frage nach Realismus zu tun? Ersteres ist ein Zustand, letzteres eine Wahrnehmung, wieder die beiden Ebenen, deren Vermischung erfahrungsgemäß nichts bringt. Man kann die Realität völlig abstrakt ablichten, gefiltert, überzeichnet, verdreht - trotzdem bleibt es immer eine abgelichtete, kohärente Realität. Umgekehrt kann der Computer alles mögliche realistisch generieren, trotzdem wird das dargestellte nicht zur Realität (nur die Darstellung ist real).

Ein Compositing kann aus Photos bestehen, ist aber kein Photo, und auch KI-generierte Bilder können photographische Elemente beinhalten, sind aber keine Photographien. Für einen ausgetauschten Himmel oder Mond gilt das gleiche. Natürlich gibt es keine harte Grenze, natürlich haben wie einen Bereich in dem die Definition schwierig wird. Etwa wenn es um das Stempeln von Inhalten geht (allerdings weniger bei der Korrektur von technischen Aufnahmefehlern). Aber dies ändert nichts daran, dass der überwiegende Teil sehr klar und eindeutig definiert werden kann. 

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vor 13 Stunden schrieb wasabi65:

Was siehst du als „inhaltlich“? Bei all diesen Verfahren werden pixel verändert, also der Inhalt des Bildes. Beim Mondbild sieht man immer noch dass es der Mond ist, also wurde am Motiv nichts wesentliches geändert, sondern nur dessen Bildqulaität (ich argumentiere ja nur wg des Diskurses…).

Etwas anderes wäre es wenn man beim Handy diese Verfahren nicht an/abwählen könnte.

Seltsam - ist deine Erwartung, dass ein Foto eine „realistische“ Dokumentation der Umwelt ist. Meine Umwelt ist nicht flach, enthält sich ändernde Farben und keine Blendensterne…

 

 

Besser als @Helios im vorangegangenen Post hätte ich es nicht formulieren können!

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vor 2 Stunden schrieb Helios:

Man kann die Realität völlig abstrakt ablichten, gefiltert, überzeichnet, verdreht - trotzdem bleibt es immer eine abgelichtete, kohärente Realität

Nein. Ist aber natürlich Auffassungssache. Ein Abbild der Realität kann nur innerhalb gewisser Grenzen „gefiltert, überzeichnet, verdreht“ werden, um dann als „kohärente“ Realität akzeptiert zu werden. Diese Grenzen sind veränderlich in Zeit, Kultur und Gesellschaft.

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demnach betreiben alle berufsfotografen (und nur mit abgeschlossener ausbildung darft man sich so nennen, alles andere sind nur fotografen, ob gewerblich oder nicht) keine fotografie, nach der definition einiger.

denn alle berufsfotografen bearbeiten ihre bild von retusche bis hin zu austausch von bildteilen (damit meine ich jetzt nicht zwingend einen himmel, wie langweilig), sondern z.b. ein pferd bekommt aus bestimmten gründen eine andere hinterhand.

ich stell mal eine neue these auf ... viele die ihre bilder nicht bearbeiten halten bearbeitung von fotos für keine fotografie, weil sie nicht mit photoshop, gimp usw. umgehen können. so als alibi, um sich nicht die arbeit aufzuhalsen sich mit den programmen mal richtig auseinanderzusetzen. betonung liegt auf viele

 

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vor 9 Stunden schrieb wasabi65:

Nein. Ist aber natürlich Auffassungssache. Ein Abbild der Realität kann nur innerhalb gewisser Grenzen „gefiltert, überzeichnet, verdreht“ werden, um dann als „kohärente“ Realität akzeptiert zu werden. Diese Grenzen sind veränderlich in Zeit, Kultur und Gesellschaft.

Doch, weil es eine rein technische Frage ist und gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Es braucht den Menschen als Betrachter nicht, um zu definieren, was eine Photographie ist und was nicht. Es braucht auch niemanden sonst als Betrachter, und folgerichtig kann es auch nichts mit Kultur oder Gesellschaft zu tun haben. Die kohärente Realität ist der Ausgangspunkt, nicht das Resultat. Das geht so weit, dass ich eine digitale Photographie pixelgleich per Hand setzen könnte, und trotzdem keine Photographie hätte, auch wenn der Inhalt identisch ist. Die Photographie ist ein Prozess, wie die Malerei oder eben die Computergenerierung. 

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vor 9 Stunden schrieb GernotK:

ich stell mal eine neue these auf ... viele die ihre bilder nicht bearbeiten halten bearbeitung von fotos für keine fotografie, weil sie nicht mit photoshop, gimp usw. umgehen können. so als alibi, um sich nicht die arbeit aufzuhalsen sich mit den programmen mal richtig auseinanderzusetzen. betonung liegt auf viele

Meinst du jetzt so ähnlich viele, wie diejenigen, die sich die Welt per Photoshop zurechtbiegen, weil sie nicht mit ihrer Kamera umgehen können? Oder doch eher wie diejenigen, die das machen, weil sie nicht mit der Realität umgehen können?

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Am 14.3.2023 um 09:31 schrieb Christian_HH:

Oben fiel das Stichwort BlendenSterne.

Blendensterne, Lens Flares, Vignettierungen sind ja alles analoge "Fehler" der Optik. Diese werden vom Fotografen oft als Stilmittel eingesetzt. Beim Laien dann auch eher mal zufällig. Aber sie gehören zum klassischen Fotografieren dazu. Jetzt kommt die Software, die Vignettierungen entfernt oder zufügt oder andere Eingriffe tätigt. Wo ist denn da die Grenze? Analoge Effekte sind gut, digitale nicht? Oder digitale Korrektur ja, aber bitte ohne KI?

Himmel austauschen finde ich für mich komisch, Himmel nachbearbeiten völlig ok. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

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