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Winter mit Adobe Photoshop Neuralen Filtern


acahaya
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Der Untergang der echten und wirklichen Fotografie hat schon lange vor den Neuralen Filtern begonnen. IR Fotografie gibts lange, ebenso SchwarzWeiss und neuerdings auch die Szenemodi die sogar jpg ooc zu einem Artefakt machen.

Alles sündig…oder redet ihr hier über euren eigenen Geschmack? Oder Mode? Sonst hat es nämlich einen leichten Moralingeruch. Ich hätte nichts dagegen, wenn ein paar meiner Landschaftsfotos das Licht von Segantini‘s Bildern hätten. Vor allem wenn ich sie an der Wand jeden Tag hängen sehe. Für die Erinnerungsfotos an Oma braucht es das nicht.

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vor 12 Minuten schrieb wasabi65:

Alles sündig…oder redet ihr hier über euren eigenen Geschmack?

Ich habe eher das Gefühl, dass man das hier recht entspannt sieht ;)

Unsere Bilder werden natürlich auch nachbearbeitet, aber ich pers. würde mir kein Bild mit Fake-Himmel an die Wand hängen, ganz einfach :)

Wenn ich täglich sehe, wie (rein technisch) teils deutlich sichtbare Bildfehler ignoriert werden (und ich rede da von Allerweltsbildchen) ist mittlerweile sowieso alles egal.

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vor 2 Stunden schrieb leicanik:

Es könnte langfristig auch den Effekt geben, dass nicht aufgebrezelte Bilder zunehmend als langweilig oder fade empfunden werden.

Ich fürchte, damit dürftest Du Recht haben. Realitätsnahe Abbildung wird dann wohl zunehmend zur Sache einer - je nach Standpunkt - einer "dokumentaristischen Elite" oder "technisch zurückgebliebenen Sekte". 

Muß (und kann) man wohl mit leben.

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vor 2 Stunden schrieb wasabi65:

Alles sündig…oder redet ihr hier über euren eigenen Geschmack? Oder Mode?

Natürlich über persönlichen Geschmack und Mode, nicht über "Sünde". Und über Entwicklungen und ihre Folgen. Darüber kann man auch ohne Moralin nachdenken. Und nicht jedes Nachdenken sollte man sich verbieten (lassen), nur weil irgendwer gleich die Moralkeule vermutet. Dieser Vorwurf wird mir seit einiger Zeit nämlich zu oft/schnell gezückt und kann auch zum Denkverhinderer werden.

Edited by leicanik
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vor 3 Stunden schrieb grillec:

Wir sind auch keine Spezies, die feste Bezugswerte erkennen kann. Wir können nur ein mehr oder weniger, ein schneller oder langsamer erkennen. D.h. wir bewegen uns immer in einer Relation zu anderen, niemals in einem festen Bezugspunkt oder Vakuum.

Zustimmung (zum ganzen Beitrag). Und als Ergänzung: Wir sind auch so gepolt, dass wir auf eine stetige Verbesserung / Steigerung aus sind. Das war ein evolutionärer Vorteil. (Dieser kann inzwischen allerdings auch zum Problem werden – siehe Umgang mit endlichen Ressourcen, was wir aber hier besser nicht weiter diskutieren, wird zu o.t.)

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Werbung (verschwindet nach Registrierung)

So, jetzt hat die kritische Betrachtung den meisten Platz eingenommen, was auch wieder schade ist. Ich finde andererseits nämlich schon auch faszinierend, was inzwischen alles möglich ist. Und ich kann mir vorstellen, dass solche Hilfsmittel in kundiger Hand (wie z.B. @acahayas) zu sehr spannenden künstlerischen Bildern mithelfen können. Wie alles hat das eben so seine zwei (wenn nicht mehr) Seiten ...

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vor 9 Minuten schrieb leicanik:

So, jetzt hat die kritische Betrachtung den meisten Platz eingenommen, was auch wieder schade ist. Ich finde andererseits nämlich schon auch faszinierend, was inzwischen alles möglich ist. Und ich kann mir vorstellen, dass solche Hilfsmittel in kundiger Hand (wie z.B. @acahayas) zu sehr spannenden künstlerischen Bildern mithelfen können. Wie alles hat das eben so seine zwei (wenn nicht mehr) Seiten ...

Jedenfalls bietet ADOBE mit den Neural Filters sehr brauchbare Werkzeuge, die man allerdings feinfühlig einsetzen muss. Aber auch da gilt wie überall: "A fool with a tool, is still a fool".

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vor 5 Stunden schrieb wasabi65:

Der Untergang der echten und wirklichen Fotografie hat schon lange vor den Neuralen Filtern begonnen. IR Fotografie gibts lange, ebenso SchwarzWeiss und neuerdings auch die Szenemodi die sogar jpg ooc zu einem Artefakt machen.

Das alles hat aber nicht eine derat bildverändernde Auswirkung, wie das Beispiel im Eingangspost.

vor 5 Stunden schrieb wasabi65:

oder redet ihr hier über euren eigenen Geschmack?

Natürlich ist es persönliche Ansichtssache, wozu man was mit Bildern macht. Hier im Forum sehe ich aber einen großen Konsens, dass in den allermeisten Fällen Korrekturen wie Helligkeit, Kontraste, Weißabgleich oder Schärfe/Klarheit als ok angesehen werden bzw. sogar erwünscht sind, während die Änderung von Bildelementen als kritisch angesehen wird (ausgenommen kleine Korrekturen wie die Entfernung störender Strommasten, Sensorflecken, ...). Soweit ich es wahrnehme, schaukelt sich der Grad der Bearbeitung auch nicht ständig nach oben, wie ich es schon anderswo erlebt habe. Man kann das wie du als beliebige Grenze darstellen, ich halte sie aber für nachvollziehbar und erklärbar.

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Vllt. geht es auch eher in Richtung "Digital Art", wofür man es entwickelt hat. Eine aufgenommene Vorlage aus der Realität, die dann künstlich/künstlerisch weiterverarbeitet wird. Manuell in konventioneller EBV wird sowas als extrem "Sommer zu Winter" kaum ohne hochprofessionelle Programme oder entsprechenden Aufwand machbar sein.

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vor 5 Stunden schrieb wuschler:

Wenn ich täglich sehe, wie (rein technisch) teils deutlich sichtbare Bildfehler ignoriert werden (und ich rede da von Allerweltsbildchen) ist mittlerweile sowieso alles egal.

Sehe ich auch so. Da sind mir dann ausgetauschte Farben fast noch lieber als überschärfte fehlfokussierte Fotos…

vor 15 Minuten schrieb pizzastein:

Das alles hat aber nicht eine derat bildverändernde Auswirkung, wie das Beispiel im Eingangspost.

Da bin ich anderer Meinung. Das Eingangsbild hat mich sehr an IR Fotos erinnert oder SW mit selective coloring.

Uebrigens hatte ich bei einem meiner Bilder letzthin hier im Forum den Vorschlag eines Kollegen, den Himmel doch auszutauschen. Dort war mir bei Weitwinkel der Polfilter in die Quere gekommen…aber halt sind jetzt auch Filter Bildverändernd und neu?

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vor 10 Minuten schrieb wasabi65:

…aber halt sind jetzt auch Filter Bildverändernd und neu?

Mir ist nicht klar, worauf du hinaus möchtest?

Wenn ich ein tolles Bild habe muß ich i.d.R. nicht viel machen, im Gegensatz zu langweiligen Bildchen die man schon erheblich mit Programmen wie Luminar verwursten muß, damit was halbwegs vorzeigbares raus kommt. Kann man natürlich machen, darf man aber auch doof finden ;)

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vor 49 Minuten schrieb rostafrei:

Vllt. geht es auch eher in Richtung "Digital Art", wofür man es entwickelt hat. Eine aufgenommene Vorlage aus der Realität, die dann künstlich/künstlerisch weiterverarbeitet wird. Manuell in konventioneller EBV wird sowas als extrem "Sommer zu Winter" kaum ohne hochprofessionelle Programme oder entsprechenden Aufwand machbar sein.

Richtig! Fotografie beschränkt sich doch nicht auf möglichst "naturgetreue" Abbildung eines Motivs. Schon der Begriff selbst birgt in seinem Ursprung das Gestalten mit Licht. Wenn sich solches Gestalten allerdings nur in mechanischer, künstlicher Intelligenz erschöpft, ist es nur wenig bewusstes Lichtbildnern.

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vor einer Stunde schrieb wuschler:

Kann man natürlich machen, darf man aber auch doof finden

Wenn der gleiche Effekt früher mit einem Filter oder einem anderen Mittell (Film, Umbau) erreicht wurde, ist dasa dann weniger doof? Ich frage, weil das Bild zu Beginn des Threads ja nicht ein Austausch des Hummels in Luminar war. Und doof finden kann man vieles. Das wäre dann aber persönlicher Geschmack oder Mode. Deswegen meine Frage vorher, was wir gerade diskutieren?

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vor einer Stunde schrieb wasabi65:

Da sind mir dann ausgetauschte Farben fast noch lieber...

Ich hätte keine Freude an einem Bild, das für mich auch Erinnerung darstellt, wenn es nicht mal mehr annähernd dem entspricht, wie ich es angetroffen habe. Dann mache ich lieber noch SW, das passt sogar bei schlechtem Wetter.

vor einer Stunde schrieb wasabi65:

überschärfte fehlfokussierte Fotos…

Manchmal sollte man einfach die Löschtaste nutzen.
Aber wenn Hintergründe schon weichgezeichnet und störende Elemente weggestempelt werden, dann doch bitte gewissenhaft und nicht so, dass man Bildelemente eindeutig doppelt sieht usw... Es ärgert mich dann teilweise weniger, dass der Bearbeiter etwas übersehen hat, als dass den Betrachtern absolut nichts auffällt. Dabei sollte das Auge von uns Hobby-Fotografen-Pixelpeepern doch eigentlich ach so geschult sein! Wenn man natürlich nur am Handy guckt... <_<

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vor einer Stunde schrieb rostafrei:

Vllt. geht es auch eher in Richtung "Digital Art", wofür man es entwickelt hat. Eine aufgenommene Vorlage aus der Realität, die dann künstlich/künstlerisch weiterverarbeitet wird. Manuell in konventioneller EBV wird sowas als extrem "Sommer zu Winter" kaum ohne hochprofessionelle Programme oder entsprechenden Aufwand machbar sein.

Bei Photoshop gehe ich davon aus, es soll die Möglichkeit geben, mit möglichst wenig Aufwand zum erwünschten Ergebnis zu kommen, und das im gewerblichen Bereich. Der Kunde möchte ein Winterbild und der Fotograf kann das auch im Sommer liefern, auf Knopfdruck.

Hier im SKF geht es in den meisten Fällen aber darum, etwas selbst erlebtes bzw. ein gefundenes Motiv mit anderen zu teilen. Das sind oft Landschaften, Tiere, Pflanzen, Technik, Architektur, Menschen, was auch immer. Dieses Teilen würde nicht funktionieren, wenn Motive in ihrer Echtheit grundlegend angezweifelt würden. Eine Ausnahme hier im Forum sind viele Bilder von @acahaya, die keinen Anspruch auf irgendeine Authentizität des Motivs haben, sondern wie von dir beschrieben als Kunst anzusehen sind.

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vor 17 Minuten schrieb pizzastein:

Hier im SKF geht es in den meisten Fällen aber darum, etwas selbst erlebtes bzw. ein gefundenes Motiv mit anderen zu teilen. Das sind oft Landschaften, Tiere, Pflanzen, Technik, Architektur, Menschen, was auch immer. Dieses Teilen würde nicht funktionieren, wenn Motive in ihrer Echtheit grundlegend angezweifelt würden. Eine Ausnahme hier im Forum sind viele Bilder von @acahaya, die keinen Anspruch auf irgendeine Authentizität des Motivs haben, sondern wie von dir beschrieben als Kunst anzusehen sind.

Dem könnte ich mich anschließen und würde zum ersten Satz nur noch ergänzen, daß es oft natürlich auch um eine ästhetische Gestaltung oder Intensivierung des Gesehenen geht.  Bei acahaya und anderen, die eher surrealistische als realistische Bilder zeigen, die sie im Kopf haben, schon bevor sie den Auslöser betätigen, sieht das anders aus. Die können alle Mittel einsetzen, die die Technik hergibt - mit dem Risiko, daß auch mal was völlig mißlingt.

Schwieriger wird es, wenn man in die Grauzone zwischen Verfremdung und Verfälschung geht. Wenn jemand aus dem Italienurlaub die hunderttausendmal geknipste Bucht von Neapel mit digital hereingeholten Nordlichtern verziert, könnte ich darüber lachen. Wenn jemand in 14 Tagen Norwegen kein einziges Nordlicht zu sehen bekommen hat und die dann wieder zuhause in Wanne Eickel  nachträglich einbaut, würde ich das übelnehmen.

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vor 26 Minuten schrieb wuschler:

Der Thread hat sich zu einer eher allgemeinen Diskussion zur Bildbearbeitung entwickelt und die ist natürlich auch subjektiv.

 

Denke ich auch.

Andererseits wird es hier einem oft übel genommen, wenn man versucht zart drauf hinzuweisen, dass ein User grässlich EBV-verhunzte Fotos einstellt.

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Zur Namensgebung: Die deutsche Fassung von Photoshop spricht von Neural Filters, ich hätte das eher als neuronale Filter bezeichnet aber was weiß ich schon ....

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Vielen Dank an alle für die spannende Diskussion.

Ich hatte den Thread gestartet, weil ich wirklich verblüfft war, was da seitens Adobe schon geht, denn dieses Sommer zu Winter ist wirklich eine ganz andere Nummer als einen Himmel auszutauschen.
Ich weiß dass Adobe auch an anderen spannenden "Features" arbeitet, so ist z.B. für Bilder mit GPS Koordinaten, Höhe und Blickrichtung ein inhaltsbasiertes Ersetzen mit Daten derselben Location aus der Cloud in Entwicklung. Wenn also wieder mal eine dicke Frau mit quietschrosa Jacke partout mitten im Bild stehen bleiben muss, bis man irgendwann aufgibt, könnte man das Problem dann daheim am PC von Adobe lösen lassen und endlich sehen, was von der Dame verdeckt worden war ;)

Für mich macht es einen Unterschied ob ich über die verblüffenden Möglichkeiten der "Generierung" neuer Bildinhalte diskutiere oder darüber, was das dann für positive wie negative Auswirkungen auf Fotografie und Grafik im allgemeinen haben wird. Erstere Diskussion ist wertungsfrei, die zweite beschreibt den individuellen Standpunkt und die Sichtweise des Kommentators.

Für mich besteht z.B. ein riesengroßer Unterschied ob ich eine Naturdoku mache, ein Bild ein bisserl aufhübsche oder meiner Phantasie freien Lauf lasse. Ich habe mein halbes UW-Fotografenleben damit verbracht, Nacktschnecken, deren Lebensraum, Nahrungsaufnahme, Eiablage ... zu dokumentieren und da wäre ich niemals auch nur im Entferntesten auf die Idee gekommen, an meinen gescannten Dias etwas wesentliches zu verändern. Ganz im Gegenteil, ich habe mir immer extrem große Mühe gegeben, die Farben so nahe wie möglich an meine Erinnerung zu entwickeln. Aber da ging es eben nicht um besonders schöne Bilder sondern um besonders aussagekräftige dokumentarische. Und das mache ich heute ebenso, wenn ich Naturdoku fotografiere.

Bei ganz normalen Knippsbildchen kommt es einfach darauf an, wonach mir gerade ist. Wenn sie belanglos sind, wandern sie eh schnell in die Tonne. Wenn sie im Prinzip schön sind aber der Himmel auch am dritten Tag einfach nicht so wollte, wie ich mir das vorgestellt hatte, dann tausche ich ihn ggf. aus. Solange das nur in meinem Fotobuch zu sehen ist oder ich es ansonsten bei Veröffentlichungen dazu schreibe, sehe ich da kein Problem. Es muss halt ein passender Himmel sein, sprich Drama passt nicht zu einer langweiligen Szene, Sonnenschein nicht zu einer Landschaft ohne Schatten, die Lichtrichtung muss passen, die Tonung muss angeglichen werden ... sonst wirkt es zu Recht wie ein Fake.

Naja und was meine mehr "phantasievollen" Bilder angeht: bei denen sieht man - hoffe ich - sowieso auf den ersten Blick, dass sie weder echt noch ernst gemeint sein können.

Edited by acahaya
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vor 3 Minuten schrieb acahaya:

Ich habe mein halbes UW-Fotografenleben damit verbracht, Nacktschnecken, deren Lebensraum, Nahrungsaufnahme, Eiablage ... zu dokumentieren und da wäre ich niemals auch nur im Entferntesten auf die Idee gekommen, an meinen gescannten Dias etwas wesentliches zu verändern.

Interessant, weil ich als wissenschaftler ganz ähnlich bei Bildern am Mikroskop oder von biochemischen Verschuchen nie an Eingriffen denken würde, die das Resultat verfälschen (obwohl schon analog gemacht wurde und Anlass zu Gerichtsverfahren war). Betrug ist wenn jemand reingelegt wird. Alles andere sind unterschiedliche Auffassungen von gutem Geschmack.

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