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Endzeitstimmung


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Dankeschön für Eure Kommentare...

Ich werde mal versuchen etwas darüber zu erzählen.

Ich wohne im Raum Warstein, die PEFC-Waldhauptstadt 2020. Das Gesamtbild der Stadt Warstein ist geprägt von knapp 9.000 Hektar Waldfläche. Mehr als die Hälfte des Waldes, nämlich knapp 5.000 Hektar, gehören der Stadt selbst, also allen Bürgerinnen und Bürgern. Damit ist die Stadt Warstein der zweitgrößte kommunale Waldbesitzer in NRW. Der Forstbetrieb ist seit 2002 als nachhaltig in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht PEFC-zertifiziert. Peu á peu wurde und wird der Wald zu einem Mischwald umgebaut. Jedoch stehen hier noch große Mengen Fichten, ein Erbe vergangener Zeiten. Als die Preußen 1816 das Herzogtum Westfalen und damit auch den Arnsberger Wald in Besitz nahmen, fanden sie viele Wälder in heruntergewirtschaftetem Zustand vor. Jahrhundertelange Übernutzung und Ausbeutung hatten ihre Spuren hinterlassen. In den folgenden Jahrzehnten startete die neue Regierung ein Aufforstungsprogramm, um die verarmten Waldböden zu verbessern und einer drohenden Holznot entgegenzuwirken. Man pflanzte hier vornehmlich die Fichte, den "Brot und Butter" Baum der Waldbauern. Klimatisch hat sich seitdem viel verändert. Für die Fichten ist es zu trocken, so dass der Borkenkäfer hier leichtes Spiel hat.

Naturnahe Waldbewirtschaftung wird in der Stadt Warstein seit fast 30 Jahren betrieben. 2015 bestand der Wald der Stadt Warstein nur noch aus 51 Prozent Fichte, während Buche und Eiche bereits signifikante Anteile haben.

D.h. jetzt sterben die restlichen Fichtenbestände. Vermutlich gibt es Ende diesen Jahres keinen Fichtenwald mehr hier. Und das sind Fotos davon (und es gibt noch viele mehr). Aber der Rest des Waldes, mittlerweile mehr als 50% von knapp 5000 Hektar sind nicht befallen. Bilder aus diesem Teil habe ich hier auch schon gezeigt.

 

 

Edited by Sidecar
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  • 2 weeks later...
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Am 16.2.2021 um 09:55 schrieb Sidecar:

Dankeschön für Eure Kommentare...

Ich werde mal versuchen etwas darüber zu erzählen.

Ich wohne im Raum Warstein, die PEFC-Waldhauptstadt 2020. Das Gesamtbild der Stadt Warstein ist geprägt von knapp 9.000 Hektar Waldfläche. Mehr als die Hälfte des Waldes, nämlich knapp 5.000 Hektar, gehören der Stadt selbst, also allen Bürgerinnen und Bürgern. Damit ist die Stadt Warstein der zweitgrößte kommunale Waldbesitzer in NRW. Der Forstbetrieb ist seit 2002 als nachhaltig in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht PEFC-zertifiziert. Peu á peu wurde und wird der Wald zu einem Mischwald umgebaut. Jedoch stehen hier noch große Mengen Fichten, ein Erbe vergangener Zeiten. Als die Preußen 1816 das Herzogtum Westfalen und damit auch den Arnsberger Wald in Besitz nahmen, fanden sie viele Wälder in heruntergewirtschaftetem Zustand vor. Jahrhundertelange Übernutzung und Ausbeutung hatten ihre Spuren hinterlassen. In den folgenden Jahrzehnten startete die neue Regierung ein Aufforstungsprogramm, um die verarmten Waldböden zu verbessern und einer drohenden Holznot entgegenzuwirken. Man pflanzte hier vornehmlich die Fichte, den "Brot und Butter" Baum der Waldbauern. Klimatisch hat sich seitdem viel verändert. Für die Fichten ist es zu trocken, so dass der Borkenkäfer hier leichtes Spiel hat.

Naturnahe Waldbewirtschaftung wird in der Stadt Warstein seit fast 30 Jahren betrieben. 2015 bestand der Wald der Stadt Warstein nur noch aus 51 Prozent Fichte, während Buche und Eiche bereits signifikante Anteile haben.

D.h. jetzt sterben die restlichen Fichtenbestände. Vermutlich gibt es Ende diesen Jahres keinen Fichtenwald mehr hier. Und das sind Fotos davon (und es gibt noch viele mehr). Aber der Rest des Waldes, mittlerweile mehr als 50% von knapp 5000 Hektar sind nicht befallen. Bilder aus diesem Teil habe ich hier auch schon gezeigt.

 

 

Wie kommt die Stadt Warstein eigentlich darauf, dass Buchen und Eichen besser mit Trockenheit und Hitze klarkommen? Vielleicht sollten Sie mal bei den Kollegen hier vor Ort nachfragen.

Ich hab zwar keine Fotos davon aber hier im Südhessischen Ried sind es vor allem alte Buchen und Eichenbestände, die seit 2018 von der Krone her absterben. Z.B. der Lampertheimer Stadtwald gleicht mittlerweile stellenweise eher einer Lichtung und noch ist nur ein Bruchteil der abgestorbenen Bäume gefällt und rausgenommen.

Klar sterben auch die Kiefern und Fichten, aber das macht wirklich keinen großen Unterschied. Man schätzt, dass inzwischen 2/3 der Bäume tot sind oder weiter absterben und wenn der nächste trockene Extremsommer kommt, dann ist der Rest auch bald weg. Selbst die neu aufgeforsteten Bäumchen haben kaum eine Chance. Da leben nach einem Jahr vielleicht noch 20%.      

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vor 56 Minuten schrieb Spassknipser:

Wie kommt die Stadt Warstein eigentlich darauf, dass Buchen und Eichen besser mit Trockenheit und Hitze klarkommen? Vielleicht sollten Sie mal bei den Kollegen hier vor Ort nachfragen.

Ich hab zwar keine Fotos davon aber hier im Südhessischen Ried sind es vor allem alte Buchen und Eichenbestände, die seit 2018 von der Krone her absterben. Z.B. der Lampertheimer Stadtwald gleicht mittlerweile stellenweise eher einer Lichtung und noch ist nur ein Bruchteil der abgestorbenen Bäume gefällt und raugenommen.

Klar sterben auch die Kiefern und Fichten, aber das macht wirklich keinen großen Unterschied. Man schätzt, dass inzwischen 2/3 der Bäume tot sind oder weiter absterben und wenn der nächste trockene Extremsommer kommt, dann ist der Rest auch bald weg. Selbst die neu aufgeforsteten Bäumchen haben kaum eine Chance. Da leben nach einem Jahr vielleicht noch 20%.      

Hinzu kommt hier im Ried noch , das Zuviel Grundwasser zur Trinkwasserversorgung im Rhein-Main-Gebiet entnommen wird. Im westlichen Stadtwald bei Darmstadt bis Pfungstadt sind die Baumkronen flächendeckend kahl und dürr. Und im gegenwärtigen Kommunalwahlkampf werden dafür "Die Grünen" heftig für ihre Kahlschlagpolitik angegriffen.

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Weil in den 90er Jahren das Stand des Wissens gewesen ist. Und es auch erst seit einigen Jahren viel zu trocken wurde. Und klar, der Waldschadensbericht ist eindeutig. zumindest die Bäume vom Bürgerwald haben zu 95% überlebt (Neuanpflanzung auf Kahlschlagfläche). Und hier gibt es auf kommunaler Ebene nicht solche Grabenkriege wie bei euch... so wie mir ein Bekannter aus Bischofsheim erzählte. Ich denke, wenn jemand käme und wüßte was hilft, er wird bestimmt gehört werden...aber es sind doch eh alles Mutmassungen. Und zu Buchen und Eichen...das sind Oberbegriffe...es gibt da auch verschiedenes... Interessanterweisse wurden schon seit 1995 hier auch Douglasien und Weißtannen in geringer Menge gepflanzt. Aber Rotbuchen und Roteichen, Stiel-und Traubeneichen sind hier auch sehr verbreitet. Zumindest hier ist der Laubwald besser als der Waldschadensbericht, laut hiesigem Förster...Zahlen habe ich leider nicht.

 

Aber vielleicht ist der Wald in Mitteleuropa nicht zu retten, wenn wir nicht unser Leben ändern... noch gibt es den aber bei uns...

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