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Jedes Jahr genehmigt mir meine Familie eine gute Woche, in der ich allein Urlaub machen darf. Dieses Jahr hatte ich mir Zentralspanien als Reiseziel ausgesucht. Eine Dokumentation über die Städte Altkastiliens machte mich neugierig. Ganz in der Nähe liegt das kleine Gredos Gebirge, welches vor allem für seine Steinböcke bekannt ist. Um wirklich völlig unabhängig zu sein musste noch ein Zelt mit Schlafsack und Luftmatratze in den Rucksack. Auf Grund vorheriger Erfahrungen sollte das Gewicht trotzdem noch möglichst deutlich unter 20kg liegen. Die schwere DSLR Ausrüstung schied daher aus. Mit einer GX7, dem 9-18 Olympus, dem 1,7/20, einem 2,8/60Makro, dem 2,8/12-35 und dem 4,5-5,6/45-150, sowie einem Sirui Karbonstativ wog der Rucksack dann 17kg. Das ist für mich auf längere Strecken im Gebirge so gerade noch tragbar, ohne dass ich mich wirklich quälen muss. Mit der 6D und einem dann notwendigen schwereren Stativ läge das Gewicht dann schon bei deutlich über 20kg. Das erste Ziel der Reise war Avila, eine vor allem für seine Mauer und die gotische Kathedrale bekannte Stadt. Hier sind ein paar Impressionen aus Avila. Die Mauer ist schon ein einmaliger Anblick und auch die Kathedrale ist sehr beeindruckend. Deutsche Touristen sieht man fast keine. Spanien ist für viele von uns wohl mehr ein Ziel für einen Bade- oder Partyurlaub. Insgesamt war ich nach dem ersten Tag zufrieden, wie sich die etwas betagte GX7 auch im Innern der Kathedrale schlug. Die 6D ist zwar bei wenig Licht besser, aber halt auch auffälliger und nicht so leise wie eine DSLM mit elektronischem Verschluss. 

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Am 31.10.2019 um 14:44 schrieb Blende 8:

Danke für die Bilder. :)

Wenn du einen ausführlicheren Reisebericht posten möchtest, ist er wahrscheinlich hier: https://www.systemkamera-forum.de/forum/106-reisen-länder-städte-regionen

besser aufgehoben.

Hallo Blende 8,

das hatte ich mir vorher überlegt, aber es geht mir in meinem Bericht vor allem darum, wie sich eine uFT Ausrüstung für diese Art des Reisens eignet und welche Ergebnisse man erwarten kann.

Nach einer Nacht im komfortablen Hotelbett suchte ich mir ein Taxi. Die 70km von Avila bis nach Hoyos del Espino handelte ich auf 70€ runter. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätte ich einen Tag verloren. Nach einem hier "Judias" genannten Bohneneintopf ging es dann in der Augusthitze Spaniens 12 Kilometer hoch zur Plataforma de Gredos. Da macht sich das geringere Gewicht einer uFT Ausrüstung schon sehr bemerkbar. Von der Plataforma de Gredos sind es dann noch 6km bis zum Refugio Elola an der Laguna Grande. Auf dem Weg dorthin sah ich Iberische Steinböcke und konnte mit dem extrem kleinen, hier im Forum wenig beachteten 4,5-5,6/45-150 auch einige Bilder machen, mit denen ich durchaus zufrieden bin und von denen man bis mindestens zum Din A3 Format gute Abzüge machen lassen kann. Die Geier waren leider zu weit weg für ein Foto. Glücklicherweise gab es auch die eine oder andere Wasserstelle.

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Nach einem einfachen, aber guten Essen im Refugio baute ich mein kleines, sehr leichtes Zelt auf. Das MSR Hubba Hubba wiegt knapp über ein Kilo und harmoniert deshalb sehr gut mit der leichten uFT Fotoausrüstung. Am nächsten Morgen klingelte der Wecker früh. Ich hoffte auf gutes Licht und wurde nicht enttäuscht. Mit einer kleinen Systemkamera mit erschütterungsfreiem elektronischen Verschluss kann man auch leichtere Stative verwenden. Das Sirui X-25 kann ich empfehlen. Für eine DSLR wäre es wahrscheinlich zu leicht. Die Laguna Grande ist sicher eine der spektakulärsten Stellen im Gredos Gebirge. Wahrscheinlich haben die meisten Deutschen noch nie was davon gehört. Es heißt zwar, dass alles schon mal abfotografiert worden wäre, aber ich habe den Eindruck, dass Bilder aus dem Gredos Gebirge oder den spanischen Pyrenäen zumindest in deutschen Foren sehr selten sind. Aus dem Südwesten der USA, aus Neuseeland oder Island sieht man mehr Bilder, obwohl diese Länder viel weiter entfernt sind.

@ Kater Karlo: Ich habe Spanisch in Lateinamerika gelernt und da ist "judías" wohl ungebräuchlich.

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An diesem Morgen wollte ich hoch in Richtung der "Fünf Lagunen". Vorher musste ich aber noch Bilder der Lastenpferde machen. Die Versorgung erledigen drei Pferde, die auf der Wiese vor dem Refugio de Elola leben. Für mich hat das was. Pferde passen einfach gut in diese Gegend.

Die Laguna Grande sah ich beim Aufstieg dann noch aus einer anderen Perspektive. Ich hoffte, oben auch wieder an Steinböcke in Fotodistanz heranzukommen und wurde nicht enttäuscht. Anfang des 20. Jahrhunderts waren diese Tiere auf der Iberischen Halbinsel so gut wie ausgerottet. Dann setzte sich der damalige König für ihren Schutz ein. Im Gredos Gebirge wuchs die Population schnell wieder an. In den Pyrenäen geschah dies nicht. Der letzte Pyrenäensteinbock starb im Jahr 2000. Warum sich dieser Bestand nicht erholte ist noch ungeklärt.

 

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Hallo zusammen,

endlich habe ich Zeit, den Bericht fertig zu stellen.

Hier ist ein Bild der kompletten Ausrüstung. Mit Stativ wiegt alles gerade gute 2kg.

und geht auch richtig klein zusammen.

Das 45-150 passte nicht mehr in die Fototasche. Nach meiner Zeit in der Laguna Grande wollte ich zum Refugio Victory weiterwandern. Luftlinie sind das ungefähr 15km und auf der Karte waren vier Quellen eingezeichnet. Am Anfang sah man noch viele weidende Kühe. In solchen Gebieten, wo extensive Landwirtschaft ohne Chemie betrieben wird , gibt es unglaublich viele Insekten. Alle paar Sekunden fliegt ein Grashüpfer von dir weg. Da merkt man erst, wie die Chemie die Insektenwelt in Gebieten, in den intensivere Landwirtschaft betrieben wird, dezimiert. Mit dem 2,8/60 von Olympus machte ich ein paar Aufnahmen.

Das Teil ist optisch super und extrem leicht.  Nachdem ich die erste Quelle nicht gefunden hatte, kehrte ich zum Parkplatz zurück. Es war sehr heiß, die Gegend wirkte trocken und es waren nur wenige andere Wanderer unterwegs. Wenn einem dann das Wasser ausgeht, kann das sehr unangenehm werden. Mir ist das einmal passiert und das reicht. Auf dem Parkplatz kam ich dann mit einem netten einheimischen Pärchen ins Gespräch und die fuhren mich dann freundlicherweise nach Guisando. Von dort konnte ich dann am nächsten Morgen zum Refugio Victory aufsteigen.

Die Hütte bietet keinen Komfort und ich rate davon ab, in weiblicher Begleitung aufzusteigen und dort die Nacht zu verbringen.

Das nächste Ziel war Toledo. Die Anblick der Stadt ist spektakulär  und Deutschen gar nicht so bekannt. Schon komisch, Spanien liegt näher aber Neuseeland, Australien, Dubai, Island

oder die USA sind in Deutschland populärere Reiseziele als Zentralspanien,

obwohl Zentralspanien meiner Meinung nach für Kultur- und Naturinteressierte viel mehr zu bieten hat als viele in Deutschland bekanntere Reisegebiete. Ein Grund ist sicher die Populärkultur. Die wird von den englischsprachigen Ländern dominiert und macht deren Reiseziele für die Masse bekannter. Sei es wie es sei, eine kleine uFT Ausrüstung ist auch für Städtetouren sehr gut geeignet. Alles passt samt Stativ in einen kleinen Rucksack und die Wasserflasche hat auch noch Platz. Die GX7 mit dem 2,8/12-35 kann die ganze Zeit um den Hals hängen. Bei meiner EOS 6D und dem 2,8/24-70 wird das schnell unangenehm. Außerdem fällt man weniger auf. 

Edited by Zapper

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