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supmylo

GR III - Erste Erfahrungen

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Andreas war so nett, für die Ricoh GR - Serie eine eigene Rubrik aufzumachen und ich starte mal direkt mit ersten Erfahrungen, um hierfür nicht den News-/Ankündigungsthread zu missbrauchen.

Kurz zur Vorgeschichte:

Ich bin vor zwei Jahren von APS-C-DSLR (Pentax) zu MFT (Oly M10II) gewechselt. Der Wechsel hat mir den Spaß an der Fotografie zurückgebracht, das neue System ist kompakter, leichter, günstiger und die Ergebnisse sind deutlich besser als die mit der ollen Pentax K5. Der ach so uralte 16MP-Sensor der M10 reicht mir im Prinzip, Ausdrucke bis DIN A3 (die ich mir nicht mit der Lupe angucke) sind kein Problem, die rel. geringe Dynamik und das Rauschen sind da eher Schwachpunkte. Ich bin nicht der große Bildbearbeiter, in der Regel, für den Hausgebrauch, nehme ich die JPGs ooc, nur bei besonderen Bildern oder solchen mit erkennbaren Schwächen (z. B. störendes Rauschen) entwickele ich die RAWs. Gründe dafür: Ich sitze im Job schon dauernd am PC, habe wenig Freizeit und die verbringe ich lieber draußen mit der Kamera als mit dem PC.

Kürzlich hat sich der GAS-ähnliche Wunsch nach einem Zweitbody entwickelt und ich war ganz kurz davor, eine A7III mit dem SEL 24-105 als Einstieg in KB zu kaufen. Nach vertieftem Nachdenken über (Folge-)Kosten, den realen BQ-Gewinn mit KB und ob ich ihn brauche, über die Ergonomie der A7III,  die Fotoindustrie im Umbruch, neue KB-DSLM etc. hatte ich die Investition erstmal auf Eis gelegt. 

Als dann hier der News-Thread zur GRIII aufgemacht wurde, habe ich angefangen, mich stärker mit „Edelkompakten“ zu beschäftigen. Statt einer Investition in ein zweites System war plötzlich eine Alternative im Kopf. Ich wollte dann schließlich einen größeren und neueren Sensor als den meiner Oly und möglichst eine Festbrennweite.

Im Vergleich zur X100F war für mich die GRIII vorne, weil deutlich kompakter und wg. der 28mm KB (auf der Oly sitzt oft das 17/1.8, so dass ich die 35mm KB der Fuji nicht wirklich bräuchte). Den Stabi und den deutlich geringeren Preis nahm ich gerne mit.

Nun zum eigentlich Thema: Meine ersten Erfahrungen mit der GR sind überwiegend sehr positiv, bis auf einen kritischen Punkt. 

Was ich toll finde:

Größe und Ergonomie finde ich nahezu optimal, Einhandbedienung ist null Problem.

Das Gehäuse wirkt hochwertig und robust, das Design ist eine Art moderner Klassiker (ohne die klassische Schönheit einer X100F zu haben).

Der Sensor hat deutliche Dynamikvorteile gegenüber dem 16MP-Sensor der Oly. Ich hatte ein erstes JPG ooc von einer Gegenlichtsituation in den News- und einen Bilderthread gestellt. Das Foto ist sicher nicht weltbewegend, aber wäre so mit der Oly m. E. nicht oder nur mit Anstrengungen möglich gewesen (ich wüsste nicht, welche meiner Linsen die Sonne so hinbekäme). In kritischen Lichtsituationen fotografiere ich oft mit AutoISO mit max 3.200 und bin bis dahin zufrieden. HighISO bis 102.400 habe ich auch schon ausgereizt, na ja 😉

Das Objektiv erfüllt die Erwartungen aus den Tests und Berichten. Alles ist scharf bis an den Rand (wie gesagt, einzelne Pixel gucke ich mir in der Regel allerdings nicht an). Man bekommt Sonnensterne hin, f2.8 reicht mit persönlich aus, mehr Freistellung/Bokeh benötige ich bei einer solchen Kompakten nicht und die Kombi Sensor/Stabi verträgt auch wenig Licht.

Die Programmier-/Individualisierbarkeit finde ich großartig, ebenso den Touchscreen.

Der (einfach einstellbare) Fixfokus ist genial, ich nutze ihn wesentlich häufiger als gedacht, z. B. bei Streetshots aus der Hüfte mit definierten/abgeschätzten Entfernungen zum Motiv oder wenn der AF schlapp macht (mehr dazu unten).

Der Stabi funktioniert sehr gut, ich habe aber auch eine relativ ruhige Hand.

Die Makrofunktion ist gut nutzbar, aber wenn die Oly dabei ist, ziehe ich das 60er Oly-Makro deutlich vor.

Die Ladeoption via USB-C ist praktisch.

Was mir weniger gefällt:

Ich vermisse Sucher und Klappdisplay der Oly, aber das war ja klar. Entweder so kompakt und zu dem Preis oder größer, schwerer und teurer. Fotos aus Hüfthöhe und tiefer, noch dazu bei Sonnenschein, sind so eine Sache. Das Display finde ich aber sehr gut, auch hinsichtlich der Helligkeitsanpassung.

Der Akku ist schwach auf der Brust und teuer. Was will man aber von so einem kleinen Ding auch erwarten? Ich habe mir mit einem etwas schlechten Gewissen zwei Akkus samt Ladegerät von einem Fremdanbieter gekauft, als Paket halb so teuer wie ein einzelner Originalakku (den mein Händler noch nicht mal hatte, sonst hätte ich das Original genommen...).

Nun zur m. E. einzigen relevanten Schwäche der GRIII, dem AF bei Schwachlicht. Da gibt es z. T. ein sekundenlanges Hin-und-her-Pumpen, manchmal ohne Erfolg. Mit Blick auf das Display ist es irgendwie unverständlich, wie der AF teilweise mehrfach am scharf werdenden Bild vorbeipumpt, ohne den Fokuspunkt zu finden. Hier helfen dann nur der MF oder der Fixfokus, insbesondere dann, wenn man das AF-Hilfslicht deaktiviert hat oder dieses nicht weit genug reicht. Ich hoffe, dass Ricoh hier firmwaretechnisch noch nachbessern kann.

So, das waren ein paar erste Eindrücke samt Vorgeschichte, ich freue mich auf einen hoffentlich regen Austausch über die tolle GRIII und ihre Vorgänger!

Edit: Seit gestern gibt es die neue Firmware, die mit dem AF-Problem hoffentlich aufräumt. (Danke @dibo!)

Edited by supmylo
"Klappsensor" 😂

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vor 3 Minuten schrieb dibo:

die neue FW 1.10 gibts bereits hier

damit sollen die Autofokusleistung bei dunklen Bildpartien und bei geringem Motivkontrast verbessert werden 😉

Danke, ich sehe gerade, seit gestern! Hast Du die GRIII und die neue FW schon drauf?

(Dein Link führt mich übrigens zurück in diesen Thread.)

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Ich habe gestern die FW 1.10 aufgespielt und den AF in verschiedenen Dunkelsituation getestet. Für mich sind die Ergebnisse jetzt signifkant besser, ich sehe keine Probleme mehr. 

Schön, dass Ricoh schnell reagiert hat.

Die Verbindung mit Ricoh Image Sync per WLAN funktioniert jetzt auch mit der GRIII, aber mit Mühen. Die App ist ein Rudiment, Bilderübertragung geht nach x Verbindungsversuchen, Kamerabedienung nicht. Da muss Ricoh sicher nochmal ran oder ich bin zu blöd.

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GR official / Ricoh official community site.

Die Vorgängerversion, die GRII - Version war ein absoluter Hit. Momentan bauen die eine neue GRIII Version auf und da braucht es Geduld bist die wieder auf den gleichen StandART kommt wie die "alte". 

https://www.grblog.jp/en/

Edited by max gandhi

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ich probier grad an den Einstellungen herum... die Bedienungsanleitung ist ja alles Andere als leicht verständlich.. und auch das Menü ist nicht grad selbsterklärend 🙄 mangels guter Übersetzung

hat jemand eine Ahnung, wofür bei der "Bildsteuerung" der letzte Punkt 9 unten (Schärfe) ist ..? Denn es gibt ja schon bei Punkt 7 "Schärfe". worin unterscheiden sich die? 🤔

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vor 12 Minuten schrieb dibo:

nun in englisch steht "clarity" also Klarheit....

nur was bewirkt diese Einstellung?🤔

Im Prinzip ist es dasselbe wie dementsprechende clarity-Funktion in Lightroom, Capture One oder sonstigen RAW-Konvertern. Kontrasterhöhung/Schärfung (mit „hohem Radius“) der Mitteltöne und verleiht, nicht übertrieben angewendet, Bildern damit etwas mehr Pep.

Die relativ umfangreichen Möglichkeiten der JPG-Einstellungen finde ich übrigens gar nicht übel.

Edited by flyingrooster

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vor 7 Minuten schrieb dibo:

für mich sieht es eben so aus.. als ob nur der Kontrast angehoben wird...

Wird es auch. Beim Schärfen von Bildern erfolgt jedoch ebenfalls „nur“ Kontrasterhöhung. Je nachdem ob diese Kontrasterhöhung mit geringem oder hohem Radius durchgeführt wird, wirkt das Bild danach entweder lokal schärfer oder global kontrastreicher. Vom grundsätzlichen Prinzip her ist die Methodik aber dieselbe und es ist lediglich eine Frage der Definition an welchem Punkt dieses kontinuierlichen Übergangs man von Schärfung oder Kontrasterhöhung sprechen mag.

Im Gegensatz zur normalen Einstellung Kontrast, wirkt sich Clarity übrigens nur auf die Mitteltöne aus und schießt keine Highlights oder Schatten ins Nirvana.

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sehe ich das richtig:

die Kameraeinstellungen können ja in einer "Box" gespeichert werdenz, wobei es 6 Boxen gibt. Aufgerufen werden können sie jedoch nur über das Moduswahlrad U1-U3... d.h. es muß zuerst die jeweilige "Box" -> U1 bis U3 zugewiesen werden. Es gibt also keine andere Möglichkeit die Einstellungen z.B. der "Box4" aufzurufen, wenn U1-U3 schon mit Box 1-3  belegt sind.. stimmt das so? Es muß also zuerst U1-3 überschrieben werden?

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Für alle GR III Nutzer, welchen dies noch unbekannt war:

Eine äußerst praktische Kleinigkeit, welche mir nun erst aufgefallen ist, betrifft Bulb-Aufnahmen. In Modus M und bei Deaktivierung von Auto-ISO, lässt sich, neben den „normalen“ Bulb-Aufnahmemodi B und T, auch ein Modus BT auswählen. Dabei kann man die Dauer der Bulb-Aufnahme von 10 sek. bis 20 min. vordefinieren, so dass keinerlei Fernauslöser irgendwelcher Art oder (verwacklungsanfällige) Berührungen der Kamera zum Abbrechen von Langzeitaufnahmen nötig sind. Genial – warum hat (auch) das sonst niemand?

Dieses kleine Ding ist hinsichtlich so vieler funktioneller und bedienseitiger Details dermaßen durchdacht, dass eine analog dazu aufgezäumte Ricoh/Pentax DSLM aus fotografischer Sicht eigentlich gar keinen ernsthaften Konkurrenten hätte …

Edited by flyingrooster

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vielen Dank @flyingrooster für die Info

jetzt hätt ich dazu aber ne blöde Frage : wann braucht man diese Funktion in der Praxis?

Bulb ist doch nur dazu da, wenn man auf ein Ereignis wartet .. dessen genauen Zeitpunkt man nicht vorher wußte.. sonst hätte man ja gleich eine Zeitvorwahl nehmen können... die GR III kann ja 30sec Belichtung

oder sitzt ich jetzt auf der Leitung 🙄

Edited by dibo

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21 minutes ago, dibo said:

[…] oder sitzt ich jetzt auf der Leitung 🙄

Dies nehme ich an. 😜

Wenn du bei laufender Bulb-Aufnahme auf ein Ereignis wartest, hast du keinerlei Kontrolle über die resultierende Belichtung. Bulb-Aufnahmen sind einfach Langzeitaufnahmen, welche über die in der Kamera einstellbare Maximalzeit in Modus M (meist 30 oder 60 sek) hinausgehen und üblicherweise mittels Fernauslöser gestartet und gestoppt werden, aber über eine vorher sinnvoll bestimmte Zeitdauer laufen. Bspw. eine über 2 Minuten laufende Aufnahme der dadurch geglätteten Oberfläche eine Sees oder derlei.

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soweit ist es mir schon klar😉

aber wie kontrolliert man bei Bulb die Belichtung? bzw. wie weißt man das 2min ok sind?

ich dachte bisher, Bulb verwendet man z.B. bei Gewitter- Blitzen in dunkler Nacht oder Feuerwerk

Edited by dibo

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27 minutes ago, dibo said:

aber wie kontrolliert man bei Bulb die Belichtung? bzw. wie weißt man das 2min ok sind?

Bspw. indem man vorher eine mittels gepushter Parameter (bspw. hohe ISO, offene Blende, &c.) „normale“, den Vorstellungen entsprechende, Belichtung in Modus A durchführt (welche meist nicht länger als 30 sek dauern darf) und sich anhand der zu ändernden Parameter (bspw. auf Basis ISO oder geschlossenerer Blende) die resultierende Zeit ausrechnet. Oder man legt von Haus aus eine bestimmte Wunschzeit fest – wie bspw. hier für einen Wischeffekt eben dieser Ausprägung – (vorher ausprobiert) und passt daran dann eben die weiteren Parameter/Ausrüstung (bspw. ND-Filter) an.

Für Blitze oder Feuerwerk kann man Bulb sicher auch verwenden, sofern man ab einem bestimmten, vorher definierten Punkt die Aufnahme abbricht und eine neue startet, um ansonsten erhaltene Überbelichtung zu vermeiden. Da hast du natürlich völlig Recht. Oder man verwendet von Haus aus eine bestimmte in der Kamera festgelegte Aufnahmedauer, dann bleibt die Belichtung mehrerer Aufnahmen hintereinander auch immer gleich ohne dauernd die „Stoppuhr“ im Auge zu behalten.

Edited by flyingrooster

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Erfahrungen kann man auch bei diesem Event austauschen. Der Pressetext ist ganz lesenswert (gibt wohl sogar Profis, die die Kamera benutzen). 

https://www.digitalkamera.de/Blog/GR-Festival_am_12_10_2019_in_Hamburg/11454.aspx

Ricoh scheint sein Produkt ernst zu nehmen.

Edited by shutter button

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Am 25.7.2019 um 21:02 schrieb dibo:

aber wie kontrolliert man bei Bulb die Belichtung? bzw. wie weißt man das 2min ok sind?

Am 25.7.2019 um 21:28 schrieb flyingrooster:

Bspw. indem man vorher eine mittels gepushter Parameter (bspw. hohe ISO, offene Blende, &c.) „normale“, den Vorstellungen entsprechende, Belichtung in Modus A durchführt (welche meist nicht länger als 30 sek dauern darf) und sich anhand der zu ändernden Parameter (bspw. auf Basis ISO oder geschlossenerer Blende) die resultierende Zeit ausrechnet.

Man könnte auch (Achtung: vorsintflutlich) einen Handbelichtungsmesser nehmen ...

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