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Upload-Filter / Artikel 13: Es geht um alles

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vor 7 Stunden schrieb leicanik:

Jetzt könnte man natürlich auf die Idee kommen, zu fragen, warum ein Anwalt im Bundestag sitzt, anstatt Geld zu verdienen (oder wie brauchbar der ist) ... aber das wäre zu fies :D

nein, gute frage! entweder er ist nicht so brauchbar als anwalt oder er hat ideale. oder sein narzissmus ist größer als sein gewinnstreben 😝

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Ich habe hier nur zwischendurch mitgelesen und kenne nicht alle Beiträge. Aber wenn es um Verantwortlichkeiten im allgemeinen geht, vergisst auch der Bürger sehr gern die Eigenverantwortlichkeiten. Es wird sich gern darauf berufen das die Politik die falschen Entscheidungen trifft aber das erscheint mir in vielen Dingen etwas scheinheilig.

Es gibt nicht wenige Dinge die der Bürger eigenständig richtig oder falsch machen kann, ganz ohne Gesetzgebung oder Druck der Obrigkeit. Warum müssen Plastiktüten erst verboten werden... es wird/wurde niemand gezwungen sie zu nutzen. Sauer auf VW … dann kauft keinen VW. Ihr wollt weiterhin Bargeld … dann nutzt es auch. Die Privatsphäre ist wichtig... dann gebt diese wichtige Errungenschaft nicht so einfach her. Wer ein „umweltfreundliches“ KFZ fahren möchte … sollte wohl keinen 2.5t SUV kaufen. Saubere Umwelt gewünscht … dann lass deinen Müll nicht an Ort und Stelle fallen. Möchte man vernünftiges Fleisch essen … dann ist wohl das Billigfleisch die falsche Wahl. Und, und, und …

Zugegeben ist das recht Platt formuliert aber es wird überwiegend viel gefordert aber deutlich weniger selbst in die Hand genommen. Nicht selten entscheidet am Ende die schnöde Bequemlichkeit oder das Portemonnaie. Politik, ob EU oder bundesweit macht sicherlich viele Fehler aber wir Bürger sind nicht unbedingt „die Guten“. Ich bin auch unzufrieden mit vielen politischen Entscheidungen und es wäre mir deutlich lieber es würde mit offenen Karten gespielt aber auch wir haben erheblichen Anteil an der Weichenstellung für die Zukunft.

Nur um das klarzustellen, ich habe und wollte damit hier niemanden persönlich ansprechen, geschweige denn angreifen! Auch ich bin ein Bürger der nicht immer die richtige Entscheidung trifft aber ich versuche mir meine persönlichen Verantwortlichkeiten schon vor Augen zu halten.

 

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vor 13 Stunden schrieb shutter button:

Sagen wir mal so: Wer genug kann, um in der Wirtschaft aufzusteigen, wird sich davon nicht verlocken lassen. Aber für Studienabbrecher und Juristen ohne Prädikat ist es DIE Chance. sowas spricht sich rum.

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vor 1 Stunde schrieb micharl:

Sagen wir mal so: Wer genug kann, um in der Wirtschaft aufzusteigen, wird sich davon nicht verlocken lassen. Aber für Studienabbrecher und Juristen ohne Prädikat ist es DIE Chance. sowas spricht sich rum.

Wenn ich mir die geballte Inkompetenz in Punkto Eu Urheberrecht ansehe, wird mir Angst und Bange.  

Der Versuch Google und co. übers Urheberrecht zum Zahlen zu bringen ist für mich neben der Verlockung Zensurmöglichkeiten zu etablieren und Lobbypolitik für Verlage zu betreiben vor allem ein Versuch, den Handelskrieg mit den USA, in dem wir uns längst befinden, zu kaschieren. Man könnte ja auch bei uns einfach eine Digitalsteuer einführen, das würde Trump dann aber vermutlich zu einer Erhöhung der Zölle für Autos und KFZ Bauteile aus der EU bringen. Das will man verständlicher Weise vermeiden, andererseits sind BMW, Daimler und VW auch irgendwie selber schuld. Momentan sind die Lieferketten so verflochten, dass solche Zölle auch bei Autos mit Endfertigung in den USA übelst zuschlagen würden. Hätten sie mal besser weter in Deutschland oder der EU investiert. 

Das Blöde ist, dass Europa hinsichtlich Social Media und Kommunikationstechnologien ein digitales Etwicklungsland ist. Und statt da vernünftig zu investieren und selbst etwas Gutes aufzubauen, 

Wo bleiben die europäischen Alternativen zu Amazon, Google, Facebook und co?  Russland und China haben doch auch welche.

Richtig, die gibts bei uns nicht und mit der aktuellen EU Politik wird da auch auch nichts entstehen können. Momentan wird nach außen gewettert und gleichzeitig versucht irgendwie abzukassieren (aussaugen und dabei umbringen ist übrigens parasitär, d.h. dumm) und dabei kapiert man noch nicht mal, dass man denen mit DSGVO und EU Urheberrecht bloss in die Hände spielt.

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vor 16 Minuten schrieb acahaya:

Wenn ich mir die geballte Inkompetenz in Punkto Eu Urheberrecht ansehe, wird mir Angst und Bange.  

Der Versuch Google und co. übers Urheberrecht zum Zahlen zu bringen ist für mich neben der Verlockung Zensurmöglichkeiten zu etablieren und Lobbypolitik für Verlage zu betreiben vor allem ein Versuch, den Handelskrieg mit den USA, in dem wir uns längst befinden, zu kaschieren. Man könnte ja auch bei uns einfach eine Digitalsteuer einführen, das würde Trump dann aber vermutlich zu einer Erhöhung der Zölle für Autos und KFZ Bauteile aus der EU bringen. Das will man verständlicher Weise vermeiden, andererseits sind BMW, Daimler und VW auch irgendwie selber schuld. Momentan sind die Lieferketten so verflochten, dass solche Zölle auch bei Autos mit Endfertigung in den USA übelst zuschlagen würden. Hätten sie mal besser weter in Deutschland oder der EU investiert. 

Das Blöde ist, dass Europa hinsichtlich Social Media und Kommunikationstechnologien ein digitales Etwicklungsland ist. Und statt da vernünftig zu investieren und selbst etwas Gutes aufzubauen, 

Wo bleiben die europäischen Alternativen zu Amazon, Google, Facebook und co?  Russland und China haben doch auch welche.

Richtig, die gibts bei uns nicht und mit der aktuellen EU Politik wird da auch auch nichts entstehen können. Momentan wird nach außen gewettert und gleichzeitig versucht irgendwie abzukassieren (aussaugen und dabei umbringen ist übrigens parasitär, d.h. dumm) und dabei kapiert man noch nicht mal, dass man denen mit DSGVO und EU Urheberrecht bloss in die Hände spielt.

natürlich müsste die EU mehr tun, auf vielen Feldern.
Aber das würde voraussetzen, dass sie Geld und Kompetenzen  hat, um zB ein EU-Google aufzuziehen oder eine Digitalsteuer einzuführen, auch wenn einzelne Mitgliedstaaten dagegen sind. Wollen wir das? Willst Du das?
Ich bin dabei, und ich würde dafür auch anderweitige Nachteile für D und auch für mich persönlich in Kauf nehmen.
Aber so wie hier und überall über "die Politik" und die EU gelästert wird, sehe ich da wenig Chancen.
Wir müssen uns dann schon grundsätzlich entscheiden, ob wir die EU mit allem drum und dran (inkl. Fehlentscheidungen) haben und stärken wollen oder nicht.
Man kann die EU nicht nur tageweise und selektiv unterstützen und stärken, es ist Entweder-Oder.
Und m.E. ist die EU das einzige Format, das theoretisch solche Großprojekte stemmen kann (wie zB Google Grenzen aufzuzeigen über das Kartell- und Wettbewerbsrecht oder Trump im Handelskrieg etwas Effektives entgegensetzen).
Selbst D als wirtschaftsstärkster Staat in der EU kann das alleine nicht.

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vor 3 Stunden schrieb michpapa:

Ich habe hier nur zwischendurch mitgelesen und kenne nicht alle Beiträge. Aber wenn es um Verantwortlichkeiten im allgemeinen geht, vergisst auch der Bürger sehr gern die Eigenverantwortlichkeiten. Es wird sich gern darauf berufen das die Politik die falschen Entscheidungen trifft aber das erscheint mir in vielen Dingen etwas scheinheilig.

Es gibt nicht wenige Dinge die der Bürger eigenständig richtig oder falsch machen kann, ganz ohne Gesetzgebung oder Druck der Obrigkeit.

...

Da hast du mit vielen Punkten und Beispielen sicher Recht. Nicht nur "nicht ganz Unrecht", sondern tatsächlich Recht. Es ist nun aber leider nicht selten in der Realität genau anders, dass man nicht nur "nach bestem Wissen und Gewissen" Eigenverantwortung übernimmt, weil man noch so erzogen wurde und selbst mitdenkt, aber trotzdem dafür von der Politik und ihrem gesetzgeberischem Willen nicht nachvollziehbar abgegrätscht wird. So oft und sinnfrei, bis man irgendwann die Motivation verliert, eigenverantwortlich mitzudenken. Denn man hatte ja lang genug die anerkannte Eigenverantwortung praktiziert und jeden Blödsinn strömungskonform mitgemacht.

Überspitzt spricht man ja gern von vorausseilender, freiwilliger Selbstbeschränkung, die gern als Vorwurf verwendet wird, oft genug aber genau so zutrifft. Die führt erfahrungsgemäß zu nichts, weil eine spätere Einschränkung bereits terminiert ist, aber ebenso vorausschauend nicht kommuniziert wird. Dann kommt erschwerend hinzu, das man zwar eigenverantwortlich handelt, weil es einem evtl. den Geldbeutel schont und möglicherweise auch der Allgemeinheit nutzt, dies aber nicht anerkannt wird. Es wird sogar noch mehr Disziplin gefordert.

Alles, was die Wirtschaft selbst aus mangelnder Flexibilität und Eigenverantwortung versäumt und verschuldet hat, lässt sie mit uns als Mittel zum Zweck durch die Politik regeln. Im Gegenzug wird uns dann auch noch mangelnde Eigenverantwortung vorgeworfen, wegen der etwas neu geregelt werden musste...  Was steckt denn im Grunde hinter den Forderungen zur Urheberrechtsänderung?

Es ist doch nicht nur die naturgemäße Fälligkeit, weil sie altersbedingt überarbeitet werden muss, es ist doch vielmehr auch das Versäumis die Selbstverständlichkeit der hiesigen Akteure, sich immer auf die Politik als Regulator zu verlassen. Die US-Konzerne brauchen das nicht unbedingt, weil sie wirklich eigenverantwortlich arbeiten (müssen) und aufgrund anderer Rechtslage schon zu mehr Eigenverantwortung verpflichtet sind. Die regeln und organisieren sich selbst. Hier bei uns muss im Zweifel immer die die Politik das regeln, was die Wirtschaft versäumt hat. "Ihr habt euch nicht einzumischen, Marktwirtschaft! aber "Politik, wir brauchen dringend Hilfe und neue Regelungen, politische Verantwortung!

Ist nicht unbedingt detailgetreu und stark vereinfacht, aber so läuft es doch hier bei uns. 

bearbeitet von rostafrei
falscher Ausdruck...

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vor 2 Stunden schrieb micharl:

Sagen wir mal so: Wer genug kann, um in der Wirtschaft aufzusteigen, wird sich davon nicht verlocken lassen. Aber für Studienabbrecher und Juristen ohne Prädikat ist es DIE Chance. sowas spricht sich rum.

wieder ein Gerücht, hast Du Belege dafür?
in dem von shutter button oben verlinkten Artikel ist wenig von Studienabbrechern die Rede.

Aber selbst wenn Du Recht hast: was ist die Schlussfolgerung?
Man müsste die Diäten drastisch erhöhen. um auch die guten Leute aus der Wirtschaft zu motivieren, in die Politik  zu gehen.
Dafür müssten Nebentätigkeiten drastisch eingeschränkt werden.
Aber mach damit mal Wahlkampf ...

Oder es müsste jeder soviel an Diäten kriegen, wie er vorher im "echten Leben" verdient hat.
Auch das könnte aber bei einigen auf Erhöhungen hinauslaufen.

Ich glaube nicht, dass allzu viele wegen des Geldes Bundestagsabgeordnete werden.
Der Job ist wirtschaftlich nicht attraktiv genug, von der work-life-balance ganz zu schweigen.
und man kann sich ja auch nicht in dem Sinne bewerben, sondern muss idR eine längere Parteikarriere durchlaufen.
Und nach 4 Jahren kann es wieder vorbei sein, und Du fängst beruflich uU wieder bei Null an.
Das ist wenig planbar. mir wäre das zu unsicher.

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vor 44 Minuten schrieb acahaya:

Wo bleiben die europäischen Alternativen zu Amazon, Google, Facebook und co?

Es fehlt allgemein an Visionen, in der Vergangenheit und für die Zukunft. Ein aktuell prominentes Beispiel. Die deutsche Kreditwirtschaft wollte eine Alternative zu PayPal. Anstatt damals die Idee selbst zu haben, oder wenigstens nach einer gewissen Zeit den Sinn und Nutzen von PayPal zu erkennen kommt man 20 Jahre zu spät und gründet Paydirekt. Und nun?

https://www.chip.de/news/Zahlreiche-Banken-steigen-bei-Paydirekt-aus-Was-Nutzer-des-deutschen-PayPal-Konkurrenten-jetzt-wissen-muessen_157640394.html

Ich denke, bei den "allgemeinen" Internetdiensten ist der Zug abgefahren. Ob nan das Heil jetzt, wie von der Politik gewünscht, in Zukunftsthemen wie KI findet, ich habe meine Zweifel.

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vor 22 Minuten schrieb Atur:

Man müsste die Diäten drastisch erhöhen. um auch die guten Leute aus der Wirtschaft zu motivieren, in die Politik  zu gehen.

Eine Waage kann man auf zweierlei Weise ins Gleichgewicht bringen: Man kann das Gewicht auf der einen Seite erhöhen, oder man kann  ... ;) 

bearbeitet von leicanik

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vor 57 Minuten schrieb Atur:

Wir müssen uns dann schon grundsätzlich entscheiden, ob wir die EU mit allem drum und dran (inkl. Fehlentscheidungen) haben und stärken wollen oder nicht.

Sehe ich auch so. Langfristig ist die jetzige Form der EU nicht lebensfähig/lebenswert. Leider habe ich wenig Hoffnung, dass dieser Staatenbund den Schritt zu einer wie auch immer gearteten Föderation schafft. Nicht mit diesem Individualinteressen, Politikkulturen und Mentalitäten. Da müsste der Leidensdruck noch viel stärker werden. Aber dies ist ja schon für einige EU bashing.

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vor 1 Stunde schrieb Atur:

natürlich müsste die EU mehr tun, auf vielen Feldern.
Aber das würde voraussetzen, dass sie Geld und Kompetenzen  hat, um zB ein EU-Google aufzuziehen oder eine Digitalsteuer einzuführen, auch wenn einzelne Mitgliedstaaten dagegen sind. Wollen wir das? Willst Du das?
Ich bin dabei, und ich würde dafür auch anderweitige Nachteile für D und auch für mich persönlich in Kauf nehmen.
Aber so wie hier und überall über "die Politik" und die EU gelästert wird, sehe ich da wenig Chancen.
(...)

Mit den Kompetenzen als Voraussetzung hast du es angesprochen.
Wenn man tausend Gründe zum Lästern liefert, dann darf man sich nicht wundern, dass dann auch gelästert wird!

vor 36 Minuten schrieb wasabi65:

Sehe ich auch so. Langfristig ist die jetzige Form der EU nicht lebensfähig/lebenswert. Leider habe ich wenig Hoffnung, dass dieser Staatenbund den Schritt zu einer wie auch immer gearteten Föderation schafft. Nicht mit diesem Individualinteressen, Politikkulturen und Mentalitäten. Da müsste der Leidensdruck noch viel stärker werden. Aber dies ist ja schon für einige EU bashing.

Wenn ich dir jetzt sagen würde, was ich bei Beginn der EU gesagt habe....
Umschauen in der Geschichte, wie Staatenbünde "zusammengehalten" wurden, lehrt uns, dass es bisher nur mit Diktaturen für eine kurze Zeit gelang.
Die USA kann man da gar nicht mitrechnen, denn das sind keine über viele Jahrhunderte (Jahrtausende?) gewachsenen Kulturen, sondern Eroberer. Von den Ureinwohnern ist im Gegensatz zu Europa so gut wie nichts mehr da.

Weil Prognosen ja gerade in Mode sind, gebe ich mal eine ab: EU wird nicht halb so lange halten wie die UDSSR. Der Auflösungsprozess hat längst begonnen. Man kann nicht in wenigen Jahren zusammenzwingen, was nicht von selbst über viele Generationen zusammengewachsen ist.

bearbeitet von wolfgang_r

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vor 21 Minuten schrieb shutter button:

Nun, wenn alles nur noch aus Kompromissen besteht und auf EU-Ebene in allen Lebensbereichen gefühlt dermaßen überreguliert wird, dann wundert mich ein Verdruss nicht.

Wenn es ja nur Kompromisse wären. Es ist ja zum Teil totaler Unsinn, was da verordnet wird.

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Artikel im SPON: inzwischen ist es die "Sturheberrechtsreform"

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/artikel-13-uploadfilter-und-co-die-sturheberrechtsreform-a-1259399.html

Zitat

Das Lager der Befürworter hofft offenbar nur darauf, dass die Proteste bald vorübergehen. "Wenn die Demonstration vorbei ist, scheint die Sonne ja immer noch", sagt etwa Gerhard Pfennig, Sprecher der Initiative Urheberrecht, in seiner Ansprache am Samstagvormittag.

Doch je öfter die Demonstranten als "undemokratisch", "gekauft" oder "fehlinformiert" bezeichnet werden, umso größer dürfte ihre Wut werden. Ganz unabhängig von der Abstimmung im Europaparlament am Dienstag. Und auch unabhängig vom Urheberrecht.

 

bearbeitet von Strandgänger

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https://www.n-tv.de/politik/Wurden-Artikel-13-Demonstranten-gekauft-article20925890.html

Zitat

Nach massiver Kritik aus seiner eigenen Partei ruderte Caspary am Sonntag zurück: "Um eines klarzustellen: nie habe ich gesagt, alle Demonstranten seien gekauft", twitterte er. "Vor den vielen Menschen, die für ihre Meinung auf die Straße gehen, habe ich großen Respekt. Immer werde ich mich für Freiheit, Demokratie und das Recht auf Demonstrationen einsetzen. Ich bedauere, wenn ein anderer Eindruck entstanden sein sollte."

Zitat

Das Social-Media-Team der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament "steht leider für wiederholtes Zurschaustellen völliger Ahnungslosigkeit", twitterte etwa der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer. "Das schadet CDU und CSU massiv." Der unionsnahe Digitalverein C-Netz schrieb an die Adresse diverse Spitzenpolitiker der Union, "das geht alles viel zu weit bei dem Twitterteam der @CDU_CSU_EP. Wir wünschen uns dringend, dass hier Einhalt geboten wird!" Der schleswig-holsteinische CDU-Landtagsabgeordnete Lukas Kilian fragte in Richtung der CDU/CSU-Gruppe: "Spinnt ihr total? 'Gekaufte Demonstranten' ist der Tiefpunkt des Tiefpunkts."

Ruprecht Polenz, bis 2013 Bundestagsabgeordneter der CDU und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, übte grundsätzliche Kritik am Umgang seiner Partei mit Jugendprotesten: "Wenn meine Partei nicht endlich die Kurve kriegt, positiv auf #fridayforfuture und #savetheinternet antwortet und die Demonstrantinnen und Demonstranten ernst nimmt, wird sie eine ganze Generation verlieren."

 

bearbeitet von Strandgänger

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https://www.n-tv.de/politik/Zehntausende-protestieren-gegen-Artikel-13-article20925193.html

Zitat

Auch der CDU-Europapolitiker Axel Voss verteidigte die Reformpläne. "Wir wollen mit der EU-Urheberrechtsnovelle nichts anderes erreichen, als die Urheberrechte auch auf Internet-Plattformen besser zu schützen und durchzusetzen", sagte er der "Rheinischen Post". Voss ist Berichterstatter des Parlaments für die Reform, er hatte die vorliegende Richtlinie für das Parlament ausgehandelt. Er kündigte an, es werde am kommenden Dienstag im EU-Parlament Änderungsanträge geben, beispielsweise, den umstrittenen Artikel 13 herauszunehmen.

 

Zitat

Google profitiert - in jedem Fall

Sowohl Befürworter wie Gegner der Urheberrechtsreform unterstellen der jeweils anderen Seite, den großen Internetkonzernen in die Hände zu spielen. Falls das Europaparlament dem Vorhaben kommende Woche nicht zustimme, ginge "die Machtprobe (...) zugunsten amerikanischer Plattformen aus", sagte Voss am vergangenen Montag. Ein Scheitern würde bedeuten, "dass eine Demokratie nicht mehr in der Lage ist, die Machtfülle einer Plattform entsprechend zu regulieren in diesem Bereich".

Dagegen sagte Julia Reda, die Annahme der Urheberrechtsrichtlinie wäre "vor allem ein Erfolg für den Axel-Springer-Verlag, der seit vielen Jahren für die Einführung des sogenannten Leistungsschutzrechts auf EU-Ebene lobbyiert". Beim Leistungsschutzrecht geht es darum, dass Verlage Geld bekommen, wenn beispielsweise Google News Ausschnitte ihrer Artikel anzeigt. Auch auch Reda sieht Google und Facebook als Gewinner, sollte die Urheberrechtsrichtlinie in Kraft treten: Denn sie stellen die Uploadfilter her, die dann die kleineren europäischen Plattformen einkaufen müssten.

"Viele kleine Plattformanbieter werden verschwinden und diejenigen, die übrig bleiben, geraten in die Abhängigkeit der ganz großen Player", sagt auch der Wirtschaftswissenschaftler Steffen Roth von der Universität Köln. "Artikel 13 der EU-Urheberrechtsreform scheint daher in seiner aktuellen Fassung wettbewerbsfeindlich und würde das Oligopol der ganz Großen deutlich stärken."

 

bearbeitet von Strandgänger

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vor 2 Stunden schrieb rostafrei:

... Es ist nun aber leider nicht selten in der Realität genau anders, dass man nicht nur "nach bestem Wissen und Gewissen" Eigenverantwortung übernimmt, weil man noch so erzogen wurde und selbst mitdenkt, aber trotzdem dafür von der Politik und ihrem gesetzgeberischem Willen nicht nachvollziehbar abgegrätscht wird. So oft und sinnfrei, bis man irgendwann die Motivation verliert, eigenverantwortlich mitzudenken. ...

Ich würde auch nicht behaupten wollen das es bequem ist Eigenverantwortung zu übernehmen und eigene Prinzipien zu wahren. Deine Argumente unterstreichen aus meiner Sicht die Notwendigkeit vom eigenverantwortlichem Handeln im eigenen Interesse noch. Ich bezweifle allerdings das besonders viel mitgedacht wird.

Thema Umwelt: Mir sind wenige Menschen bekannt die unseren Lebensraum nicht möglichst unversehrt erhalten möchten. Das könnte mit sehr vielen Dingen des täglichen Lebens aktiv beeinflusst werden und eine intakte Umwelt kommt allen zu gute. Stattdessen werden alle möglichen und unmöglichen Dinge jetzt mit dem W-LAN verbunden und fressen somit immer Strom. Der SUV zum einkaufen fahren... die Stromsparende LED Beleuchtung, die dafür jetzt jede Steckdose oder Unterhosenschublade beleuchtet... alles was sich auch nur im entferntesten kabellos betreiben lassen könnte, bekommt Akkus verpasst. Das alles wird nur hergestellt, weil es gekauft wird und es wird konsumiert weil es bequem oder cool ist aber ist es sinnvoll und vor allem schränkt es wirklich ein nicht alles mitzumachen?

Thema Datenschutz und Privatsphäre: Wir machen es sowohl der Politik als auch der Wirtschaft aber auch allzu leicht uns zu „kontrollieren“, weil wir alles preisgeben. Ich weiß, keiner hat was zu verstecken, ich würde das Gegenteil behaupten wollen. Die Folgen dieser Freizügigkeit könnten zukünftig noch drastisch sein, dabei ist es fast egal ob die Daten legal oder illegal verwendet werden, Einfluss haben wir darauf so oder so nicht.

Thema Zahlungsmittel: Geld ist ja ein Thema das für eigentlich jeden wichtig ist, weil wir damit unseren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Ich gehe dafür jeden Tag arbeiten und habe es ehrlich verdient und versteuert. Daher habe ich für mich entschieden mein Geld lieber unter einem Baum im Park zu vergraben, als es auf einem Bankkonto zu verwalten. Was ich nicht besitze kann mir auch nicht genommen werden oder auf irgendwelche Leistungen angerechnet werden. Daher halte ich Bargeld ebenfalls für ein wichtiges Stück Freiheit das ich gern erhalten würde. Wenn aber nun zukünftig alles nur per Karte und Handy gezahlt wird, sind die Tage für Bares eventuell auch gezählt.

Es gibt jedenfalls reichlich Gelegenheiten mitzudenken, zu gestalten und zu verbessern, auch im eigenen Interesse. Wie man die Dinge gewichtet und an welcher Stelle man auch Einschränkungen in kauf nehmen kann und will muss jeder natürlich selbst entscheiden. Die Frage ist möchte man solche Dinge wirklich fremdbestimmt der Wirtschaft bzw. Politik überlassen? Wenn die Umwelt nachhaltig geschädigt ist, die Privatsphäre ein Relikt aus alten Tagen und Bargeld der Vergangenheit angehört, braucht man sich auch nicht wirklich beschweren und muss mit den Folgen leben. Es braucht natürlich eine Mehrheit die konsequent ist, so ist das in einer Demokratie. Aufgeben ist eigentlich auch keine Option.

Das ist aber alles auch am Thema vorbei und dann auch noch politisch und nicht wirklich gewünscht. Demos für die eigene Überzeugung, in diesem Fall §13, sind jedenfalls eine gute Sache um sich Gehör zu verschaffen! 👍

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