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kleiner Wolf

Videos von klassischem Gitarristen, wie?

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Hallo,

ich habe eine Panasonic G81, die ich bisher ausschließlich zum photographieren nutze.

Nun würde ich gerne von einem klassischen Gitarristen Videos aufnehmen. Die Videos sollen erstmal in nur einer Einstellung ohne Schnitte gefilmt werden (wenn ich mehr Erfahrungen gesammelt habe reaktiviere ich evtl. noch meine G5 für einen zweiten Kamerawinkel, aber das ist Zukunftsmusik). Da ich bisher kaum Erfahrungen mit Video habe stellen sich mir einige Fragen.

Zum einen ist da die Frage nach dem Mikrophon. Vorhanden ist ein Tascam DR-07 MkII, den man meines Wissens an die Kamera anschließen kann (Tascam bietet da ein ziemlich teures Anschlusszubehörset an, das im Prinzip aus zwei Kabeln besteht, ob das wirklich nötig wäre ist mir auch noch unklar). Ich wäre aber auch bereit in ein externes Mikro zu investieren, wenn damit deutlich bessere Klangergebnisse zu erzielen sind. Budget wären so bis 150 €, das ist aber nicht festgenagelt.

Die zweite Frage wäre das Bearbeitungsprogramm. Es sollte erst mal Freeware sein und die Möglichkeit bieten, die Tonspur zu bearbeiten (also Equalizer und evtl. etwas Hall zufügen). Wobei mir auch da noch unklar ist, ob das mit einem typischen Schnittprogramm überhaupt geht, oder ob man Video und Tonspur trennen muss und mit separaten Programmen bearbeiten muss.

Da meine Recherchen mich bisher zu beiden Fragen nicht weiter gebracht haben, hoffe ich auf Tipps der Videoschaffenden hier im Forum.

Vielen Dank!

Viele Grüße

Clemens

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Hallo @kleiner Wolf

Ich würde die Kamera auf Stativ stellen, den AF auf manuell stellen und in Ruhe auf die Stelle scharf stellen, wo die Hand in der Mehrzahl der Fälle die Saiten anschlägt. Dann bleibt das Video ruhig und der Fokus pumpt nicht. Gelegentliche Unschärfe, weil die Hand vielleicht mal aus dem Fokus gerät, stört mich weniger als ein zappeliger Fokus, der ohne Grund hin und her springt.

Wenn Du ein Zoom nutzt, könntest Du auch zwischen Totale und Close up wechseln, ohne die Kamera bewegen zu müssen. Das würde ich dann machen, wenn Du herausgefunden hast, dass eine einzige Perspektive schnell das Interesse des Betrachters ermüdet. Nicht umsonst werden in Filmen, auch bei Konzerten, die Kameraperspektiven nach wenigen Sekunden gewechselt.

Zum Ton: stelle das Tascam vor den Gitarristen, wenn das möglich ist. Du kannst es auch ohne Kabel zur Kamera mitlaufen lassen. Später spielst Du Dein Video aus der G81 in die Videobearbeitung, trennst Ton und Video-Spur, so dass Du zwei Spuren hast. Nun nimmst Du die separate Tonspur aus dem Tascam als dritte Tonspur hinzu und schiebst diese so lange hin und her, bis Du kein Echo mehr zur originalen Tonspur hast. Man sieht es je nach Programm auch an den Ton-Kurven, wo diese Übereinstimmung liegt. (Bei Filmemachern gibt es zu Beginn eines jeden Drehs den Ruf "Klappe" und das Klatschen eben dieser, damit der Toningenieur auf dieses Tonsignal (Ausschlag in der Tonkurve) die Töne vom Set, die Musik und die Töne vom Geräuschemacher synchronisieren kann).Du kannst dann, wenn beide Tonspuren genau übereinander liegen, die Spur der G81 stumm schalten oder löschen.

Beim Videoprogramm kannst Du mit dem Windows Movie Maker starten. Später bieten sich VirtualDub oder Davinci Resolve an, die beide aber deutlich mehr Funktionen bieten und demzufolge etwas mehr Know how vom Anwender fordern.

Weitere Fragen?

 

😉

 

 

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Hallo noreflex,

vielen Dank für die ausführliche Antwort! Im Prinzip sind damit erstmal alle Einstiegsfragen beantwortet. Vor allem die Möglichkeit das Tascam separat einzusetzen gefällt mir sehr gut. Zumal ich dann die Tonspur separat bearbeiten kann, bevor ich sie einfüge.

Ich muss sagen, dass es mich bei Solisten im klassischen Bereich eher nervt, wenn die Perspektive ständig wechselt. Um einen Eindruck zu bekommen was mir in etwa vorschwebt, kann man sich die Videos von Per-Olov Kindgren anschauen. Der wechselt zwar auch manchmal den Blickwinkel, aber notwendig finde ich das gar nicht.

Viele Grüße

Clemens

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@kleiner Wolf

Der Per-Olov bleibt bei seinem Video bei einer Einstellung (Bsp. Halleluja). Das ist ok. Du findest aber bestimmt auch Videos von Künstlern, wo das Video mit einer Totale (Bühne im Überblick) beginnt, um dann zwischen Close ups von Instrument, Gesicht und Noten zu wechseln. Wie schnell man wechselt und wie oft, hängt entscheidend davon ab, welchen Rhytmus das Stück und welche Dynamik man erzeugen will. Vom harten Schnitt bis hin zum langsamen Überblenden hat man auch beim Schneiden Optionen, das Tempo und die Dynamik zu beeinflussen.

Aber ich bin bei Dir: erst mal ein Set drehen und schauen, ob man die Basics so hinbekommt, wie gewünscht: Ton, Video und Licht sollten in dieser einen Einstellung passen. Wenn man das dann regelmäßig reproduzieren kann und die technische Qualität steht, dann traut man sich vielleicht beim nächsten Step an zwei oder mehrere Kamera-Standpunkte und -Perspektiven (Weitwinkel, Tele) heran.

So finde ich das ganz angenehm zu schauen: 

 

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Hallo noreflex,

ich kann mir schon gut vorstellen mal mit verschiedenen Blickwinkeln zu arbeien, aber wie Du schon festgestellt hast, muss ich erstmal die Vorgegensweise grundsätzlich in den Griff bekommen.

Ja, die Videos von SiccasGuitars sind alle gut anzuschauen.

Hier mal ein Gegenbeispiel das ich zwar musikalisch grandios finde (Nigel North ist einer der besten Lautenisten unserer Zeit), aber bei dem ich nicht zuschauen kann:

Viele Grüße

Clemens

Edited by kleiner Wolf

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vor 8 Minuten schrieb kleiner Wolf:

Hier mal ein Gegenbeispiel das ich zwar musikalisch grandios finde (Nigel North ist einer der besten Lautenisten unserer Zeit), aber bei dem ich nicht zuschauen kann:

Das ist ein tolles Beispiel zum lernen. Man brauch es nur anschauen und sich überlegen warum es einem nicht gefällt. Die Kommentare unter dem Video sind ja auch entsprechend.

Ich denke da hat jemand (eventuell der Musiker selber) vier Kameras aufgebaut, die vier Spuren parallel in ein Bearbeitungsprogramm gelegt und ist dann häufiger zwischen den Spuren hin- und her gesprungen damit es nicht langweilig wird. Zu dieser Musik passen aber weiche Überblendungen viel besser. Außerdem fehlt bei den Übergängen die Synchronisation zur Musik und die verschiedenen Blickwinkel scheinen ziemlich unmotiviert aneinander zu hängen.

Man kann da auch mit einer Kamera durchaus bessere Ergebnisse erzielen.

Das wichtigste bei solchen Aufnahmen ist natürlich guter Ton, der konstant über die volle Länge aufgenommen wird. Das Mikrophon sollte dafür möglichst dicht dran stehen. Wenn man mit einem Mikrophon an der Kamera arbeitet, muss die dann auch dicht dran stehen und kann nicht bewegt werden. Ein unabhängiges Mikrophon ist deshalb ein großer Vorteil. Das Mikrophon kann optimal positioniert werden und die Kamera kann man beliebig aufstellen. Man kann sie sogar bewegen und die unbenutzbaren Teile werden dann mit Zwischenschnitten gefüllt.

Ein Trick, den man sehr oft auch bei den Profis im Fernsehen sehen kann ist, dass man eine durchgehende Sequenz wie z.B. auch ein Interview mit der Kamera aufnimmt und zusätzlich wird dann davor und danach aus anderen Blickwinkeln gefilmt, der Raum, Details, ein Blick aus dem Fenster u.s.w. Diese Zwischenschnitte kann man dann im Video an beliebigen Stellen einbauen. Bei Interviews nimmt man dann z.B. aus der nähe jeweils den auf der zuhört oder einmal das die ganze Szenerie in der Totalen. Solche Schnipsel lassen sich dann überall einbauen.

Wenn der Musiker mehr als ein Stück spielt, kann man ein Stück mit der Kamera aus der Distanz aufnehmen. Wenn man in 4k aufnimmt und später in FHD produziert, hat man dann Spielraum um in das Bild hinein zu zoomen, oder einen Schwenk zu machen und das wirkt dann schon mal wie zwei Kameras. Vor und nach dem Stück kann man Aufnahmen vom Raum machen, das Publikum filmen und andere Einstellungen aufnehmen, die man zusätzlich dazwischen schneidet. Mit etwas Übung sieht das Video dann so aus wie mit einem Team und drei oder vier Kameras gefilmt.

Eine Einstellung wie z.B. am Anfang (0:09) in 4k aufgenommen erlaubt es z.B. nach einigen Sekunden butterweich auf ein viertel der Bildgröße langsam heran zu zoomen. Dann könnte man sanft auf das Gesicht überblenden, dass man bei dem Stück aufnimmt das danach gespielt wird. Die Einstellung von schräg hinten erlaubt es auch ein anderes Stück zu nehmen und der Friedhof im Hintergrund bietet dann die Möglichkeit dort nach der Musik ein paar schöne Einstellungen vom Stativ zu machen und eventuell die Kirche als ganzes zu zeigen. Dann kann man wieder weich auf den Musiker schneiden u.s.w. Bei solcher Musik darf man aber nicht hart und hektisch schneiden.

 

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Die Sache mit den Aufnahmen mit externem Recorder hatten wir hier 

schon mal diskutiert. Bei dem Beispiel hatte ich eine Kamera halbwegs statisch (weil die Empore, auf der sie stand gewackelt hat) für die Totale und eine zweite zum Schwenken über die Sänger. Leider waren die Bedingungen katastrophal, so dass ich mit dem Ergebnis nicht allzu zufrieden bin.

Hier noch ein Beispiel, das ich mit einer Video-Kamera aus der Hand bei einem Konzert aufgenommen habe, bei dem ich an einem festen Platz im Publikum saß und die Stücke, die gespielt wurden nicht kannte. Der Ton ist mit dem internen Mikrofon der Kamera aufgenommen. Da gibt es außer etwas schwenken und zoomen nicht viele Möglichkeiten, Bewegung in das Bild zu bekommen, aber rein statisch hätte ich das nicht gut gefunden. Hier hätte ich mir eine zweite Kamera mit 4k für die Totale gewünscht,  das war aber nicht möglich.

 

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