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Gienauer

Das stille Bild

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Was ist "Das stille Bild" ?

 

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Es ist auf jeden Fall nicht das laute Bild, das Bild mit 'action', mit Bewegung, wie das Bild von einem Rockkonzert mit verschwitzten Musikern, die wie wild in ihre Saiten hauen oder stimmlich einen ohrenbetäubenden Lärm erzeugen. Es ist ein mehr zurückhaltendes Bild, ein Bild der Ruhe, ein Bild der inneren Besinnung, das vielleicht zum Meditieren animiert.

 

Es ist auf jeden Fall ein subjektiv verstandenes Bild, es hängt vom Betrachter ab, ob es still ist, ob es als still empfunden wird. Jedenfalls beruhigt es.

 

Ich will versuchen, was ich als stilles Bild empfinde und hoffe, daß viele die Bilder zeigen, die sie als stilles Bild sehen. Sie sollten ihre Gedanken dazu beifügen.

 

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Am einfachsten ist das mit Landschaftsbildern zu erfüllen, die schon von sich aus zu meditativer Betrachtung einladen. Mit Blumenbildern geht das noch einfacher. Und der breite Rand isoliert das Gezeigte von der Außenwelt - nur keinen Lärm hineinlassen! Und das Quadrat ist sowieso das ruhige Format, das Format der Stille.

 

LG

Hans-Joachim.

 

 

 

 

 

 

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Ist das ein stilles Bild ? Nein, ich glaube ganz und gar nicht !  Da ist eine Straße; sie führt ins Ungewisse. Gleich kommt ein Auto und es ist mit der Stille vorbei. Außerdem ist da ein Verkehrsschild, das mich daran erinnert, daß ich nicht selbstherrlich entscheiden darf, was ich tue, sondern mich an Gesetze zu halten habe. Ich darf also nicht ohne nach links und rechts zu schauen über die Straße laufen, sondern die Vorfahrt für das Auto heißt das Einhalten für mich. Ich muß auf meiner Nebenstraße erst einmal warten, ob da nicht auf der Hauptstraße doch ein Auto kommt.

 

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Das ist schon eher ein stilles Bild, ein Bild im Minimalismus. Eine Mähne eines Pferdes nämlich, an der man sich festhalten kann, wenn man ohne Sattel und Zaumzeug schneller vorwärts kommen will. Also doch Bewegung ? Noch nicht !

 

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Aber das ist doch sicher ein Bild der Stille, eine menschenleere Ruhezone.

 

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Und schon ist da wieder das Pferd. Ein Pferd mit weicher Schnauze, die wir als Kind doch so gerne gestreichelt haben, was das Pferd eigentlich nicht mochte, es sei denn, unsere Hand hatte ein Zuckerstück. Und schon sind unsere Gedanken weit zurück in der Kindheit. Und vielleicht fangen wir an zu träumen?

 

 

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Schwieriger ist es, ein stilles Bild mit Menschen zu zeigen, aber es ist nicht unmöglich.

 

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Mitten in der unruhigen und turbulenten Großstadt zieht sich ein Mensch zurück und sucht die Stille. Hat er etwa Probleme, die ihn beunruhigen und über die er ungestört nachdenken muß ? Oder ist es etwa nur ein wenig Erschöpfung vom Hin- und Herlaufen auf dem ermüdenden Pflaster ?  Wir lassen ihn dort sitzen und sprechen ihn keineswegs an. Das würde seine Stille stören.

 

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Fern vom turbulenten Hafengeschehen hat hier ein Bootseigner ein stilles Ankerplätzchen in einem Nebenarm des Flusses  ohne direkte Nachbarn gefunden und läßt sich von uns dafür still beneiden. Aber wir gönnen es ihm.

 

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Auch im Biergarten ist kein Mensch mehr; die Tische sind verwaist. Es scheint auch zu kalt zu sein um draußen zu sitzen.

 

LG

Hans-Joachim.

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Ja, Blumenbilder sind eigentlich immer still. Sie können sich ja auch nicht bewegen, sie werden höchstens mal bewegt, vom Wind. 

 

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Ein schön gewachsener Baum verführt mich immer sofort zum Sinnieren. Er ist auch still und spricht zu mir höchstens mit dem Rauschen seiner Blätter im Wind. Sein Anblick ist eine Wohltat, ähnlich wie bei den Blumen, nur monumentaler. Und genauso still.

 

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Und die Natur an sich ist selten laut - und dafür liebe ich sie!

 

Man möge mir alten Spinner verzeihen, wenn ich hier meinen Gedanken so freien Lauf gelassen habe. Aber die Freiheit wollte ich mir mal nehmen, denn Stille und Ruhe machen frei..

 

LG

Hans-Joachim.

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Ich freue mich, daß dieser Thread so vielen gefällt, aber ich hoffe, es kommen da noch Beispielbilder von anderen !?

 

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Auch in der Großstadt (dies hier ist Hamburg in der Langen Reihe, also mitten in der Stadt) läßt sich ein Plätzchen finden, wo man nicht gestört wird und auf die Hektik da draußen in Ruhe schauen kann.

 

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Dies nennt man eine Tische, jedenfalls im Norden. Es ist der (oft tote) Zwischenraum zwischen den Häusern, früher als Brandschutz vom Gesetz gefordert, heute nur der Abstand zum vielleicht lästigen und unruhigen Nachbarn. Ob dadurch wirklich das Überspringen des Feuers zum nächsten Haus verhindert wurde ?

 

Es tut mir übrigens leid, daß ich da ein Bild doppelt gepostet habe. War wohl nicht genug Ruhe und Stille.

 

LG

Hans-Joachim.

Edited by Gienauer

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Eine Bild-Kategorie habe ich ja ganz vergessen: Das Stilleben ! (Ich bevorzuge übrigens noch die alte Rechtschreibung und schreibe eben nicht drei Buchstaben hintereinander - und das aus gutem Grund.) Vielleicht kommt es auch auf den Titel an ? Wenn ich das Bild jetzt nennen würde "Die Revolution der Steine nach dem Sturm" - dann wäre es kein stilles Bild mehr. Aber was soll so ein dämlicher Titel; ein Bild soll doch für sich selbst sprechen ?

 

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Dieses Bild habe ich auf der letzten Photokina gemacht, das war 2014. Mitten in dem Lärm und hektischem Getöse geht ein kleiner Mitbürger seinen Träumen nach. Ich hatte dort auch Träume, nur mir gelang das nicht so. Die Stille ist eben immer auf das Individuum bezogen.

 

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Dieser Schotte ist aber nun nicht mehr klein wie der im Kinderwagen. Er ist trotzdem die Ruhe selbst. Er wartet. Und er steht still und rührt sich nicht. Er ist gelassen. Aber Trubel war um ihn herum genug auf den 'British Days' auf dem Poloplatz in Klein-Flottbek in Hamburg. Man muß "in sich ruhen" um Stille zu finden, selbst in der hektischten Umgebung ist das möglich. Übrigens, was hängt denn da unter seinem Rock hervor ? Ich habe ihn lieber nicht gefragt, um seine Stille nicht zu stören.

 

LG

Hans-Joachim.

 

 

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Tolle Idee und Serie, Hans-Joachim.

Gruß, Stefan

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Eine Bild-Kategorie habe ich ja ganz vergessen: Das Stilleben ! (Ich bevorzuge übrigens noch die alte Rechtschreibung und schreibe eben nicht drei Buchstaben hintereinander - und das aus gutem Grund.) Vielleicht kommt es auch auf den Titel an ? Wenn ich das Bild jetzt nennen würde "Die Revolution der Steine nach dem Sturm" - dann wäre es kein stilles Bild mehr. Aber was soll so ein dämlicher Titel; ein Bild soll doch für sich selbst sprechen ?

 

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Dieses Bild habe ich auf der letzten Photokina gemacht, das war 2014. Mitten in dem Lärm und hektischem Getöse geht ein kleiner Mitbürger seinen Träumen nach. Ich hatte dort auch Träume, nur mir gelang das nicht so. Die Stille ist eben immer auf das Individuum bezogen.

 

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Dieser Schotte ist aber nun nicht mehr klein wie der im Kinderwagen. Er ist trotzdem die Ruhe selbst. Er wartet. Und er steht still und rührt sich nicht. Er ist gelassen. Aber Trubel war um ihn herum genug auf den 'British Days' auf dem Poloplatz in Klein-Flottbek in Hamburg. Man muß "in sich ruhen" um Stille zu finden, selbst in der hektischten Umgebung ist das möglich. Übrigens, was hängt denn da unter seinem Rock hervor ? Ich habe ihn lieber nicht gefragt, um seine Stille nicht zu stören.

 

LG

Hans-Joachim.

 

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Guest User57696

@Hans-Joachim: sehr gute Idee! Das lohnt doch wirklich ein neues Thema. Und Deine Bilder mit den Texten dazu geben einen hervorragenden Einstieg ins Thema. Bravo!

 

 

Mein Beitrag zum Thema "Das stille Bild":

 

Grüne Harmonie

 

 

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Green Harmony / Grüne Harmonie by Bernhard Friess, on Flickr

 

Weinberge, Büsche und Bäume an den Hügeln der Gegend, in der ich lebe: das Kraichgau

Edited by User57696

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Ich bin mal gespannt, wie sich dieser Thread - Dank an den Ersteller - im Verhältnis zu "Miksang" entwickeln wird. Ich sehe einen Unterschied - kann ihn aber nicht beschreiben ;) Jedenfalls hätte ich das folgende eher nicht in Miksang gepostet:

 

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Das Thema gefällt mir gut - auch wenn ich es gar nicht so leicht finde, "stille" Bilder zu finden.

Ich fange an mit einem Berg-Bild. Erstanden aus Urgewalten, halten sie Kälte, Hitze und Unwettern stand, sind in sich ruhende Giganten, strahlen für mich gleichzeitig Größe und Ruhe aus. Hier ein paar davon, teils sanft eingehüllt von langsam aufsteigenden, watteartigen Wolken:

 

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Meere sind unruhig, ständig in Bewegung. Eine Langzeitbelichtung nimmt die Bewegung aus dem Bild und umhüllt die kantigen Felsen mit weichem Nebel:
 

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Ein sehr reduktionistisches Bild, keine Farbe, kaum Strukturen, keine Bewegung - Stille im Kopf:

 

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@ Danke Hans-Joachim für deinen neuen Stille-Tread.

 

 

Für mich ist Stille etwas, an dass ich mich auf verschiedenste Weise herantasten - nähern kann.

Und - ob ich Stille bemerken kann im Augenblick hängt ganz stark von meiner inneren Ruhe ab.

 

 

2 Beispiele aus der Natur (nur mit der Handykamera fotografiert - jedoch zumindest auf "STILL" geschaltet um die greifbare Ruhe + Stille nicht zu stören)

 

1) Stille am Morgen:

 

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2) Stille in der Spiegelung des ruhigen, glatten Wassers:

 

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3) Stille in der Mystik der Natur:

 

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GLG

 

Gerhard

 

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Auch ich finde dieses Thema sehr ansprechend, besonders wenn zu den Bildern wie von Hans-Joachim auch noch die Gedanken beigefügt werden. Herzlichen Dank! Bis jetzt fehlen mit noch die Bilder um hier mithalten zu können, aber ich bin am Üben.

 

 

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Danke an alle für die Zustimmung zu diesem Thema. Ich glaube, es ist nicht so einfach, nun unbedingt ein "stilles Bild" aufzunehmen, da mag mehr der Zufall helfen. Wenn man aber sein Archiv durchsieht, dann findet sich sicher das eine oder andere stille Bild. Man muß allerdings ein bißchen suchen.

 

Ich hoffe, jedem macht es soviel Spaß wie mir.

 

LG

Hans-Joachim.

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Manchmal sind es auch nur Erinnerungen, die einen still und nachdenklich machen können - und solche Bilder sind natürlich sehr subjektiv.

 

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Ich war 17 Jahre alt und Schüler. In den Ferien arbeitete ich vier Wochen bei der Firma Zeise in Hamburg-Ottensen, um mir ein bißchen Geld zu verdienen. Die Firma stellte Schiffspropeller her - und das mitten im engen Ottensen. War ein Rohling fertig gegossen, dann wurden seine Blattstärken gemessen im 10mm-Abstand. Ich mußte berechnen, um wieviel dann abgeschliffen werden mußte. 

Beeindruckend war, wie dann eine normale Dampflok mit Güterwagen den fertigen Propeller (Durchmesser bis 7 Meter !) von der Firma durch die engen Straßen abholte. 

Heute gibt es die Firma nicht mehr und es fährt auch keine Dampflock mehr bimmelnd durch die Straßen. Aber an einigen Stellen sind noch die Gleise erhalten. Wenn ich daran vorbeikomme, dann bleibe ich erst einmal stehen und werde nachdenklich. Für das verdiente Geld habe ich mir übrigens meine erste Spiegelreflex gekauft, eine EDIXA-mat-REFLEX. Ich habe sie heute noch.

 

LG

Hans-Joachim.

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