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Aerial Videos/Fotos mit Sony Alpha Vollformat am Multikopter


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Wir hatten das Thema hier ja schon vereinzelt in anderen Threads angeschnitten und es scheint einige weitere Kopter-aktive hier zu geben. Natürlich gibt es auch spezielle Foren zu Multikoptern, aber dort liegt der Fokus eher auf den Fluggeräten selbst und weniger auf dem Thema der Aerial Video / Fotografie.

 

Bevor ich hier weiter auf das Thema eingehe, ein Appetizer-Video von Leuten, die wirklich ihr Handwerk verstehen:

 

 

"Einstiegsdroge" ist für die meisten ein Ready-To-Fly Kopter, wie z.B. der DJI Phantom II Vision+, den man inzwischen in fast jedem Elektronik-Markt mitnehmen kann. Vorher sollte man sich allerdings mit den vielfältigen Gesetzesregelungen in Deutschland, die noch nach Bundesländern variieren, vertraut machen und erst mal eine darauf zugeschnittene Versicherung erwerben. Darauf will ich aber an dieser Stelle nicht weiter eingehen, dafür gibt es in der Tat genügend Spezialforen. Hält man sich an diese Regelungen, erspart man sich und anderen eine Menge Stress.

 

Wer dann etwas ambitioniertere Bilder / Videos machen möchte, wird jedoch schnell die Grenzen der Ready-To-Fly Kopter Kameras erkennen, die in etwa auf dem Level einer GoPro H3 / H4 liegen. Zumindest die Videos sind auf den ersten Blick meist schon recht ansehnlich, bieten aber wenig Reserve für Nachbearbeitung und in Gegenlicht- oder Low-Light-Situationen ist dann ziemlich schnell Ende-Gelände...

 

Mein Ziel war deshalb ein Kopter zu bauen, der auch eine Sony A7R/A7S samt 3-achsigem brushless Gimbal für mindestens 10 Minuten in die Luft bekommt und dabei unter der 5 KG Grenze bleibt. Ab 5 KG benötigt man in Deutschland nämlich generell eine einzeln zu beantragende (und kostenpflichtige) Aufstiegserlaubnis. Man landet dann i.d.R. bei einem Hexakopter mit ca. 68cm Motorenabstand.

 

Nach nun rund 4 Monaten Bastelei, vielen Belastungstest-Flügen und einigen geschredderten Propellern ist das gute Stück nun soweit. Auf allzu technische Details möchte ich an dieser Stelle erst mal nicht eingehen. Nur soviel:

 

- er wiegt nun rund 4,8 KG,

- nutzt eine DJI Lightbridge für einen HD Downstream (z.B. auf eine Handy-App),

- die Kamera ist in 3-Achsen stabilisiert, 2 sind davon steuerbar,

- es war noch Reserve für ein paar Gimmicks, wie Landelichter und elektrisches Landegestell

 

Inzwischen hat er nahezu die endgültige Konfiguration, hier ein kleines Funktionstest-Video einiger Gimmicks:

 

 

Einen ersten Video-Einsatz hat er auch schon hinter sich, dazu hier bald mehr.

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wie lange wird das in der luft bleiben koennen?

Bei entspanntem Schwebeflug komme ich in der Konfiguration auf ca. 12 Minuten mit einer Akku-Ladung (bzw. 80% davon - mehr sollte man nicht nutzen...). Wenn er mit Wind zu kämpfen hat oder etwas "sportlicher" geflogen wird, vielleicht 8-10 Minuten. Ich werde demnächst noch mit etwas stärkeren Akkus experimentieren.

 

Lässt man die Kamera und das Gimbal weg und hängt nur eine kleine Mini FPV-Kamera ran, dann kommt man recht locker auf 20-25 Minuten, was für erste Gebietserkundungen nützlich sein kann.

Edited by tpmjg
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Nicht schlecht die Konstruktion! Ich bin auch sehr gespannt auf Bilder und Videos.  Grundgerüst eigenentwickelt oder was fertiges von DJI? Hattest du auch schon mal überlegt statt A7x dranzuhängen, eine QX1 mit dem E-Mount? Vom Gewicht her ja deutlich weniger, was der Flugzeit zu gute kommt. Allerdings von der Qualität nicht mit der A7 zu vergleichen.

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Die QX1 macht ohne Funkverbindung zum Smartphone wenig Sinn. Genau diese stört dann aber die 2.4 GHz Funkverbindung zum und vom Kopter.

 

Ja aber mit der Lightbridge benutzt du doch das 2,4GHz für beides, Kamerastream und Koptersteuerung? Wie hast du den dort die A7 angeschlossen an der Lightbridge?

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mit der Lightbridge benutzt du doch das 2,4GHz für beides, Kamerastream und Koptersteuerung? Wie hast du den dort die A7 angeschlossen an der Lightbridge?

 

Ja, die Lightbridge nutzt das 2,4 GHz Band für beide Richtungen. Da regelt es aber die Lightbridge selbst derart, dass Hin- und Rückkanal sich nicht in die Quere kommen. Die Probleme treten dann auf, wenn da zwei getrennte Systeme mit direkt nebeneinander platzierten Antennen ohne Wissen voneinander auf dem gleichen Band drauflosfunken.

 

Tarot Rahmen?

Ja, der 680Pro.

Edited by tpmjg
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Das Gimbal ist ein GHT EZ Pro mit 32 Bit Alexmos SimpleBGC Controller und zwei IMUs. Am Copter funktioniert es inzwischen sehr gut, man muss halt eine Weile an den PID Werten tunen. Am Handheld Mount bin ich nicht ganz so zufrieden, da verliert es bei stärkeren Rucks schon mal seine Position. Werde dafür alternativ noch einen leistungsfähigeren Controller ausprobieren.

 

Die Gimbals von DJI sind gut (aber auch recht teuer) und von vornherein entsprechend sauber auf den Kameratyp abgestimmt. Auf der anderen Seite legt man sich damit aber aus meiner Sicht zu stark auf einen bestimmten Kamera-Typ fest. Ich bastel und tune da lieber ein bisschen mehr und halte mir dafür mehr Freiheiten offen.

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Das schlimme ist bei dem Thema Multikopter (hasse "Drohne" immernoch :) ) das es sehr viel zu einfach und auch zu günstig geworden ist. Einfach hier im Bezug aufs zulegen und dazu noch das fliegen der Geräte selbst. Wo ich Anfang 2007 angefangen habe war es ein Vollzeithobby. So ein Ding sauber ans fliegen zu bekommen war sehr sehr Aufwendig. Überall Teile kaufen, Platinen selbst löten, Regler in China bestellen, mit Fädeldraht umlöten, mit Programmiergeräten umproggen und ggf noch den Assemblercode selbst an den Regler anpassen. Dann Wochenlang Testflüge und Einstellerei. GPS gabs da noch garnicht, selbst ACC Mode also selbststabilisierend kam erst langsam auf was alles andere als sicher funzte.

 

Heute geht einfach ein... sag mal angestrengt diplomatisch... unbedarfter.... einfach in den Laden, kauft nen Phantom zum relativen Spottpreis und balltert sofort mitsamt 3-Achs Brushlessgimbal stabilisierter Gopro 3/4 los. Ohne von irgendwas Ahnung, ohne wirklich fliegen zu können - das GPS hält ja wenn man loslässt - und das am besten in der Stadt oder bei Events und als I-Tüpfelchen über Leute...

 

Harte Crashs gabs schon viele, einfach mal Youtube gucken, da sträuben sich die Haare bei dem ein oder anderen.

 

Und das wird mal richtig Ärger geben. Dann wird man nur noch sehr schlecht wo fliegen können...

 

Das mit dem Amazon und Pizzaboten ist doch nur ein Spaß gewesen? Wo ich das gelesen habe... im Leben nicht! Viel viel zu unsicher, gefährlich und zu wenig Flugzeit. Einfach heutzutage nicht machbar. Technik kommt, aber wird dann immernoch verboten sein ;)

Edited by S3NS3
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Auslieferung von Pizzen und Paketen per Propeller sind zum Glück völliger Quatsch und wird es (hier) nicht geben. Mit etwas Nachdenken kommt man leicht selbst darauf, warum.

 

Soviel ich weiß, muss man auch für jeden Start eine Genehmigung haben - oder? Und die bekommt man nur für freies Gelände und private Grundstücke, die dafür abgesperrt sind. Ich lasse mich aber gerne korrigieren.

 

Aber es ist ausgesprochen interessant, dass hier nun eine Sony A7 drunter hängt. Ich hoffe, der Thread wird weiter geführt und wir sehen einige Beispielbilder.

Wie hoch kommt der Kopter denn mit der Sony und wie weit darf er vom Piloten entfernt sein? Und fotografiert man "blind" oder per Tethering?

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Man darf nur im direkten Sichtfeld fliegen. Also nur so das man das Gerät immer ohne Videoübertragung fliegen kann. Das ist, wenn man ehrlich ist, nicht gerade weit. GPS macht es einen einfacher aber gerade GPS und Kompass sind zwei Systeme die empfindlich sind. Fällt das mal in großer Entfernung aus sollte man gute Augen haben und gut fliegen können :)

 

Ich freu mich auch schon auf die Videos von Helge mit der A7S. Das würde mir auch Spaß machen :)

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Das schlimme ist bei dem Thema Multikopter (hasse "Drohne" immernoch :) ) das es sehr viel zu einfach und auch zu günstig geworden ist.

Na ja, nur weil jemand selbst kein Bastler ist, muss er nicht automatisch der schlechtere oder ungewissenhaftere Pilot sein. Die Tendenz ist allerdings leider erkennbar, dass aufgrund der immer niedrigeren Einstiegshürde auch immer mehr unbedarfte, die sich einen Dreck um die bestehenden Regelungen scheren, tumb drauflosfliegen, wo sie gerade wollen und sich keinen Kopf um die Sicherheit oder Belästigung anderer machen.

 

An gesetzlichen Regelungen mangelt es in Deutschland nicht, man muss sie nur auch denen, die sich nicht dafür interessieren "näherbringen". Notfalls eben mit einer Art Führerschein.

 

Soviel ich weiß, muss man auch für jeden Start eine Genehmigung haben - oder? Und die bekommt man nur für freies Gelände und private Grundstücke, die dafür abgesperrt sind. Ich lasse mich aber gerne korrigieren.

Die Diskussion der rechtlichen Hintergründe würde ich gerne hier raushalten. Dafür gibt es bereits unzählige Abhandlungen und Diskussions-Threads in den diversen Kopter- und Drohnen-Foren. Als Beispiel sei dieser Artikel genannt: http://www.drohnen-forum.de/index.php/Thread/729-Luftrecht-Flugrecht-und-maximale-Flughöhe/

 

Unterscheiden muss man dabei auch, was die Regelungen für das Fliegen selbst betrifft und welche weiteren Regelungen es dazu gibt, wenn auch Bilder oder Videos gemacht und ggf. veröffentlicht werden sollen.

 

Wie hoch kommt der Kopter denn mit der Sony und wie weit darf er vom Piloten entfernt sein?

Die Höhe ist eher rechtlich als technisch begrenzt. Eine "Aufstiegserlaubnis", die von den jeweiligen Bundesländern erteilt wird, begrenzt die Höhe i.d.R. auf 100m, was im allgemeinen auch vollkommen genügt. Für die Entfernung gilt, was S3ns3 schon schrieb, also dass man ihn stets noch mit bloßen Augen sehen und steuern können muss. Das sind dann i.allg. ca. 300m.

 

fotografiert man "blind" oder per Tethering?

I.d.R. haben die Systeme einen Video-Downlink an Bord, d.h. das Live-Bild wird vom Kopter zur Bodenstation übertragen und dort z.B. auf einem Smartphone oder einem speziellen Monitor angezeigt. Es gibt da analoge Systeme, die den Vorteil haben, dass sie praktisch verzögerungsfrei das Bild wiedergeben, aber eben auch mit den von analogen Systemen bekannten Störungen. Für etwas mehr Geld gibt es digitale Systeme, die ein HD Bild auf über 1 km übertragen können. Diese haben aber i.d.R. eine leichte Verzögerung (ca. 80 - 200ms), eignen sich also nur eingeschränkt für sportlichere "FPV"-Flüge. Die Auslösung kann man - entsprechende Zusatzelektronik vorausgesetzt - über die Fernsteuerung machen oder man aktiviert die Aufnahme (oder die Intervall-Bildaufnahme) vor dem Start und lässt sie einfach während des ganzen Fluges laufen.

Edited by tpmjg
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Auch wenn es hier etwas OT ist:
Samsung steht mit der NX500 nun mit einer Kamera am Start, die aus meiner Sicht ideale Eigenschaften für Kopter-Anwendungen hat. Sie wiegt nur 287g (mit Akku dann ca. 330g), das 16/2.4 Pancake nur 75g, liefert 4K Video (intern mit h.265 Encoding und vollständigem Sensor-Readout), 28 MP Fotos (mit eingebautem Intervallometer) und ihr Sensor muss sich vor den aktuellen Sensoren von Sony keinesfalls verstecken.

 

Gegenüber der NX1 und auch einer A7S muss man zwar einige Abstriche machen, die jedoch bei Kopter-Anwendungen keine nennenswerten Einschränkungen darstellen.

 

Abgesehen von den Lowlight-Fähigkeiten einer A7S und dem fehlenden 4K Clean HDMI output (der jedoch nur am Boden nützlich ist) also eine sehr interessante Alternative. Im SKF Blog findet man noch weitere Informationen zur NX500.

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Da bin ich mal gespannt, was Du so auf die Beine stellst.

 

Wir haben für unseren Spiellfilm nach viel hin- und her dann doch "nur" Aufnahmen mit dem DJI Phantom 2

und der neuen GoPro4 gemacht. Allerdings muss man sich mal ansehen, was mit solch kostengünstigem

Equipment schon möglich ist.

 

Hier ein Beispiel mit der alten GoPro3+: https://vimeo.com/97455734

 

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Hier nun ein paar erste eigene Beispiele.

 

Der erste Teil mit den beiden Testflügen ist noch nicht sonderlich aufregend. Beim ersten Testflug wurde ein neuer Akku getestet, der zwar eine besonders günstiges Verhältnis aus Kapazität und Gewicht hat und damit lange Flugzeiten (ca. 13-15 Minuten mit Last) bietet, der aber nur eine niedrige "C-Rate" liefert, also eine geringere maximale Stromentnahme erlaubt, als die sonst üblichen 20 oder 30C Akkus. Lief aber alles gut.

Beim zweiten Testflug war das Gimbal mit der A7S dran. Leider hat das Gimbal bei dem windbedingt eher unruhigen Flug recht deutlich gezittert, so dass viele Aufnahmen zu verwackelt sind. Auch die paar Schnipsel, die ich hier verarbeitet habe sind nicht zitterfrei, ich habe bewusst auf eine nachträgliche Stabilisierung verzichtet.

 

Der zweite Teil (ab 1:54 Min) dürfte spannender sein. Hier kam der Kopter in einem Zirkuszelt zum Einsatz, um Aufnahmen von einer Show der "Feuerfeen" zu machen. Zunächst ein paar "Making of" Szenen, dann ein paar Schnipsel aus dem finalen Video, das allerdings noch in Arbeit ist,

 

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Hallo  tpmjg,

 

sehr interessantes Projekt!

 

Welche Objektive (video) kannst du denn für die A7 empfehlen, besonders auf Hinblick des Gewichtes?

z.Z. nutze ich noch das Zeiss SEL 2470 bei 24mm, jedoch ist mir das zu schwer und klaut mir zu viel Flugzeit.

Das SEL35F28 ist mir eigentlich schon zu viel Brennweite, denn etwas wackeln wird der Kopter sicher immer und damit das Bild unruhiger als bei 24mm oder 21mm werden.

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Ja, die 35mm sind mir für Landschaft eigentlich auch schon zu lang. Bei den Szenen im Zirkus passten sie hingegen perfekt.

 

Für Landschaft plane ich das Voigtländer Color Skopar 21/4 zu nutzen. An der A7R und A7 gilt es als problematisch wegen der Farbverschiebungen zu den Rändern, aber an der A7S funktioniert es ohne Color Shift.

Edited by tpmjg
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Das ist interessant, das Color Skopar 21/4 ist auch meine engere Wahl gewesen, bis ich das mit der Farbverschiebung mitbekommen habe. Auch ist mir die Vignettierung etwas zu stark!

Ich nutze die A7 und bald die wird die gegen die A7II getauscht. Ich kann mir nur eine Kamera leisten, ist ja auch nur Hobby.

Alles was mir sonst noch so gefällt, vor allem die Leica Objektive, sind jenseits meiner Schmerzgrenze:-(

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Eine andere Alternative wäre vielleicht noch das - selbst mit Adapter noch recht kompakte - Olympus OM Zuiko 21/3.5, das ich hier im Vergleich hatte:

http://3d-kraft.com/index.php?option=com_content&view=article&id=171&catid=40&Itemid=2

 

Es funktioniert auch an A7/A7R/A7II ohne Color Shift und vergleichsweise geringer Vignettierung, aber ist in den Ecken natürlich auch nicht mit einem Leica WATE oder einem FE 16-35 vergleichbar. Für den Kopter aber durchaus eine Überlegung wert.

Edited by tpmjg
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