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In den letzten Wochen gab es viele Gerüchte über eine Neuauflage des Objektivklassikers Biotar 75mm, der in den 1930er Jahren bei Carl Zeiss Jena entwickelt und bis in die 1960er Jahre produziert wurde. Seit gestern ist bekannt, dass das Biotar 75mm 1:1,5 unter dem Markenamen Oprema Jena neu aufgelegt wird. Hinter dem Projekt stecken eine neue Marke und ein Team aus bekannten Köpfen der Fotobranche – unten dazu mehr.

Bekannteste Eigenschaft des Biotars ist das sog. „Swirley Bokeh“ bei Offenblende, das das Beispielbild gut zeigt:

Sample Oprema Jena Biotar 75mm

Wer sich für das Objektiv interessiert, kann ab Dienstag (15. August 2017) eine Kickstarter-Kampagne unterstützen und sich eins der ersten Exemplare sichern. Es wird mit verschiedenen Bajonett-Anschlüssen verfügbar sein:

  • Leica M (mit Anschluss Steuerungskurve)
  • Sony E-Mount
  • Fuji X
  • Micro Four Thirds
  • Canon und Nikon DSLR

Die ersten Objektive werden Juni 2018 ausgeliefert, die günstigsten Kickstarter-Preise betragen derzeit 949 $.

Technische Daten Oprema Jena Biotar 75mm 1:1,5

Brennweite 75mm
Blendenbereich 1:1,5 – 1:16
Bildwinkel +/- 19°
Verzerrung ≤ 1%
Max.Lichtverlust (bei 1:1,5) 36 %
Naheinstellgrenze 0.8m
Abmessungen Ø 65mm x 80mm
Gewicht 520g

Wer steckt hinter dem neuen Biotar 75mm?

Initiiert wurde die Neuauflage durch Dr. Stefan Immes, der auch hinter Meyer Optik Görlitz steht. Das Projekt ist aber unabhängig von Meyer Görlitz, das mit der Entwicklung und Produktion der bislang vorgestellten Meyer-Objektive ausgelastet ist.

Entwickelt wurde das Biotar von Dr. Wolfdieter Prenzel, der für das optische Design zuständig ist, während André de Winter für das mechanische Design und die Umsetzung der optischen Rechnung in konkrete Bauelemente verantwortlich war. Produziert wird das neue Biotar vom japanischen Optikhersteller Tokina.

Markename Oprema Jena

Die Marke Oprema Jena, unter der das Biotar 75mm läuft, ist eine Reverenz an die ostdeutsche Optiktradition:

  • In Jena wurde das erste Biotar entwickelt
  • Oprema ist die Abkürzung für Optikrechenmaschine – sie war der erste funktionsfähige Computer in der DDR und wurde zuerst zur Optikrechnung bei Carl Zeiss Jena eingesetzt.

Für die Zukunft ist geplant, weitere Optiken unter diesem Namen auf den Markt zu bringen, u.a. ein Biotar 58mm und Neuauflagen verschiedener Flektogon-Varianten.

Zum Biotar Kickstarter Projekt

About The Author

Andreas Jürgensen ist Fotoingenieur und lebt in Bonn. Er betreibt das Leica Forum, das Systemkamera Forum und das Fuji X Forum.
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10 Comments

  1. Ich frage mich da, wer soll dieses und andere Objektive dieser manuellen Art noch kaufen, im Hype der Smartphone’s und teuer sind sie auch noch, wegen der geringen Stückzahlen!
    Die Chinesen haben diese Marktlücke auch schon entdeckt und bietet vergleichbare Objektive an, zu einem konkurrenzlosen Preis.

    Never try to ride on a dead horse!

  2. Es ist zwar „nur“ ein APS-C Objektiv, aber das chinesische SainSonic KamLan 1.1/50mm mit Sony E-Mount Anschluss, hat mich mechanisch und optisch doch schon sehr erstaunt und das bei einem unschlagbaren Preis inkl. Versand von nur 159.99!
    Das kompakte Objektiv ist in jeder Hinsicht sehr gut und solide verarbeitet und bringt mir an meiner A6000 eine sehr gute Leistung! Was will man da noch mehr?

  3. Ich denke, den Liebhabern solcher Objektive geht es nicht um nackte technische Daten, sondern um die Anmutung oder besondere Bildeigenschaften, die ihnen eigen sind.

  4. Ich bin an diesem Teil sehr interessiert, habe aber nicht verstanden, ob das Objektiv auch an einer Alpha 6500 verwendet werden kann, oder ob es nur für Vollformat E-Mount Verwendung findet. Hat jemand Infos dazu? Habe im Netz leider keine konkreten Infos gefunden.

    • Ja, das Objektiv lässt sich auch an einer Sony A6500 verwenden.

      Vollformat und APS-C Kameras mit Sony E-Mount haben das gleiche Bajonett, dadurch lassen sich alle entsprechenden Objektive an beiden Formaten verwenden.
      Da der Bildkreis von Vollformat Objektiven deutlich größer ist, gibt es in dieser Richtung (Vollformat-Objektiv an APS-C-Kamera) kein Problem.
      Andersrum würde es massive Abschattungen in den Ecken geben.

    • Alex, deine Gedanken sind nicht ganz verkehrt. Ja, rein technisch kann man all diese Objektive sowohl an Kleinbild als auch an APSC oder MFT verwenden. Dabei muss man bedenken, dass viele von diesen Linsen ihren besonderen Charakter im Unschärfebereich und da besonders im Randbereich entwickeln. Der fällt bei Crop-Kameras schon mal weg. Man sollte auf jeden Fall testen, ob das Objektiv die beworbenen Eigenschaften auch dort zeigt.

  5. Danke euch für die raschen Antworten. Testen geht bei diesem Objetiv ja leider nicht, da es noch nicht im Handel ist. Verunsichert wurde ich auch dadurch, dass man bei der Vorbestellung des Objektivs das Bajonett angeben muss und hier wird bei Sony das FE Mount angegeben, was ich als Full Frame E-Mount interpretiere.
    Mir gefällt das Produkt und die Idee die Produktion über den Vorverkauf zu finanzieren. Und Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Die wäre hier ja seeehr lang 😉

  6. Danke. Jetzt bin ich schlauer. Vielleicht macht das Biotar 58 an der Alpha 6500 doch mehr Sinn, das wäre auf APS-C umgerechnet 87mm, während das 75mm schon 112mm umgerechnet wäre. Und das könnte beim Fotografieren schon oft „eng“ werden.

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