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Leica stellt heute die Leica M-D Typ 262 vor, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sie kein Display hat. Vorbild ist die Leica M Edition 60, die der deutsche Kamerahersteller als limitierte Edition zur photokina 2014 vorgestellt hatte. Die Idee, eine Digitalkamera ohne Display anzubieten, hat seitdem die Gemüter erhitzt – was aber Leica mit dem Motto „Konzentration auf das Wesentliche“ nicht sonderlich beeindruckt hat.

Der Preis M-D Typ 262 soll 5.995 € betragen, also ca. 500€ mehr als die Leica M262 – trotz fehlender Bauteile und Funktionalität.

Die Leica M-D (Typ 262) auf einen Blick

Das technische Innenleben entspricht der abgespeckten Leica M (Typ 262) ohne Liveview und Video-Funktionalität. Äußerlich sind sämtliche Elemente auf der Kamerarückseite entfallen – kein Display, keine Buttons und keine Kreuzwippe. An ihre Stelle getreten ist ein dominantes Einstellrad für die Filmempfindlichkeit.

Auf der Vorderseite der Kamera ist über dem Objektiv deutlich die Schraube zu sehen, die sonst durch den roten Leica Punkt verdeckt wird, eine Typenbezeichnung trägt die Leica M-D nicht. Hinzugekommen ist dagegen auf der Oberseite der Kamera eine Gravur. Als Leica M-D identifiziert sie sich nur durch eine Gravur auf dem Blitzschuh.

Leica M-D – Konzentration auf das Wesentliche

Wie schon die Leica M Edition 60 lässt die Leica M-D dem Fotografen nur den Zugriff auf die wichtigsten Parameter: Zeit, Blende, Entfernung und ISO-Empfindlichkeit. Wer bewusst auf den Kontrollblick nach der Aufnahme und Wanderungen durch das Kamera-Menu verzichtet, dem beschert sie ein analoges Fotografiererlebnis, ohne auf die Qualität und Möglichkeiten einer digitalen M zu verzichten. Um aus den so entstandenen Aufnahmen auch ohne manuellen Weißabgleich alles herauszuholen, fotografiert die Leica M-D nur im DNG Format.

Leica hat mittlerweile Übung darin, Neuerungen zunächst als Sondermodell vorzustellen, um abhängig von Markterfolg und Rückmeldung aus der Kundschaft daraus Serienmodelle zu entwickeln. Ob sich der Erfolg der schnell ausverkauften 600 Leica M Edition 60 Exemplare auf den an sich schon engen Markt für Messsucherkameras ausdehnen lässt, wird die Zukunft zeigen.

Technische Daten der Leica M-D (Typ 262)

Kamera-Typ: Leica M-D (Typ 262), kompakte digitale Messsucher-Systemkamera
Objektiv-Anschluss: Leica M-Bajonett mit zusätzlichem Sensor für 6-Bit Kodierung
Objektivsystem: Leica M-Objektive von 16 – 135mm
Aufnahmeformat/Bildsensor: CMOS-Typ, aktive Fläche ca. 23,9 x 35,8mm (entspricht dem nutzbaren Format analoger Leica M-Modelle)
Auflösung: 5976 x 3992 Pixel (24MP)
Datenformat: DNG™ (Rohdaten), verlustfrei komprimiert
Dateigröße: Abhängig vom Motiv
Pufferspeicher: 1GB
Speichermedium: SD-Karten bis 2GB/SDHC-Karten bis 32GB/SDXC-Karten
Belichtungsmessung
Umgebungslicht: Durch das Objektiv (TTL), bei Arbeitsblende, Blitzlicht: TTL-Messung mit systemkonformen, SCA-3000/2 -Standard Blitzgeräten
Messprinzip/-methode: Messung des von hellen Lamellen des 1. Verschlussvorhangs auf eine Messzelle reflektierten Lichts,: stark mittenbetont
Messbereich: Entspricht bei Raumtemperatur, normaler Luftfeuchte und ISO200 bei Blende 1,0 EV0 bis EV20 bei Blende 32, Blinken der linken dreieckigen LED im Sucher signalisiert Unterschreitung des Messbereichs.
Empfindlichkeitsbereich: ISO 200 bis ISO 6400, manuell in 1/3 ISO-Stufen einstellbar
Belichtungs-Betriebsart: Wahlweise automatische Steuerung der Verschlusszeit bei manueller Blenden-Vorwahl – Zeitautomatik A, oder manuelle Einstellung von Verschlusszeit und Blende
Blitz-Belichtungssteuerung
Blitzgeräte-Anschluss: Über Zubehörschuh mit Mitten- und Steuerkontakten
Synchronisation: Auf den 1. Verschlussvorhang
Blitzsynchronzeit: = 1/180s; längere Verschlusszeiten verwendbar, wenn Synchronzeit unterschritten wird: automatische Umschaltung auf TTL-Linear-Blitzbetrieb mit HSS-tauglichen Leica-Systemblitzgeräten
Blitz-Belichtungsmessung: Mit systemkompatiblen Blitzgeräten, Steuerung mit mittenbetonter TTL-Vorblitz-Messung
Blitz-Belichtungskorrekturen: An entsprechend ausgestatteten Blitzgeräten: in allen Betriebsarten ±3EV in 1/3 EV-Stufen
Anzeigen bei Blitzbetrieb: Bereitschaft: durch konstantes Leuchten der Blitzsymbol–LED im Sucher, Erfolgskontrolle: durch Weiterleuchten bzw. vorübergehend schnelles Blinken der LED nach der Aufnahme, Unterbelichtungsanzeige: durch vorübergehendes Erlöschen der LED
Sucher
Sucherprinzip: Großer, heller Leuchtrahmen-Messsucher mit automatischem Parallaxen-Ausgleich.
Okular: Abgestimmt auf -0,5 dptr.; Korrektionslinsen von –3 bis +3 Dptr. erhältlich.
Bildfeldbegrenzung: Durch Aufleuchten von jeweils zwei Rahmen: Für 35 und 135mm, oder für 28 und 90mm, oder für 50 und 75mm; automatische Umschaltung beim Ansetzen des Objektivs; Farbe der Rahmen: weiß
Parallaxen-Ausgleich: Die horizontale und vertikale Differenz zwischen Sucher und Objektiv wird entsprechend der jeweiligen Entfernungseinstellung automatisch durch Verschieben der Leuchtrahmen ausgeglichen
Übereinstimmung von Sucher und tatsächlichem Bild: Die Leuchtrahmengröße entspricht bei einer Einstell-Entfernung von 2m exakt der Sensorgröße von ca. 23,9 x 35,8mm; bei Unendlich-Einstellung wird, je nach Brennweite, ca. 7,3% (28mm) bis 18% (135mm) mehr vom Sensor erfasst, als der jeweilige Leuchtrahmen zeigt, umgekehrt bei kürzeren Einstell-Entfernungen als 2m etwas weniger
Vergrößerung: (Bei allen Objektiven) 0,68-fach
Großbasis-Entfernungsmesser: Schnitt- und Mischbild-Entfernungsmesser in der Mitte des Sucherbildes als helles Feld abgesetzt
Effektive Messbasis: 47,1mm (mechanische Messbasis 69,25mm x Sucher- Vergrößerung 0,68x)
Anzeigen: Vierstellige Digitalanzeige mit oben- und unten liegenden Punkten, Anzeigen
Verschluss und Auslösung
Verschluss: Metall-Lamellen-Schlitzverschluss mit vertikalem Ablauf
Verschlusszeiten: Bei Zeitautomatik: (A) stufenlos von 60s bis 1/4000s., bei manueller Einstellung: 8s bis 1/4000s in halben Stufen,B: Für Langzeitaufnahmen bis maximal 60s, (1/180s): Kürzeste Verschlusszeit für Blitz-Synchronisation, HSS-Linearblitzbetrieb mit allen kürzeren Verschlusszeiten als 1/180s mit entsprechend ausgestatteten Leica-Systemblitzgeräten möglich
Spannen des Verschlusses: Durch integrierten Motor, mit geringer Geräuschentwicklung
Auslöser: Zweistufig, 1. Aktivierung der Belichtungsmessung und Messwert-Speicherung (bei Zeitautomatik), 2. Auslösung
Ein-/Ausschalten der Kamera: Mit Hauptschalter auf der Kamera-Deckkappe, Neu-Aktivierung durch Antippen des Auslösers
Stromversorgung: 1 Lithium-Ionen Akku, Nennspannung 7,4V, Kapazität 1800mAh.; Kapazitätsangabe im Sucher, Betriebsbedingungen (in Kamera): 0°-40°C; Modell-Nr.: BP-SCL2, Hersteller: PT. VARTA Microbattery Indonesia, hergestellt in Indonesien
Ladegerät: Eingänge: Wechselstrom 100-240V, 50/60Hz, 300mA, automatisch umschaltend, oder Gleichstrom 12V, 1,3A; Ausgang: Gleichstrom nominal 7,4V,1000mA/maximal 8,25V, 1100mA; Betriebsbedingungen (Laden): 10°-30°C; Modell-Nr.: BC-SCL2, Hersteller: Guangdong PISEN Electronics Co., Ltd., Hergestellt in China
Material: Ganzmetall-Gehäuse aus Magnesium/Aluminium, Leder-Bezug, Deckkappe und Bodendeckel aus Messing, schwarz lackiert.
Stativgewinde: A ¼ (¼“) DIN aus Edelstahl im Boden
Betriebsbedingungen: 0°-40°C
Schnittstelle: ISO-Zubehörschuh
Maße
(Breite x Tiefe x Höhe): ca. 138,6 x 42 x 80mm
Gewicht: ca. 680g (mit Akku)
Lieferumfang: Ladegerät 100-240V mit 2 Netzkabeln (Euro, USA, auf einigen Exportmarkten abweichend), Lithium-Ionen Akku, Tragriemen, Gehäuse-Bajonettdeckel, Abdeckung für Zubehörschuh

LEICA M-D – Die neue digitale Leica Messsucherkamera ohne Display

Wetzlar, 28. April 2016. Die Leica Camera AG stellt mit der Leica M-D (Typ 262) ein weiteres Modell innerhalb des Leica Messsuchersystems vor. Zusammen mit den Serien Leica M und M-P (Typ 240), der Leica M (Typ 262) sowie der Leica M Monochrom (Typ 246) besteht die digitale M-Generation nunmehr aus fünf Modellen.

Die Leica M-D ist das erste Serienmodell der digitalen M-Reihe ohne Kameradisplay. Auf der Kamerarückseite befindet sich stattdessen das ISO-Einstellrad – eine der wenigen, aber zentralen Funktionen. Denn die Leica M-D verinnerlicht zwar alle über Jahrzehnte perfektionierten Vorzüge des Leica Messsuchersystems, bietet bewusst jedoch nicht alles, was technisch möglich ist. Radikal auf die wichtigsten Funktionen reduziert, die zum Fotografieren benötigt werden – Zeit, Blende, Entfernung und ISO-Empfindlichkeit –, unterstützt sie den Anwender dabei, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Aufnahme.

In ihrer technischen Ausstattung basiert die Leica M-D weitestgehend auf der Leica M (Typ 262). Wie alle digitalen M-Kameras ist auch sie mit einem CMOS-Vollformatsensor ausgestattet, der allerdings ausschließlich auf die Messsucherfotografie ausgelegt ist und auf Video und Live-View verzichtet. Seine 24 Megapixel sorgen für eine überragende Bildqualität und eine hohe Lichtempfindlichkeit. Der Maestro Prozessor gewährleistet dabei eine schnelle Verarbeitung. Die Bilder werden im Rohdaten-Format DNG gespeichert. Dadurch lassen sich sämtliche Einstellungen der digitalen Fotografie, wenn notwendig, in der Weiterverarbeitung einstellen.

Auch am Kamera-Design lässt sich die Konzentration auf das Wesentliche erkennen. Die Leica M-D bietet eine klare, funktionale Form und verfügt über Designdetails wie beispielsweise eine Messingdeckkappe, die mit ihrer seitlichen Abstufung von der Leica M9 bekannt ist. Zugunsten des unauffälligen Erscheinungsbildes wurde auf das rote Leica Logo auf dem Kameragehäuse verzichtet.

Neben ihrem puristischen Look sorgt auch der kaum hörbare Verschluss der Leica M-D für ein Maximum an Unauffälligkeit. Ein unschätzbarer Vorteil, wenn es um diskretes Fotografieren geht. Hierzu ist die Kamera mit einem Verschlussaufzug ausgestattet, der im Einzelbild-Modus besonders leise arbeitet und eine Auslösefrequenz von bis zu zwei Bildern pro Sekunde ermöglicht. Im Serienbild-Modus erlaubt die M-D die gleiche Geschwindigkeit wie ihr Schwestermodell und schießt bis zu drei Bilder in der Sekunde.

Die Leica M-D ist ab sofort für eine unverbindliche Preisempfehlung von 5950 Euro erhältlich. Im Lieferumfang ist ein Echtleder-Tragriemen aus Vollrindleder enthalten.

About The Author

Andreas Jürgensen ist Fotoingenieur und lebt in Bonn. Er betreibt das Leica Forum, das Systemkamera Forum und das Fuji X Forum. Ihr findet mich auch auf Google+

4 Comments

  1. Ob das Weglassen nun eine Auszeichnung ist, wage ich bei dem Preis doch zu bemängeln!

    Aber egal, es tangiert mich darum auch nur äußerst peripher!

  2. Kleiner Hinweis, die M-D ist keine 9.000€ gegenüber der Edition 60 günstiger, weil bei der noch das Summilux dabei ist…

  3. Pst!! Und die Speicherkarte muß bei 20 ° 10 min in Rodinal gelegt werden!

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