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Ich wollte die Samsung NX1 vor allem bei schwierigen Lichtbedingungen bzw. in Situationen testen, wo der Autofokus gefordert ist. Leider gab es nicht so viele Möglichkeiten, wie gehofft. Ich hatte die Kamera mit bei einem Clubkonzert und bei einem Handballspiel. Sicher beides herausfordernde Situation für eine Kamera, da bei wenig Licht viel Bewegung festzuhalten ist.

Handling der Samsung NX1

Die Kamera macht einen wertigen Eindruck und liegt gut in der Hand – zusammen mit dem Objektiv trägt man aber auch schon ordentlich Gewicht in der Hand. Gerade das war für mich immer ein Vorteil der Systemkameras, dass man eben nicht so viel Gewicht und Größe mit sich rumschleppen musste. Hier gibt es also keine Unterschied zu einer DSLR – ich werde in diesem Test den Vergleich zu einer DSLR ziehen, da die Kamera für mich in Konkurrenz zur klassischen Semi-professionellen DSLR wie z.B. der Canon EOS 7D steht.

Schwierige Fotosituationen: Konzert- und Sportfotografie

Samsung NX1Das Konzert fand in einem kleinen Club statt und das Licht war wirklich schwierig für gute Fotos. Hauptsächlich rotes Licht, in einem ansonst sehr dunklem Raum.
Das Handballspiel fand in einer Sporthalle mit Tages- und Kunstlicht statt. Es war ein Jugendspiel, bei Erwachsenen ist die Geschwindigkeit noch deutlich höher.

Der Sucher ist gewöhnungsbedürftig wenn man ihn mit einer DSLR vergleicht – man merkt, dass man quasi einen Film sieht. Aber man gewöhnt sich dran. Die Qualität des Suchers ist gut, aber gerade unter so schwierigen Lichtbedingungen nicht mit einem optischen Sucher zu vergleichen. Man sieht im Sucher das, was man auch auf den Fotos sieht, eben das viele Details vom roten Licht (Konzert) geschluckt werden.

Autofokus mit der Samsung NX1

Verschluss-Modi
Die Fotos sind im Serienbildmodus gemacht. Im normalen Modus hatte ich immer wieder das Problem, dass der Fokus irgendwann nicht mehr hinterherkam und dann stoppte die Aufnahme bis wieder fokussiert werden konnte. Im kontinuierlichen Modus wars dann oft schon zu schnell, da war der Ausschuss dann auch extrem.

AF Modus
Der Aktive AF funktioniert tadellos, ebenso der Kontinuierliche AF, nur dass oft im entscheidenen Moment nicht mehr fokussiert werden konnte. Eventuell war das auch der Punkt, an dem die Kamera erstmal speichern musste.

AF Bereich
Samsung NX1Der Auswahl AF funktioniert zuverlässig, man muss halt oft das Auswahlfeld neu positionieren und das kostet Zeit, die man gerade beim Sport oft nicht hat.
Der Multi AF funktioniert zuverlässig – vor allem mit verkleinertem Auswahlfeld. Wird das gesamte Messfeld genutzt, ist häufiger ein Fehlfokus dabei.
Die Gesichtserkennung geht nur beim Einzelbild, dann aber recht zuverlässig.

Tracking AF
Der Tracking AF (Nachverfolgung) funktioniert nur über einen sehr kurzen Zeitraum und stellt dann die Arbeit ein.

Vorgehen und Fazit

Ich habe alle Bilder als JPEG geschossen. Gerade beim Sport verzichtet man normalerweise komplett auf das RAW-Format. Die Fotos werden nur freigestellt und – wenn nötig – der Horizont korrigiert. Viel mehr ist bei solchen Bildermassen nicht drin. Außerdem müssen die Bilder zügig an Agenturen geliefert werden, da ist auch nicht die Zeit für große Nachbearbeitungen.

Enttäuscht bin ich von den Details bei doch teilweise sehr hohem Rauschen. Je höher der ISO wert, umso mehr Details schluckt scheinbar die Rauschunterdrückung. Das sieht gerade bei den Gesichtern sehr unschön aus.

SAMSUNG CSC

Ansonsten gab es recht viel Ausschuss, aber die Bedingungen waren auch schwierig. Bei Schärfe und Rauschen (Details) lag für mich die Canon 7D mit einem Canon 17-55 2.8 im Vergleich zur NX1 vorne – da kommt die Systemkamera noch nicht dran. An alles andere kann man sich gewöhnen (Sucher, Handling etc.).
Die NX1 ist wie geschrieben eine sehr wertige Kamera, die aktuell für mich aber keinen Vorteil gegenüber einer vergleichbaren DSLR mit optischem Sucher und vergleichbarem Objektiv bietet.

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7 Comments

  1. Danke für deine persönlichen Impressionen.
    Ich bin weder von den Sport- noch von den Konzertaufnahmen überzeugt.

    Welche Belichtungszeiten und Blenden hast du denn benutzt. Bei den Handballaufnahmen vermisse ich die saubere Fokussierung auf das Gesicht. Möglicherweise sind auch die Belichtungszeiten zu lang geraten. Das kann ich an Hand der Bilder aber nicht beurteilen.

    Auch bei den Konzertaufnahmen sind scharfe Bilder eher selten. Auffallend ist das Ausfransen des Rotkanals. Hier hilft eine knappere Belichtung. Bei solchen Aufnahmen nehme ich normalerweise eine manuelle Belichtungskorrektur ins Minus vor. Das verhindert zumindest das Auslaufen des Rotkanals. Dass hier zu reichlich belichtet wurde sieht man auch am weiß der Gitarre. Da fehlen die Details. Auch das ist ein Hinweis auf zu reichliche Belichtung. Die NX1 misst wohl wie viele andere Kameras die Belichtung – was ja erst mal nicht schlecht ist. Aber das wäre für mich der Grund zur manuellen Korrektur. Die kann man schon nach dem ersten Bild vornehmen.

    „Der Auswahl AF funktioniert zuverlässig, man muss halt oft das Auswahlfeld neu positionieren und das kostet Zeit, die man gerade beim Sport oft nicht hat“
    Wie wird bei der NX1 das Auswahlfeld positioniert? Leider schreibst du nichts darüber.
    Bei meiner EOS kann ich das AF-Feld, bzw. die AF-Zone mit dem Joystick sehr schnell setzen, bei meiner Systemkamera muss ich dafür leider ins Menü und kann erst dann das Feld über die Wippe verlegen.
    Welche AF Modi gibt es denn? Einzelfeld, Bereiche, …? Wie funktioniert da die Nachführung.

    Wie ist das mit der AF Nachführung ? Schreibst du da noch was dazu?

    Vielen Dank und Gruß, Peter

  2. „Wie wird bei der NX1 das Auswahlfeld positioniert?“ -> Ein Knopfdruck um die Positionierung zu aktivieren, dann Schaltwippe zum positionieren oder die Delete Taste zum zurücksetzen auf die Mitte. Alternativ auch über den Touchscreen was am schnellsten geht, aber bei Focus über den Sucher unpraktisch ist – besonders mit einer langen Nase fokussiert man dann gerne mal aus versehen wenn der Sucher noch nicht gelockt hat.

    Ich persönlich habe allerdings das Focusfeld fast immer auf der Mitte und arbeite mit Focus und Auslösung getrennt. In der Sportfotografie würde ich dieses Feld wahrscheinlich etwas vergrößern und zentral fotografieren. ( NX1 getestet, NX30 Besitz )

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