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Das Sony Angebot hat sich im vergangenen halben Jahr so stark verändert, dass Phillip Reeve seine Sony NEX Kaufberatung überarbeitet und ausgeweitet hat.Da dieser Artikel äußerst komplex ist, teilen wir diesen in drei Teile:


Okay, du überlegst, dir eine Sony Alpha zu kaufen und hast viele Fragen. In diesem Artikel will ich versuchen, einige davon zu beantworten.
Ich beschränke mich dabei auf Modelle mit APS-C Sensor, solche mit KB-Vollformatsensor werden nur am Rande besprochen.

Vorwort

2014-07-kb_phillip_reeveFür die Qualität der eigenen Fotos ist nicht die Kamera entscheidend, sondern vor allem der Fotograf. Fotografie ist im Prinzip ein Handwerk wie jedes andere. Talent spielt eine Rolle, wichtiger ist aber Übung, Übung, Übung.
Deshalb halte ich es für am wichtigsten, dass man Spaß an der eigenen Kamera hat, denn dann wird man sie häufiger nutzen und dadurch mit der Zeit automatisch bessere Fotos machen.
Ich habe schon einige Kameras genutzt, hatte aber mit meiner ersten NEX auf einmal viel mehr Spaß, als zuvor mit meiner DSLR. Das hat sich nach meiner Einschätzung sehr positiv auf die Qualität meiner Fotos ausgewirkt.
Für mich war also eine NEX genau die richtige Kamera. Für dich mag das auch der Fall sein, es könnte aber auch eine ganz andere sein.
In dieser Kaufberatung versuche ich bei der Suche nach der optimalen Kamera einige Hilfestellungen zu geben. Ich habe mich dabei bemüht den Artikel möglichst objektiv zu verfassen, aber natürlich sind viele meiner eigenen Erfahrungen eingeflossen und am Ende stellt er doch eine subjektive Sichtweise dar, deshalb empfehle ich auf jeden Fall auch andere Meinungen einzuholen, bevor Kaufentscheidungen getroffen werden.

Namenswirrwar: aus Sony NEX wird Sony Alpha

Sonys spiegellose Systemkameras wurden zunächst unter dem Label NEX vertrieben und sind auch noch heute unter diesem Begriff bekannt. Warum sich Sony entschlossen hat, das etablierte NEX Label nicht weiter zu verwenden und stattdessen nur noch das Alpha Label zu nutzen ist nicht ganz klar, es führt aber auf jeden Fall zu Verwirrung.
Das Problem ist, dass es jetzt zwei Kamerasysteme von Sony gibt, einmal SLT Kameras mit A-Bajonett und zum anderen spiegellose Systemkameras mit E-Bajonett. Untereinander sind die Systeme aber nicht kompatibel, denn Objektive mit E-Bajonett können an SLT Kameras gar nicht und umgekehrt Objektive mit A-Bajonett nur mittels Adapter am E-Bajonett betrieben werden. Trotz diese Inkompatibilität heißen beide Kameras Alpha.
Ich will mich in diesem Artikel nicht mit länglichen Abgrenzungen aufhalten und werde deshalb einheitlich von Alpha Kameras sprechen, meine dann aber alle Kameras mit E-Bajonett und keine SLT Kameras mit A-Bajonett.

Hinweis
Die mit “*” gekennzeichneten Links führen zu Amazon.de und sind Affiliate Links. Wenn ihr über diese Links etwas kauft, bekommen der Betreiber dieses Forums und ich eine Provision, ohne dass dies für euch mit Mehrkosten verbunden ist. Ich würde mich freuen, wenn ihr sie nutzt, da das Verfassen und die Aktualisierung dieser Kaufberatung mit viel Arbeit verbunden ist.
Amazon hat meist gute Preise, aber ihr könnt z.B. auf idealo einfach Preise zwischen verschiedenen Anbietern vergleichen.

Gliederung

  • Beispielbilder
  • Ist eine Alpha für mich die beste Kamera?
    • Aspekt 1: Größe
    • Aspekt 2: Bildqualität (Dynamikumfang, Rauschverhalten, Farben, Auflösung)
    • Aspekt 3: Autofokus
    • Aspekt 4: Das Objektivangebot (Brot & Butter Objektive, Spezialobjektive, Objektive mit Sony A-Bajonett, manuelle Objektive)
  • Vorstellung aktueller Kameras (a6000, NEX-5T, A5000, A3000)
  • Vorstellung älterer Modelle (NEX-6, NEX-5N)
  • Vergleich der Kameras (A6000 vs NEX-5T, NEX-5T vs A5000, A7 vs. A6000

Beispielbilder

Das Alpha-System bietet Bildqualität auf dem Niveau der besten Spiegelreflexkameras.
Was für Bilder man mit dem System schießen kann, könnt ihr beispielhaft in den folgenden Threads sehen, aber auch der Besuch der Bilderthreads im Forum kann sich lohnen.
Eines vorneweg: Die Unterschiede bei der Bildqualität zwischen den einzelnen Alpha/NEX Modellen sind eher marginal, die jüngeren Modelle sind ein klein wenig besser, aber in der Praxis wird dieser Unterschied nicht häufig zu bemerken sein.

2014-07_kb_phillip_reeve-01
NEX-6 | Zeiss 4/16-70 | 70mm | f/9
Ein märchenhafter Herbstmorgen und unterwegs mit leichtem Gepäck. ©Phillip Reeve

 

Ist eine Alpha die beste Kamera für mich?

Die Antwort hängt von deinen Bedürfnissen ab, es kann genauso gut sein, dass du mit einer anderen Kamera besser bedient sein könntest. Ich will hier die wichtigsten Aspekte einer Kamera kurz erläutern und dann die Sony Alphas in Relation zu den Mitbewerbern einordnen, wobei ich mich mit den Sony Kameras natürlich besser auskenne.

Aspekt 1: Größe

Alle Kameras des Systems sind sehr kompakt und deutlich kleiner als vergleichbar ausgestattete Spiegelreflexkameras. Hier: Camera Size Comparison könnt ihr die Größe verschiedener Kameras vergleichen, z.B. NEX-5T gegen Canon 650d oder Alpha 6000 gegen Nikon D7100 .
Canon hat zuletzt die 100D vorgestellt – die bisher kleinste DSLR von Canon- aber auch diese ist noch größer als eine Alpha 6000.
Die Alpha-Kameras sind auch kleiner, als manch andere spiegellose Systemkamera wie z.B. eine Olympus OM-D E-M1 oder Fuji X-T1, checkt einfach mal mit dem oben verlinkten Tool.

Nach meiner eigenen Erfahrung nehme ich meine kleine Sony NEX viel häufiger mit, als ich das mit meiner DSLR tat. Häufig stecke ich die Kamera einfach in die Jackentasche, z.B. wenn ich mich abends mit Freunden treffe. Ich kann dann Fotos machen, die ich mit einer DSLR nicht gemacht hätte, weil ich die Kamera nicht dabei gehabt hätte. Diese Bilder könnte ich mit einer Kompakten oder einem Smartphone nicht schießen, da diese nicht die nötige Bildqualität bieten.
Auch beim Reisen stellt eine kleinere Kamera eine deutliche Erleichterung dar.
Fairerweise sollte allerdings erwähnt sein, dass der Größenunterschied z.B. zu einer Canon 100D dann so groß auch wieder nicht ist und dass eine Panasonic GM1* nochmals merklich kleiner als eine Alpha ist. Auch eine Sony RX-100 III* ist sehr interessant, wenn Größe sehr wichtig ist und Wechselobjektive nicht benötigt werden.

Sony NEX Größenvergleich
Großer Unterschied: Größenvergleich zwischen a6000 und Canon700d.

Natürlich hat die Kompaktheit auch Grenzen, in die Hosentasche passt keine Alpha mit angesetztem Objektiv.

Ob die Kamera euch gut in die Hand passt, ist ein sehr wichtiger Aspekt, da davon abhängt, ob ihr später Spaß mit der Kamera habt. Deshalb kann sich der Gang zum Fachhändler lohnen, wo man verschiedene Kameras in die Hand nehmen und ausprobieren kann. Ich würde im Zweifelsfall einem guten Gefühl hier eine höhere Priorität zugestehen als dem letzten bisschen Bildqualität.

Aspekt 2: Bildqualität

Alle Alpha-Kameras bieten eine sehr gute Bildqualität, ich wollte erst schreiben, dass sie eine hervorragende Bildqualität bieten, aber das würde implizieren, dass sie deutlich besser sind als die Konkurrenz, was aber auch wieder nicht immer stimmt.

Sony ist der führende Hersteller von Kamera-Sensoren (etwas Hintergrund: LensRentals.com – Is Sony Going to be the Digital Kodak?), viele Hersteller verwenden in ihren Kameras Sony-Sensoren. In der Folge sind die Unterschiede in der Bildqualität zwischen den meisten Systemkameras und Spiegelreflexkameras eher marginal. Ausgerechnet der Platzhirsch Canon ist eigentlich der einzige Hersteller, bei dem die Bildqualität in manchen Aspekten spürbar unter der Konkurrenz liegt.
Die bessere Bildqualität von Kameras mit KB-Vollformat Sensor wie die Alpha 7 Reihe ist vor allem im High ISO Bereich und bei sehr großen Vergrößerungen sichtbar, für den Alltag ist dies meist Overkill.

Bildqualität hat viele Aspekte, ich kann sie hier deshalb nur kurz abhandeln.
Ein gutes Vergleichstool für die Bildqualität ist das „camera sensor in-depth comparison tool“ von DxO-Mark.

Sensorvergleich zwischen Sony a6000, Nikon D5300 und Canon EOS 700D  Quelle DxO
Sensorvergleich zwischen Sony a6000, Nikon D5300 und Canon EOS 700D
Quelle: DxO-Mark

2.1 Dynamikumfang

Wenn ich sage, dass eine Kamera einen guten Dynamikumfang hat, dann meine ich damit, dass sie auch in Situationen mit sowohl sehr hellen als auch sehr dunklen Bereichen nicht überfordert ist. Man sieht sowohl in den dunklen Bereichen des Bildes noch Abstufungen als auch in den hellen Bereichen. Eine Kamera mit geringerem Kontrastumfang hingegen zeigt dann nur noch schwarz und weiß.
Generell gilt hier je mehr, desto besser. Freilich lassen sich aber auch mit Kameras, die einen nicht so großen Dynamikumfang haben, hervorragende Aufnahmen machen.
Bei den meisten Motiven schöpft man den Dynamikumfang nicht aus, manchmal ist man sehr froh eine Kamera mit großem Dynamikumfang zu haben und es gibt auch Szenen wo die besten Kameras an ihre Grenzen kommen. Wie stark man diesen Aspekt gewichten soll hängt davon ab, wie man die Kamera später einsetzt, ich z.B. bin ein großer Freund des Gegenlichts und mir ist der Aspekt deshalb sehr wichtig.

Systemvergleich (auf Basis von DxO-Mark)

  • Die besten Kameras kommen auf ca. 14 EV Blenden. Dazu zählen fast alles aktuellen DSLRs von Nikon und Pentax aber auch die Alpha 7 und Alpha 99.
  • Die Alphas kommen alle auf ca. 13 EV genauso wie Systemkameras der aktuellen Generation von Samsung (NX-20/300/2000)
  • Auf ca. 12 EV kommen die Olympus OM-D E5, Pen E-PM2, Pen E-PL5, Sony NEX-3N (die 3er-Reihe von Sony kann kein ISO 100 und ist deshalb etwas schlechter) oder auch aktuelle KB-Kameras von Canon z.B. die 6D oder 5D Mark III
  • Um 11 EV: Canon 700D, Canon EOS-M, Panasonic GH-2 und die Nikon 1 Reihe
  • abgeschlagen sind: ältere Systemkameras wie z.B. Panasonic GF5, Olympus E-PL2
  • Zu den Systemkameras aus dem Hause Fujifilm habe ich leider bisher keinen guten Vergleich gesehen, nach der Einschätzung von Usern müsste man sie wohl irgendwo zwischen 12 und 13 EV einordnen.
Sony NEX Kaufberatung
Dieses Bild nahm ich spontan bei einem Spaziergang auf, der hervorragende Dynamikumfang ließ mich im gesamten Bild die Zeichnung halten.
@Phillip Reeve

2.2 Rauschverhalten
Will man bei wenig Licht mit einer Kamera arbeiten, so ist man auf die gute Lichtempfindlichkeit des Sensors angewiesen, dies bedeutet, dass der Sensor auch bei hohen Lichtempfindlichkeiten (ISO-Wert) Bilder ohne zu viel störendes Rauschen und mit guten Farben liefert.
Welches Rauschniveau als akzeptabel empfunden wird, ist wieder vom persönlichen Empfinden und dem Anwendungsbereich abhängig. Für die Landschaftsfotografie mit meiner NEX-6 habe ich stets versucht, bei ISO 100 zu bleiben, für Personenaufnahmen in Räumen war aber auch ISO 3200 meistens noch brauchbar.
Auch hier ist wieder DxO-Mark ein gutes Vergleichstool, es bezieht sich aber nur auf RAW Dateien. Bei JPGs kann der Unterschied wegen unterschiedlicher Algorithmen und Prozessoren größer sein.

Die Alpha 6000 zeigt hier aktuell sowohl in RAW als auch JPG die besten Ergebnisse unter den Alphas. Im RAW Modus ist sie ca. 1/3 Blende besser als die anderen APS-C Alphas. Das bedeutet, dass eine Aufnahme bei ISO 1.250 minimal weniger Rauschen zeigt als eine mit der Sony NEX-6 bei ISO 1.000. Bei JPGs ist der Unterschied wegen des deutlich schnelleren Prozessors noch etwas größer. In der Praxis sollte das in der Regel keine große Rolle spielen.

Systemvergleich

  • Fujifilm geht etwas anders an die Rauschunterdrückung heran: Bei hohen Empfindlichkeiten werden die Farben stärker entsättigt, das führt im Vergleich zu einer Alpha zu blasseren Farben aber auch zu geringerem Rauschen.
  • Olympus Kameras mit Sony Sensor (OM-D, Pen E-PM2, Pen E-PL2) und Samsung NX Kameras sind über eine halbe Blende schlechter als die A6000. Das ist ein Abstand, den man in der Praxis bei einigen Fotos schon bemerkt.
  • Der von Canon in den meisten Kameras (7D, 60D, 550D, 600D, 650D, EOS M) eingesetzte 18MP Sensor ist in etwa eine Blende schwächer als der Sensor in der A6000, was ein deutlicher Unterschied ist.
  • Nikons DSLRs sind auf dem Niveau der A6000, die 1er Serie klar schwächer.

Zu anderen Kameras möchte ich jetzt nicht so viel schreiben, wenn ihr mehr wissen wollt, lest doch z.B. mal bei dpreview nach Camera Reviews / Previews: Digital Photography Review.
Insgesamt sind die Unterschiede zwischen allen aktuellen Kameras mit APS-C Sensor nicht besonders groß und man sollte den Aspekt nur dann stärker gewichten, wenn man wirklich viel im Dunklen fotografieren will. Einen merklichen Fortschritt bieten KB-Sensoren, wie sie in der Alpha 7 verbaut sind. Diese haben einen Vorsprung von ca. 1 Blende.

2.3 Farben
Farben sind auch wieder so eine subjektive Sache, der eine mag die Farben aus einer Canon lieber, der andere bevorzugt eine Nikon und der nächste ist von Olympus begeistert. Viele Anfänger sehen vermutlich kaum Unterschiede.
Um das Thema einschätzen zu können, guckt doch mal die Beispielbilderthreads der verschiedenen Hersteller entweder hier oder bei fredmiranda.com (Olympus, Fujifilm, Sony NEX) durch. Wenn man viele Bilder sieht, zeichnen sich gewissen Tendenzen ab.

Persönlich gefallen mir die Farben aus meiner Sony NEX-5N sehr viel besser als die meiner Vorgängerkamera, einer Canon 550D.

Sony NEX Kaufberatung
Gerade die Grüntöne sind in meinen Augen eine Stärke von Sony Kameras.
©Phillip Reeve

2.4 Auflösung
Hast du schon mal ein Bild mit einer Größe von mindestens A3 gedruckt oder hast das vor? Wenn die Antwort darauf „Nein“ lautet, dann sollte bei der Kamerawahl die Auflösung kein Kriterium sein, denn man wird deinen Bildern nicht ansehen, ob sie mit einer 16MP oder 24MP Kamera geschossen wurden.
24MP vs. 16MP klingt erstmal nach einem großen Schritt, aber abgesehen davon, dass die Auflösung nur selten gebraucht wird, braucht es um den Auflösungsgewinn wirklich zu realisieren eine sehr gute Technik des Fotografen und hervorragende Objektive.
Ich habe mal zwei Monate eine NEX-7 parallel zur NEX-5N betrieben und dabei erreichten nur wenige Aufnahmen mit der NEX-7 in der 100% Ansicht das Schärfe-Level der 5N Aufnahmen, mal weil meine Objektive nicht gut genug waren, aber auch weil ich minimal verwackelt hatte oder der Fokus nicht 100% saß.
Abgesehen von etwas größeren Dateien ist die höhere Auflösung aber auch kein Nachteil, denn der 24MP Sensor in der A6000 ist bei hohen ISO Werten sogar ein klein wenig besser als der in der NEX-5T.

Aspekt 3: Autofokus

3.1 Schnelligkeit des AF
Hier hat sich der Markt in den letzten sechs Monaten deutlich gewandelt. Die Alpha 6000 stellt einen sehr großen Fortschritt dar zu ihren Vorgängemodellen und während zuvor DSLRs noch einen klaren Vorteil in dieser Kategorie hatten, so ist die A6000 in manchen Aspekten wie z.B. dem Tracking vielen Mittelklasse-DSLRs überlegen.
Dieses sehr informative Video zum Thema AF-Performance kann ich jedem ans Herz legen.

Das Thema AF ist recht komplex, es sind Dinge zu beachten, wie Geschwindigkeit bei einer Einzelaufnahme, Geschwindigkeit bei der Objektverfolgung aber auch Abdeckung mit AF Feldern (auch hier ist eine A6000 z.B. einer Canon 700D deutlich überlegen). Auch die Anzahl der Bilder pro Sekunde kann bei Sportaufnahmen wichtig sein (hier erreicht eine A6000 mit 10 Bildern/Sekunde deutlich bessere Werte als eine CaNikon DSLR in der selben Preisklasse)

Die übrigen Alphas haben hier noch einen gewissen Rückstand gegenüber Mittelklasse DSLRs oder spiegellosen Systemkameras von Olympus/Panasonic/Nikon, welche sich in etwa auf dem Niveau der A6000 bewegen.
Die Fuji XE-1 und X-Pro1 sind dem Hörensagen nach noch etwas schlechter bis auf dem gleichen Niveau, Samsung ähnlich. Die Fuji XT-1 hingegen ist auf dem Niveau der A6000.

Das heißt keinesfalls, dass der AF der älteren Alphas unbrauchbar wäre, Portraits und Aufnahmen von halbwegs statischen Objekten bringen ihn nicht zum schwitzen, aber es mangelt noch etwas an der Reaktionszeit und der Fähigkeit, bewegte Objekte zu verfolgen.

Wenn ich „auf gleichem Niveau“ schreibe, dann meine ich damit, dass der Unterschied nicht zu groß ist, kleine Unterschiede werden aber vorhanden sein.

3.2 Zuverlässigkeit des AF
Konstruktionsbedingt bietet der in spiegellosen Systemkameras zur Anwendung kommende Kontrast-AF eine höhere Präzision als der in Spiegelreflexkameras zur Anwendung kommende Phasen-AF.

Die Verwendung eines Kontrast-AF ermöglicht die Funktion der Gesichtserkennung, welche in der Praxis ein echter Vorteil sein kann. Sie lässt sich nicht mit den Phasen-AF-Systemen der Spiegelreflexkameras realisieren. Auch hat man bei DSLRs nur im Zentrum des Bildes AF Sensoren, bei der A6000 decken sie 92,5% des Bildes ab.

Ist man bei wenig Licht unterwegs, so braucht der AF der älteren Alphas manchmal zwei Anläufe, bis er korrekt scharf gestellt hat, die A6000 ist hier zwar besser, aber DSLRs bieten meist eine bessere Performance.

Aspekt 4: Das Objektivangebot

Für detaillierte Infos zu Objektiven lest euch bitte diesen Thread durch: Systemkamera-Forum

Sony NEX Kaufberatung
Das 1.8/50 OSS ist günstig und zeichnet sich durch tolles Bokeh und einen Bildstabilisator aus.
©Phillip Reeve

Für die Alphas gibt es inzwischen ein brauchbares Grundsortiment an Objektiven, welche die Bedürfnisse der meisten Anwender erfüllen.
Vergleicht man das Sortiment mit der Konkurrenz, so bietet Fuji ein größeres Sortiment an sehr guten, lichtstarken Festbrennweiten an und auch das Micro-Fourthirds System bietet ein etwas breiteres Angebot. Dafür lassen sich an den Alphas mittels Adapter sehr viele Objektive mit A-Bajonett mit AF betreiben.

  • Eine kompaktes Weitwinkel/Superweitwinkel/Fisheye (SEL16F28*) für ca. 220€, mit den günstigen Adaptern wird es zum 12mm (ca. 100€) bzw. zum 10mm Fisheye (ca. 100€).
  • Ein hochwertiges Superweitwinkelzoom (SEL1018*) zum gehobenen Preis von ca. 730€.
  • Eine sehr gute Weitwinkelfestbrennweite (Zeiss Touit 2.8/12*) zum gehobenen Preis von ca. 850€.
  • Ein Reisezoom (SEL1670Z*) welches mit 1000€ zwar recht teuer geraten ist, aber ansonsten meine klare Empfehlung bekommt.
  • zwei Standardobjektive (SELP1650* und 18-55/3.5-5.6 OSS*) wobei das 18-55 besser verarbeitet und das 16-50 deutlich kompakter ist. Im Weitwinkelbereich ist das 16-50 optisch besser.
  • Eine günstige Weitwinkel Festbrennweite (Sigma 19/2.8*) ca. 160€, die Mehrleistung gegenüber den Kit-Objektiven ist eher gering
  • Ein kompaktes 20mm-Pancake Objektiv (SEL20F28*) ca. 300€
  • Ein hochwertiges und lichtstarkes Reportageobjektiv (SEL24M1.8Z* mit dem Zeiss Label) ca. 830€
  • Ein günstiges, leistungsstarkes Standardobjektiv (Sigma 30/2.8*) ca. 160€
  • Ein lichtstarkes und leistungsstarkes Standardobjektiv (SEL35M18*) ca. 450€
  • Ein exzellentes, günstiges und gemäßigtes Tele (Sigma 60/2.8*) ca. 175€
  • Ein kurzbrennweitig geratenes Macro (30/3.5 Macro*) ca. 210€
  • Ein exzellentes Macro von Zeiss zum gehobenen Preis (Zeiss Touit 2.8/50 Macro*) ca. 900€
  • Ein sehr gutes Portraitobjektiv mit Bildstabilisator (Sony 50/1.8*) für günstige 260€
  • Ein passables Telezoom (SEL55210*) ca. 250€
  • Ein sehr gutes (und teures) Telezoom (SEL70200g*) ca. 1400€
  • Zwei Superzooms (18-200/3.5-6.3 OSS* / Tamron 18-200/3.5-6.3 VC*) ca. 700€ / ca. 500€

Was (noch) fehlt:

  • Ein hochwertiges, lichtstarkes kompaktes Weitwinkel, z.B. 16/1.8, wie das Fujinon 18/2 (optisch aber wohl eher mittelmäßig) oder Olympus 12/2
  • Ein mittellanges, bezahlbares Macro, z.B. 70mm 1:2,8, wie das Fujifilm 60mm 1:2.4 oder Samsung 60mm 1:2.8. Das Zeiss Macro ist recht kurz, teuer und bietet keinen Bildstabilisator.
  • Ein höherbrennweitiges Portraitobjektiv, z.B. 85mm 1:1.4, wie das Samsung 85mm 1:1.4 oder Olympus 75mm 1:1.8. Laut Sonyalpharumors soll ein solches Objektiv (85mm 1:1.8) vorgestellt werden.
  • Ein Telezoom mit 300mm Brennweite
©Phillip Reeve
©Phillip Reeve

Fehlt noch im Sortiment: ein 300mm Objektiv. Solange muss man sich mit schwer zu händelnden manuellen Objektiven begnügen, hier dem Nikon 300/4.5 Ai-S (eBay), oder Objektive mit A-Bajonett adaptieren.

Vollformatobjektive
Objektive für die A7/A7r tragen das FE Kürzel, wobei das F wohl für Fullframe steht.
Diese sind völlig ohne Einschränkungen an APS-C Alphas zu betreiben, sind allerdings recht teuer und die APS-C Linsen sind mit Ausnahme des 4/70-200 OSS meiner Meinung nach die bessere Alternative.

Die Liste der Objektive:

Mittels des Adapters LA-EA3 (entspricht einem Vollformat-tauglichem LA-EA1) bzw. LA-EA4 (entspricht einem Vollformat-tauglichem LA-EA2) Adapters lassen sich außerdem die Objektive des A-Systems verwenden.

4.3 Objektive mit Sony A-Bajonett
Mit dem LA-EA4 Adapter lassen sich alle Sony Objektive für das Alpha-System mit Autofokus nutzen. Das AF-Modul des Adapters ist sehr leistungsfähig und dem normalen AF der Alphas (Ausnahme A6000) überlegen, man verliert allerdings ein Drittel des Lichts an den Adapter, da er einen Teil des einfallenden Lichts über einen teiltransparenten Spiegel an das AF-Modul umleitet.
Der LA-EA4 lässt sich an APS-C Kameras genauso wie an KB-Vollformatkameras nutzen, Sony Objektive mit A-Bajonett sind allerdings nicht stabilisiert. Mehr zum Adapter findet ihr hier.

Gute Übersichten über das A-Bajonett findet ihr an den folgenden Stellen:

4.4 Manuelle Objektive
Aufgrund des geringen Auflagemaßes der Alpha lässt sich nahezu jedes Objektiv an die Alpha adaptieren. Mit dem Fokuspeaking, der Sucherlupe und dem elektronischen Sucher bietet Sony eine sehr gute Unterstützung beim Fokussieren für den an manuellen Objektiven interessierten Fotografen.

Für mich und viele andere macht das einen Großteil der Attraktivität des Systems aus.
Näheres zu einzelnen Objektiven habe ich hier aufgeschrieben.

Das Bild wurde mit einem kleinen, wie hervorragenden Objektiv aufgenommen, welches man nicht an einer Spiegelreflex verwenden kann: Carl Zeiss Planar 2/45 T
Das Bild wurde mit einem kleinen, wie hervorragenden Objektiv aufgenommen, welches man nicht an einer Spiegelreflex verwenden kann: Carl Zeiss Planar 2/45 T

About The Author

Phillip Reeve ist Student und fotografierte 2 Jahre lang mit einer Nex bevor er im November 2013 auf eine Sony A7 umstieg. Seine fotografischen Schwerpunkte sind Natur und Reise, wobei er zumeist manuelle Objektive einsetzt.

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