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Olympus OM-D E-M10 front

Olympus OM-D E-M10 mit HandgriffMit der Olympus OM-D E-M10 erweitert Olympus das Angebot von Systemkameras im klassischen OM-Look in einen interessanten Preisbereich. Ab Mitte Februar wird sie für 599 Euro (Gehäuse) in schwarz und silber in den Handel kommen, verglichen mit den beiden großen Schwestern E-M1 (1499 Euro) und E-M5 (aktuell ca. 900 Euro ) ein echter Kampfpreis.

Gleichzeitig werden drei neue MFT Objektive vorgestellt:

  • M.ZUIKO DIGITAL 25 mm 1:1.8
  • M.ZUIKO DIGITAL 14-42 mm 1:3.5-5.6 EZ
  • 9-mm Fish-Eye Body-Cap Objektiv

Doch erstmal zur Olympus OM-D E-M10, die wichtigsten Merkmale auf einen Blick:

  • 16-Megapixel-Live-MOS-Sensor der OM-D E-M5
  • TruePic VII Bildprozessor der OM-D E-M1
  • Elektronischer Sucher mit 1,44 Mio Pixeln aus der OM-D E-M5
  • eingebauter 3-Achsen-Bildstabilisator

Kompaktes Design, gewährte Bedienung

Das Design des Metallbody entspricht dem der anderen OM-D-Modelle. Verglichen mit der schon schlanken OM-D E-M5 ist sie noch einmal etwas kleiner geworden.

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Aber erst im Vergleich mit Mittelklasse DSLRs der beiden Platzhirsche wird klar, wie klein die Kamera wirklich ist:

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Olympus OM-D E-M10 mit Handgriff

Wem die Kamera zu klein ist, kann den als Zubehör verfügbaren Handgriff verwenden, der die Kamera auch für größere Hände perfekt macht und gut durchdacht ist: Der Hauptteil des Griffs lässt sich einfach abnehmen, um z.B. den Akku zu wechseln.

Aber auch ohne den optionalen Handgriff wurde die Ergonomie verbessert. Auch wenn sie etwas schlanker wurde, ist der Griffwulst vorne an der Kamera etwas ausgeprägter. Funktions- und Display Taste sind auf eine abgeschrägte Kante der Kameraoberseite gewandert.

OM-D E-M10 Sensor

Den 16 MP CMOS Sensor übernimmt die Olympus OM-D E-M10 von der E-M5, laut Olympus wird damit die Bildauflösung höher als bei der E-M5 liegen, bei High ISO Aufnahmen und Dynamikumfang auf dem gleichen Level. Möglich wir dies, da der Bildprozessor TruePic VII (übernommen aus dem Spitzenmodell E-M1) bekannte MTF Informationen von Objektiven in die Optimierung mit eingerechnet.

Fast AF: kein Hybrid, aber schnell

Der Autofokus („Fast AF“) basiert auf Kontrastmessung und stammt ebenfalls aus der E-M5 und nutzt nicht – wie die E-M1 – zusätzliche Phasenmessung. Trotzdem hat Olympus bessere AF-Performance ggü. anderen DSLR und Systemkamera Modellen gemessen, nach CIPA Standard lediglich 0,13 sec mit dem neuen 14-42 EZ Objektiv.

3-Achsen-Bildstabilisierung

Um die Kamera so klein gestalten zu können, mussten die Konstrukteure auf einige Sensoren und Stellmotoren für den Bildstabilsator verzichten. Herausgekommen ist ein 3-Achsen-Bildstabilisator, der im Gegensatz zu E-M5 und E-M1 keine Hoch-und Querverschiebungen des Sensors kompensieren kann. Trotzdem schafft es die OM-D E-M10 3,5 Belichtungsstufen herauszuholen, (E-M5: 4EV). Im Video-Modus entfällt auch dieser Nachteil, die Verschiebungen werden elektronisch kompensiert.

Schneller Sucher

Der Sucher (1,44 MP, 0,57x Vergrößerung) stammt von der zugrunde liegenden Technik ebenfalls aus der E-M5, hat aber einige Features spendiert bekommen:

  • Über die Adaptive-Brightness-Technologie aus der E-M1 werden dunkle und helle Szenerien so wiedergegeben, wie sie das bloße Auge wahrnimmt.
  • Mit der der Creative-Control-Funktion lassen sich bereits im Sucher Farben und Gradationen anpassen, diese Funktion wurde ebenfalls mit dem Spitzenmodell E-M1 eingeführt.

Die Bildwiederholungsrate beträgt 120 fps, kombiniert mit schneller Signalverarbeitung erreicht die E-M10 eine Latenz von weniger als 10ms zwischen Real- und Sucherbild, was sogar noch schneller als die E-M1 ist.

Eingebauter Blitz

Olympus OM-D E-M10 mit BlitzIm Gegensatz zu den Schwestermodellen hat die OM-D E-M10 einen eingebauten Blitz – ohne auf einen Blitzschuh zu verzichten. Der Blitz mit der Leitzahl 5,8 ist oben im Pseudoprisma eingebaut und synchronisiert bei 1/250 sec.

Neue Funktion „Live Composite Modus“

Bereits bekannt von dnen anderen OM-D Modellen ist der „Live Bulb“ Modus, in dem man auf dem Display verfolgen kann, wie sich eine Langzeitbelichtung entwickelt, um sie im richtigen Moment zu beenden. In eine ähnliche Richtung geht die neue Funktion „Live Composite Modus“:

Wie im Live Bulb Modus lässt die Entstehung des Bildes mitzuverfolgen. Es handelt sich aber nicht um eine Aufnahme, sondern eine Serienaufnahme, deren Einzelbilder (1-60sec) miteinander so verrechnet werden, dass der jeweils hellere Part dargestellt wird.

Dies eignet sich speziell für Aufnahmen des Sternenhimmels: Die kreisförmigen Spuren der Sterne werden gut sichtbar, ohne das andere, deutlich hellere Bildelemente – wie z.B. die Lichter einer Stadt – überstrahlen. Dies ist nur eine Anwendung, ich bin mir sicher, dass kreative Fotografen noch ganz andere Einsatzfelder finden werden.

OM-D E-M10 Fernsteuerung via App

Mit der E-M10 gibt es auch neue Funktionen für die Fernsteuerung der Kamera. Die Kamera wird mit dem Smartphone gekoppelt, indem ein QR-Code vom Display abfotografiert wird.

Die App bietet jetzt zwei unterschiedliche Modi:

  • Als Fernsteuerung kann sie viele Funktionen der Kamera steuern und das Sucherbild anzeigen. In diesem Modus ist die Kamera „Sklave“ der App und kann nicht selber bedient werden. Mit dem neuem EZ-Objektiv oder auch Lumix G Powerzoom kann so auch motorisch gezoomt werden
  • Als Kabelfernauslöser (nur ohne Kabel) dient die App, wenn alle Einstellung an der Kamera selber gemacht werden sollen, die App dien nur dazu, die Kamera auszulösen und die Belichtungsdauer zu steuern.

Warum überhaupt noch E-M1 oder E-M5?

Eine gute Frage, angesichts des Preises gibt es nur noch wenige Argumente, um zur E-M5 zu greifen, während die E-M1 in einer eigenen Liga spielt. Die wenigen Nachteile:

  • Bildstabilisierung nur auf 3-Achsen
  • Geringere Serienbild-Geschwindigkeit von 8 B/s (ggü. 9 bzw. 10)
  • Nicht Spritzwasser- und Staub-geschützt
  • Kein Batteriegriff als Zubehör verfügbar
  • Kein Hybrid AF (wie die E-M1)

Fazit zur Olympus OM-D E-M10

Die OM-D Modelle haben seit ihrer Einführung besonders in Europa und Deutschland überproportional großen Erfolg gehabt – mit der OM-D E-M10 wird sich dieser Trend noch verstärken. Für weniger als 600 Euro (Body) bekommt der Fotograf eine Top-Qualität:

  • Hervorragend verarbeitete und klassisch gestaltete Kamera
  • Sensor, Prozessor und Funktionen aus den höher positionierten (und deutlich teureren) OM-D Schwestermodellen
  • Bewährte Bedienung mit zahllosen Konfigurationsmöglichkeiten
  • Große Objektiv-Palette mit hochwertigen Festbrennweiten und lichtstarken Zooms
  • Funktionen wie Live Bulb und Live Composite Modus, die es so nicht von anderen Kameraherstellern gibt

Abstriche muss der Käufer kaum hinnehmen, fehlende Wetterdichtigkeit und 1/2 EV weniger starken Bildstabilisator kann man bei Preis und Kompaktheit der E-M10 gut verschmerzen. Olympus will aber weniger den eigenen Modellen Konkurrenz machen, sondern lässt den Einsteiger- und Mittelklasse DSLRs immer immer weniger Verkaufsargumente: Bild- und Sucherqualität, AF- und Serienbildgeschwindigkeit sind mindestens auf dem gleichen Niveau, ebenso die Auswahl an hochwertigen Objektiven. Unschlagbar dagegen ist hingegen die Größe, in der Olympus all diese Qualitäten verpackt.

Ein willkommener Nebeneffekt dieser Kamera wäre, dass Nikon und Canon nervöser werden und endlich auch konkurrenzfähige Produkte für anspruchsvolle Systemkamera-Fotografen anbieten.

About The Author

Andreas Jürgensen ist Fotoingenieur und lebt in Bonn. Er betreibt das Leica Forum, das Systemkamera Forum und das Fuji X Forum. Ihr findet mich auch auf Google+

8 Comments

  1. Im Artikel ist vermutlich ein kleiner Widerspruch: einerseits schreibst du:“Wem die Kamera zu klein ist, kann den als Zubehör verfügbaren Handgriff verwenden“

    Und im Vergleich mit der E1/E5 schreibst du: „Kein Batteriegriff als Zubehör verfügbar“

    Jetzt wär es natürlich möglich, dass es einen Handgriff ohne Batterieeinsatz gibt aber davon habe ich keine Ahnung.

    Grüße,
    Phillip

  2. Wie sieht es mit Low ISO aus? Die E-M5 bekommt dies ja gerade als Firmware-Update. Das könnte auch ein wichtiger Unterschied sein.

  3. Es besteht auch ein eideutiger Unterschied zwischen Handgriff und Batteriegriff. Ein Handgriff dient lediglich der haptischen Verbesserung der Kamera. (Erhähltlich und anbringbar) Ein Batteriegriff erfüllt zusätzlich zur haptischen Verbesserung auch noch die Funktion Reservestrom bereitstellen zu können.

  4. @Phillip & Jens
    Es ist ein Handgriff ohne Batterie

    @Sven
    Die E-M10 hat eine LOW ISO Einstellung, die ISO 100 entspricht.

  5. […] mit der Olympus OM-D E-M10 werden drei neue MFT Objektive, interessantes Zubehör und eine Sonderedition der Olympus E-M5 […]

  6. […] gerade vorgestellte Olympus OM-D E-M10 ist jetzt schon in Deutschland […]

  7. […] Details zur OM-D E-M10 und den neuen Objektiven gibt es in unserer Kamera-Vorstellung und dem […]

  8. […] Motive (Forumsmitglieder und auch Andreas waren 2013 begeistert). Besucher können sich die neue Olympus OM-D E-M10 ausleihen und die Kamera an und in den einzigartigen Kunstwerken testen und […]

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