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Sony NEX-7

In diesen Tagen überschlagen sich mal wieder die Ereignisse…

Wasser, Wasser, Wasser und Schlamm

Nachdem gestern schon Europafoto seine Händler darüber informierte, dass es Probleme bei Nikon gäbe, weil das Produktionswerk für alle kleineren DSLRs nördlich von Bangkok überflutet wurde, sickern jetzt erste Gerüchte durch, dass auch das Sony-Werk in Thailand wohl in den nächsten Wochen ausfallen wird. Nach unseren Informationen werden in Thailand die Alpha A65, die Alpha A77 und die von uns schon sehnlichst erwartete Sony NEX 7 produziert. Nikon denkt angeblich sogar darüber nach, das Werk nicht wieder aufzubauen, sondern gleich ganz nach China zu verlagern.

Eine Informations-Quelle teilte uns mit, dass die Zustände z.B. bei Nikon so schlimm sind, dass es nicht mehr darum gehe, irgendwelche Produktionsmaschinen wieder trocken zu legen, sondern eher darum, sie erstmal aus dem Schlamm wieder auszugraben. Und das Sony-Werk ist nicht weit vom Nikon-Werk entfernt. Quasi nebenan.

Katastrophenjahr 2011

Die japanische Fotoindustrie wird im Rückblick wohl kaum etwas Positives über das Jahr 2011 schreiben können. Wir übrigens auch nicht. Keine neuen Produkte – keine Werbepartner.

Erst das große Erdbeben und die Fukushima-Katastrophe und nun die Überschwemmungen in Thailand. Wobei man natürlich auch ehrlicherweise sagen muss, dass es seit Ewigkeiten in dieser Region zu Überschwemmungen kommt und man mit ein wenig Voraussicht das Werk auch an einer sicheren (höheren) Stelle hätte bauen können.

Es ist ja keineswegs so, wie die Tage ein vermeintlicher Experte im Radio laut verkündete, dass die aktuellen Überschwemmungen der heranziehenden Klimaerwärmung zu verdanken wären. Schließlich haben schon die Erbauer des weltberühmten Angkor Wat vor mehr als 1000 Jahren gigantische Flut- und Wasserbecken angelegt, um mit der ungleichmäßigen Niederschlagsverteilung im Jahresverlauf in dieser Gegend fertig zu werden.

Naja, mehr als 1000 Jahre später bauen die Menschen dann Fabriken mit hochempfindlichen Präzisionsgeräten in dieser Überflutungs-Ebene. Sehr ärgerlich. Vor allem für diejenigen, die schon seit Wochen auf die Sony NEX 7 warten.

Wir sagen: Augen auf beim Fabrikkauf!

Olympus ohne CEO

Großartig kommentieren können wir die aktuelle Situation bei Olympus eigentlich nicht, dazu wissen wir darüber zu wenig. Was wissen wir?

Olympus hat seinen CEO, Michael Woodford, rausgeschmissen. Eigentlich sollte der Mann das Unternehmen sanieren.

Dieser berichtet über haarsträubende Vorgänge im Vorstand von Olympus und höchst merkwürdige finanzielle Transaktionen, über die auch schon die japanische Presse berichtete. Aufgrund dieser Ereignisse sollte PriceWaterhouseCooper die Vorfälle untersuchen und die von Michael Woodfoord präsentierten Unterlagen „bescheinigen“ ziemlich erstaunliche Dinge.

Caymans, Tupperware und Bus zum Flughafen

Neben Zahlungen von hunderten von Millionen US$ an eine mittlerweile nicht mehr existierende Firma auf den Cayman-Islands, wird dort auch von einem nicht verständlichen Kauf eines Tupperware-Herstellers im Wert von 880 Millionen US$ berichtet. Nachdem Herr Woodford, der die Angelegenheit zunächst wohl „intern“ und ohne Öffentlichkeit klären wollte, letzte Woche nach Ansprache dieser Vorfälle durch ein Schreiben an den Vorstand faktisch rausgeschmissen wurde und sich „einen Bus zum Flughafen“ nehmen sollte, ist er an die Öffentlichkeit gegangen.

Mittlerweile haben sich wohl auch die Behörden eingeschaltet, zumal die Zahlungen auf die Insel von einer britischen Olympus-Tochter getätigt wurden. Alles deutet darauf hin, als hätten die Vorwürfe Substanz und als würde es sich nicht um eine der üblichen Schlammschlachten handeln, wie man sie schon mehrmals zwischen einem ehemaligen CEO und dem Vorstand eines Unternehmens erlebt hat. Da werden bestimmt noch Köpfe rollen, oder was sonst in Japan so üblich ist. 😉

Wir sagen: Augen auf beim Saniererkauf!

Leica verkauft 44% an Blackstone

Die ersten Beiträge und Kommentare zum Verkauf von 44% der Leica Aktien durch Herrn Dr. Kaufmann an einen Investmentfond, wurden mit den Worten „Heuschrecke“ quittiert.

Investmentfond“ hört sich auch erstmal gefährlich an. Meistens ist deren Aufgabe ein Unternehmen profitabler zu machen, in vielen Fällen läuft es aber auch auf ein „Ausquetschen der Zitrone“ hinaus.

Bei Leica können und wollen wir uns das aber im Augenblick nicht vorstellen. Erstens behält Herr Dr. Kaufmann die Aktienmehrheit und zweitens hat er in den letzten Monaten wahrlich nicht den Eindruck hinterlassen, als betrachte er sein Leica-Investment als reine Finanzangelegenheit. Ganz im Gegenteil. Er hat mit Herz, Gefühl und Geschichtsbewußtsein den Leica-Wagen wieder in die Spur gebracht und zwar extrem spurstabil.

Trotzdem sagen wir….

Augen auf beim Aktienverkauf!

Euer Systemkamera-Forum-Team

About The Author

Jens Michael Schuh lebt in Bochum und ist selbständiger Informatiker und Inhaber von TryTec! Microsystems, einem Apple-Systemhaus. Er betreibt zusammen mit Andreas Jürgensen das Systemkamera-Forum und das Fuji X Forum.

2 Comments

  1. „Sehr ärgerlich. Vor allem für diejenigen, die schon seit Wochen auf die Sony NEX 7 warten. Wir sagen: Augen auf beim Fabrikkauf!“

    Ja, sehr ärgerlich für alle im trockenen Deutschland, die auf ihre Kamera warten. Den arbeitslosen Angestellten und betroffenen Bewohnern tut es schon sehr leid, dass sie euch die Kamera nicht pünktlich zu Weihnachten liefern können.

  2. da hat doch Sony noch einmal gelegenheit nach zu denken, ob nicht gleich eine Nex 7 mit dem 16 MP Sensor viel sinnvoller und erfolgreicher wäre.
    Mit 24 MP ist die Nex 7 ja allenfalls bis 800 oder 1600 ISO und mit besten manuellen oder Zeiss Objektiven abgeblendet verwendbar!
    Nex 7 = schönes Konzept mit falschem Sensor – nein Danke!

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