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Alt 16.12.2008, 00:25   #1 (permalink)
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Benutzerbild von jmschuh
 
Registriert seit: 15.12.2008
Ort: Bochum
Beiträge: 1.376
Bilder editieren: Ja
Lächeln Jens-Michael Schuh stellt sich vor...

Hallo und guten Tag,

Eigentlich wurde schon alles fotografiert. Allein die Annahme, man würde gerade etwas Einmaliges fotografieren, wird meistens dadurch getrübt, dass man bei näherem Hinsehen und Suchen im Internet haufenweise ähnliche Fotos des gleichen Motivs entdeckt.

Eigentlich gibt es kaum einen Ort oder einen Menschen, der nicht schon vielfach fotografiert wurde. Vielleicht sogar besser, als man es selber kann. Erst wenn man sich näher mit der Fotografie auseinandersetzt, wird man feststellen, dass die Fotos oftmals doch nur ähnlich sind, aber keineswegs die gleiche Aussage haben. Was? Fotos können sprechen? Ja und nein. Viele sprechen nicht.

Als Fotograf kann ich einen Augenblick festhalten, einen bestimmten Augenblick, vielleicht sogar den bestimmenden Augenblick. Ich kann eine Stimmung vermitteln, Freude oder Trauer zeigen, Anspannung und Enspannung oder Glück und Elend. Aber alles was man zeigt, ist Teil des Lebens der Menschen, Teil seiner künstlich geschaffenen Umgebung oder Teil der Natur, in der wir alle leben. Viele große Fotografen des letzten Jahrhunderts haben uns gezeigt, wie sie die Welt sahen. Und jeder hat sie etwas anders gesehen.

So zeige auch ich meine Fotos, meinen Blick in die Welt: ein Stück Natur, ein wenig Mensch und ein wenig Geschichte. Ohne Beschränkung auf ein bestimmtes Genre. Ohne Anspruch auf das Besondere oder das Einzigartige. Einfach nur die Augenblicke, so wie ich sie festgehalten habe. Menschen, so wie ich sie gesehen habe. Natürlich mit dem eigenen Anspruch, es so gut wie möglich in ein Foto umzusetzen. Ich fotografiere nicht für Geld und auch nicht für gute Worte. Sondern nur aus purer Lust.

Das Fotografieren lag wohl in der Familie. Ich freue mich immer, wenn ich die alten Fotosammlungen meines Opas durchforste, die mir eine andere Welt zeigen, seine Sicht auf die Dinge und Menschen vor über 50 Jahren. Daher auch die altertümliche Schreibweise von "Photographie" auf meiner Homepage [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] . Sozusagen als Hommage an meinen Opa. Seine Kamera hat heute noch einen Ehrenplatz in meiner Fotovitrine. Die Faszination für die Technik einer Kamera habe ich hingegen von meinem Vater, dem ich schon von Kindsbeinen an über die Schulter schauen durfte, wenn er komplizierte mechanische Fotoapparate zerlegte und ihnen binnen kürzester Zeit wieder das Leben einhauchte, das sie schon vor längerer Zeit verloren hatten. Einfach so. Er konnte es halt.

Im Laufe der Jahre habe ich mich durch einige Systeme durchgewühlt. Neben der Fotografie als Hobby hat mich schon immer die Kameratechnik als solche fasziniert. Sei es in Form einer kleinen, mechanischen Sucherkamera, die ihre Genialität durch Reduktion auf das Wesentliche darstellt oder in Form eines hochtechnisierten und mit Elektronik vollgestopftem High-End-Modells. Viele Wege führen zum Ziel, dem Foto.

Angefangen hat alles mit einer Olympus OM-1n, die größtenteils an einem Spiegelteleskop Verwendung fand. Nach einer OM-4 war schon Anfang der 90er Jahre abzusehen, dass Olympus das System nicht weiterentwickelt und die Suche nach einem neuen Kamerasystem stand schnell auf dem Plan. Der schnelle Entschluss, das Kamerasystem zu wechseln, hat sich dann nach einigen Leihaktionen bei Freunden und beim lokalen Fotohändler doch immerhin einige Jahre hingezogen. Nach langem Hin und Her, schließlich sollte ja eine langfristige Entscheidung getroffen werden, nach einiger Pröbelei mit Nikon, Minolta und Pentax, bin ich schließlich 1997 zu einer Canon EOS 1 gelangt, die ich günstig und gebraucht erwerben konnte.

Das Canon-System überzeugte bald durch seine technologische Führerschaft im Bereich der schnellen und zuverlässigen AF-Systeme, Ultraschallmotoren für das schnelle Scharfstellen und der reichhaltigen Palette von Image-Stabilizer-Objektiven. Bald gesellte sich die ein oder andere L-Optiken, die "Profi"-Varianten aus dem Canon-Objektiv-Programm dazu. Im Laufe der Zeit wurde aus einer EOS-1 eine EOS 1V, dann ergänzt durch eine D60, eine EOS 1D und letztendlich eine EOS 1D Mark II N.

Der Wechsel von Analog zu Digital ging relativ schmerzlos vonstatten, da ich durch meinen Beruf auf langfristige Erfahrungen in der digitalen Bildbearbeitung und Druckvorstufe zurückgreifen konnte. Bei dem im Augenblick erreichten Qualitätsniveau der digitalen Profi-SLR-Kameras stellt sich auch heute kaum noch die Frage, ob der analoge oder der digitale Weg die bessere Antwort in Bezug auf Farbdarstellung, Auflösung und Weiterverarbeitbarkeit darstellt. Die Frage ist seit geraumer Zeit zugunsten des digitalen Weges beantwortet worden, vor allem, wenn man den Kleinbildbereich betrachtet. Nicht zuletzt die aktuelle und anhaltende Diskussion, in der Mittelformat-Trommelscans mit digitalen Kleinbildlösungen wie dem aktuellen Spitzenmodell von Canon verglichen werden, zeigen, auf welchem Niveau man sich digital mittlerweile bewegt. Dennoch bleibt es spannend abzuwarten, was die Zukunft bringt.

Aktuell fotografiere ich hauptsächlich mit kleinen Kameras, von Leica und Panasonic. Die Erkenntnis, dass Fotoamateure oft zur Überbewertung der technischen Ausstattung neigen und auch die wachsende Unlust mit mehreren Kilogramm Ausrüstung durch die Gegend zu laufen, hat dazu geführt, dass "klein" und "leicht" eine neue Priorität für mich ist. Einem guten Foto ist es egal womit es geschossen wurde, letztendlich macht der Kopf hinter der Kamera das Foto.

Ich hoffe, durch einen informativen Austausch zum Thema FourThirds kann ich einigen Neueinsteigern helfen, bzw. selbst auch weiter dazulernen. Das neue FourThirds-Forum soll dazu beitragen, die FourThirds-Familie, Fans und Freunde näher zusammen zu bringen und statt spezifischer Firmenforen einen allgemeinen Platz im Internet zum Thema FourThirds zu bieten. Viel Spaß damit.

Gruß,

Jens-Michael
__________________
Jens Michael Schuh

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Geändert von jmschuh (16.12.2008 um 01:09 Uhr)
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