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Systemübergreifende Technikdiskussionen & Objektivadaptierung Hier wird über technische Belange diskutiert, die sich nicht einem einzelnen Hersteller zuordnen lassen und über das allseits beliebte Adaptieren von Fremdoptiken an spiegellose Systemkameras.

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Alt 22.11.2011, 13:10   #1 (permalink)
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Standard Kaufberatung Systemkamera - Übersicht

Wir nähern uns dem Jahresende, der Geschenkezeit und hoffentlich dem Weihnachtsgeld, viele denken über eine Alternative oder Erweiterung ihres Foto-Equipments nach. Ich versuche hier in den Grundzügen das derzeitige Angebot (Ende 2011) übersichtlich und prägnant zu beschreiben - beschränke mich dabei weitestgehend auf die in diesem Forum besprochenen Systeme.

Eine Kompaktkamera zeichnet sich durch ihre geringe Größe und ein fest montiertes, aber meist in der Brennweite variables Objektiv aus. Damit kann man - zumal bei schönem Wetter - die meisten Bedürfnisse des Hobbies "Knipsen" zufriedenstellend bedienen. Für Ausdrucke bis knapp DIN A4 oder Betrachtung am Bildschirm langt es allemal.

Auf der anderen Seite bietet der Markt dem anspruchsvollen Amateur die größere DSLR. Die Größe bezieht sich zum einen auf den Bildkreis der Objektive und den Sensor, daraus resultierend aber auch auf Preis und Gewicht der Ausrüstung.
Noch vor einigen Jahren herrschte ein Zwischending "Bridge" in der Lücke; das vereinigte einen recht kleinen Sensor mit einem recht großen Gehäuse und einem Ultra- (oder Suppen-) Zoom-Objektiv. So unkompliziert wie eine Kompakte sind deren Einsatzmöglichkeiten zwar etwas größer, die erzielbare Bildqualität bleibt allerdings gerade bei schwierigen Lichtsituationen doch deutlich hinter den DSLR zurück.

Die spiegellosen Systemkameras nun sind seit drei Jahren auf dem Markt. Sie machen den DSLR die Qualität und den Kompakten die Größe streitig. So ist durchaus möglich, kleiner zu bleiben als eine Bridge wäre, aber dabei eine preiswerte Einsteiger-DSLR sogar in der Bildqualität zu überholen. Das hat aber auch seinen Preis - Sonderangebote sind Systemkameras nicht; die findet man eher im Einsteiger-Segment der DSLR.

Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Merkmale der zur Diskussion stehenden Systeme.


Micro Four Thirds (Panasonic G-Lumix und Olympus Pen)

Panasonic eröffnete den Systemkameramarkt mit einem Paukenschlag. Die G1 bot einen guten bis sehr guten elektronischen Sucher, ein ordentliches Schwenkdisplay, Kit-Objektive mit sehr guter Abbildungsqualität und das Bedienkonzept einer DSLR in kompakter Größe vereint. Durch die schnell nachfolgenden 20mm Pancake (sehr gut, dabei preiswert und sehr kompakt), das 45mm Makro von Leica und so Wunderdinger wie das 7-14mm Ultraweitwinkel hat sich das System schnell etabliert.
Olympus zieht mit Panasonic an einem Strang, sprich: die Objektive und/oder Kameragehäuse sind wechselweise nutzbar. Die Pen hat leider keinen eingebauten Sucher, den gibt es nur optional und auch nicht für alle Modelle - dafür ist der aber hervorragend. Ein großer Unterschied ist der Antiwackel im Kameragehäuse der Olymponiken, während Panasonic auf optische Stabilisierung der Objektive setzt.

Hochinteressant ist das geringe Auflagemaß von MFT, wodurch praktisch alles Glas, was seit Jahren im Schrank liegt, an einer MFT wiederbelebt werden kann. Hier kommt der Crop-Faktor von 2 zum tragen, die Sensoren belichten nur das Zentrum des Bildkreises handelsüblicher DSLR. Das bedeutet aber auch: Weitwinkel wird ganz schwierig; ein adaptiertes 24mm Objektiv aus der Spiegelreflex-Ära mutiert praktisch zu einem unhandlichen Normalobjektiv!

Mit einer [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ], die von FishEye bis Ultra-Tele (der Zoom-Bereich umfasst insgesamt fast 43-fach - durch 3 Objektive nahtlos abgedeckt!) alles in mehrfacher Auswahl umfaßt, konkurrieren derzeit mehr als eine handvoll Gehäuse um die Gunst der Käufer. Highlights wie das 25mm Voigtländer mit einer Lichtstärke von 0.95 sind ein klares Statement für MFT - auch wenn solche Prezisiosen dann oft elektronische Unterstützung versagen (also manuell zu nutzen sind, wie vor dreißig Jahren).
Das führt auch manchmal zu Unübersichtlichkeiten oder leichten Kompatibiltätseinschränkungen, sind wir doch schon aktuell bei der dritten Generation MFT angelangt - insgesamt gibt es fast ein Dutzend Modelle im Gebrauch und dazu mehr als zwei Dutzend Objektive am Bajonett (die über 50 sinnvoll zu Adaptierenden mal außen vor gelassen).

Ausblick: es sind lichtstarke Festbrennweiten und kompakte Zooms vorhanden, weitere angekündigt oder erhofft und Dritthersteller versprechen auch noch Objektive für das kompakte Syste zu entwickeln. Hochinteressant für viele sind Festbrennweiten, noch nicht abzusehen und teilweise schmerzlich vermißt werden Tilt-/Shift und sonstige Spezialanwendungen. So lustige Stilblüten, daß beispielsweise ein 20er Pancake von Panasonic an den eigenen Kameragehäusen keine Stabilisierung erfährt, das aber sehr wohl an ein Pen von Olympus, kann der geschickte Käufer für sich nutzen.

Insgesamt kann das System der großen DSLR zwar absolut gesehen noch kein Paroli bieten, aber man muss schon sehr tief in die Tasche greifen, will man wirklich deutliche Überlegenheit. Für Ausdrucke bis DIN A3 und auch darüber hinaus ist der kleine Sensor mittlerweile zu einer festen Größe im Kameramarkt geworden - und das zu Recht! Leichter und flexibler in der Anwendung, fällt es schwer eine preisgleiche DSLR auch noch als gleichwertig zu empfinden - jedenfalls wenn man viel und vor allem Objektive mit auf Fotopirsch nimmt.


Samsung NX

Die Koreaner folgten später auf dem Markt, setzten von Anfang an auf das aus den Einsteigerlinien der DSLR bekannt APS-C Sensorformat und versuchten gleichzeitig preiswerter zu bleiben als MFT. Während man die Bildqualität wohl als insgesamt gleichwertig bezeichnen kann, leidet das System ein wenig unter dem proprietären Status - es gibt noch keine ganz so ausgeprägte [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] und damit insgesamt etwas weniger Auswahl. Aber auf jeden Fall arbeitet Samsung stark in der Richtung und zeigt eine der schönsten RoadMaps für Objektive - das macht berechtigte Hoffnung.

Absolut gesehen ist die Samsung aber sehr preiswert und immer einen Blick wert, zumal sich dort auch die zweite Generation Kameragehäuse und einige Varianten herausgebildet haben. Richtig lichtstarke Objektive sind aber noch eher selten *), die elektronischen Sucher qualitativ umstritten.
Aus Mangel an eigener Erfahrung kann ich nicht viel über Adaptierungen berichten, die hier mit einem Crop-Faktor von 1,5 aber weniger telelastig und ein bisschen weitwinkelfreundlicher ausfallen. Die NX sind allesamt kompakt und damit auch anwenderfreundlich, können aber mit vielen Objektiven im Köcher diesen Vorteil kaum noch ausspielen - die Physik gebietet große Gläser an großen Sensoren, das kann man nicht ändern.

Ausblick: Samsung verspricht eine zügige Erweiterung der Objektivpalette, bietet schon jetzt ein diversifiziertes Angebot an Kameragehäusen. Es scheint etwas unsicher, wie sich das System entwickelt, weil die Vertriebswege offensichtlich nur über die großen Elektronikmärkte geebnet sind - und das sind leider wechselmütige Kandidaten. Teilweise sind Objektive und Zubehör nur schwer erhältlich bzw. nur online überhaupt zu ergattern.

*) tjobbe hat meine Aussage im Beitrag darunter relativiert; in seinen Ausführungen ist er korrekt und praxiskonform - danke.


Sony NEX

Die Japaner liefern nicht nur Sensoren für Nikon, sie setzen in ihrer eigenen Serie die Krone davon ein. So ist die mittlerweile zweite Generation der NEX sicherlich auf einem Top-Level. Hätte die Flut in Thailand nicht die Produktion behindert, wäre schon eine NEX 7 mit 24 Megapixeln und High-ISO-Fähigkeiten verfügbar.
Die NEXen, also alle Modelle, sind sehr flach und sehr klein - ich hatte mich gleich zu Anfang zu der sarkastischen Ausdrucksweise "elektronischer Objektivrückdeckel" hinreissen lassen. Das polarisiert natürlich auch die Käuferschaft: während die einen von unerreichter Kompaktheit schwärmen, wollen andere das nicht bedienen müssen.

Wie die Samsung NX setzt Sony auf das Sensorformat APS-C, was dann im System und je nach Brennweitenbereich den Vorteil in der Größe wieder etwas relativiert, manchmal auch kontakariert. Dafür verzichtete die erste Generation völlig auf einen Sucher, ähnlich wie Olympus mit der Pen. Aber ein Klappdisplay ermöglicht eine fotografisch bevorzugte Haltung - stabil vor der Körpermitte des Fotografen. Das kleine Auflagemaß garantiert hervorragende Adaptiermöglichkeiten, dadurch kann Sony quasi mit fremder Hilfe die noch eingeschränkte [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] erheblich erweitern - und davon zehrt man auch, ob bewußt oder unbewußt *).

Denn Sonys NEX gehört in zweiter Generation eindeutig zu den Bildqualitätssiegern und macht auch gegenüber großen und teuren DSLR erfolgreich Boden gut. Die neue NEX 5N verfügt über die Möglichkeit, einen optionalen und hervorragenden elektronischen Sucher aufzustecken, was man sich auch hoch vergüten läßt. Das gilt auch für anderes - meist proprietär und damit herstellerbezogenes und teures - Zubehör.

Ausblick: die angekündigte und durch höhere Gewalt verzögerte NEX 7 verspricht ein Stern am Systemkamerahimmel zu werden - vielleicht sogar am Kamerahimmel für Amateure überhaupt! Dort wird ein hervorragender Sucher implementiert sein, das bekannte Klappdisplay schmückt den Rücken, der Sensor soll Rekorde brechen. Die bislang von Prototypen bekannte Bildqualität ist aufregend - jetzt fehlen nur noch mehr lieferbare Objektive und ein etwas diversifiziertes, durchsichtigeres Angebot.
Immerhin hat Sony den E-Mount, also Objektivanschluß der NEX, zu einem offenen Standard erklärt. Das nährt die Hoffnung, daß weitere Anbieter auf den Geschmack kommen und spezielle Gläser für die NEX entwickeln. Damit würde sich dann der zur Zeit noch bestehende Pferdefuß auch wirklich abschütteln lassen - und das wäre dem System an sich und dem Systemkameragedanken insgesamt sicher zu wünschen.

Nicht ganz ausgewogen erscheint trotzdem das Verhältnis von Kameragehäuse und Objektiv-/Sensorgröße. Zum einen Garant für die Qualität, behindert das die Erweiterung in Richtung langer Brennweiten und vieler Objektive in der Tasche doch merklich.
Vielleicht ist die NEX auch eher der optimale Ergänzer für denjenigen, der in groß schon alles hat? Obwohl die Bedienung und der Zielmarkt doch dem aufsteigenden Kompaktkamerabesitzer auf den Leib geschneidert zu sein scheint?
Sony hat ein manchmal unausgewogenes System aufgebaut - ist aber durchweg sehr erfolgreich unterwegs und gehört für denjenigen, der genau weiß was er will und erwartet, zu den ganz heißen Kandidaten.
Nur in die eigenen Hände nehmen sollte sie jeder Interessent, bevor er eine Entscheidung trifft.

*) Wobei die schon fast geniale Peaking-Funktion (scharfe Bildbereiche werden optisch im Sucher markiert) die Vermutung impliziert, daß Sony sich der Stärken angeflanschter Optiken bewußt ist.


Pentax Q

Irgendwie homöopathisch wirken Gehäuse- und Sensorgröße sowie Objektivanschluß, auch die Objektive als solche. Noch ist Pentax Q nicht richtig im Markt, und keiner vermag abzuschätzen, ob es sich über homöopathische Dosen hinaus entwickeln wird - wenn es denn überhaupt zur Anwendung kommt (?). Ich kann mangels Erfahrung noch überhaupt keine Einschätzung liefern - außer der, daß mir persönlich alles zu klein erscheint.

Das kann aber andere richtig reizen, warum auch nicht. Der [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] von 5,6 ist nicht nur für kleine Abmessungen sondern leider auch für eingeschränkte Bildqualität zu haben - den Gegenbeweis bleibt Pentax bislang schuldig.


Nikon 1

Der jüngste Sproß im Markt der spiegellosen Systemkameras kommt von Nikon. Und er scheint vor allem davon getrieben, nur ja nicht den eigenen DSLR-Markt zu kannibalisieren. Vielleicht möchte Nikon die Systemkamera lieber etwas niedlicher darstellen, als jene in Wirklichkeit sein kann - man siehe nur Sonys NEX. Aber ganz egal: wenn Nikon etwas macht, dann richtig und mit Nachdruck (Werbung).

Die Nikon ist klein aber noch faßbar, eröffnet mit zwei Gehäusen und drei Zoom-Objektiven und einer Festbrennweite ein überschaubares Segment; allerdings von Anfang an mit frischen Ideen, netten Gimmicks und einigem Zubehör auf dem Weg. Mit einem Crop-Faktor von fast 3 jedoch, liegt die Nikon irgendwo auf der Schiene größerer Kompaktkameras und nicht kleinerer Systeme. Das System scheint als Ergänzung für den unauffälligen Schnappschuß fast ideal ausgestattet zu sein und erfreut sich auch einer bislang herausragenden Verarbeitung - als Ersatz für eine DSLR jedoch ist sie eindeutig zu klein.
Aber schön, wem sie gefällt - und der wird sie auch schön finden, wenn er sie aus der Jackentasche holt. Mal schauen, wie wir die Bilder finden, die hoffentlich bald auch in diesem Forum zu sehen sein werden.


Fuji

Da wird großes versprochen für kommendes Jahr; die Sensorgröße APS-C und eine Bildqualität besser als Vollformat DSLR.
Dazu wohl drei "klassische" Festbrennweiten zum Einstieg - aber für den Weihnachtsbaum wird das nichts mehr, eher für den nächsten Sommerurlaub.


Fazit


Jetzt, vor dem Jahresende 2011, sind 6 ernst zu nehmende Hersteller im Systemkameramarkt mit elektronischen Suchern und kompaktem Gehäuse vertreten. Mindestens einer wird noch 2012 dazu stoßen, man kann eher von zwei oder drei weiteren Systemen (Herstellern) ausgehen. Auch wenn Canon, als der Marktführer im Kameramarkt überhaupt, die Sparte eisern ignorieren möchte *).
Leider verdichtet sich der Reigen offensichtlich nicht auf eines der bestehenden Systeme - würde also durch weitere Modelle eines noch wesentlich interessanter machen. Das wäre sowohl MicroFourThirds als auch Sony vor allem zu wünschen, jedenfalls aus Sicht des Konsumenten.

So bleibt ihm die Qual der Wahl - mit den Bauschschmerzen, sich auch für Inkompatibilität zu einem Teil des Marktes auszusprechen. Nicht ungewöhnlich für die Fotobranche! Nährt das aber gleichzeitig die Hoffnung, daß der Wettbewerb für erstaunliche Entwicklungen und niedrige Preise sorgt. Und eines kann man ganz beruhigt sagen: alle bislang erhältlichen Systemkameras haben eher besser abgeschnitten und Bilder gemacht, als man es vorher für denkbar gehalten hat. Wirklich schlechte Kameras und Objektive hat es - bei neutraler Betrachtung jedenfalls - noch nicht gegeben.
Wenn einer das nicht glaubt, dann lade ich ihn gerne ein: wir machen ein Bild von einem Motiv seiner Wahl mit seiner Präferenz und ich mit der ältesten der Systemkamera-Modelle; dann bearbeitet das ein jeder auf einen natürlichen Eindruck hin und wir drucken das auf DIN A3 aus. Wenn das dann an der Wand hängt, können wir befragen wen wir wollen, ob der sichtbare Unterschied der Kamera oder dem Fotografen und Bearbeiter zuzuschreiben ist. Bislang war noch keine Kamera für schlechte Bilder zuständig .. und das wird auch in Zukunft in den Verantwortungsbereich des Fotografen fallen .

*) es gibt wohl schon Gerüchte und noch vage Vermutungen, daß Canon 2012 ebenfalls spiegellose Systemkameras anbieten wird - abwarten!

Ich wünsche jedem Leser und Entscheider, Interessenten und Käufer viel Spaß und Freude an seiner Wahl - gut Licht und allzeit die richtige Linse auf dem Bajonett. Und hoffe ein wenig geholfen zu haben, bei der schwierigen Wahl seines Systems.

Gruß Thorsten


P.S. was ist mit Ricoh GXR?
Aufgrund mangelnder persönlicher Erfahrung kann ich da wenig beitragen; aber eine Einschätzung wage ich doch. Grundsätzlich muss man wissen, daß Ricoh den Systemgedanken weiter getrieben hat - und zwar konsequent. Anstatt wie im Zeitalter des Films von einer fixen Bildgröße auszugehen und alles andere darum herum zu bauen, nimmt Ricoh den Menschen und seine Hand, legt dem einen faßbaren Body hinein und tauscht die Kombination aus Sensor und Objektiv!
Das hat zwei wesentliche Vorteile: man kann für bestehende Rechnungen bzw. für das gewünschte Packmaß und Bildwinkel eine optimale Kombination erfinden - der Benutzer kauft eigentlich für jeden Einsatzbereich eine neue Kamera, aber die sind über das selbe Griffgehäuse und Display sowie Akku immer gleich zu bedienen und gewohnt in der Hand.
Ricoh ist keiner der "großen" Anbieter, aber immer einer der Feinen. Die Freunde des Systems, die ja mittlerweile auch M-Objektive an der GXR einsetzen können, wissen ganz genau, warum sie sich dafür entschieden haben. Zumal Ricoh ähnlich wie Sony eine Funktion anbietet, mit dem der Benutzer durch den elektronischen Sucher darauf hingewiesen wird, welche Bildteile gerade scharf erscheinen. Die Ricoh besitzt wie die Sony ein "aktives" Scharfstellungshilfewerkzeug. *)

*) ich bedanke mich bei dem User "lichtfang" für seine [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ]

Ich bitte um eigene Erfahrungsberichte und auch Meinungen zu den Systemen - schließlich habe ich nur (m)eine Meinung, ihr vielleicht genauso gültige und wertige andere. Kaufinteressenten sollten die auch lesen können.
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Die Leistung einer Kamera wird maßgeblich durch das Objektiv bestimmt, das Bild macht immer noch der Fotograf. Der Kasten dazwischen ist ein notwendiges Übel, dem allgemein viel zu viel Aufmerkamkeit geschenkt wird! Ich fotografiere mit Panasonic Pancake und Olympus Festbrennweiten an GF1, sowie MFT Varios und einigem Altglas von Canon und Konica an G1 und GH1 bitte um offene, sachliche Bildkritik

Geändert von matadoerle (11.12.2011 um 15:55 Uhr) Grund: Gerüchte um Canon angemerkt
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Alt 22.11.2011, 15:22   #2 (permalink)
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ein paar Zusätze und Einschätzungen zur Samsung NX:

Lichtstarke Objektive:

Die Zoomobjektive sind bezogen auf die Lichtstärke "standard" und fallen nicht negativ aus dem Rahmen.

Die drei Pancakes haben durchgängig f2 bis f2,8 was für APC brauchbar ist. Die Tele-Festbrennweiten sind mit f2,8 und dem neuen 85mm mit sogar f1,4 sehr ordentlich.

Was fehlt sind lichtstarke Zoomobjektive.

Durch die (mit dem 2012 erwarteten 55mm Pancake) erhält man trotz des APS Sensors in Verbindung mit der NX200 ein den normalen Brennweitenbreich abdeckendes sehr kompaktes System

Adaptierung geht mit klassischen Rangefinder Objektiven nur bedingt, da das NX Auflagemass dem Grenzen setzt. SLR Objektive sind eher problemlos adaptierbar und fallen durch im Vergleich zur NEX kleineren Adapter bei der NX nicht so negativ auf.

Das grössere Auflagemass der NX auf der anderen Seite scheint aber der Grund zu sein warum es Samsung im Gegensatz zu Sony leichtzufallen scheint den NX kompakte Objektive zuspendieren

NX5icon/10/11/100 haben nur eine zweifache Sucherlupe, daher ist MF bei adaptierten Objektiven nicht optimal, aber nach Eingewöhnung speziell mit NX10icon/11 und EVF kein Problem
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Geändert von tjobbe (22.11.2011 um 15:54 Uhr)
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Alt 22.11.2011, 15:49   #3 (permalink)
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[Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] gibt es einen Überblick über die Objektiv-Auswahl für die spiegellosen Systeme. Einiges ist nicht mehr ganz aktuell (einige angekündigte Objektive sind bereits erhältlich), aber dennoch erkennt man ganz gut, wo die Objektiv-Auswahl am größten ist.

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kolja ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2011, 17:16   #4 (permalink)
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Zitat:
Zitat von matadoerle Beitrag anzeigen
... Ricoh ist keiner der "großen" Anbieter, aber immer einer der Feinen. Die Freunde des Systems, die ja mittlerweile auch M-Objektive an der GXR einsetzen können, wissen ganz genau, warum sie sich dafür entschieden haben.
Und ich glaube, sie haben gut entschieden .. jedenfalls würde ich mich über eine Ergänzung oder auch einen Bericht an dieser Stelle sehr freuen. ...
Ich auch! Wundert mich sowieso, daß bei den vielen im Forum vertretenen Adaptierspezies so wenig von der Ricoh mit dem M-Modul zu lesen ist.
Gruß, Reinhard
leicanik ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2011, 21:59   #5 (permalink)
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Hallo Matadoerle,

bei Sony und Ricoh solltest du vielleicht das Peaking und damit die einzigartige Möglichkeit des schnellen und präzisen Scharfstellens manueller Linsen erwähnen. Bei mir zumindest war das mit kaufentscheidend.

Schönen Gruß,
Lümmel
Lümmel ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 22.11.2011, 22:24   #6 (permalink)
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Danke für den Hinweis, das ist wirklich ein starkes Pfund (habe es oben vermerkt) - kann das jemand für Ricoh bitte bestätigen oder genauer erläutern? ist das mit jedem Modul oder nur mit dem Leica-M-Anschluß an der GXR verfügbar? Danke für eure Hilfe
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Alt 22.11.2011, 23:07   #7 (permalink)
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Danke für die schöne Zusammenstellung, Thorsten. Ist ja sogar halbwegs neutral. ;-)

(Halbwegs, weil du dir eine Bemerkung über die ach so großen Objektive der NEX nicht verkneifen konntest. Wir werden uns daran gewöhnen, dass eine Kamera ein Rückteil fürs Objektiv ist. Ich sehe es nicht als Vorteil, dieses künstlich "aufzublasen", wie es bei den anderen der Fall ist.)

Man könnte bei Micro Four Thirds (bei dir fehlt ein Leerzeichen) noch erwähnen, dass man über einen (teuren) Adapter auch Objektive des "Four Thirds"-Standards anschließen kann, oft sogar mit (langsamem) Autofokus.

Ebenso könnte man bei der NEX erwähnen, dass man über (auch teure) Adapter jedes Objektiv mit Sony bzw. Minolta Alpha-Mount anschließen kann - beim Adapter LA-EA2 sogar mit schnellem AF. (Letzteres gilt bis zum nächsten Software-Update nur für die NEX-5Nicon.

Ansonsten bitte ich um (peinlich) exakte Schreibweise der Typenbezeichnungen - dann kapiert das sogar die Forensoftware (und die Suchfunktion). Es heisst z.B. Sony NEX-5Nicon mit Bindestrich, ohne Leerzeichen. (Entschuldige die Korinthe, aber in der EDV muss es einfach stimmen)

Nochmals Danke und Gruß,
das Südlicht
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Über C-5060, R1, LX3, E-P1 & G1 zur NEX-5. Neben SEL-16F28 mit WW-und Fisheye-Konverter und SEL-18200 Glas von Olympus OM und Pen F, Canon FD, Contax G.
Suedlicht ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2011, 23:36   #8 (permalink)
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Hallo das Südlicht,
ich gebe zu, die Kamerabezeichnungen extra NICHT EDV-konform geschrieben zu haben, weil ich mit dieser Übersicht NICHT in den konkreten Empfehlungsstand eintreten wollte.

Ich wollte die Systeme benennen und grob charakterisieren, damit dem Leser eine Orientierung geben was es gibt und wer was anbietet.

Mit den angeflanschten "Vorgängern" (Objektive des gleichen Herstellers) hast du auch etwas angesprochen, was ich bewußt außen vor gelassen habe. Wer über einen ausreichend großen Objektivpark verfügt, der schaut sowieso bei "seinem" Hersteller - und wer keine "alten" Glücksscherben besitzt, der sollte sich damit nicht beschäftigen (jedenfalls würde ich ihm das nicht raten).

Ich hoffe tatsächlich, daß ich die Beschreibungen einigermaßen neutral getroffen habe; grundsätzlich bin ich der Meinung, daß die Unterschiede oft zu sehr aufgebauscht werden. Mit allen Systemkameras kann man sehr gute Fotos machen - und die Zeiten, wo ein Typ den anderen in der Dunkelheit versinken ließ, die sind doch auch längst vorbei.
Gruß Thorsten
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Alt 23.11.2011, 14:21   #9 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Suedlicht Beitrag anzeigen
(Halbwegs, weil du dir eine Bemerkung über die ach so großen Objektive der NEX nicht verkneifen konntest. Wir werden uns daran gewöhnen, dass eine Kamera ein Rückteil fürs Objektiv ist. Ich sehe es nicht als Vorteil, dieses künstlich "aufzublasen", wie es bei den anderen der Fall ist.)...
Hallo Suedlicht,
ich hätte dir ja gerne zugestimmt, weil ich auch immer vertreten habe, daß man das Hauptgewicht mit der Stützhand unter dem Objektiv halten sollte.

Aber meine persönliche Erfahrung sagt dennoch was anderes: Ich hatte mal eine EOS 400d. Mit größeren Objektiven (fing schon mit dem 17-85 an) ließ sich das für eine DSLR relativ kleine Gehäuse zusammen mit dem Batteriegriff deutlich angenehmer und balancierter halten als pur, ich verwackelte deutlich weniger. Gerade habe ich mir zu meiner GH2icon das 14-140 gegönnt: Der gleiche Effekt - es wird "kopflastig". Geht zwar, aber ein gewisse Gegengewicht am Kameraboden wäre bequemer.

Wenn ich mir das Sony Superzoom an der NEX betrachte, fürchte ich einen ähnlichen Effekt, auch wenn die NEX wirklich sehr ergonomisch in der Hand liegt. Halten wir einfach fest, daß es dazu sehr verschiedene Vorlieben geben kann, welche nichts damit zu tun haben, die Kamera auf Kompaktknipsenart in der Hand halten zu wollen.

Gruß, Reinhard
leicanik ist gerade online   Mit Zitat antworten
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Alt 23.11.2011, 14:31   #10 (permalink)
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Zitat:
Zitat von leicanik Beitrag anzeigen
Hallo Suedlicht,
ich hätte dir ja gerne zugestimmt, weil ich auch immer vertreten habe, daß man das Hauptgewicht mit der Stützhand unter dem Objektiv halten sollte. Aber meine persönliche Erfahrung sagt dennoch was anderes
....
auch bei mir bei der Entscheidung NX100icon vs NX10icon

Die Haptikvorteile der NX10icon mit ausgeprägtem DSLR-ähnlichen Griff ist bei den Teleobjektiven immer zu bevorzugen.
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