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Alt 11.04.2009, 10:43   #1 (permalink)
user352
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Kalibrieren und Profilieren

Monitore:
Monitore sollten/müssen für korrekte Farbwiedergabe, Helligkeit und Kontrast
- kalibriert werden. Das ist die händische Einstellung von Helligkeit, Kontrast und Farbtemperatur mit Knöpfchen am Monitor. Darüberhinaus aber auch
- profiliert werden. Das ist der zweite Teil der Prozedur, bei dem ein passendes Messgerät mit zugehöriger Software die Farben des Monitors auf neutrales Grau und auf korrekte Farbzwischenstufen einregelt.

Diese Prozedur kann/sollte wegen der Alterung der Monitore in größeren Zeitabständen wiederholt werden. Moderne Flachbildschirme sind diesbezüglich stabiler als Röhrengeräte. Für einen Flachbildschirm reicht für eine solche Wiederholung ein Zeitraum von einigen Wochen bis Monaten.

Als Messgeräte mit Software werden meines Wissens derzeit angeboten:
- Datacolor Spyder3
- x-rite EyeOne Display2 (früher GretagMacBeth)
- x-rite DTP94 (= SilverHaze Pro von Quato) mit Software iColor
- x-rite ColorMunki

Ebenso arbeitet die hervorragende Software von basICColor mit diesen Messgeräten zusammen. Auch ColorNavigator von EIZO unterstützt diese Messgeräte. Die meisten Messgeräte werden auch von der Software der jeweils anderen Hersteller unterstützt.

Hardwarekalibrierbare Monitore, u.a. von EIZO, Quato und NEC werden zum Teil bereits zusammen mit diesen Messgeräten ausgeliefert. Die Hardwarekalibration läuft nach einmaligen Uservorgaben vollautomatisch ab und benötigt insgesamt rund 10 Minuten. Innerhalb der Hardwarekalibration erfolgt ebenfalls die Profilierung über die monitoreigene LUT (LookUpTable) des Monitors, während eine Softwarekalibration über eine Matrix der Grafikkkarte erfolgt.

Die Software iColor von Quato unterstützt in der Hardwarekalibration nur Monitore von Quato. Andere Monitore können mit iColor nur in der normal üblichen Softwarekalibrierung über eine Matrix der Grafikkarte vorgenommen werden.

Nach Spyder2, Spyder3 und Display2 arbeite ich derzeit am hardwarekalibrierbaren Monitor EIZO CG221 nur noch (hochzufrieden) mit DTP94 und basICColor, da ich mit den vorgenannten Colorimetern nicht zufreden war. Sie waren unzuverlässig, fehlerhaft und benötigten Garantieumtausche wegen ihrer schnell alternden Gelatinefolien.

Nur rein visuelle Hilfsmittel wie z.B. DQ-Tool (Digital Quality vom Photoindustrieverband, € 5.-) sind unzureichend und ergeben selbst nach "unendlich" vielen (vergeblichen) Versuchen kein farblich einwandfreies Bild. Ein Colorimeter oder Spektralfotometer mit Software ist durch nichts zu ersetzen!

Drucker:
Soll der Ausdruck mit dem kalibrierten und profilierten Bildschirm einigermaßen gut übereinstimmen, so muss auch der Drucker profiliert sein! Damit wird die Ausgabe an den Drucker, an das verwendete Papier und an die verwendete Tinte angepasst. Eine vollständige, exakte farbliche Übereinstimmung kann es allerdings nie geben, da beide Geräte, Monitor und Drucker, völlig unterschiedliche Verfahren anwenden (additive und subtraktive Farbmischung).

Bei der farblichen Beurteilung des Ausdrucks sollte eine geeignete Normbeleuchtung genommen werden. Im grafischen Gewerbe gelten für die Farbabmusterung DIN-Vorschriften bei D50-Licht bei 2000 Lux (Licht mit 5000 K, Normlichtkasten). Zu Hause können solche ähnliche Vorgaben mit 5-Banden-Energiesparlampen preiswert und ganz gut simuliert werden.

Eine gute Annäherung an die Bildschirmdarstellung ist auch hier ohne Hardwaremittel praktisch nicht möglich. Man kann "unendlich" viel Papier und Tinte mit allen möglichen Einstellungen verschwenden und hat zum Schluss doch keinen farblich sauberen Ausdruck!

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass ein ICC-Drucker-Profil nur für den eigenen Drucker, das eigene Papiersorte und die eigene Tinte gilt. Jede Abweichung davon macht die Profilierung im Grunde zunichte! Da helfen auch gekaufte oder heruntergeladene Profile nicht! Das heißt, man benötigt für jede Papiersorte ein eigenes ICC-Druckerprofil.

Zwei Möglichkeiten zum Profilieren:
- Eigenes Gerät (teuer, aufwändig, zeitintensiv)
- Dienstleister (preiswert)

Zum eigenen Profilieren mit Hardware werden verschiedene Geräte angeboten, u.a. der
- ColorMunki oder
- PrintFix

Ich habe vor Jahren mit einer sehr teuren Suite von ColorVision gearbeitet, gab es aber auf Grund des Aufwands und der immensen Zeit bald wieder auf. Inzwischen bin ich mit Dienstleistern (z.B. FotoDesign Frank Winkler und/oder Kunsthaus Schwanheide) wesentlich effizienter gefahren.

Zum Prozedere bei Dienstleistern:
- Der Dienstleister sendet per Mail eine Testtafel-Datei
- Diese Testtafel druckt der User auf seinem Drucker, seiner Papiersorte und mit seiner Tinte aus und schickt sie per Post an den Dienstleister
- Der Dienstleister misst die Testtafel mit Hardware aus, generiert daraus das ICC-Druckerprofil und sendet dieses Profil per Mail an den User
- Der User druckt fortan mit diesem Profil

Entscheidend ist dabei, dass die Steuerung des Druckers mit diesem Profil korrekt durchgeführt wird. Ansonsten nutzt das Profil nichts! Auf Wunsch sende ich gern Screenshots über die richtigen Einstellungen für die Drucker Epson 2100 und R2400 mit Photoshop CS per Mail-Anhang. Dazu benötige ich die Mail-Adresse.

Geändert von user352 (11.04.2009 um 11:15 Uhr)
 
 

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