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#1 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 20.08.2009
Beiträge: 5.895
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Fleißige Kollegen haben sich von mir die RAW-Datei schicken lassen und ihrerseits Versuche und Hinweise mit anderen RAW-Konvertern erstellt, die finden sich [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Hallo zusammen, ich erstelle diese kleine Einführung für Interessierte; sie soll eine Hilfestellung für diejenigen sein, die sich selbstständig in die RAW-Bildbearbeitung einarbeiten möchte. Man betrachte das bitte als Einstieg, und nicht als eine komplette Funktionserläuterung der Software. Da bin ich übrigens der Meinung, daß das Hilfesystem durchaus recht informative Texte bietet - das Problem scheint mir eher die Frage zu sein, wo man denn nun ansetzen soll. Deshalb beschäftigen wir uns in der ersten "Lektion" ausschließlich mit der Belichtung, in weiteren werden wir Fragen zur Geometrie und Abbildung, also Perspektive, in späteren dann Schärfe und Rauschen in Angriff nehmen. Es geht mir im wesentlichen darum, die häufig benötigten Funktionen und Regler zu benennen, deren Wirkung zu demonstrieren und damit dem Leser ein Gefühl zu geben, was man mit dem Tool erreichen kann; ich wünsche viel Spaß. Ich rufe ausdrücklich zur Diskussion in diesem Thread auf, werde hier auch eher unvollendet und nicht ausformuliert meine Hinweise unter das Volk streuen. Fragen und Hinweise sind willkommen, genauso Themenwünsche und Vorschläge; wenn das ausbleibt, werde ich die Motivation verlieren ![]() Ich bitte aber darum, die Urheberschaft meiner Beiträge unbedingt zu beachten; es kann von anderer Stelle im Web auf diese Seite verlinkt werden, aber ich erlaube keinerlei Verwendung außerhalb, weder gewerblich noch privat, ohne meine ausdrückliche Zustimmung. Und noch ein Hinweis in eigener Sache: ich erhebe keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und habe auch nicht das Fachwissen gepachtet; wer in meinen Beiträgen hier Fehler oder mißverständliche Formulierungen findet, teile mir das bitte mit. Nur dann kann ich mich korrigieren und ergänzen.
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Die Leistung einer Kamera wird maßgeblich durch das Objektiv bestimmt, das Bild macht immer noch der Fotograf. Der Kasten dazwischen ist ein notwendiges Übel, dem allgemein viel zu viel Aufmerkamkeit geschenkt wird! Ich fotografiere mit Panasonic Pancake und Olympus Festbrennweiten an GF1, sowie MFT Varios und einigem Altglas von Canon und Konica an G1 und GH1 bitte um offene, sachliche BildkritikGeändert von matadoerle (07.08.2010 um 14:18 Uhr) Grund: Aufbauphase |
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#2 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 20.08.2009
Beiträge: 5.895
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Jeder, der eine Lumix G-Series Kamera (microFourThirds) erworben hat, bekommt eine kostenfrei nutzbare Version von SILKYPIX (R) Developer Studio SE. Die aktuelle Version der Software kann [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] heruntergeladen werden. Sie funktioniert in der kostenfreien SE-Lizenz aber nur mit unterstützten Kameras von Panasonic.
Das ist eine Software, ein sogenannter RAW-Konverter, die es ermöglicht die Bilder im RAW-Format aus der Kamera zu verarbeiten. Ähnlich der Dunkelkammer in der analogen Photographie, können hiermit in Grenzen die Attribute des Bildes wie Helligkeit und Farbe, Kontrastumfang und Sättigung, Verzerrung und Detaillierung, Effekte und Rauschen beeinflußt werden. Kurz, mit SILKYPIX entwickle ich ein Bild vom RAW-Format in eine darstellbare JPEG Kopie, die ich (fast) überall verwenden kann. Das Endergebnis, dieses JPEG Bild, muß sich nicht großartig von einem automatisch in der Kamera generierten JPEG unterscheiden; es kann sich aber erheblich anders darstellen. Grob gesagt, ermöglicht die digitale Fotografie mit RAW, einige Kontrollfunktionen der Kamera statt VOR der Auslösung auf die Bearbeitung am Computer hinterher zu verlagern - das ist für alle interessant, die bereit und willens sind, ihren Bildern NACH dem Schuß noch einmal Aufmerksamkeit zu schenken. Bevor ich jetzt noch mehr Worte verliere, nehmen wir einfach mal ein einigermaßen mißglücktes Demo-File und schauen uns einfach an, was man mit SILKYPIX so machen kann. Wer sich das gerne einmal anschauen und auch probieren möchte, aber nicht über entsprechende RAW-Dateien verfügt, kann sich vertrauensvoll an mich wenden.
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Die Leistung einer Kamera wird maßgeblich durch das Objektiv bestimmt, das Bild macht immer noch der Fotograf. Der Kasten dazwischen ist ein notwendiges Übel, dem allgemein viel zu viel Aufmerkamkeit geschenkt wird! Ich fotografiere mit Panasonic Pancake und Olympus Festbrennweiten an GF1, sowie MFT Varios und einigem Altglas von Canon und Konica an G1 und GH1 bitte um offene, sachliche BildkritikGeändert von matadoerle (06.08.2010 um 13:05 Uhr) |
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#3 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 20.08.2009
Beiträge: 5.895
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Anbei ein mißglücktes Demo-Bild, was ich am zehnten Tag mit meiner Panasonic G1 und an einem ruhigen Sonntagmorgen gemacht habe. ich habe es bislang noch nie gezeigt, weil das auch offensichtlich nicht erforderlich ist - also eher eine Testaufnahme darstellt. Allerdings weist dieses Bild einige Eigenschaften auf, die für diese kurze Demo interessant sind.
Voilá, ein Gebäude: SILKYPIX_Systemstandard.jpg Wie man sieht und in den Exifs nachvollziehen kann, ist dieses Bild mit einem Weitwinkel entstanden, es weist deshalb stürzende Linien auf. Des weiteren erscheint die Struktur des Gebäudes etwas unterbelichtet zu sein, der Himmel dagegen weist praktisch keine Farbe mehr auf, ist also eher überbelichtet. Wie es um den Rest steht, werden wir später noch zu sehen bekommen; für ein gefahrloses Herumprobieren scheint es mir jedenfalls fast ideal zu sein. Das Gebäude wird sich auch nicht über eine schlechte Darstellung beschweren, sollten uns einmal die Regler ausrutschen .. ![]() Anmerkung: für alle, die zum Vergleich mal die Bearbeitung in der gewohnten Software machen wollen, ist es angeraten das JPEG auf den Rechner zu laden (erlaube ich hiermit zu Übungszwecken) und damit herumzuspielen; es wird bei einigen Schritten interessant sein, was beispielsweise "normale" Bildbearbeitung im Vergleich zu einem RAW-Konverter aus diesem Bild machen kann.
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#4 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 20.08.2009
Beiträge: 5.895
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Anbei habe ich Silkypix mal auf die kleinste darstellbare Größe verringgert, damit wir hier im Forum den Bildschirm-Arbeitsplatz einsehen können. Wir werden uns dann die einzelnen Elemente natürlich auch mal intensiver anschauen. Jedenfalls öffnen wir das Bild (P1000323.RW2) in Silkypix - und das geht so einfach, wie jedes Bild in einer beliebigen Bildbearbeitungssoftware; nach kurzer Zeit wird es uns fast bildschirmfüllend angezeigt.
SILKY_HC_Systemstandard.jpg Das erste, was einen Anwender irritieren könnte, ist eine fehlende Möglichkeit, die Datei nach einer Bearbeitung wieder zu speichern .. SILKY_HC_Datei(F).jpg und damit kommen wir zu einer grundlegenden Eigenschaft, die die Arbeit mit RAW Dateien statt JPEG kennzeichnet. Wir verändern das ursprüngliche Bild-Rohmaterial, also die RAW Datei, überhaupt nicht. Wir entwickeln jeweils von dieser Vorlage oder diesem Rohmaterial an Sensordaten ein vorzeigbares Bild. Das habe ich gemacht, um im vorigen Beitrag das Bild einstellen zu können; deshalb zeige ich das hier aber auch kurz. Man wähle im Menü Datei(F) - Entwickeln und speichern(S): SILKY_HC_Datei(F)_Entwickeln und speichern(S).jpg und bekommt folgendes Fenster: SILKY_HC_Datei(F)_Entwickeln und speichern(S)_Gesicherte Dateien.jpg Ich habe hier bereits einige Voreinstellungen getroffen, z.B. den Dateinamen ergänzt (das kann man alles vordefinieren) und auch das Verzeichnis ausgewählt, wo ich mein Bild speichern möchte. Ebenso wichtig ist der zweite Reiter des "Entwicklungs-Dialogs", die Einstellungen zum Entwickeln: SILKY_HC_Datei(F)_Entwickeln und speichern(S)_Einstellungen.jpg Ich habe hier ebenfalls einige Voreinstellungen getroffen, unten rechts für diesen Fall die gewünschte Auflösung ausgewählt und dann auf Entwickeln(S) geklickt SILKY_HC_Datei(F)_Entwickeln und speichern(S)_Entwickle.jpg Danach stand die JPEG-Datei an der gewünschten Stelle in meinem Verzeichnis, mit dem Namen und der Auflösung die wir ausgewählt hatten: Windows_Verzeichnisansicht.jpg
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#5 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 20.08.2009
Beiträge: 5.895
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Da ich diese kleine Einführung hier direkt im Forum "entwickle", dauert es zur Zeit schon einige Momente; das bitte ich zu entschuldigen. Ich möchte nochmals kurz zusammenfassen:
Bilder aus RAW-Daten zu generieren ist NICHT zwangsläufig mit besseren Ergenissen verbunden; es bietet allerdings erweiterte Möglichkeiten und erlaubt die verlustlose, ständige Weiterentwicklung der eigenen Bilder und Fähigkeiten. Man muß keine Angst vor mißglückten Versuchen und fehlerhaft überschriebenen Dateien haben, die evtl. schon einmal eigene Bilder zerstören könnten. Anmerkung: ganz Schlaue werden jetzt zu recht bemerken, daß dieser ganze Aufwand ja auch hätte eingespart werden können; denn schließlich liefert die Kamera ja auch ohne mein Zutun ansprechende Bilder in ähnlicher Qualität; aber denen halte ich bereits jetzt entgegen, stellt doch bitte mal eure Kamera auf eine Ausgabegröße von 800x600 Pixel und Dateigröße kleiner 250 kByte ein, damit wir die Bilder direkt von der Kamera hier ins Forum laden können ..
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#6 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 20.08.2009
Beiträge: 5.895
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Ganz zu Beginn erscheint es mir ratsam, auf das folgende Faktum hinzuweisen; ansonsten könnte man versucht sein, sich den "ganzen Quatsch" zu sparen und schnell wieder zum gewohnten JPEG-Verbiegen zurückkehren ..
ein Bild aus dem RAW-Konverter ist NICHT zwangsläufig schärfer als das Pendant aus der Kamera (JPEG OOC); das hängt nämlich von einigen Einstellungen ab, worauf ich kurz eingehen möchte. Die Unschärfe-Maske Wenn man eine digitale Fotografie in der Größe verändert, also auch wenn man sie kleiner macht, dann VERRINGERT man in jedem Fall die Schärfe. Wenn wir also unser Silkypix stolz installiert haben und das erste Bild geladen und entwickelt haben, wird sich eventuell sofort Frust einstellen - das Bild ist unter Umständen NICHT so scharf wie das Pendant aus der Kamera! Das muß aber nicht so bleiben; in unserem Fall finde ich das Ergebnis durchaus in Ordnung (aus dem Gesichtspunkt der Detaillierung gesehen), aber ich habe für mich auch die folgende Voreinstellung getroffen: Im zweiten Reiter der Bild-Entwicklung gibt es einen weiteren Reiter SILKY_HC_Datei(F)_Entwickeln und speichern(S)_Erweiterte Einstellungen.jpg Ich habe hier einmal für die bessere Darstellung von Bildern in der Forengröße die sichtbaren Einstellungen benutzt; wir werden die später auf Wunsch nochmals diskutieren können - für den Moment bitte ich den Interessenten, diese Einstellung beim Entwickeln auf beispielsweise 800x600 Pixel oder ähnliche Größen auch zu benutzen. Meiner Erfahrung nach sind diese Werte auch nicht zu extrem und können ruhig voreingestellt bleiben; der Nachteil von Silkypix, daß nämlich manche durchaus sehr wichtigen Sachen im Dickicht der Reiter versteckt und unbemerkt bleiben, erweist sich hier wieder für die tägliche Arbeit als Vorteil: wenn wir das einmal so eingestellt haben, behält Silkypix diese Einstellung solange bei, bis wir sie wieder ändern. Man muß NICHT jedesmal diese Einstellungen bedenken und anpassen, sondern kann eine ganze Serie von Bildern entwickeln - der RAW Konverter denkt einfach dran, solange wir ihn nicht auf Standard-Einstellungen zurücksetzen .. ![]() Bevor man sich anschickt, die Schärfeleistung von RAW-Konvertern zu vergleichen, sollte man sicherstellen, daß man sich soweit eingearbeitet hat, daß man die Prozesse und Funktionen auch wirklich beherrscht. Ansonsten testet man nur mehr oder weniger zufällige Einstellungen oder Standard-Verfahren, erfährt aber nichts über die verborgene Leistungsfähigkeit des Systems. RAW ist NICHT einfach und schnell, sondern verlangt intensive Beschäftigung. Ich bin jedoch der Meinung, daß es sich lohnt.
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#7 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 20.08.2009
Beiträge: 5.895
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Jetzt will ich das Bild aber auch mal ein wenig verbessern, schließlich ist das Gebäude wirklich zu dunkel und der Himmel in meinen Augen zu hell. Allgemein können wir in gewissen Grenzen nachträglich die Belichtung unseres Bildes regeln.
Belichtung Links unter dem grün geschriebenen "Systemstandard" findet sich ein Belichtungsregler; hier gibt es verschiedene Möglichkeiten der Einflußnahme: SILKY_HC_Belichtungsausgleich_numerisch.jpg ich habe in das rötlich hinterlegte Feld (nachdem man darauf klickt) jetzt einfach mal "1" eingetragen und siehe da, das Gebäude erscheint schon freundlicher. Natürlich kann man auch einfach am darunterliegenden Schieberegler mit der Maus hin- und herschubsen; egal wie man es macht, es werden immer beide Anzeigen angepaßt und das Ergebnis ist auch das gleiche. In dieser Beziehung ist Silkypix sehr konsequent (und benutzerfreundlich im Gegensatz zu manch anderen Produkten): SILKY_HC_Belichtungsausgleich_plus1.jpg Damit wir jetzt vor lauter Freude nicht vergessen, das Ergebnis auch allen Fotografen-Bekannten und -lebensgefährten zu zeigen speichern wir .. was red ich da ach ja, wir entwickeln schnell das vorzeigefähige JPEG. Statt umständlich über das Menü zu gehen, kann man auch [Strg+S] drücken, oder man geht über das Menü Entwicklung(D); egal wie, es passiert immer das gleiche:SILKY_HC_Entwickeln und speichern(S).jpg Man findet beispielsweise einen passenden Dateinamen, damit das erste Bild nicht überschrieben wird (optional, was soll's) SILKY_HC_Entwickeln und speichern(S)_Belichtungsausgleich_plus1.jpg und drückt (unbedingt) wieder auf den Reiter Einstellungen: SILKY_HC_Belichtungsausgleich_plus1_Einstellungen.jpg Jetzt fallen uns zwei Sachen auf; erstens ist wieder die Originalgröße bzw. -Auflösung der RAW Datei voreingestellt, während der Rest der Einstellungen unserer letzten Aktion gleichgeblieben sind; das gilt zweitens auch für unsere wichtige Unschärfe-Maske. Dieses Verhalten von Silkypix hat mich Anfangs reichlich verwirrt und auch öfters verärgert; denn der Anfänger wird hier nicht wirklich leicht eingeführt. Aber wenn man etwas regelmäßiger mit Silkypix arbeitet, erweist sich das Verhalten der Software als garnicht mal so blöd - man kann recht große Serien an Bildern erstaunlich schnell, sicher und umfassend für beliebige Zwecke aufbereiten. Glücklicherweise sind die Entwickler noch ein wenig weitergegangen, haben nachgedacht und als zweiter Eintrag unter Vollauflösung erscheint "800x600 (vorige)" immer die zuletzt mit diesem Bild genutze Ausgabegröße. Wenn man sich einmal dran gewöhnt hat, erscheint das gar manchmal ganz sinnvoll, was dieser komische RAW-Konverter da vorschlägt .. und entwickelt. P1000323_Belichtungsausgleich_plus1.jpg
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#8 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 20.08.2009
Beiträge: 5.895
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Nachdem die erste Freude Verklungen ist und der zweite Blick unser Bild streift, fallen aber doch so ein paar Kleinigkeiten ins Auge. Der Lawinenschutz auf dem Dach hat sich in der Nähe zum Mitteltrakt des rechts von uns liegenden Gebäudes förmlich in Licht aufgelöst, die wenige Farbe aus dem Himmel sich quasi gänzlich verabschiedet. Ich glaube wir müssen noch einmal ran.
Damit wir jetzt auch nicht mehr nur zum Geradewohl mit irgendwelchen Schätzwerten operieren, holen wir uns mal ein Hilfsmittel auf den Bildschirm. Das Histogramm Wir können uns unten links in der Ecke mit dem Symbol über dem Dateinamen "P100.." oder aus dem Menü Ansicht(V) - Histogramm(H) auswählen. SILKY_HC_Histogramm.jpg SILKY_HC_Ansicht(V)_Histogramm(H).jpgSILKY_HC__Histogramm.jpg Da zaubert Silkypix uns genauso das auch aus anderen Bildbearbeitungen vertraute Histogramm auf den Bildschirm; hier können wir jeweils für die einzelnen Farbkanäle Rot-Grün-Blau den Anteil der Helligkeitsstufen sehen. Am einfachsten versteht man den Inhalt des Diagramms, wenn man einmal den Helligkeitsregler (pardon: Belichtung! den kennen wir doch noch?) verstellt. Zum Beispiel werden die in der linken Hälfte sichtbaren Buckel breiter und niedriger, wenn wir zugeben (rechts), sie werden schmaler und höher wenn wir rausnehmen (links). Und da gleichzeitig das dargestellte Bild seinen Charakter verändert, sollten wir im Laufe der Zeit ein Gefühl für dieses mächtige Diagramm entwickeln. Beispielsweise ergibt Belichtung auf +1.8 die Kombination P1000323_Belichtungsausgleich_plus1.8.jpgSILKY_HC__Histogramm_Belichtung_plus.jpg jetzt ist das Gebäude bestimmt noch etwas besser geworden, der Himmel hat allerdings alle Farbe verloren; im Histogramm ist korrespondierend diese kleine feine Spitze rechts aus dem Diagramm gewandert - das war offensichtlich unser Himmel .. also schnell zurück P1000323_Belichtungsausgleich_minus1.3.jpgSILKY_HC__Histogramm_Belichtung_minus.jpg (zu schnell). Jetzt haben wir zwar erstaunlich viel Farbe im Himmel (im Histogramm sogar ein paar mehr Zacken rechts), aber dafür versumpft das Gebäude im Schatten (die damit korrespondierenden Buckel haben sich ihrerseits zu Spitzen entwickelt). Wir können jetzt enttäuscht über die Einarbeitung in HDR nachdenken, das Hobby Fotografieren drangeben, oder zu weiteren Mitteln greifen ..
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#9 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 20.08.2009
Beiträge: 5.895
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In der normalen Bildbearbeitung greifen wir doch deshalb auch zu den Reglern für Helligkeit und Kontrast, das machen wir jetzt auch mal mit unserem Bild in Silkypix. Ich habe die Belichtung wieder auf den mir passend erscheinenden Wert +1.0 geändert und klicke auf "Mittlerer Kontrast":
SILKY_HC_Kontrast.jpg Neben dem links aus dem Bild ragenden Gebäudeflügel gibt es jetzt Regler für
![]() Ganz einfach: probieren. Kontrast Kontrast kennt doch jeder. Also mutig mal am Regler gedreht, kann man doch nie genug haben (wie am Fernseher, oder) .. SILKY_HC_Kontrast_voll.jpgSILKY_HC__Histogramm_Kontrast_voll.jpg zugegeben sieht das Gebäude gleich viel knackiger aus, aber der Himmel ist uns auch wieder leergelaufen. Was passiert eigentlich bei zu wenig Kontrast? SILKY_HC_Kontrast_eins.jpgSILKY_HC__Histogramm_Kontrast_eins.jpg klar, alles wird flau und verbessert hat sich auch nichts. Auch die Farbe ist dem Himmel nicht gewogen. Schei.. Nicht ganz so schnell, ich glaube man muss an dieser Stelle einmal auf den kleinen weißen Anzeiger unterhalb der horizontalen Achse im Histogramm hinweisen. Der zeigt uns nämlich die Kontrast-Mitte an, und vielleicht sollten wir uns überlegen, was das bedeutet. Kontrast-Mitte Statt zu überlegen, probieren wir mal .. also, wenn man die Kontrastmitte verschiebt, dann bewegt sich der weiße Marker im Histogramm; außerdem "wabern" die Buckel ein wenig. Aber außer lustig ist da irgendwie kein greifbarer Effekt, der uns weiterhilft. ![]() Der Kontrast macht Dunkles noch dunkler und Helles noch heller, so denkt man landläufig. Aber das stimmt nicht ganz, denn richtiger muß man feststellen, daß die Tonwerte (Helligkeiten) rund um die Kontrastmitte gespreizt oder verdichtet werden, an den Enden dafür zusammenrücken oder auseinandergezogen werden. Die Kontrast-Mitte bestimmt praktisch den Bereich des Bildes, wo die größten Helligkeits-Anteile hinfließen sollen (oder auch wegfließen, bei sehr kleinem Kontrast). Wenn man die Kontrast-Mitte unterhalb der Buckel geschickt platziert, kann man sogar die Ziegel besser herausarbeiten; aber das machen wir später. Unser Problem sind jedoch die zu dunklen Gebäude und der helle Himmel, weniger Kontrast macht hier aber alles nur flauer. Wenn wir den Kontrast erhöhen, haben die Gebäude knackiger gewirkt, aber der Himmel bekam auch keine Farbe. Wir können jetzt zwar mit der Kontrastmitte auch spielen, aber wir bringen noch keine befriedigenden Ergebnisse zustande, oder? Also schauen wir uns vorläufig auch die anderen Regler mal an .. und sollten dazu noch einmal Kontrast und Kontrast-Mitte auf Standard zurück fahren (Doppelklick auf die entsprechende Zahl - manchmal sehr hilfreich in Silkypix) Gamma In gewisser Weise könnte man denken, daß Gamma ähnlich wie ein Helligkeitsregler funktioniert. Warum heißt der dann nicht so? Auffällig sind dabei vielleicht zwei Eigenschaften; bei großem Gamma wird das Bild heller, aber fängt nicht an zu überstrahlen. SILKY_HC_Gamma_groß.jpgSILKY_HC__Histogramm_Gamma_groß.jpg Dreht man Gamma klein, wird das Bild dunkler. Auch hier fällt vielleicht auf, daß die Schatten nicht wirklich vollständig absaufen. SILKY_HC_Gamma_klein.jpgSILKY_HC__Histogramm_Gamma_klein.jpg Seltsam wirkt das, eigentlich ein etwas intelligenter Helligkeitsregler, aber dafür nicht so leistungsfähig wie der gewohnte. Jedenfalls könnten wir bislang noch nicht wirklich zufrieden sein; außerdem erscheinen die Bezeichnungen gegenüber einer normalen Bildbearbeitung sehr ungewohnt und bislang nur wenig hilfreich. Wir müssen uns auch das Gamma nochmal genauer anschauen, wollen aber wenigstens pro forma auch den Schwarzregler mal bemühen. Schwarzanteil Es geht nur mehr als Null, na toll, ich brauche nur ein Bild einzustellen - mehr Schwarzanteil ergibt auch mehr schwarz im Bild; nur in den Himmel und in die Fenster läuft offensichtlich kein Schwarz hinein. SILKY_HC_Schwarzanteil_groß.jpg Spätestens jetzt kann ich jeden Frust verstehen; als ich anfangs mit RAW experimentierte, war ich irgendwann auch so weit und wollte bereits aufgeben. Denn das hätten wir mit einer beliebigen Bildbearbeitung und JPEG doch auch geschafft .. und schneller, oder? ![]()
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#10 (permalink) |
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Moderator
Registriert seit: 20.08.2009
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Bevor wir jetzt endlich das Problem mit unserem Demo-Bild in den Griff bekommen, möchte ich die vorangegangenen Schritte noch einmal kurz Revue passieren lassen.
Und den gibt es. Wir müssen uns begreiflich machen, warum die Regler im RAW-Konverter so angeordnet sind, auch wenn das ungewöhnlich scheint. Wir fangen nochmal vorne an .. Belichtung Die Belichtung bestimmt, welche Helligkeit das Weiß erklimmt. Alles, was mehr Licht auf den Sensor geworfen hat, ist ebenfalls weiß. Es gibt nichts helleres, als die Grenze die wir mit dem Regler Belichtung festlegen. Gleichzeitig ist der mit der Belichtung von uns bestimmte Wertebereich des Bildes auf diese entstehende Palette von ganz schwarz bis weiß begrenzt. ALLE anderen Regler im RAW-Konverter können "nur" mit dem arbeiten, was durch die Belichtung "in das Bild" hineingelaufen ist. Wenn wir die Belichtung "niedrig einstellen", dann gibt es irgendwann gar nichts mehr, was weiß ist - dann hätten wir faktisch ein LowKey. Wenn wir die Belichtung aber "hoch drehen", dann riskieren wir, daß einige helle Bereiche "aus dem Bild laufen" - sie werden einfach weiß und verlieren jegliche Differenzierung. Das war das Problem mit unserem Himmel, es ist vollkommen egal, wie wir danach an welchem Regler drehen - denn weiß bleibt weiß, da hilft kein Gamma, da hilft kein Kontrast und keine Tricks. Das ist Persil in Reinkultur - und versprochen, es wird mit dem nächsten Update auch nicht weißer .. Sehen können wir Menschen das Licht, aber wahrnehmen können wir nur die Unterschiede, die "Zeichnung" im Lichtbild. Und wir versuchen jetzt, mit dem Werkzeug Belichtungsregler nochmal neu das Optimum für dieses Bild zu finden .. Systemstandard Wir gehen zurück auf "Systemstandard", indem wir einfach auf das mittlerweile grau angezeigte "Manuell" im obersten linken Button unter dem Menü klicken und dann auswählen. SILKY_HC_Einstellung_Systemstandard.jpg Wenn unser Histogramm noch da ist (sonst mit [Strg+H] wieder aktivieren), ergibt sich folgendes Bild und dazugehöriges Diagramm. SILKY_HC_Systemstandard.jpgSILKY_HC__Histogramm_Systemstandard.jpg Mittlerweile dürften wir die Buckel links von der Kontrast-Mitte mit dem Gebäude in unserem Bild identifizieren; und rechts läuft da irgendwas die "Wand hoch" .. schauen wir uns das nochmal an. Wir regeln die Belichtung runter auf ca. -1.3: P1000323_Belichtungsausgleich_minus1.3.jpgSILKY_HC__Histogramm_Belichtung_minus.jpg Wir lernen, daß dieser "Stau" am rechten Rand unseres Diagramms eine Folge unserer falschen Belichtung war - wir hatten das restliche Blau des Himmels so hell gemacht, daß es im Weiß "unterging". Nun haben wir tatsächlich etwas mehr Blau im Himmel, aber unser Bild ist wohl viel zu dunkel. Wir erinnern uns, daß ALLE anderen Regler in dem Wertebereich arbeiten, den wir durch die grundsätzliche Einstellung der Belichtung vorgenommen haben .. Kontrast und Helligkeit Innerhalb der Kontrasteinstellungen gab es dieses imaginäre Gamma, was ähnlich wie Helligkeit funktionierte. Wir testen wieviel wir denn damit jetzt erreichen .. Gamma Wir regeln Gamma auf ca. 1.65 (und sind fast am Ende, was nur zeigt wie grenzwertig dieses Bild hier ist): SILKY_HC_Gamma_1.65.jpgSILKY_HC__Histogramm_Gamma_1.65.jpg Ich bin der Meinung, das dieses Bild jetzt schon zwei Fakten begreiflich macht; wir haben es mit einem sehr großen Dynamikumfang zu tun, weil es schwierig war eine ausgeglichene Helligkeit zu erreichen. Wir haben trotzdem den Eindruck der Tageszeit - nämlich morgens im frühen Sonnenlicht durchaus erhalten können. Das ist der Vorteil vom Gamma gegenüber der Helligkeit. Gamma schiebt nicht "blind" alles Richtung heller, sondern weitet die dunklen Bildteile auf und komprimiert die hellen an oberen Ende zusammen. Unser Himmelsblau ist wieder ein wenig blasser geworden, aber noch nicht komplett ins Weiß verlaufen. Trotzdem könnten wir auch ein wenig Kontrast nachschieben, oder? Kontrast Bevor wir an der Schraube drehen, identifizieren wir mal im Histogramm den Bereich des Gebäudes, weil das ist mir doch zu flau. Ich bewege zuerst den Regler Kontrast-Mitte auf ca. 0.31. Da liegen wir jetzt zwischen dem grünen und dem roten Buckel. Und jetzt darf jeder soviel Kontrast geben, wie er mag .. ich wähle mal 1.95. SILKY_HC_Kontrast_1.95.jpgSILKY_HC__Histogramm_Kontrast_1.95.jpg Damit wir jetzt auch mal wieder durchschnaufen können, sollten wir das Zwischenergebnis entwickeln. Mal schauen was da jetzt rauskommt. Entwickeln und speichern P1000323_Kontrast_1.95.jpg
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