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Photoshop & Co Forum zur Digitalen Bildbearbeitung

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Alt 22.05.2009, 18:20   #1 (permalink)
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Hallo zusammen,

wieder mal was Eigenartiges gefunden: Photoshop tanzt aus der Reihe.

Ausgangspunkt war ein G1 kamerainternes JPEG. Das wurde in Photoshop LE (= 5, habe nichts neueres) etwas aufgehübscht und als JPEG neu abgespeichert.

Dieses abgespeicherte Bild wurde dann in GIMP aufgemacht, und mir fiel auf, dass es anders, kontrastreicher, wiedergegeben wurde. Zur Kontrolle wurde IrfanView gestartet, und die Anzeige war dort dieselbe wie in GIMP. Die Fenster wurden übereinandergestapelt und ein Screenprint davon gemacht, s. unten Bild 1, von oben nach unten IrfanView, GIMP, und PS. Man sieht deutlich, das PS heller kommt.

Dann wurde es ganz eigenartig: Aus dem GIMP Bild habe ich per Screenprint einen Bereich ausgeschnitten, also RGB-Pixel und in das PS-Bild eingesetzt. Das eingesetzte Schnipsel wurde sofort in die hellere Darstellung von PS umgesetzt, und um es überhaupt kenntlich zu machen, leicht versetzt verankert. Man sieht das auf Bild 2 links "GIMP => PS"

Macht man dasselbe umgekehrt, also einen Screenprint von PS => GIMP, dann kommt der Schnipsel deutlich heller an. Das sieht man auf Bild 2 rechts. Dieser Ausschnitt wurde dann wieder per Screenprint nach PS zurückgeholt, um einen File draus zu machen. In der unteren Bildhälfte sieht man, dass der Weg Datei in GIMP öffnen, Screenprint ziehen und in PS einfügen dort zum selben Ergebnis führt wie die Datei direkt in PS zu öffnen.

Wie zeigt den jetzt der I-Explorer das ganze an? In den letzten beiden Bildern sieht man das. Links die Anzeige im Explorer, rechts einmal dasselbe Bild in PS, und dann in IrfanView. Beim letztern sieht man keinen Unterschied.

Man kann jetzt trefflich diskutieren, wer die Bäume besser darstellt.

Fazit: Wer sich in PS abmüht, Feintuning an Farben, Kontrasten, Zeichnung usw. hinzukriegen und will letztendlich ein Bild für eine Webseite erzeugen, sollte sich zumindest zur Kontrolle das Bild mal in IrfanView angucken. Es sieht anders aus und kommt der späteren Darstellung viel näher.


Und jeder wird sich wundern, diese Beispiele anders zu sehen. Das hängt dann noch von der Justage des eigenen Bildschirms ab. Auf dem Originalschirm wirken die Bilder eigentlich gut abgestimmt.

Grüße, Rolf
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg 3-Viewer.jpg (99,4 KB, 139x aufgerufen)
Dateityp: jpg PS_GIMP.JPG (180,1 KB, 135x aufgerufen)
Dateityp: jpg ExplorerPS.jpg (88,2 KB, 135x aufgerufen)
Dateityp: jpg ExplorerJpeg.jpg (78,5 KB, 137x aufgerufen)
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Alt 22.05.2009, 19:03   #2 (permalink)
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Hallo Rolf,

ist es nicht so, dass jedesmal, wenn ein Programm ein JPEG-Bild öffnet, es diese komprimierte Datei mit "seinem" Algorithmus entkomprimiert, d.h. interpoliert und beim erneuten Speichern eine neue JPEG-Komprimierung entsteht, die völlig anders als die erste ist.
Beispiel: das ursprüngliche Foto wurde zu 80% in JPEG komprimiert, die verlorenen 20% werden beim erneuten Lesen nicht rekonstruiert sondern interpoliert. Bei erneuten Speichern mit z.B. Komprimierung auf 80% gehen wieder 20% Information verloren. Das neue Bild hat also nur noch 64% der ursprünglichen Information usw.
Fazit: RAW, TIFF, DNG-Dateien nur 1x in JPEG umwandeln, wenn man möglichst originalgetreu bleiben möchte.
__________________
LG Joachim

Es giebt keinen Umweg: entweder man mus das Herz haben, die Wahrheit zu sagen, oder klug genug seyn, zu schweigen.
aus: Das graue Ungeheuer, Wekhrlin, Bd. 2 April 1784
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Alt 22.05.2009, 19:09   #3 (permalink)
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Hallo Jo,

Du hast schon recht, aber hier wird von allen Programmen dieselbe Datei aufgemacht, also dieselbe Basis!

Lediglich beim Abspeichern der zusammengestellten Bilder tritt eine eine erneute Konvertierung bitmap > JPEG ein, aber das betrifft ja dann die Bilder in gleichen Maß.

Grüße, Rolf
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Alt 23.05.2009, 06:40   #4 (permalink)
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Um mich selbst zu korrigieren:

Die Beispielbilder angesehen auf einem anderen PC, und da sehe ich sogar noch einen Unterschied zwischen Irfanview und GIMP: Irfanview kommt am dunkelsten.

Alle Bilder sind etwas hell:

Der Monitor an dem PC, auf dem PS läuft, zeichnet recht dunkel. So lässt man sich in die Irre führen.

Zitat:
joachimeh:
... jedesmal, wenn ein Programm ein JPEG-Bild öffnet, es diese komprimierte Datei mit "seinem" Algorithmus entkomprimiert, ...
Nein, der Algorithmus zum Entkomprimieren ist schon allgemein festgelegt (s. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ]), erst beim anschließenden Glätten setzen die vielleicht unterschiedlichen Strategien und Algorithmen der einzelnen Programme ein.

Was mich umtrieb: Vier Programme machen dieselbe Datei auf, und die Anzeige am selben Bildschirm nebeneinander ist unterschiedlich. Deutlich!

Und darauf muss man sich einstellen beim Drehen ans Kontrast, Helligkeit, Farbausgleich usw.

Rolf
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Alt 23.05.2009, 07:28   #5 (permalink)
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Zitat:
Zitat von RoDo Beitrag anzeigen
Was mich umtrieb: Vier Programme machen dieselbe Datei auf, und die Anzeige am selben Bildschirm nebeneinander ist unterschiedlich. Deutlich!
Genau deshalb habe ich alle diese und noch mehr Programme verworfen! Übrig geblieben sind nur noch C1 und Photoshop CS4, wobei Photoshop CS4 an den korrekten Farben näher liegt als C1...

"korrekt" heißt für mich: Farben auf dem hardwarekalibrierten 100%-AdobeRGB-Monitor bei Normlicht D65 identisch mit den Farben des abgelichteten Objekts (nach manuellem Weißagleich mit der ExpoDisc bei der Aufnahme).

Was mich am meisten bei den diversen Programmen geärgert hat, war die differierende Farbdarstellung trotz angeblichem Farbmanagement. Die Farbmanagement nicht unterstützenden Programme wie IrfanView & Co. habe ich sowieso gleich in die Mülltonne geworfen...
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Alt 23.05.2009, 09:03   #6 (permalink)
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Da ich mich nach etlichen Jahren des Herumspringens auf ACDSee, FixFoto und Photopaint festgelegt habe, sind Farbabweichungen auch (fast) nicht feststellbar.

Ich weiß aber, dass bei jeder Neuinstallation das Photopaint aus seiner automatischen Farbkorrektur gezwungen werden muss. Die Farben werden "ab Werk" sozusagen auf ein (Adobe?)Farbprofil gezwungen, das sehr viel an einem kalibrierten Monitor vermurst.

Könnte das eine Erklärung sein - die unterschiedlichen Farb- und Helligkeitsprofile der Programme?
Lupo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.05.2009, 05:21   #7 (permalink)
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Zitat:
Zitat von WinSoft Beitrag anzeigen
...
Die Farbmanagement nicht unterstützenden Programme wie IrfanView & Co. habe ich sowieso gleich in die Mülltonne geworfen...
Tja, Winsoft,

ich rede ja auch nicht davon, all die wunderbaren Softwareboliden links liegen zu lassen.

Aber wenn Du Bilder ins Web stellst (s. deine Alben hier) oder deine Auftraggeber (oder deren Agentur(en)) machen das später mit Bildern von Dir), dann betrachten 85% der Benutzer die Bilder mit I-Explorer und die restlichen mit Firefox. Dann war die mühsame Aufbereitung, in welchem Boliden auch immer, glattweg für die Katz! Und wenn man seine Produkte noch nicht mal in üblichen Viewern quergecheckt hat, kommt da vielleicht ganz was anderes an als man eigentlich darstellen will. Bei Entwicklungen nennt man das Püfen auf Erbgebnisse beim Kunden "Customer centric Design".

Gehen Bilder zur Weiterverwendung ins graphische Gewerbe, dann ist die Welt sicher eine andere.

@lupo:
Zitat:
das sehr viel an einem kalibrierten Monitor vermurst.
Meintest Du vermurkst? Ahem!

Grüße, Rolf
RoDo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.05.2009, 10:13   #8 (permalink)
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Zitat:
Zitat von RoDo Beitrag anzeigen
Gehen Bilder zur Weiterverwendung ins graphische Gewerbe, dann ist die Welt sicher eine andere.
So ist es bei allen meinen Auftragsfotos...
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Alt 24.05.2009, 20:08   #9 (permalink)
Benutzer
 
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Hallo Rolf,

mit den JPG Dateien ist das so eine Sache. Der jpg Algoritmus ist laut Patent genormt aber nicht das Farbmanagement in der Datei da kocht jeder so sein Süppchen selber.
Ich arbeite mit verschiedenen Programmen auf Win und Mac aber nur im tiff Format und wenn dann jpg's werden sollen tue ich das immer nur mit PS oder PSE egal ob Win oder Mac und das Ergebis ist immer geich gut oder schlecht
Das die jpg in verschiedenen Programmen unterschiedlich angezeigt werden war mir vor gerauer Zeit auch mal aufgefallen und wenn es wegen dem Druck nicht anders geht muß man halt etwas nachkorigieren.

mfg. Frank
supermd ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 25.05.2009, 12:05   #10 (permalink)
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Hallo Frank!
Hallo Rolf!
Zitat:
Zitat von supermd Beitrag anzeigen
mit den JPG Dateien ist das so eine Sache. Der jpg Algoritmus ist laut Patent genormt aber nicht das Farbmanagement in der Datei da kocht jeder so sein Süppchen selber.
Wie immer, es ist eigentlich alles ganz anders :-)
JPEG ist von der ITU genormt (ursprünglich eigentlich wegen Color-Fax) und von der JPEG (Joint Photographer Expert Group) gibt es eine Referenzimplementation die von nahezu 100% aller Software benutzt wird.
Patentiert sind nur die 'Quantisierungsverfahren' Arithmetisch und Wavelet (JPEG2000).
Zitat:
Ich arbeite mit verschiedenen Programmen auf Win und Mac aber nur im tiff Format und wenn dann jpg's werden sollen tue ich das immer nur mit PS oder PSE egal ob Win oder Mac und das Ergebis ist immer geich gut oder schlecht
Das die jpg in verschiedenen Programmen unterschiedlich angezeigt werden war mir vor gerauer Zeit auch mal aufgefallen und wenn es wegen dem Druck nicht anders geht muß man halt etwas nachkorigieren.
Bei JPEG gibt es eigentlich keinen Farbraum in unserem Sinne. Es werden einfach RGB-Tripel über eine Matrix (CCIR 601-1) in entsprechende YCbCr-Tripel (Luminanz, Blau-/Rotdifferenzsignal) umgerechnet und diese dann (üblicherweise) einer diskreten Cosinustransformation unterzogen. Das gilt für den (Referenz)Typ JFIF.
Mit den (nichtgenormten und auch nicht festgeschriebenen) Varianten "Adobe" und "Exif" wurde die Möglichkeit geschaffen, ICM-Farbprofile (exakt wie bei TIFF) in die JPG-Datei einzulagern und bei der Präsentation (Druck, Bildschirm etc.) zu verwenden.
__________________
Liebe Grüße, Harald
isaac ist offline   Mit Zitat antworten
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