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Micro Four Thirds & FourThirds Zubehör Das Drum und Dran beim Fotografieren - Welches Zubehör für welchen Zweck? Vom Blitz, übers Stativ bis hin zu Software, hier wird über das reichhaltige Zubehör im Fotomarkt gesprochen

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Alt 08.01.2010, 15:35   #1 (permalink)
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Standard Dias digitalisieren mittels Pradovit, DG Macro-Elmarit und GH1

Hier ein Vorschlag zum preiswerten und schnellen Digitalisieren von Dias. Das Grundkonzept ist schon mehrfach mit anderen Kamera-, Objektiv- und Projektorkombinationen beschrieben worden. Mit den hier verwendeten Komponenten passt alles relativ problemlos zusammen und kann gut die Anschaffungskosten des Leica DG Macro-Elmarits „begründen“. Angenehm ist die hohe Arbeitsgeschwindigkeit, die den üblichen Scannern weit überlegen ist. Leider ist mir ein Qualitätsvergleich mangels eines guten Scanners nicht möglich.

Aufbau:
In den stabilen Druckguss-Rahmen des Pradovit kann man problemlos zwei Gewinde scheiden und einen Alu-Winkel aus dem Baumarkt (35/65 mm) festschrauben. Da der Boden der GH1icon leider nicht plan ist, ist eine Zwischenlage aus Gummi oder bearbeitetem Kunststoff wichtig. Insbesondere das Stativgewinde steht leicht vor, zumindest bei meiner GH1icon! Leider ist der Projektorrahmen wegen der Gussform nicht exakt rechtwinklig, so dass man den Alu-Winkel geringfügig aufbiegen muss.
Die Kamera wird mittels Stativschraube befestigt. Da die rechte Seite frei ist, kann man die die Stromversorgung vom Netzteil beziehen und die Speicherkarte zwischendurch wechseln.
Wenn die Filterfassung des Objektivs etwa 2mm von der Fassung des Projektionsobjektivs entfernt ist ergibt sich mit dem 45er ein Abbildungsmaßstab, der das Innere eines gerahmten Dias ganz knapp beschneidet. Man muss einen geringen Verschnitt in Kauf nehmen weil die Diarahmen beim Wechseln unterschiedlich positioniert werden. Das Magazin geht knapp an der Kamera vorbei und unter der Gurtöse durch. Leider passt der Fernauslöser nicht über das Magazin.
Unbedingt notwendig ist eine stark dämpfende Mattscheibe. Hier wurden drei Stück! hintereinander zwischen Wärmeschutzfilter und Kondensorlinse gesteckt. Diese reduzieren nicht nur die Lichtintensität sondern sorgen auch für eine gleichmäßige Ausleuchtung. Falls Milchglas aus dem Glashandel verwendet wird sollte es farbneutral sein (oft grünstichig).

Kameraeinstellungen:
1. Weißabgleich:
Unter Verwendung eines leeren Diarahmens (ggf. mit Butterbrotpapier) kann man einen automatischen Weißabgleich durchführen. In meinem Fall hat es sich als besser erwiesen, die Farbtemperatur fest vorzugeben (3500 K).

2. Filmmode:
Um den starken Kontrastunterschied zwischen dem Dia und der digitalen Aufzeichnung zu mildern und Details nicht unnötig zu verwischen, wurde ein eigener Film definiert mit den Einstellungen -2 beim Kontrast und -2 bei der Rauschreduzierung. Außerdem kann der Einsatz der „intelligenten Belichtung“ sinnvoll sein.

3. Blende / Verschlusszeiten:
Da durch die feste Verbindung die Vibrationen des Projektorlüfters auf die Kamera übertragen werden ist es wichtig, kurze Verschlusszeiten sicher zu stellen. Da das Objektiv schon bei offener Blende gut zeichnet wurde Zeitautomatik gewählt und Blende 4.5 vorgegeben. Das genügt, um die Wölbung der Dias auszugleichen und die Verschlusszeiten liegen meist unter 1/500 s. Wegen der Mattscheibe poppen die Dias übrigens nicht mehr.

Alles zusammen wurde in einem Custom-Programm abgelegt und kann einfach aufgerufen werden. Für höhere Qualität ist es sicher zu empfehlen, in RAW zu speichern und erst dann die Anpassungen durchzuführen. Mir ging es aber darum, ca. 12.000 Dias mit vertretbarem Aufwand zu retten. Sonst hätte ich es vermutlich nie gemacht.

Bildbeispiele:
Die Aufnahmen sind ca. 1985 in den Ötztaler Alpen rund um die Amberger Hütte entstanden und wurden auf Kodachrome 64 belichtet. Nach so langer Lagerzeit ist natürlich mit Farbverfälschungen zu rechnen, die nur mit aufwändiger Handarbeit ausgeglichen werden können.

Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Pradovit1.jpg (71,9 KB, 686x aufgerufen)
Dateityp: jpg Pradovit3.jpg (50,7 KB, 673x aufgerufen)
Dateityp: jpg Pradovit_offen1.jpg (88,3 KB, 674x aufgerufen)
Dateityp: jpg P1240004_jiw.jpg (95,2 KB, 673x aufgerufen)
Dateityp: jpg P1250134_jiw.jpg (67,2 KB, 678x aufgerufen)
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Gruß Softride

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Alt 08.01.2010, 15:59   #2 (permalink)
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Standard AW: Dias digitalisieren mittels Pradovit, DG Macro-Elmarit und GH1

Klasse!

(Vielleicht passt dazu auch [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] (?).


zebra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2010, 21:16   #3 (permalink)
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Standard AW: Dias digitalisieren mittels Pradovit, DG Macro-Elmarit und GH1

Herzlichen Dank für den interessanten Bericht, Softride!

Vielleicht kommt der gerade recht, wo ich mich doch wiedermal mit dem Gedanken befasse, meine mehreren 10000 Dias ins digitale Zeitalter zu retten.

Mir ist nur überhaupt nicht klar, worauf du eigentlich projizierst. Du schreibst zwar von einer Mattscheibe, aber ich kapiere weder, wo die steckt (da muss doch wohl die Kamera drauf fokussieren?), noch woher man eine solche bekommt. Gerade an die sind doch wohl die allerhöchsten Ansprüche zu stellen, oder?

Und dann könnte man ja sicher auch ein gutes altes Makroobjektiv am Adapter verwenden, was die Kosten noch viel weiter drücken würde. Mein Oly 3,5/50 bildet als Nahgrenze sehr genau das Kleinbildformat ab (an einer FT-Kamera wohlgemerkt).

Schönen Gruß vom
Südlicht
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Alt 08.01.2010, 21:21   #4 (permalink)
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Standard AW: Dias digitalisieren mittels Pradovit, DG Macro-Elmarit und GH1

Zitat:
Zitat von Softride Beitrag anzeigen
Hier ein Vorschlag ...
Eine Frage noch zu den Bildern: Sollte man den O.I.S. für solche Aufnahmen nicht lieber ausschalten?




zebra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2010, 21:42   #5 (permalink)
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Standard AW: Dias digitalisieren mittels Pradovit, DG Macro-Elmarit und GH1

Zitat:
Zitat von Suedlicht Beitrag anzeigen
Herzlichen Dank für den interessanten Bericht, Softride!

Mir ist nur überhaupt nicht klar, worauf du eigentlich projizierst. Du schreibst zwar von einer Mattscheibe, ...

Und dann könnte man ja sicher auch ein gutes altes Makroobjektiv ....

Schönen Gruß vom
Südlicht
Hallo Südlicht,

projiziert wird überhaupt nicht. Ich fotografiere einfach das Dia ab. Der Projektor hat nur die Aufgabe, das Dia zu beleuchten und weiter zu transportieren. Das Projektionsobjektiv ist herausgeschraubt. An die Mattscheibe sind keine besonderen Anforderungen zu stellen (ich habe Milchglas genommen). Sie soll nur das Licht der Halogenlampe dämpfen und die Ausleuchtung verbessern. Prinzipiell könnte man auch mit dimmen aber das ändert die Farbtemperatur und die Glühwendel sind im Bild zu sehen.
Obwohl der AF des Macro-Elmarits sonst deutliche Probleme bei Nahaufnahmen hat funktioniert er bei Dias problemlos. Ich habe bei keinem einzigen Bild von Hand fokussieren müssen.
Prinzipiell geht es mit jedem Objektiv, das ein Objektfeld von 24x36 auf FT abbilden kann. Allerdings muss natürlich der Aufnahmeabstand an die Brennweite angepasst sein. Dein 50er würde also geringfügig weiter weg montiert werden müssen. Vielliecht hast Du sogar einen Kreuzschlitten o.ä.

Nach dem Fotografieren müssen noch alle Bilder vertikal gespiegelt werden; das geht mit Irfan-View im Batchbetrieb, macht also auch keine Mühe.
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Gruß Softride

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Alt 08.01.2010, 21:48   #6 (permalink)
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Zitat:
Zitat von zebra Beitrag anzeigen


Eine Frage noch zu den Bildern: Sollte man den O.I.S. für solche Aufnahmen nicht lieber ausschalten?




Hallo Zebra,

ich habe mit OIS und ohne ausprobiert und keinen nenneswerten Unterschied festgestellt. Aber grundsätzlich hast Du recht. Insgesamt kann man sagen, dass es hier noch viel zu experimentieren gibt, z.B. die drei OIS-Modi. Wer bessere Einstellungen findet - auch beim "Film" und der Belichtung - der möge sie mir bitte mitteilen.
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Gruß Softride

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Alt 08.01.2010, 22:00   #7 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Softride Beitrag anzeigen
projiziert wird überhaupt nicht. Ich fotografiere einfach das Dia ab. Der Projektor hat nur die Aufgabe, das Dia zu beleuchten und weiter zu transportieren.
Danke, jetzt hab' auch ich's kapiert!

Und mich eines Artikels aus dem Jahre 2003 in der c't wieder erinnert, der immer noch online ist:
[Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ]

Die dortige Lösung (am Schluss des Artikels) sieht vor, die Projektionslampe durch eine wesentlich schwächere auszutauschen. Das ist sicher auch eine gute Idee, wenn auch etwas mehr Aufwand.

Nochmals Danke und schönen Gruß,
das Südlicht
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Alt 08.01.2010, 22:51   #8 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Suedlicht Beitrag anzeigen
Danke, jetzt hab' auch ich's kapiert!

... die Projektionslampe durch eine wesentlich schwächere auszutauschen. Das ist sicher auch eine gute Idee, wenn auch etwas mehr Aufwand...

das Südlicht
Hallo südlicht,

das ist nicht nur mehr Aufwand, es bringt meist auch niedrigere Farbtemperaturen. Ich habe noch einen anderen Digitizer für nicht magazinierte Dias mit Hilfe eines Agfaskop-Diabetrachters gebaut. Dort muss die Lampe nicht abgeschwächt werden. Mit der niedrigsten Kelvin-Einstellung der GH1icon komme ich garade noch so hin.
Der Hauptvorteil der Mattscheibe ist aber die vignettierungsfreie Ausleuchtung des Bildes. Wenn man genug Licht hat, kann man es auch ordentlich streuen.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Pradovit_Mattscheibe1.jpg (54,2 KB, 648x aufgerufen)
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Geändert von Softride (08.01.2010 um 23:00 Uhr) Grund: Bild angehängt
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Alt 08.01.2010, 23:02   #9 (permalink)
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Ja, da hast du sicher auch Recht. Mir ist nur einfach nicht wohl dabei, mit so viel Leistung in den CCD zu ballern. ;-)
Gibt es denn keine schwächeren "Birnen" für diese Spannung, die eine halbwwegs normale Farbtemperatur liefern? (Ich weiß jetzt nichtmal, welche Spannung in Projektoren vorgesehen ist)

Und kann man denn nicht irgendwie einen manuellen Weißabgleich machen, so dass die Farbtemperatur der Birne egal ist?

PS: Danke auch für das Bild mit der Mattscheibe! Wo bekommt man denn sowas her?
Suedlicht ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 08.01.2010, 23:42   #10 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Suedlicht Beitrag anzeigen
.... Mir ist nur einfach nicht wohl dabei, mit so viel Leistung in den CCD zu ballern. ;-)
Gibt es denn keine schwächeren "Birnen" für diese Spannung, die eine halbwwegs normale Farbtemperatur liefern? (Ich weiß jetzt nichtmal, welche Spannung in Projektoren vorgesehen ist)

Und kann man denn nicht irgendwie einen manuellen Weißabgleich machen, so dass die Farbtemperatur der Birne egal ist?

PS: Danke auch für das Bild mit der Mattscheibe! Wo bekommt man denn sowas her?
Hallo Südlicht,

deshalb ist ja die Mattscheibe drin. Solange die davor steht, kann man dem Sensor (ist bei der GH1icon übrigens ein Live-MOS kein CCD) nicht Böses tun. Normalerweise haben Projektoren mit Halogenlampen 24 V. Da kann man sicher was passendes mit kleiner Leistung finden. Das Verfahren mit dem Weißabgleich habe ich schon beschrieben: Leerer Diarahmen, ggf. mit Transparentpapier. Aber ich habe schönere Ergebnisse bekommen wenn ich die Kelvin fest einstelle. Dazu habe ich eine Testserie mit verschiedenen Farbtemperaturen gemacht. Bei meinem Pradovit 1500 gefallen mir die Dias mit 3500 K am besten.

Mattscheibe:
Ich habe einfach eine vorhandene Abdeckscheibe einer alten Deckenlampe in passende Streifen geschnitten. Jeder Glaser kann Dir eine Milchglasscheibe besorgen. Im Fotoversandhandel gibt es auch hochwertige Mattscheiben (ich meine Foto-Brenner, kann's aber im Moment nicht finden). Wegen der Hitze lassen sich leider keine Kunststoff-Diffusoren verwenden.
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Gruß Softride

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