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Der Rheinwerk-Verlag hat uns einige Rezensionsexemplare für das Buch „Lumix GX80: Das Buch zur Kamera“ zur Verfügung gestellt. Hier die Rezension von Harry Röhrle:

Den Rheinwerk-Verlag (ehemals Galileo) kenne ich wegen seiner zahlreichen Bücher über Foto-Technik und Foto-Bearbeitung. Schon immer war dieser Verlag für mich gleichbedeutend für Kompetenz und ansprechende optische Aufmachung.

Lumix GX80: Das Buch zur Kamera

Aufbau des Handbuchs

Jacqueline Esen hat im Rheinwerk-Verlag zwei ziemlich gute Fotokurse veröffentlich – über die Fotografie im Allgemeinen. Das Buch über die GX80 ist ihr erstes Werk, mit dem sie sich einer speziellen Kamera widmet. 374 durchgängig farbige Seiten sind zusammengekommen. Schon im Vorwort wird deutlich, dass sie von der GX80 sehr angetan ist. Sie findet die Kamera „beeindruckend“ und es gäbe nichts, was man mit der Kamera nicht machen kann. Kritisches darf man also in dieser umfangreichen Anleitung nicht erwarten. Oder doch?

Stärken und Schwächen der Kamera

Gleich nach der sehr ausführlichen Einführung, in der die Kamera und ihre Bedienelemente vorgestellt werden und es auch gleich einige hilfreiche Tipps für die Grundeinstellung gibt, beschreibt Jacqueline Esen die „Stärken und Schwächen“ der GX80. Unter „Verbesserungsvorschläge“ werden u.a die schwache Audioqualität bei Videoaufnahmen, der fehlende Mikroeingang und der hohe Stromverbrauch, bzw. der schwache Akku erwähnt. Aber letztendlich überwiegen die positiven Eindrücke. Somit ist das Buch gleich auch mal für jemanden geeignet, der sich kurz informieren möchte, ob die Kamera überhaupt für ihn und sein Anforderungsprofil in Frage kommt.

Erklärung der verschiedenen Kamera-Modi

Auf den ersten 200 Seiten werden in diversen Kapiteln die verschiedenen Modi der Kamera erklärt. Vollautomatik, PASM-Modi, ISO- und Weißabgleich-Einstellung, optimale Belichtung. Dazu noch eine genaue Beschreibung, welche Möglichkeiten die GX80 hat, um ein Bild scharf zu bekommen. Dabei geht die Autorin wirklich in die Tiefe. Verschiedene AF-Modi werden nicht nur erwähnt, sondern so genau beschrieben, dass quasi alle Unklarheiten beseitigt werden. Als erfahrener Fotograf war mir das meiste oberflächlich bekannt, aber bei der Lektüre habe ich noch einiges dazu gelernt und noch ein paar handfeste Tipps für die Praxis bekommen.
Mich interessierte vor allem, ob mir die Autorin in Sachen manueller Scharfstellung ein paar weitere Erkenntnisse liefern konnte. Vor allem der schnelle Zugang zum manuellen Fokus. Das Vorgängermodell, die GX7, hatte noch eine direkte Taste, um AF und MF zu wechseln. Die GX80 hat das (leider) nicht mehr.
Also ging ich zielgerichtet vor, schaute im Inhaltsverzeichnis nach „Manuellem Fokus“. Und siehe da, unter „Manuell Scharfstellen“ wurde ich sofort fündig. Allerdings hat mir auch Frau Esen kein Rezept vermittelt, wie ich sofort in den manuellen Focus wechseln kann.

Die Lumix GX80 voll ausreizen

Danach wurde es für mich spannend: „Die Lumix voll ausreizen“, so Kapitel 8. Und in der Tat werden hier die Individualisierungs-Möglichkeiten beschrieben. Zum Beispiel die Belegung der Funktionstastenund die 4k-Photo-Funktion werden ausführlich gezeigt. Und dann noch die wichtige Beschreibung: Wie kann ich das nervige Piepsen der Kamera dauerhaft ausschalten? Und wie mache ich eine dieser angesagten Zeitraffereffekte mit der GX80? Auch hier werde ich von Frau Esen nicht im Stich gelassen. Dieses Kapitel war für mich besonders interessant, weil es quasi in die Eingeweide der Kamera geht und die Funktionen aufgeführt und erklärt werden, mit denen man sich die GX80 an die eigenen Bedürfnisse perfekt anpassen kann.

Etwas zu kurz kommt das Kapitel „Zubehör für die GX80“. Unter anderem wird darin die Objektiv-Thematik erwähnt, allerdings nur angeschnitten. Schön wäre, wenn die Lumix-Objektive noch etwas besser präsentiert worden wären. Das kann das Konkurrenzprodukt von Frank Späth besser.

Bilder bearbeiten und Filme drehen

Abgeschlossen wird das Buch mit den Kapiteln „Bilder bearbeiten“ und „Filme drehen mit der Lumix GX80“. Sehr brauchbar ist die Übersicht aller Unterpunkte des Kameramenüs. Allerdings wird dieses auch sehr schnell unvollständig und veraltet, wenn Panasonic wieder ein Firmware-Update für die Kamera veröffentlicht. Zum Beispiel das In-Body-Focus-Stacking, das im neuesten Firmware-Update enthalten war, konnte in diesem Buch nicht berücksichtigt werden.

Jacqueline Esen beschreibt ausführlich. Die Sprache ist mir allerdings manchmal etwa zu sachlich. Könnte etwas mehr Pepp vertragen – a la Scott Kelby. Das Buch präsentiert umfassend die Funktionsvielfalt der Kamera und schafft einen ordnenden Überblick. Dazu gibt es noch viele fotografische Tipps, wie Portrait- und Landschaftsfotografie, Licht setzen, etc. Das Buch bietet also definitiv einen Mehrwert.

Fazit

Das Handbuch ist etwas für die Menschen, die prinzipiell keine Gebrauchsanweisung lesen (Stichwort RTFM). Wenn diese dann das Buch durcharbeiten, können sie die Gebrauchsanweisung auch getrost weglegen. Aber prinzipiell ist das umfangreiche Werk für Menschen geeignet, die von der GX80 und von digitaler Aufnahmetechnik keine Ahnung haben. Aber auch Fotografen, die bereits Erfahrungen mit dem Lumix-System sammeln konnten, werden dankbar sein über die ein oder andere Zusatzinfo.

Das Buch kostet 34,90€ in gedruckter Form, als e-book ist es 4€ günstiger.

Lumix GX80: Das Buch zur Kamera – Leseprobe

About The Author

Leon Baumgardt ist studierter Photoingenieur und leidenschaftlicher Hobbyfotograf. Er ist Redakteur für das Systemkamera und das L-Camera Blog.

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