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Einer der Gründe, warum die Samsung NX1 so viel Aufmerksamkeit erhalten hat, ist sicher auch der Anspruch einen sehr schnellen AF abgeliefert und die dazu nötigen Sensoren, auf nahezu der gesamten Sensor-Fläche verteilt zu haben.

Es ist bekannt, dass der AF nicht nur durch die Kamera und ihre bei DLSM benötigte Rechenpower bestimmt wird, sondern auch durch die im Objektiv verbauten Motoren und der Genauigkeit der Ansteuerung.

Bereits vor Erscheinen der NX1 hatten einige der NX Objektiv schon angedeutet, dass sie nicht zu den „Speed Demons“ gehören. Dazu zählen die – sicher optisch guten bzw. exzellenten – 30mm und 20–50mm Objektive, deren AF Motor durchaus „alt“ zu nennen ist.

Als Vergleich nenne ich hier gerne die Nikon One Serie (V1/J2/V2 ) die sich – was Seriengeschwindigkeit, AF-S und AF-C angeht – sicher nicht hinter hochpreisigen DSLR verstecken muss. Auch wenn hier der kleinere Sensor und die nicht sehr lichtstarken Zoom Objektive dieses System etwas bevorzugen mögen.

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AF-S

Generell gab es seit der NX300 mit der Sensor-Implementierung des PDAF, hier schon deutliche Fortschritte zu den ersten NX Modellen. Bei gutem Licht (besser: Kontrast) und bei dem richtigen Objektiv, kann man von „Instant AF“ sprechen. Bei der falschen Kombination hingegen kann man durchaus zu Geduld raten.

Im Einzelnen:

Beim AF-S hat Samsung sicher mit den beiden 60mm/85mm SSA Objektiven – Antrieb auf Ultraschall Basis – wenig Chancen, mit der NX1 den AF Rekord zu brechen. Auch deren Tendenz zum „Focus Hunt“, der sich schon bei der NX30 gezeigt hat, setzt sich bei der NX1 nahtlos fort.

Alle anderen an der NX30 und NX300 schnell fokussierenden Samsung Objektive, wie das Samsung 12–24mm F4–5.6, das 45 mm F1.8 oder auch das 18–55mm OiS III Kit, machen ihre Sache an der NX1 sehr gut. Brauchbar ist auch das Samsung 50–200 mm F4–5.6 ED OIS III, wobei dies eher im Mittelfeld liegt und was den AF-S angeht, an der NX1 nicht erste Wahl ist. Das Samsung 16 – 50 mm Premium S ist hier völlig untadelig und sehr schnell, ähnlich, wie ich es von der Nikon V im Vergleich gewohnt bin. Das Samsung 50–150mm F2.8 S hatte ich auf der Photokina 2014 schon einmal ausprobieren können und dies ist sicher ähnlich schnell wie das Standardzoom.

Was offensichtlich ist: Bei genug Kontrast – heißt genug Licht – ist der AF-S mit dem von Samsung zur Verfügung gestellten 16–50S Objektiv rasend schnell und eigentlich würde ich jetzt zum AF-S gerne nichts mehr sagen.

Es gibt aber ein Paar Dinge, die mich etwas nachdenklich machen und die bei schlechteren Bedingungen offensichtlich sind, die ich aber für Firmware Probleme halte. Sie zeigen aber, wie diffizil es im Detail werden kann und wie viel Feinarbeit in der Abstimmung stecken kann.

Was ich verglichen habe ist: Die NX30 mit dem Samsung 16–50mm Premium S gegenüber der NX1 mit dem gleichen Objektiv, bei Dunkelheit im Arbeitszimmer ohne zusätzliches Licht. Dabei war das AF-Hilfslicht an und der Autofokus auf AF-S „single Focus point centered“ eingestellt. Als AF Feldgrösse habe ich die zweitgrösste Stufe von vieren ausgewählt.

Als Resultat: die NX30 fokussierte unter diesen Bedingungen schneller und sicherer, wo die NX1 teils keinen Fokus gefunden hat – bzw. etwas nervös den Fokus-Bereich durchfahren hat.

Hier ein Beispiel von dem Lesertester Matt Everglade

UPDATE: Die Schwächen des Auto Fokus bei dunkler Szenerie wurden behoben – Samsung NX 1 Firmware Update 1.3

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AF-C/AF-AA/Tracking (oder NX1 on Steroids)

Die NX1 wird von Samsung als “DSLR Sport” Alternative herausgestellt und auch aktiv so beworben, also ist es sicher auch nur fair, wenn man die Neue mal sportlich bewegt.

Bei zwei ersten Testserien (Modus H 15F/s in RAW) gab es bei der Ersten 15/16 Treffer – hier war das Fahrzeug bereits bei der Erfassung relativ nah – und bei der zweiten 11/19 Treffer. Hier hat der AF bei deutlich weiterer Entfernung und etwas höherer Geschwindigkeit, bei den ersten zehn Bildern die acht Fehler geliefert. Der AF hat wohl die Fahrtrichtung nicht richtig vorher gesagt und die Fokusrichtung ändern müssen.

Aufällig ist, das der AF dabei erstmal bis zur minimalen Distanz gefahren ist, bevor das Objekt wieder scharfgestellt wurde. Die letzten Bilder der Serien waren dann alle OK, was mir zeigt, dass die NX1 dann, wenn sie das Ziel und die lineare Bewegung sauber aufgefasst hat, auch dieser entsprechend folgen kann.

Ich habe die NX1 außerdem zum Handball mitgenommen und dort mit dem 50–200mm, dem 85mm und dem 16-50mm Objektiv getestet. Ziel war es Hallensport mit wenig Licht und recht offener Blende zu testen wobei ich, um auf 1/500s Belichtungszeit zu kommen, bei den ISO zwischen 1.600 und 3.200 (AutoISO max) lande.

Folgende Anmerkungen zu meinen Ergebnissen:

  • Alle Bilder sind Ausschnitte, da die Brennweiten 16-50mm / 85mm in der Halle nicht reichen.
  • Das 50-200 ist zwar vom Fokus schnell genug, aber leider bekomme ich bei der schlechten Lichtausbeute des Kits keine akzeptablen Bilder hin – optimal wäre das f2,8/50-150.
  • Die Bilder sind entweder bei der Serienbildeinstellung Low (5 Bilder/s) oder High (8 Bilder/s) entstanden.

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