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Vor etwa fünf Jahren stand ich vor dem Schritt, aus dem Kompaktkamera-Bereich in das Segment der ‚großen‘ zu wechseln. Bisher hatte mich die Größe der Spiegelreflexen immer abgeschreckt, was sich mit den Systemkameras änderte.

Mein Einstieg war damals die Samsung NX11, welche später abgelöst wurde durch die NX20, dann die NX30 und Dank des Systemkamera-Forums hatte ich nun die Möglichkeit, die NX1 mit dem neuen Prime Objektiv zu testen und mir zu überlegen, ob das nächste Upgrade für mich Sinn macht.

Mit der NX30 bin ich bereits recht verwöhnt und sehr zufrieden, da die meisten Punkte, die mich bei den Vorgängermodellen gestört hatten, in dieser Kamera gelöst sind. Trotzdem bleiben einige wenige Punkte, mit denen man noch unzufrieden ist oder bei denen man zu einer Verbesserung nicht nein sagen würde. Bei der NX30 sind das:

  • Die Fokusgeschwindigkeit,
  • das Rauschverhalten und
  • die Videofunktion.

Alles Punkte, welche die neue NX1 in Kombination mit dem 16-50mm Prime Objektiv deutlich überbieten sollte, ohne dabei in anderen Punkten schlechter zu werden.

Größenvergleich zwischen Samsung NX30 (links) und NX1 (rechts)
Größenvergleich zwischen Samsung NX30 (links) und NX1 (rechts)

Die Bedienung der Samsung NX1

Erstmal ein paar Worte zur äußeren Erscheinung und Bedienung der Kamera. Gegenüber der NX30 ist der Body ein gutes Stück gewachsen. Immer noch kleiner als eine DSLR, aber der Größenvorteil ist deutlich geringer als bei anderen, kleineren Systemkameras – insbesondere mit solchen ohne Sucher.

Die Verarbeitung der Kamera ist extrem gut. Klappen so wie Bajonett schließen satt und sind mittels Gummidichtung gegen Staub geschützt – lediglich beim Blitz konnte ich keine Abdichtung finden.

Die Bedienungselemente auf der Kamera haben einen guten Druckpunkt, die Drehschalter sind massiv und rasten beim Umschalten sauber ein. Die Kamera liegt sehr gut in der Hand, auch wenn sie mit dem Objektiv anfangs leicht kopflastig wirkt.

Dank der durchdachten Anordnung der Bedienelemente, sind die meisten Einstellungen jederzeit gut zu erreichen. Ungewohnt fand ich nur die Auswahlknöpfe links neben dem Sucher, da ich die Kamera normalerweise mit der linken Hand am Objektiv halte, um mittels iFunction Einstellungen direkt über den Fokusring zu erreichen. Hier ist immer ein Umgreifen nötig – besonders dann, wenn man die Kamera am Auge hält. Gerade die Umstellung der Serienbildfunktion hätte ich mir direkt im Zugriff an der rechten Hand gewünscht – wie es bei der NX30 bereits gelöst wurde. Von den Anschlüssen her lässt die Kamera keine Wünsche offen.

Positiv aufgefallen ist auch, dass die SD-Karte nun vom Batteriefach in ein Seitenfach umgezogen ist und somit bei montiertem Stativ gewechselt werden kann. Hauptgrund ist vermutlich der optionale Handgriff.

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Erster Testdurchlauf in Hamburg

Im ersten Testlauf hatte ich die Kamera bei einem Stadttrip in Hamburg dabei. Besonders interessiert hat mich hierbei, ob das höhere Gewicht beim Tragen stört. Fazit ist, dass ich mich oft dabei ertappt habe, wie ich überprüfte, ob die Kamera noch in der Tasche ist – so leicht kam sie mir vor. Hatte ich die Kamera dann mal in der Hand, war sie auch zu keinem Zeitpunkt zu schwer oder kopflastig.

Im Vergleich zu einer DSLR mit Primeobjektiv ist die NX1 ein Leichtgewicht. Die Bedienung funktionierte problemlos und bereits hier hat mich die Geschwindigkeit des Fokus, so wie die Videofunktion wirklich begeistert.

Video und Sport-Fotografie mit der NX1

Als zweiten Test ging es nach Feierabend zu den Eisbach-Surfern im Englischen Garten in München. Ziel war es, sowohl die Videofunktion als auch Sport-Fotografie und High ISO zu testen. Optimal wäre hier eine größere Brennweite gewesen, aber wofür hat man einen 28 MP Sensor, um nicht auch Ausschnitte verwerten zu können.

lesertest_nx1_reneweber_03Bei den Videoaufnahmen ging es mir als erstes um die Zuverlässigkeit des Autofokus. Von anderen Systemen sowie von anderen Samsung NX Kameras kennt man das typische ‚Pumpen‘, wenn die Kamera den Fokus beim Filmen immer wieder verliert und neu sucht. Hierbei konnte die NX1 glänzen: Das Pumpen kam so gut wie nie vor, und der Fokus saß permanent auf den Surfern.

Auch das manuelle Fokussieren funktioniert dank eingeblendetem Focus-Peaking traumhaft: Dreht man im manuellen Modus während des Filmens am Fokusring, wird mit weißen Fragmenten im Bild angezeigt, auf welchen Objekten aktuell der Fokus sitzt – man lässt die Fragmente durchs Bild wandern, bis sie auf dem Objekt angekommen sind.

Was die Einstellungsmöglichkeiten für den Film Modus angeht, so kann man hier aus einer Vielzahl an Auflösungen und Bildraten bis hin zu 4K wählen. Im 4K Modus selber filmt man mit 24p, was bewegte Objekte leider etwas verwischen lässt und hat die Möglichkeit, sich zwischen drei unterschiedlichen Qualitätsstufen zu entscheiden. Aufgrund der Dämmerung habe ich im Videomodus den automatischen ISO-Modus verwendet. Somit schwankte das Video der Surfer zwischen ISO 400 und ISO 1600.

 

 

Für die Fotografien der Surfer habe ich anschließend den ISO manuell hoch gedreht um die Belichtungszeit zu verkürzen. Ein optimaler Test für ISO und Sportfotografie auf einmal. Bis ISO 1600 sind die Bilder sehr gut zu verwerten. Danach geht es mit ISO 3200 und ISO 6400 weiter, bei welchen die Bilder immer noch ansehnlich sind.

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Im Vergleich zur NX30 ein deutlicher Unterschied. Was die restlichen Einstellungen für die Sportfotografie an geht, kommt Samsung einem mit jede Menge Features entgegen:

  • 15 Bilder pro Sekunde im Serienbild-Modus
  • Extrem schneller Autofokus
  • Aktiver Autofokus‘, der automatisch das bewegende Objekt an-fokussiert
  • Ausgezeichneter Bildstabilisator

Begeistert von den Resultaten beschloss ich noch eine kleine Tour durch die Innenstadt an zu hängen, um hier nochmals mit ISO, Bildstabilisator und Auto-Fokus bei schlechtem Licht zu arbeiten.
Mangels Stativ wurden sämtliche Bilder aus der Hand, vom Boden oder mit Auflage auf einem Pfeiler geschossen. Hierbei hatte ich die Gelegenheit, die Funktion des Bild-Stabilisators etwas detaillierter zu prüfen.

Das Ergebnis zeigte, dass die ISO Werte tatsächlich deutlich besser sind als bei den Vorgängern. Ebenfalls der Autofokus funktionierte bei Dämmerung und Dunkelheit deutlich besser als gewohnt, wenn auch noch nicht perfekt. Hauptgrund hierfür ist sicherlich das optimierte Fokuslicht, welches mittels Streifen den Kontrast-Autofokus unterstützt.

Fazit

Die NX1 ist in Kombination mit dem 16-50mm Prime Objektiv eine tolle Kamera, die perfekt in der Hand liegt und gegenüber den ‚kleinen Geschwistern‘ deutlich professioneller wirkt.
Im Vergleich zur NX30 hat Samsung das Rauschverhalten im High-ISO Bereich optimiert und den Auto-Fokus deutlich verbessert. Die sehr hohe Serienbildrate von 15 Bildern pro Sekunde eignet sich dank entsprechend großem Puffer-Speicher ideal für die Sportfotografie. Hierbei sollte man allerdings darauf achten, dass die Speicherkarte dank Bildern mit 28MP Auflösung innerhalb von wenigen Minuten voll ist.

Im Videobereich arbeitet der brandaktuelle Codec H265 deutlich effizienter, der Fokus ist wesentlich zuverlässiger und die 4K Videoaufnahmen machen einen sehr guten Eindruck. Einzig das aktuell noch nötige Vor-Konvertieren am PC, lässt einen lange auf das Ergebnis warten.

Alles in Allem ist die NX1 in Kombination mit dem neuen Premium Objektiv eine rundum gelungene Kamera, auch wenn sie gegenüber der NX30 deutlich an Größe gewonnen hat. So passt sie in meine Fototasche, in welcher ich sonst die NX30 mit 3 Objektiven transportiere, nur alleine hinein.

Der einzige negative Punkt, fällt hier auf die Software: Zum einen unterstützt die Bluetooth-Funktion, in welcher Bilder direkt an ein mobiles Endgerät gesendet werden können, offensichtlich kein iOS.

Zum anderen fand die automatisch installierte Software auf meinen MacBook keine Kamera zur Kommunikation. Erst über den manuellen Download eines anderen iLaunchers von der Samsung Homepage war es mir möglich, eine Verbindung zur Kamera aufzubauen und somit den Movie Converter zu installieren. Dieser ist zur Verarbeitung und Konvertierung der H265 Dateien dringend nötig, funktionierte allerdings nur auf einem von zwei Apple MacBooks ohne Probleme und der Samsung Support äusserte sich bis zum Ende des Tests nicht mehr.

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12 Comments

  1. Eine Kamera ist immer nur so gut, wie sein Benutzer! Daher, lasse ich mich auch nicht von der besten Werbung beeinflussen!

  2. […] Jörg Haag: Street- und Architekturfotografie » René Weber testet 4K Video und Sportfotografie » Nadine Koch testet AF bei Konzert- und Sportfotografie » Christopher Keßler zeigt […]

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  5. […] mm F/2.0 – 2.8 lens as a counterpart to my NX30 with various KIT lenses. I wrote quite a long report in German language, but I’d like to conclude my impressions as a short […]

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