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Andreas vom Systemkamera-Forum hat in diesen Tagen die Möglichkeit, die Fuji X-Pro1 ein wenig genauer auszuprobieren. In diesem zweiteiligen Blog-Artikel werden wir uns zunächst mit Fujifilm und der Fuji X-Pro1 auseinandersetzen, und Andreas wird in Teil 2 von seinen Erfahrungen mit der Fuji X-Pro1 im praktischen Einsatz berichten. Später werden wir, sobald wir dauerhaft über eine eigene Fuji X-Pro1 verfügen, auch noch einen ausführlichen Testbericht im Systemkamera-Forum veröffentlichen.

Die Positionierung von Fujifilm im Fotomarkt

Fujfilm hat vor 2 Jahren seine Strategie im Kameramarkt neu ausgerichtet und hat seinerzeit die Entscheidung getroffen, mit der X-Serie eine anspruchsvollere Kameralinie aufzulegen. Mit der Fuji X100, der Fuji X10, der Fuji X-S1 und letztendlich der kommenden Fuji X-Pro1 möchte Fujifilm ein neues Zielpublikum adressieren und weiter am Markt wachsen. Die Marktposition gegenüber den letzten Jahren, in denen Fujifilm größtenteils nur Kameras im Konsumenten-Bereich (Kompaktkameras) verkauft hat, soll deutlich ausgebaut werden. Schon im Jahr 2011 konnte Fujifilm im Kamera-Segment ein deutliches Wachstum in Deutschland verzeichnen.

Schauen wir dazu einmal auf die aktuellen GFK-Zahlen aus dem Jahr 2011. Die GFK-Zahlen, die uns vorliegen, repräsentieren die Verkäufe der Kamerahersteller. Fuji liegt bei den Stückzahlen auf Platz 4 mit knapp 10% Marktanteil hinter Nikon und vor Sony. Gemessen am Umsatz, der im Fotobereich von den einzelnen Unternehmen realisiert wurde, rangiert Fuji mit 7,6% Marktanteil auf Platz 5 hinter Sony und vor Casio. Fujifilm hat bei beiden Anteilen (Stückzahl und Umsatz) im Vergleich zum Vorjahr 2010 jeweils um ca. 2% zugelegt. Bei der Betrachtung dieser Zahl dürfen wir natürlich nicht vergessen, dass wir als Freunde der spiegellosen Systemkameras oftmals nur unser „eigenes“ Segment betrachten und die große Masse der Kompaktkameras häufig in unsere Betrachtung nicht mit einbeziehen. Die genannten Zahlen erfassen alle Kamerasysteme: von der Kompaktkamera über die spiegellosen Systemkameras bis hin zu den DSLR-Systemen der großen Hersteller.

Fujifilm hat im Jahre 2011 gegenüber 2010 gemessen am Marktanteil gut zugelegt, aber es besteht mit Platz 4 bei der Anzahl der Kameras und Platz 5 bei dem Anteil am Umsatz des Marktes auch noch deutliches Wachstumspotential.

Neben den Fujifilm-Kompaktkameras mit kleinem EXR-Sensor, die uns hier nicht so sehr interessieren, möchte Fujfilm natürlich gerade auch mit der neuen X-Serie fotografische Premium-Produkte liefern und somit zukünftig Wachstum generieren.

Die Fuji X-Pro1

Kommen wir wieder zur Fuji X-Pro1, der neuen Systemkamera aus dem Hause Fujifilm, die in einigen wenigen Tagen auch in Deutschland im Handel auftauchen wird:

Die Fuji X-Pro1 ist ja, bei einem Blick in die Vergangenheit der Produktentwicklungen bei Fujifilm, nicht die erste „Profi-Kamera“ des Herstellers. Mit der FinePix S1Pro im Jahr 2000 war Fujfilm schon recht früh im oberen Segment der Kameras dabei. Im Jahr 2002 folgte die FinePix S2Pro, 2004 die FinePix S3Pro und letztendlich die FinePix S5Pro im Jahre 2007, die ihre Besitzer auch heute immer noch schwärmen lässt.

Fujfilm hat also durchaus Erfahrung hinsichtlich der Herstellung von hochwertigem fotografischen Werkzeug, auch wenn es von 2007 bis 2011, als die Fuji X100 erschien, eine Pause in diesem Segment gab.

Bevor Andreas im zweiten Teil von seinen Erfahrungen mit der neuen Fuji X-Pro1 berichten wird, schauen wir uns noch einmal die technischen Daten und Neuerungen des neuen Kamera-Systems an:

Der neue X-Trans-CMOS-Sensor

Neben einem neuen Bajonett (X-Bajonett) und einer neuen Objektiv-Serie (XF-Objektive), ist das wohl herausragendste Merkmal der kommenden Fuji X-Pro1 der neue X-Trans-CMOS-Sensor in APS-Größe. Fujfilm hat schon im Vorfeld der Ankündigungen zur Fuji X-Pro1 hervorgehoben, dass der neue Sensor außerordentlich gute Ergebnisse liefern und trotz seiner geringeren Größe den aktuellen DSLR-Kameras mit Kleinbildsensor weder im Auflösungsverhalten noch in der Rauschfreiheit nachstehen soll. Darüber hinaus hat der X-Trans-CMOS-Sensor mit seinem neuen Farbfilter, den Fujifilm extra für diesen Sensor neu entwickelt hat, einen weiteren Vorteil gegenüber anderen Sensoren, die mit einem Bayerfilter ausgestattet sind:

Der X-Trans-CMOS-Farbfilter

Durch die neue Anordnung der Farbfilter vor den einzelnen Sensorelementen auf dem CMOS-Sensor sollen Moiré-Effekte (Interferenzen bei regelmäßigen Strukturen) verhindert werden. Somit kann auf den bisher üblichen Anti-Aliasing-Filter vor dem Sensor verzichtet werden, ohne dass Moiré-Effekte auftauchen. Letztendlich wird die Praxis zeigen, ob die Moiré-Effekte gar nicht mehr auftauchen oder nur in sehr geringem Umfang. Das Fehlen des Anti-Aliasing-Filters sorgt jedenfalls dafür, dass grundsätzlich schärfere Aufnahmen möglich sind als mit Sensoren, die über einen Anti-Aliasing-Filter verfügen.

Kameras, die ohne diesen Filter auskommen (z.B. Leica M9), aber über einen normalen Bayer-Farbfilter verfügen, sind recht anfällig für Moiré-Effekte, die dann mithilfe von Software heraus gerechnet werden müssen. Das führt auch wieder zu einem sichtbaren Schärfeverlust.

Der neue Hybrid-Sucher

Auch der Sucher der Fuji X-Pro1 ist eine Neuentwicklung. Wir kennen zwar den Vorgänger dieses Hybrid-Suchers schon aus der Fuji X100, doch wurde die aktuelle Variante in der Fuji X-Pro1 dahingehend erweitert, dass ein weiteres Linsenelement bei der Verwendung von XF-Objektiven automatisch eingefügt wird, welches bei längeren Brennweiten eine Vergrößerung des optischen Teils des Suchers ermöglicht. Dadurch sind Brennweiten bis 200mm auch mit dem optischen Sucher möglich.

Die Optiken im X-System

Neben dem geringen Auflagemaß von nur 17,7mm, das u.a. die Adaptierung von nahezu jedem Fremdobjektiv an der Fuji X-Pro1 ermöglicht, hat Fujfilm natürlich auch eine eigene Objektive-Linie aufgelegt. Gleich zum Verkaufsstart der Fuji X-Pro1 gibt es ein 18mm f2.0 Weitwinkel, ein 35mm f1.4 Standard-Objektiv und ein 60mm f2.4 Macro Teleobjektiv. Diese Objektive übertragen über das neue X-Bajonett einige technische Daten an die Kamera, wie Brennweite, Blende, Einfallswinkel, MTF-Informationen usw., damit die Kamera eventuelle Korrekturen mit der integrierten Software vornehmen kann. Die Optiken verfügen über ein hochwertiges Metallgehäuse und asphärische bzw. ED-Elemente und haben alle einen ganz klassischen Blendenring.

Noch in diesem Jahr sollen die drei Erstlingsobjektive durch ein 14mm Super-Weitwinkel und ein Zoom-Objektiv 18-72mm f4.0 mit integriertem Bildstabilisator erweitert werden.

Schon im nächsten Jahr erwarten uns dann 4 weitere Objektive, und zwar ein 28mm f2.8 Pancake, ein 23mm f2.0 leichtes Weitwinkel, ein 70-200mm f4.0 Zoom mit Bildstabilisator und ein Weitwinkelzoom 12-24mm f4.0; letzteres höchstwahrscheinlich auch mit Bildstabilisator.

Mit einer guten Brennweitenabdeckung von 12mm bis 200mm (18mm-300mm Kleinbild) ist also in den nächsten 24 Monaten zu rechnen. Darüber hinaus können natürlich allerlei Fremdobjektive, zum Beispiel Leica M-Objektive, adaptiert werden.

Die Fuji X-Pro1 in der Praxis

Im zweiten Teil unseres Blog-Beitrags, der in Kürze erscheinen wird, berichtet dann Andreas an dieser Stelle von der fotografischen Praxis mit der Fuji X-Pro1.

Andreas zeigt uns dann einige High-ISO-Aufnahmen und kann vom praktischen Umgang mit der neuen Fuji X-Pro1 berichten.

Bei seinem kleinen Rundgang durch Florenz zeigt er uns nicht nur landestypische Motive, sondern auch, wie gut die Fuji X-Pro1 bei wenig Licht „spielt“ und wie hoch das Auflösungsvermögen des neuen X-Trans-Sensor in Verbindung mit den XF-Objektiven ist.

Als kleinen Vorgeschmack auf den zweiten Teil findet Ihr hier ein Sneak-Preview von Andreas im Systemkamera-Forum inklusive 100% Crop als Detailansicht.

 

Fortsetzung folgt…

 

 

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About The Author

Andreas Jürgensen ist Fotoingenieur und lebt in Bonn. Er betreibt das Leica Forum, das Systemkamera Forum und das Fuji X Forum. Ihr findet mich auch auf Google+

10 Comments

  1. […] Unterwegs mit der Fuji X-Pro1 – Teil 1 – Systemkamera Blog. Written by martyx Posted in Hardware, Kamera, Review, Test Tagged with Fujifilm, X-Mount, […]

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  4. […] Fuji X-Pro 1, der sich mit Sucher und Display der Kamera beschäftigt. Im ersten Teil gab es eine allgemeine Einführung zur Kamera, im zweiten Teil bin ich auf Haptik und Handling der Fuji X-Pro 1 […]

  5. […] Fuji X-Pro 1, der sich mit Haptik und Bedienung der Kamera beschäftigt. Im ersten Teil gab es eine allgemeine Einführung zur Kamera, im dritten Teil geht es um Sucher und Display der Fuji X-Pro […]

  6. O.k.
    Bitte aber redaktionell diese Fehler bereinigen.
    Es gab keine S4Pro von Fuji, dafür aber eine S3Pro.

    Gruß, Frank

  7. dann sag ich mal Danke für diese Vorstellung einer interessanten Kamera.

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