Wenn man den aktuellen Gerüchten Glauben schenken darf, wird Ricoh nächste Woche auf der CP+ Camera & Photo Imaging Show in Japan ein neues Modul mit Leica M-Bajonett ankündigen und einen entsprechenden Prototypen zeigen. Das Modul soll einen APS-C (23,6mm x 15,7mm) Sensor bekommen und damit einen Verlängerungsfaktor von 1,5 gegenüber dem Kleinbildformat aufweisen. Mit diesem Modul wird es dann möglich sein, bis auf wenige Ausnahmen so ziemlich jede Leica M-Optik und mit Adapter auch ältere Schraubleica-Optiken zu benutzen. Welche Optiken im Detail Probleme bereiten und nicht passen, hängt in erster Linie davon ab, in welchem Abstand der nötige Schlitzverschluss vor dem C-MOS-Sensor angebracht ist. Zu allererst denken wir dabei an versenkbare Optiken, die extrem weit in das Gehäuse hineinragen können.

Adapt as adapt can

Das geringe Auflagemaß im Leica M-System sorgt zudem dafür, dass man auch alle anderen mechanischen Optiken aus dem SLR-Segment, die über ein größeres Auflagemaß verfügen, adaptieren kann. Das trifft so ziemlich auf jede manuelle SLR-Optik der letzten Jahrzehnte zu. Darunter fallen dann auch Leica R-Optiken. Dafür braucht man nur einen Adapter, wie z.B. von Novoflex oder anderen Anbietern. Wir gehen davon aus, dass sich das Angebot an zusätzlichen Adaptern für SLR-Optiken auf Leica-M Bajonett in kürzester Zeit ausweiten wird.  Von Novoflex stehen beispielsweise schon jetzt Adapter für Canon FD, Contax/Yashica, Leica R, M42, Minolta MD, Nikon, Olympus OM und Pentax K zur Verfügung, wie uns Herr Hiesinger von Novoflex mitteilte. Damit ist das Gros der verfügbaren mechanischen Optiken, die in unseren Schubladen schlummern, schon abgedeckt.Das lustige Adaptieren von Optiken geht also munter weiter.

Neuere Objektive mit elektrischer Blendensteuerung werden nicht unterstützt, allerdings gibt es für solche Objektive ja in der Regel schon digitale Gehäuse.

Weitere Informationen gibt es dann ab dem 9.2.2011, wenn die CP+ Camera & Photo Imaging Show in Japan ihre Pforten öffnet. Wir gehen davon aus, dass auch andere Foto-Hersteller die Messe nutzen, um neue Produkte wie Kameras und Objektive anzukündigen. Nachdem die PMA in den USA auf den Herbst verschoben wurde, werden wahrscheinlich zukünftig immer mehr Fotohersteller die CP+ Camera & Photo Imaging Show für Ankündigungen nutzen, zumal die PMA im Herbst zukünftig auch terminlich mit der photokina und der Funkausstellung in Berlin kollidieren wird. Ob der Veranstalter der PMA sich damit einen Gefallen getan hat, den Frühjahrstermin der Messe in den Herbst zu verschieben, wagen wir zu bezweifeln. Die CP+ Camera & Photo Imaging Show wird auf jeden Fall ein spannendes Ereignis in der Fotoszene. Vielleicht kündigt ja auch schon Nikon oder Pentax seine neuen Systemkameras auf der CP+ Camera & Photo Imaging Show an.

Eventuell beflügelt eine solche Ankündigung ja die Firma Leica Camera im hessischen Solms endlich eine Kamera zu bauen, an der sich auch M-Optiken und andere Objektive adaptieren lassen, mit der Life-View möglich ist und die über einen elektronischen Sucher verfügt. Es muss ja nicht gerade in der > 5000€-Klasse sein…

Mehr Wettbewerb am Markt schadet auf jeden Fall nicht!

Euer Systemkamera-Forum-Team

Über den Autor

Jens Michael Schuh lebt in Bochum und ist selbständiger Informatiker und Inhaber von TryTec! Microsystems, einem Apple-Systemhaus. Er betreibt zusammen mit Andreas Jürgensen das Systemkamera-Forum und das Fuji X Forum.

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2 Responses

  1. Lothar Feb 07, 2011 - Reply

    Das wäre ein konsequenter Schritt, die
    exzellente Leica-Optik für neue Kamera-
    Segmente zu öffnen. Das wird den Leica-
    Umsatz weiter treiben, auch dürften wir dann
    wohl eine Leica-Variante des Ricoh-Systems
    erwarten (ähnlich Panasonic….), und/oder gar
    im nächsten Schritt eine Leica Weiterentwicklung
    -mit einem Partner- dieses Systems.

    Dann wäre die bestehende Segment-Lücke
    bei Leica erfolgreich geschlossen.

    Das sind gute Perspektiven!

  2. diego Sep 15, 2011 - Reply

    ricohs initiative mit dem leicamount ist ja nett gemeint. doch was soll ich mit einem cropfaktor von 1,5? ein kleinbildvollformat-modul wäre spannender – gerade wegen der vielen schönen leicaoptiken.

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