Thema: I love my MFT
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Alt 24.05.2010, 11:18   #3 (permalink)
Rob. S.
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Standard AW: I love my MFT

Meine Kritik kommt vielleicht aus einer nicht so repräsentativen Ecke, aber aus einer, die die Technik, aus der sich µFT entwickelt hat, seit rund fünf Jahren gut kennt: von der Warte eines engagierten FT-Nutzers, der aber auch "seinem" System nie unkritisch gegenüberstand. Es gibt auch weiterhin nicht das perfekte System oder die perfekte Kamera, die alle Vorteilen unterschiedlicher Systeme vereint, ohne sich dabei irgendwelche Nachteile einzuhandeln – FT allerdings war und ist bis jetzt immer noch der für mich zweckmäßigste Kompromiss.

Und entscheidend waren und sind für mich dabei Gründe, die heute zum Teil auch wieder 1:1 auf µFT übertragbar sind. Das ist zweifellos eine Bildqualität, die ein gewisses Minimum an Anforderungen erfüllt – auch wenn die Verluste durch Rauschen oder Entrauschung im gemäßigten bis höheren ISO-Bereich zweifellos bildqualitätsmindernd sind, das ist schon bei FT zumindest die Option kleiner und handlicher, dabei dennoch vollausgestatteter Kameras (E-620) und Objektive (Kit-Zooms, Pancake), und das ist speziell bei FT (E-30, E-620) eine bis heute in der Form einzigartige Kombination nützlicher kleiner Ausstattungsdetails, die ich so bisher bei keinem anderen Hersteller finde, wie z.B. die Sensorstabislisierung, die auch adaptierte Altobjektive stabilisiert, plus ein nach dem Wegfall der diesbezüglich bis heute einzigartigen E-330 fast schon wieder AF-mäßig nutzbarer Live-View-Modus mit Klappdisplay, und da sind noch andere Kleinigkeiten, die sich tatsächlich immer wieder mal als nützlich erweisen.

Für mich wäre µFT folglich auch kein Zweitsystem, etwas, was ich schon aus Kostengründen immer vermeiden wollte, sondern eine Erweiterung des FT-Systems. Hätte ich das Geld für ein Zweitsystem, würde ich vermutlich auch eher "nach oben" schauen und mir daneben noch ein KB-"Vollformat"-System zulegen, für die durchaus nicht seltenen Fälle, in denen ich mit den Low-light-Fähigkeiten der E-30/620 an die Grenzen stoße. (Dieser Wunsch wird dannn allerdings schon von der simplen Tatsache gedämpft, dass ich da – abgesehen nur von Sony mit seinem stabilisierten Sensor – keine Lösung sehe, bei der ich ein lichtstarkes Standardobjektiv analog zum Panasonic/Leica 1,4/25 für FT hätte, das stabilisiert wäre – was mich bei statischen Motiven tatsächlich mehr EV-Stufen Freihandgrenze kostet, als KB gegenüber FT geometrisch als ISO-Vorteil hat.)

Meine Kritik an µFT besteht jetzt in zweierlei Aspekten.

Der eine ist ein grundsätzlicher: Ich bin der Auffassung, dass ein wirklich kompaktes System, nämlich eins, bei dem auch lichtstarke und/oder längerbrennweitige Objektive durchgängig deutlich kompakter gebaut werden können als vergleichbare DSLR-Objektive, mit Sensoren derselben Größe nicht einfach dadurch möglich ist, dass man den Spiegel weglässt und das Auflagemaß ein bisschen verringert. Für µFT gilt hier ähnliches, wie es auch schon für FT gilt: kleiner und leichter als andere ist man nur in bestimmten, eng umgrenzten Bereichen eines möglichen Objektivsortiments, bei µFT ist das ein begrenzter Brennweitenbereich um Normal- und Weitwinkelbrennweiten herum mit mäßigen Lichtstärken, so wie bei FT auch nur die beiden lichtschwachen Kit-Zooms und das Pancake wirklich kompakt sind. Ein anderer Fall sind dann allenfalls noch längere Telebrennweiten, weil das kleinere Format denselben Effekt mit kürzeren Brennweiten erreicht.

Aus meiner FT-Sicht zusammengefasst: der Größen- und Gewichtsvorteil einer G-xyz oder auch E-Pxyz gegenüber meiner E-620 mit Kit-Zoom hält sich einfach zu sehr in Grenzen, als dass ich jetzt speziell dafür bereit wäre Geld auszugeben. Wenn ich was Kompakteres haben will, dann tendiere ich doch noch eher dazu, gleich eine Kompaktkamera zu nehmen. Auch da gibt es gute Bildqualität, wenn man sich Geräte wie eine LX3 oder G11 ansieht.

Der zweite Kritikpunkt (ein dritter wäre die immer noch akute Objektivnot im µFT-Sortiment) bezieht sich auf den aktuellen Entwicklungs- und Ausbauzustand von µFT, und da sieht es für mich immer noch so aus, dass es meine Wunsch-µFT-Kamera, obwohl deren Herstellung längst mit Leichtigkeit möglich wäre, einfach noch nicht gibt – eine, die einige bislang nur auf diverse Olympus- und Panasonic-Modelle verteilt zu findenden Ausstattungsdetails endlich mal in einem Gehäuse vereinen würde: insbesondere Sensorstabi und eingebauter elektronischer Sucher.

Gäbe es das, wäre ich dann unter Umständen doch wieder interessiert – und zwar in erster Linie deswegen, weil's bei FT bislang keine Video-Option gibt.

Grüße,
Robert
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