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Alt 10.06.2009, 04:53   #9 (permalink)
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Blinzeln AW: Hilfe bei Kaufentscheidung, warum FT

Zitat:
Zitat von flo12345 Beitrag anzeigen
Ich habe ja auch nicht direkt nach einer genauen Entscheidung gefragt, sondern wollte auch gerne Vor- und Nachteile vom FT wissen.
Was ich fotografieren will:

- Famile und Portraits
- Haustiere
- Makro
-Natur

Vg
Florian
Moin Florian,
in Ermangelung von Zeit bin ich nicht sehr oft im Forum unterwegs und mit 3 Tagen Verzögerung hoffe ich, dass Du nun nicht einfach schon verduftest bist, weil Dir hier bislang nicht geholfen wurde

Also, ich versuche mich kurz zu fassen und beziehe mich dabei nur auf Olympus, da ich keine Kameras und/oder Objektive der Mitbewerber im FT-System kenne

Vorteile des (µ)FT-Systems im Bezug auf Deine Fragestellung:

Allgemein:
FT ist vergleichsweise handlich, was sich nicht unbedingt in den Kameragehäusen bemerkbar machen muss. Eine E-3 ist auch schon ziemlich groß...
Bemerkbar macht es sich aber in jedem Fall bei den Objektiven. Je größer die Brennweite bei gleichbleibender Lichtstärke, desto kleiner fällt die Größe jedes Objektives aus.

Die Konstruktion der Objektive ist telezentrisch ausgelegt, d.h. ein digitaler Sensor braucht einen möglichst senkrechten Lichteinfall, einem Film war es nahezu egal, wie schräg das Licht auf ihm auftrifft.

Das hängt damit zusammen, dass die einzelnen Dioden nebeneinander liegen und jeder dem anderen dreidimensionalen Platz und somit Licht raubt. Der Film war chemisch und vergleichsweise eben, deshalb war es ihm egal, wie schräge Lichtstrahlen auftrafen.

Während die Hersteller außerhalb von FT nur ihre analogen Kameras (und Objektive) weiterentwickelten hat Olympus konsequent mit dem damals Vorhandenem gebrochen und die Entwicklung völlig neu begonnen.

Das Ergebnis sind ständige Testsiege bei vergleichbaren Optiken anderer Hersteller, insbesondere was Vignettierungen (Abschattungen in den Bildecken) anbelangt.

Neben Olympus sorgt Leica für tolle Optiken im FT-Konsortium. Die Sigmas sind Bauform-größer und nur mit dem Anschlussbajonett für FT gerüstet. Sie haben einen größeren Bildkreis, als es für FT notwendig wäre und sind somit quasi dadurch senkrecht auftreffend. Der Vorteil relativ kleinerer Bauformen geht also bei Sigma-Objektiven verloren.

Panasonic ist der Elektro-Riese, der viele Elektronik-Innovationen liefert, ist aber dafür optisch von Leica (die Zusammenarbeit ist eng, die Objektive heißen auch "Panaleica") abhängig. Genauso wie Leica den Zug verpasst hat und elektronisch am Giganten Panasonic hängt. Das ist gut für FT

Also, das System (µ)FT ist das einzige Volldigitale und potenziell Platz- und Gewichtsparender und ärmer an Randabschattungen.

Die "Allwettertauglichkeit" ist bereits in der "Pro-Linie" der Objektive gegeben, bei "Top-Pro" sowieso. Direkt vergleichbare Objetive anderer Systeme sind in der Regel teurer und können die genannten Vorteile nicht bieten. Was im Preis erstmal günstiger erscheint kann in Ausführung und Qualität nicht mithalten.

Famile und Porträts:
Olympus bietet vergleichsweise verzeichnungsarme Objektive. Der "Brennweitenfaktor" beträgt 2 (= im Vergleich zu alten Kleinbldkameras ist die Brennweite zu verdoppeln), dabei ist Olympus besonders gut in der Konstruktion von Weitwinkelobjektiven. Das 7-14er gilt heute noch als das beste jemals in diesem Brennweitenbereich getestete Objektiv (und ist damit in der Oly-Familie nicht alleine).
Bei Familienaufnahmen ist ein leichter Weitwinkel nicht schlecht, bei Porträts ein leichtes Tele. Das 2,0 50mm ist neben seinen vordergründigen Makroeigenschaften auch ein tolles Porträt-Objektiv, aber hier kommen auch die Zooms 14-54, 12-60, 40-150 (Achtung eine "Kitlinse"= beim Kauf der Kamera im "Kit" mit angeboten und sehr günstig) und 50-200 zum tragen.

Haustiere:
Hier kommen die genannten Zooms noch mehr zum Tragen, aber ein guter Blitz (wie auch bei Kindern) ist ebenso wichtig.

Makro:
Olympus, bzw. FT allgemein, hat seine extremen Vorteile im Makro-Bereich: Durch die geringere Sensorgröße von FT gepaart mit dem doppelten Brennweitenfaktor lässt sich ein größerer Abstand zu den Motiven einhalten und dabei auch noch eine größere Schärfentiefe gewinnen.

Natur:
"Ob's regnet, ob's schneit, mit meiner E-3 bin ich gefeit"
Okay, die völlige Abdichtung und Robustheit der E-3 hat ihren Preis, aber der liegt deutlich unterhalb vergleichbarer Kameras .
Bereits die Pro-Optiken sind sehr gut abgedichetet und selbst eine der günstigeren Kameras von Olymus lässt sich Einiges gefallen. Auch hier halten die wenigsten Pendants der "Nicht-FT"-Marken mit. Allein Pentax und Samsung können mithalten, sind im günstigen Preissegment sogar besser (haben dafür aber auch viele andere Nachteile). Mein Tipp: Pro-Optik auf einer E-4xx/5xx/6xx/3x und dann die Kamera mit einer Klarsicht-Tüte schützen - die Optik braucht's nicht...
Bei Schönwetter eignet sich das gesamte System für Alles

Und jetzt kommen wir zu den Nachteilen:
Der Sensor bei FT ist kleiner und rauscht mehr als bei APS oder Kleinbild-Äquivalenzien. Das Rauschen ist aber in den Ausbelichtungen (Bildabzüge auf Papier) eher zu vernachlässigen, sondern ist nur bei kritischen Belichtungssituationen am Monitor präsent.

Der Objektivpark scheint kleiner zu sein, ist er aber nicht, weil: Nicht jedes Canon-Objektiv passt zu jeder Canon und nicht jedes Nikon-Objektiv passt zu jeder Nikon

Bei FT (übrigens: open-Standard) passt Alles zu Allem

Weitere Nachteile kenne ich nicht ...

Tausen Fragen offengelassen? Macht nix: stelle sie!!

Liebe Grüße
Henrik, der bestimmt auch die Hälfte dessen, was er schreiben wollte, vergessen hat

Geändert von Fehlfokus (10.06.2009 um 05:03 Uhr) Grund: Auch wenn ich nicht mehr aus der Wäsche gucken kann *gääähn*, ein paar Rechtschreibfehler habe ich noch gefunden ;-)
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